Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7722

Elisabeth .
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gen d ? n spanischen Abaesandten , daß sie die wesentliche Gegenwart be : Ccmiiti ( poftea Duci ) Feriae realein Chrifti praefentiam e ( Te iuranic ; quod eiusdem Ducis teliantur ad Regem litterae ( Nou . 16 . anni 155« . J in Archiuis Cymancae in Hifpania conferuatae . Ebendas . Allein man hat auch gesager , daß sie die Bischöfe fortgejagt , die sie in ihrer lebten Krankheit besuchen wollen . Denique auerfionem eius a tota reforniatione et grege Miniftrorum , horror quem erga Pfeudo - Epifcopos . in fupremo morbo ad fe aceedentes prae fe tulit , adeo vl cos Presbyteros de fepilut ( phralis ea eft Anglorum erga niendicos et nieretrices , viciu te ( L ) Eine große Menge empfunden Sie - Hörte des Gefäng , nisfes , unO sie Ungemac ! ? lickkelt Oer Verbannung . ] Die stanten von England bekeimen die Schuld , sie leugnen die Sache nicht ; ( siehe Bohnn , CaracV , d' Elizabeth , p . '411 . ) allein sie behaupten , daß die bestraften Thaten der Papisten wider die Negierung und Königinn diese Züchtigung verdient hatten . Man lasse die Furcht fahren , daß man diese Anmerkung >11 den Schmähschriften der Katholiken von Eng - lmid finden wird . Man wird wohl die Züchtigungen darinnen antreffen mit den rednerischen Figuren , die sie am besten vergrößern können ; allein man bekennet die aufrührischen Anschläge nicht , die vor denselben vorher - gegangen sind , und sie verursachet haben . Es finden sich wenig Erzäh - jungen darinnen , wo die Ordnung der Begebenheiten nicht vermengt wird . Es ist nicht allezeit die Unredlichkeit , weiche diese Verwirrung bringt : ein allzuunruhiger Eifer ist manchmal Ursache daran ; das übri - ge thut die Natur , ohne eine gezwungene Bosheit . Die Einrichtung des Menschen ist so beschaffen ; er bildet sich ein , daß die Widerwärtig - leiten , die er erduldet , groß , und diejenigen , die er thut , klein sind . Er empfindet diese nicht ; er empfindet nur jene : solchergestalt , wenn er auch selbst der Anfanger ist , wiij er dennoch Ursache haben , sich zu bekla - gen ; er setzet dasjenige nicht mit in die Rechnung , was er gethan , son - dern nur dasjenige , was er ausgestanden hat . Der Eifer , wenn er nicht wohl geführt wird , weist unser Gedachtuiß auf nichts , als auf die Drangiale der verfolgten Wahrheit , und läßt uns vergessen , daß wir die Verfolger herausgefordert haben . Sind diese zwo Ursachen noch nicht zureichend , so machet die Betriigerey , die ganz allein die Begebenheiten zu verkehren geschickt ist , die Verwirrung vollkommen . Dem sey , wie ihm wolle , so habe ich beobachtet , daß der Hauptunterschied unter den Erzählungen der Katholiken und der Protestanten ihren , in der Ordnung der Geschichte besteht : Jede Partey bemüht sich , den Widerwärtigkei - ten , die sie ausgestanden hat , den ersten Platz zu geben ; sie machet eine weitläuftige Beschreibung davon , und geht leicht über diejenigen >veg , die sie andere , als eine Vergeltung oder als eine gerechte Strafe empfinden saßt . Dieß ist es , was sie verlangt . Dieß machet Lesern , die von Vor - «rtheilen befteyt sind , den Kopf am wärmsten : denn alles dasjenige richtig zu wissen , was bey jeder Parrey zu radeln und zu entschuldigen ist , ist es unumgänglich nöchig , die Geschichte in ihrer wahrhaften Stelle zu betrachten . Wenn die Katholiken die Protestanten nicht eher nieder gemacht , als bis sie diese Kirchen und Altäre , Bilder und Kreuze , u . d . m . hatten umwerfen sehen : so würden ihre Gewaltthätigkeiten nicht so strafbar seyn . Hier sieht man , warum daran gelegen ist , seinem Wi , dersacher den ersten Rang abzulausen . Ein neuerer Schriftsteller hat sich erklärt , daß er nicht untersuchen wolle , wer diejenigen sind , deren Erzählungen die Begebenheiten versetzen . Siehe I Lettre de laCiitique generale de Maimbourg . Die Entscheidung ist in gewissen Fällen nicht allezeit so mühsam ; allein manchmal findet man sich in einer solchen Verwirrung , daß man nimmermehr rechtmäßiger weise zur Gewißheit kommen wird , wenn man nicht wenigstens durch einige Offenbarung , welche das Gegentheil der Offenbarung Johannis thäte , unterstützet würde . Man saget dieses nur im vorausgesetzten Falle , wie Zurieu ge - than hat , daß der heil . Geist die Dinge ausier der Ordnung gesetzt ge - h^br , welche er , Junen , in Ordnung gebracht hat . Hier ist ein Theil von dem Titel des XII Cap . seiner Erfüllung der Offenbar ung Johannes im IITh . Arrangement e» abrege des Eve'nemens , qite le St . Efprit avoit derangez dan» les Vifions .
( M ) Gewisse Xladbtichten retfiebern , daß sie ft'ch nickt ebne Lebensgefahr wagen Tonnen , schwangerzu werden . ) Die Ge - schichrschreiber , welche die Ursachen erzählen , warum sie sich nicht mählt , vergessen nicht , daß ihr die Vermählung gefährlich gewesen wäre . Wir wollen den Mezerai bey Gelegenheit des Herzogs von Alenson ho - ren : „ Die Sache ist so weit gekommen , daß ihm die Königinn einen „ Ring zum Pfände ihrer Treue gegeben : allein die diesem Bündnisse „ widrigen Rotten , und ihre Frauen , welche die Gefahr wußten , die ihr „ bevorstund , wenn sie Kinder bekommen sollte , haben so viel Lärmen , und „ ihrer Gebietherinn den Kopf durch vieles Schreyen so warm gemacht , „ daß sie denselben wieder zurück gefordert . „ Abrege Chronol . Tom . V . pag . 253 . aufs 1581 Jahr . Der Abt Sin erzählet , daß sie ihren De - dienten verbothen , ihren Rorper nack ihrem Tode ju berühren , oder entblößt ; u sehen ; aus Ursachen , die denen nickt sckwer zu begreifen sind , welcke die - Historie diefer prinzeßinn wissen . he das Tagebuch der Gelehrten vom Herbstmonate 1677 . pag . m . 282 . { n dem Auszuge der Memorie reconditc di Vittorio Siri . Man sehe hier unren die Anmerkung ( X > zu Ende .
( N ) N7an sieht die Leusel , heit der Elisabeth in den Sckriften nes Neuern Reformisten in Zweifel . ) Dieser Neuere ist Ceti ; dieß sind feine Worte Hift - ä' F . lifabeth , Tom . II , pag . 5>Z . , , Ich weis nicht ob ne so keusch gewesen , als man saget ; denn kurz , sie ist eine Ko - " niainn , schön , jung und voller Geist gewesen : sie hat die Kleiderpracht , die »Vergnügungen , die Balle , die Ergebungen geliebt , und die wohlgemach - teilen teilte in ihrem Königreiche zu Günstlingen gehabt : dieß ist eS alles , " was ick dem ^eser davon sagen kann , „ Man sehe auch die 349 u . f . S . »0 er vkle Ding - und lustig - Einfälle , die Bnhlereyen dieser Königinn
gehabt , und denselben unter den bravsten , , ung^ und
sten Herren ihres Königreichs ausgelesen h . ^
ser Auffuhrung eine vollkommene KeuschlM eU ) Y
glauben will : so har sie gleich das Gegentheil von diesem ^runo , »y° - »r
? ban , fi non cafte , tarnen caute . M«N kvNNtt sie Nicht wegen Ihrer
Vorsichtigkeiten loben ; denn sie hat auch den äußerlichen Schein nicht vermieden : es bleibt ihr nichts übrig , als daß sie im Grunde das We - sentliche der Keuschheit erhalten hatte . Sie hat die Außenwerke dem Verdachte und den Urtheilen der Welt überlassen , und sich daran be - gnügr , daß sie die Hauptvestung erhalten .
CO ) <£s ist viel leichter , ihre Ehre in öiefem Stücke - - , ZU retten , als in Ansehung der unglückseligen Roniginn von Gckactland . ^ Es findet sich außer Zweifel viel übermäßiges und »n - redliches in den Lobsprüchen und Schutzschriften dieser Konizinn ; allein die Fehler , die sie begangen haben könnte , entschuldigen die Elisabeth we * gen ihrer Hinrichtung nicht . Man hat nicht unterlassen , hundert Ver , theiUgungöschriften dieser That heraus zugeben : denn wo ist wohl et - was so abscheuliches , das man nicht gewissen feilstehenden Federn zu recht - fertigen geben kann , welche ohne Verlassung ihrer Polyanthea , Exempel von der Sache finden , davon die Rede ist . Gut ist es , daß mau , nach , dem man dergleichen Schutzschriften . mit einiger Art der Versuchung , dieselbe zu billigen , gelesen hat , die Wiederbelebung der richtigen 58er / minft empfindet , die alle zauberische Blendwerke des rednerischen Ver - theidigerS zerstreuen . Das Sprüchwort der heil . Schrift , kann auck ein Mohr feine wandeln , oder ein parder feine Fleckens Jer . XIll , 2z . schieket sich unvergleichlich aus diejenigen , welche die sabeth wegen der Todesstrafe dieser geflüchteten Königinn zu rechrsertt - gen unternommen haben . Aethiopem lauas , kann man zu einem je . den derselben sagen . ES muß wohl so seyn , weil Bohun , ein großer Lobredner dieser Königinn , sie dieses PunetS halber ohne Unterlaß und sehr stark verdammet . Die allcrfckandlickste That ihrer ganjen Regierung , saget er , Laraeiere de la Reine Elizabeth , pag . 404 . j ( { die Begegnung gewesen , die sie der Roniginn von Schottland erwiesen hat . Diese Roniginn , die von ihren Unterthanen ver , sagt , und nickt allein ihrer königlichen Gewalt , fonder« auck ihrer Freiheit , ihrer Güter uno ihrer Rrone beraubt worden war , kam auf der Elisabeth Vetf'ptedning , arm und trostlos nach England . Anfanglick ward sie wohl aufgenommen , und es befohlen worden , ihr als einer Roniginn zu begegnen ; allein nack diesem hat sie dieselbe gefangen gehalten , und unter den» Vorwande , daß Maria Anschläge wider ihr Äebtn gemacht , ihr den proceß macken , sie vcrurtheilen , und endlick hinrichten lassen , und daourcl ? ein klägliches und unerhörtes j & eyspttl jh , rer grausamen und »»gereckten Strenge gegeben . Sie hat , so zu sagen , ihre Regierung , durck dicfe That mit dem unfckuldi , gen 2dlute , nickt eines Leindes , fondern einer Prinzeßinn befu , delt , der sie eine Fre^siavt verwilliget , und die sie bev sick aufge - nommen hatte .
( ? ) Man konnte ihr nickt recktmäßiger weife jti eignen * 111 daß sie die Gckwackheiten ihres Gefckleckts abgelegt , und sick den mannlicken Gescl ? asstcn ergeben hatte . ] Die Schwachheit , die sie gehabt , sür schön gehalten zu seyn , die Sorgfältigkeiten , die sie ange - wendet , ihre Schönheit zu zeigen , die Gefälligkeit , die sie gegen diesem , gen blicken lassen , die von ihren Liebreizen empfindlich gerührt worden , ( siehe oben die Anmerkung ( D ) ) sind unstreitig eine weibliche Schwach , heit , die Agrippina nicht gehabt ; denn wenn diese römische Dame diese Schwachheiten besessen , so hatte man nicht mit Wahrheit sagen können , fed Agrippina aequi impatiens , dominandi anida , virilibus curis fe - minariim vitia exuerat . Tacit . Annal . Libr . VI , cap . XXV . Sie hat« te diese« große Lob noch weniger verdient , wenn sie jungen Leuten eben dieselben Liebkosungen erwiesen hätte , die Elisabeth gegen sie verschwen« det hat . Wir wollen einen Schriftsteller anführen , der dasjenige er» zahlt , was er gesehen , und was er gehört hat . Er saget , daß die Einwei - hungSceremonie des Grafen von Leicester und des Barons von Denbigh , Mylord Robert , ; u N ? eskmünsier mit vielen , Geprange gefckehen , wobe ) ' ihm die Roniginn die Zierathen felbsi angelegt . Er har in einer großen Ernsthaftigkeit vor ihr auf den Änien gelegen , in wahrender Zeit die Roniginn sick nickt enthalten können , ihm hundert . '^iebkofungen zu erweisen , indem sie ihn bald gelinde geknippen , balo mir der - Hand über den Ropf oder die Sckul , rern gefahren , ob gleick der franzosifcke Gesandte und ick da , bey gegenwärtig waren . Jaqnes Melvil , Memoires , Tom . I , p . 148 . Derjenige , welcher auf dlese Art redet , ist von der Maria Stuart , Kö - niginn von Schottland , an den Hof der Elisabeth geschickt gewesen . Die Roniginn , meine Gebietherinn , saget er auf der 154 und f . S . welckcr das Gemüthe der Roniginn Elifabeth bekannt war , hatte mir befohlen , mich nickt allzusehr an die Trnsihaftiqkeit be^ ihr zu kalten , und um zu vermeiden , daß ihr mein ~<5t * fpracke nickt verdrüßlick würde , ihr manckmal etwas L . usiiges vorzusagen : dieferwegen habe ick einmal , da ick ihr von ver , fckiedenen Moden und Gebräuchen fremder Länder ^erickt abgestattet , fo gar die Srustbilder der Frauen in das Gefpracke eingemifckt . Sie hat mir hierauf gefaget , daß sie die Rleidung eines seden Landes und von allen Arten hatte , uns in der Thar hat sie feitdem alle Tage eine andere genommen ; indem sie sick bald auf englifck , bald auf franzosifcl ? , bald auf «taliemsck ge - kleidet hat , und mit diefer Veränderung , die ganze out meines Aufenthalts in London über , fort gefahren ist . Zuletzt hat sie von mir wissen wollen , welcke Art der Rleidung , hr am besten stünde : worauf ick geantwortet , daß diefes , nack meiner nung , die italienifdhe JTJode wäre , und es fckien , daß ihr diefe Antwort nickt missiel ; denn sie machte sick mir ihren blonden - Haaren gern breit , fo vaß ihr ein kleines - Hütckcn , nack italie , nifebet Art , am meisten gefiel , jhee - Haare waren vielmehr goldgelb , als blond ; allein von einer sthonen und , dem Anfehen nack . natürlicken Rraufe , Sie fragte mick dies'erwegen , welcke Farbe von - Haaren für die sckonste gehalten würde ; ob meiner Roniginn ihre , oder die thrtge^ Und als sie gefchen , daß ick mir ein 2Zedenten machte , evnßlid ) darauf ; » antworten , fo bat sie in mid ) gedrungen , mich über Siefen punet zu erklaren . Ick sägte , daß sie die fckonste Roniginn in England , und die meinige die febonfie m Sckottland wäre . ( Diese Antwort bedeutet nichts ; denn weil es nur eine Königinn in einem Lande giebt , so ist sie daselbst die allcrschonste Königinn , so häßlich sie auch seyn mag . Es ist ein bürgerlicher Scherz , daß man nämlich saget , ick bin die sckonste an ver Zfiftl , wenn eine Jungfer oder Frau die letzte ist , die daselbst blei - .
ber . )

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