Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7750

378
Elisa . Elmacin .
lieb von Sem Zustande lLngland» sehr übel unterrichtet sen , welches niemals in einem blühender» und mächtigern Gran - - de , ; u K . ande und ; ur See , gewesen ist , als unter der Elisabeth Regierung : und Sixtus der V , sein Vorfahr , hat gan ? anders , als er , von dieser Romginn geredet , und be^ aller Gelegenheit gesägt : Ch'era «n gran Cervello di Principefiä . Die II Anmet - kung besteht hierinnen : „ Johanna die II Königinn von Neapolis und „ ©icilien , hat sich von dem Seneschall Giovanni Caracciolo , ihrem „ Buhler , schlagen lassen : allein zuletzt ist sie ihn überdrüßig geworden , „ und hat ihn ermorden lassen : Hiermit endigen sich gemeiniglich die „ königlichen Liebeshändel . „ Nun wollen wir noch die III Anmerkung besehen . Ich weis nicht , ob alles dasfenige wahr ist , was man von den ^ . iebeshandeln und den Liebhabern der Roniginn <£Iu sabeth gesagt und geschrieben hat : allein es ist gewiß , daß sie
keine natürliche Geffnung gehabt ; und daß eben diese Ursache ? die sie abgehalten , sich ? u vermählen , sie auch hätte abhalten sol - Im , die Vuhlerey ? u treiben . Sie hat wohl lieben können , und in der Thal den Grafen von lLsier gelieber : allein bey der Art , wie sie beschaffen gewesen , hat sie keine Mannsperson fleischlich erkennen können , ohne die größten Schmerzen auszustehen ; noch schwanger werden können ( siehe oben die Anmerkung ( M ) ) ohne sich der unvermeidlichen Gefahr ausmstnen , das Jlebetl in Rindesnothen einzubüßen . Und sie ist dessen so überzeuge gewesen , daß sie einsmals . da sie mir überlastigen Vorstellungen geberhen worden , den Herzog von Alenson zu heirarhen , der sehe eifrig um sie geworben , geantwortet : Sie glaube doch nicht , sc» wenig Liebe bey ihren Unrerthanen zu haben , daß dieselben sie vor der Zeit begraben wollten .
( Hlfß , der Schüler deß Propheten Elias und sein Nachfolger , hat eine große Anzahl Wunder gethan , wie man in dem Wörterbuche des Moreri sehen kann . Es hat sich ein großes ÄZunderzeichen eräuget , da er gebohren worden : das goldne Kalb , das zu Silo gestanden , hat so stark geblöcket , daß man es zu Jerusalem gehört . Hieraus hat der hohe Priester , der die Steine seines Brustschildleins um Rath gefragt , erfahren , daß ein Prophet gebohren worden , der die Götzenbilder stören würdeMan hat Ursache , zu glauben , daß sich Epiphanius , der dieses erzahlet , auf eine falsche Tradition steifet ( A ) . Die Iudci , , welche gesagt haben , daß Elias , da er unvermögend geworden , sein Amt zu verwalten , Befehl bekommen , es dem Elisa abzutreten , verdienen keine Widerlegung ( B ) .
a ) Epiphan . de Vit . Prophet , pag . m . 237 , »zz .
( 4 ) Epiphanius - , - hat sich auf eine falsche Tradition gesteifer . ] Die von dem h . Epiphanius verfertigte Lebensbeschreibung der Propheten ist in vielen Stücken die Abschrift eines Werkes von glei - eher Art , welches eine Arbeit des Dorotheus ist . Einige geben vor , daß dieser DorotheusBischof zu TyruS gewesen ; ( nämlich die GotteS - gelehrten zu Paris in der ÄilligungSschrift dieses Werkes des Doro - theuS , welches durch Margarin de la Bigne , in der Bibliothek der Va - ter heraus gegeben worden ) und daß er den Märryrertod unter Julia - nus dem Abtrünnigen erlitten habe . Sixtus Senenfis Bibl . Lib . IV .
Allein BaroniuS , Annotat . in MartyroL beym RainolduS de Libris Apoeryphis Prael . CXXXVIII , p . 15z behauptet , daß eS keinen solchen Dorotheus , Bischof zu Tyrus , gegeben hat . Bellarmin bekennet , daß das dem Dorotheus fälschlich zugeschriebene Werk voller Fabeln ist .
Tom . I , Contr . III , Lib . II , e . 2 , beym Rainold ebendas . Man sehe , wie ein enqlischer GotteSgelehrter die Erzählung des Epiphanius , den Elisa betreffend , eritisirt habe . I Hat Epiphanius die Lage von Abel - muth nicht gewußt : Er hat gesagt , daß Elisa daselbst gebohren gewesen , und daß dieser Ort dem Stamme Rüben zugehöret . Er Härte nicht sagen sollen Abelmuth , sondern Abelmechol , wie aus dem 1B . der Könige , im 16 Vers des XIX Cap . erhellet . Wenn dieAbschreiber diesen Fehler begangen haben , so muß man den Epiphanius davon frey sprechen , und ihm nur den geographischen Schnitzer lassen . Abelmechol , des Elisä Vaterland , hat diesseit des Jordans gelegen : Quemadmodum man» , feftum eft partim ex 1 Reg . 4 collato cum z Ioshiiae , partim idqiie planius ex Ividic . 7 . kainuldus deLibr . Apocryph . p . 157 . Also isteS nicht in dem Stamme Rüben gelegen gewesen ; denn das Erbtheil die - ses Stammes hat jenseit dieses Flusses gelegen . Siehe das4B . Mo>eS XXXII und das B . Josua XXII . Cap . Dorotheus hat den Epiphanius zur Begehung dieses Fehlers verleitet . II Da Elisa zu Gilgal geboh - ren worden , hat das goldene Kalb , das zu Silo gewesen , geblöcket .
Hier begeht Epiphanius einen andern geographischen Irrthum , den Do - rotheus nicht verantworten darf . Es ist klar , daß er Abelmurl , und Gilgal für einerley Ort nimmt , worimien er sich betrogen hat . Sein Fehler ist daher gekommen , daß er die Punctirung der 'Worte des Do - rotheus nicht wohl begriffen hat . Dorotheus fcripferat , poftquam Eli - zaeiis natu» eft , in Galgalis vitulus aureus miigitum edidit , quomodo interpungendum effe locum Dorotbel > vel potius autburem interpun . xi / / i apparet ex IJtdoro , qui ita rem iflam narrat , Helizaeo nato vitu - lam auream cum magno boatii clanialfc in Galgalis . - - phanius non animaduertens banc int er fünftlonem , putaui t tllud 111 Galgalis referendum tjje potius ad fententiae partem praecedentem quam ad fequentan , ad EJizaeum potius quam ad vitulam . Rainold .
de Libr . Apocr . p . 158 . III Da et den Ort für das Vaterland des Elisä qenommen hat , wo der Schriftsteller , den er abgeschrieben , das gol - dene Kalb hingesetzet hatte : so hat er dieses Götzenbild an einen andern Ort setzen müssen , und er hat es nach Silo gesetzt , wo es niemals gewe - fen ist . Es ist nicht nökhig , zu sagen , daß sieb das Wunder , davon wir reden , auf eines von Jervbeams goldenen Kälbern bezieht ; allein wie eines von diesen Kalbern nach Dan und das andere nach Bethel gesetzt worden , so ist es gewiß , daß man sich bekrieget , man mag entweder mit dem Dorotheas das eine nach Gilgal . oder mit dem h . Epiphanius nach Silo selben . IV Auf das Wunder selbst zu kommen , so müssen wir be - merken / daß der h . Epiphanius desselben Falschheit gar leichtlich hätte einsehen können : denn wenn das Orakel des Brustschildleins
tet hätte , daß der an demselben Tage gebohrne Prophet die Götzenbilder niederreißen und zerstören würde , so müßte Elisa den Götzendienst Je - robeams abgeschafft haben ; er würde die zwey goldenen Kälber entwe - der haben schmelzen oder in Stücken schlagen lassen : Nun hat er die - ses nicht gethan , also ist es falsch , daß das Orakel die Antwort gegeben hätte , die man ihm beylegt ; und folglich ist das Blöcken des goldenen Kalbes eine Fabel . Ich will mich nicht bey den Beobachtungen des englischen Lehrers über die Entlegenheit aufhalten , die zwischen Jerusa - lem und den Oettern gewesen , wo die Kälber Jerobeams gestanden : denn außer , daß die Ziffern von den Buchdruckern verfälscht worden sind , so finde ich auch nicht , daß die Entfernung hier das geringste bey der Sache thun könnte . Es ist eben so leicht das Geblöcke eines Bil - des auf ao oder 30 Meilen , als auf 20 oder 30 Schritte hören zu last fen ; jeder , der das letzte Wunder zu Wege bringen kann , kann auch das erste thun : also wollte ich lieber , daß unser Doctor hierüber nicht ge - kurzweilt hätte . Sein Gespötte über den TorinuS ist so kalt , als Eis : er saget . eS habe TorinuS , weil er in Furcht gestanden , daß ein junges Kalb nicht vermögend gewesen , ein so starkes Geblöcke zu machen , das Wort tx / ix / Ji eine Ruh , und nicht ein 3Ulb übersetzt . Albanus To - rinus interpres eins operis videtur aliquid tale formidalle , cum Graecam vocem ( i & tiutoC ) qua 70 Interpretes vfi funt pro vitulo vel vitula , ipfe interpretatus fit , bouem : Bos illa aurea , et quae fequun - tiir , videtur ille mihi metuifie ne vitula non poflet tantum tum edere : itaque maluifle bouem dicere . Rainold , de Libr . Apocr . pag . 160 .
( B ) Die Juden , welche gesagt haben , daß Elias , da er unver« mögend geworden , sein Amt ju verwalten , Befehl bekommen , es dem Elisa abzutreten , verdienen keine Widerlegung . ] lich wollen wir die Worte des Schriftstellers anführen , der mir zum Zeugen dienen soll , und dann wollen wir eine kurze Betrachtung darä - der machen . Iudaei etiam impingunt Elise fpiritus coercendi impo - tentiam , qua ineptus fiierit redditus ad prophetiae niunus obeun - dum , atque ideo iuffiis fuerit Ioco fui fucceflbrem afllimere . nige , welcher auf diese Art redet , ( Aegid . Camartus de Rebus geftis Eliae p . 117 . er führet den Peter Martyr VermiliuS in z Reg . c . 19 , v . 20an , ) giebt vor , er wolle nichts sagen , was er nicht im Peter Mar - tyr gelesen hätte , dessen Auslegung über das 1 B . der Könige er an» führet . Ich rechne dasjenige für das erste Buch , welches bey den 916« mischkatholischen das dritte ist . Ich habe nichts dergleichen in der von ihm angezogenen Stelle gefunden . Dem sey , wie ihm wolle , so wäre , nach diesem Traume der Juden , Elias nicht mehr vermögend gewesen , seine Entzückungen , oder die Heftigkeit seines prophetischen Geistes zu regieren ; und also , gleichwie ein Greis , der wegen feines Alters dem Zorne leicht unterliegt , gezwungen gewesen , sich für einen emeritus klären zu lassen , und sein Amt dem Elisa abzutreten , als einer Person , die geschickter wäre , dasselbe nach Würden zu verwalten . Was für eine Ungereimtheit ! denn , daß ich nicht sage , daß eine solche Sache mit den Erzählungen der h . Schrift nicht übereinkömmt , so ist eS ja gewiß , daß der Geist , der die Propheten überfiel , und der den Elias so oft von einem Orte in den andern geführet , mächtiger , als die Propheten ist , und nicht nöthiq hatte , unterdrückt oder gezähmt zu werden ? Man setze noch dazu , daß die Gefahr , allzuweit zu gehen , bey einem jungen Menschen vielmehr zu befürchten ist , als bey einem Alten .
QrllttßCtrt ( George ) der Urheber von einer Historie der Saracenen , oder vielmehr von einer Zeitrechnung des maho - metallischen Reichs , war in Aegypten gegen den Anfang des XIII Jahrhunderts gebohren . Ich werde von seiner Familie reden U ) Er hat sein Werk vom Mahomet an , bis auf den Califen Muftadit Billa fort geführt , der im 512 Jahre der •fvaira aestorben ist « . Er bemerket von Jahre zu Jahre , aber mit wenig Worten , dasjenige , was die Negierung der Sa - racenen betrifft , und mischet in dasselbige einige Stücke aus der Historie der morgenländischen Christen mit ein . Vor - nehmlich bleibt er bey Arabien , Syrien , Aegypten und Persien . * ü«n Verdienst muß sehr herrlich gewesen seyn , weil er noch , nach seinem Bekenntnisse zum Christenrbume , bey den mahometanischen Prinzen eine ansehnliche Bedienung und viel Vertrauen genossen K Diejenigen , welche die Regeln betrachten wollen , die er bey diesen Posten in Acht nehmen müssen , werden sich nicht befremden lassen , daß er von den Califen rühmlich geredet , und niemals schimpfliche Worte gegen die ma - hometanische Religion gebraucht hat . Es giebt Leute von einer all zugewissenhaften Zärtlichkeit , welche die Beywörter der Tiechtgläubigkeit einco Raistro der Gläubigen , und dergleichen mehr nicht billigen werden , womit er dte Nachfolger Mahomets beehrt : noch weniger werden sie es billigen , wenn er , da er von diesem Betrüger redet , saget : Mühomer , rühm - lichen Gedächtnisses . Sie werden vermögend seyn , dieser Sprache zu Folge , zu behaupten , daß er em Mahometaner ge - wesen ; allein wenn sie es thun , so wird es auch gar leicht seyn , sie der Lügen zu überzeugen ( B ) . Seine Historie ist vom Erpe« nius aus dein Arabischen ins Lateinische überseht , und in diesen zwoen Sprachen zu Leiden im 1025 Jahre in Folio ge - druckt worden ( Q .
<0 Dieß ist unser M8 Jahr , h ) Das Amt eines SecretärS . Ipfo velut Notario vfi fuere ad fecretiora confilia . Golius , Praef . Hift . Saracen .
CA ) Ich

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.