Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4207

Calvin .
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wen Calvin angenommen har . Drelineourr hat ihn deswegen gerecht - fertiget , wie es sich gehört , nicht allein durch Beyspiele , sondern auch durch eine gegründete Ursache , vrelinc . Defense de Calvin , pag . 102 . u f . Im Grunde , saget er aus der 204 , 205 S . die rung eine» Äucbsfabens in dem Namen Culeins von keiner tt>ichrigkeir ; ja , man kann sagen , daß sie ganz nichtig i ( f . Und in der Chat . da man den Namen Chauvin ins Lateinische über , seNen wollen , bar man ihn nicht anders , als durcl ? Caluinus dolmetstlien können , wenn er ein Ansehen und eine Endung haben sollen , die der Eigenschaft dieser Sprache gemäß rvar . Denn , rvie anstatt Cauvc , auf Picardisch , unöChauve , auf Französisch , alle gute Schriftsteller in , Lateinischen Caluui sagen : also kann man anskatt despicardrschen Lauvin und des Französischen CKau . vin , im £ . «ttimfcbt» nicht anders , als Laluinus saaen . Da nun die ersten Nverke dieses tNannes Gottes , lateinisch ) geschrie - den , und er überall unter diesem Namen , Caluinus , bekannt ge» rvesen , so würde man , wenn er , da er fwnjoftfb geschrieben , einen andern Namen , als Calvin , angenommen hätte , geglauber haben , daß das lDerk von einem andern Urheber wäre , und dieses würde dem gemeinen N ? esen und den Buchdruckern gro« ßen Schaden zugezogen haben . Hier sind wohl andre Namens , Veränderungen : „ Der allergrößte Betrüger unter allen Erzketzern , „ in Ansehung der Verstellung , ist Johann Calvin gewesen , welcher bey „ dem Anfange seiner Empörung , aus Trieb eines unruhigen Gewis - „ senö und aus Furcht vor seinem eignen Schatten den Namen öfter „ verändert , als die Wohnung ; denn 1 ) im Jahre 1539 , da er den klei - „ nen Bar von seinen ersten Inftitutionibu» halb ausgeleckt , hat er sie „ dem Könige Franciscus dem l . unter dem Namen ioannes al . „ cvinvs überreicht , welches sein Name durch Buchstabenivechsel „ ist , und sie sind unter diesem Titel zu Straßburg per Vindelinura „ Ribelium menfe Augufto Anno MDXXXIX gedruckt worden . „ - ) Im Jahre 154z läßt er sich ioannes calidoenivs „ nennen , welcher Name halb aus dem Griechischen und halb aus dem „ Lateinischen genommen ist , als wenn er sagen wollte : Ioannes de Calido „ Vino : und also hat er sich zu Ende der Werke des Paeianus in dem „ Briese unterzeichnet , den er an seinen Freund Boygard geschrieben , „ BoygsrJt itannes calidoenivs . S . Man Halt dafür , daß die« „ ses Wort den wahren Sinn seines Familiennamens habe , denn die - , , se« Wort Calidoejiius kömmt mit dem Französischen Chauvin uber - „ ein , und dieses ist . wie man glaubt , der wahre Name seines Va - „ ters gewesen , z ) Im Jahre >548 nennet er sich ioannes car - „ viNvs , als wenn er sagen wollte Cbervin , und also hat er sich „ zu Ende der Räthftl der OruS Apollo unterzeichnet , welche zu Paris bey „ Christian Wechel , im Jahre >55« , gedruckt worden , per Ioannem „ Merceruin , welcher der erste Ueberfcier davon gewesen ; denn unter die - „ ser Ubersetzung stehet man eine Sinnschrift , welche den Titel har : „ 1 o a n n i s c a r v iN1 ad Mercerum Epigramma . 4 ) Im Jahre „ 1550 hat er sich von den Seinigen Carl von - Happeville nennen las - „ sen , welches eine unglückliche Vorbedeutung gewesen , saget Mat - „ thäus Launoi in seiner Gegenantwort , daß Calvin und die Seinigen „ mit der Zelt Städte erschnappen und durch Verrätherey gewinnen , „ und sich hinter unser« Mauern verbergen würden , wie uns die Er - , , fahrung von so Jahren mit Verluste so vieles edlen BlureS gezeiget „ hat , welches vergossen worden , um diese Treulose wieder aus den „ Platzen zu vertreiben , die sie bis iho in Besitz gehabt : ; ) um nicht „ in einer beständigen Veränderung zu schweben , hat er sich endlich Io , „ Hann Calvin nennen lassen , und diesen Namen hat er bis iho ten . , , Garafie , Doclrine Curieufe , pag . 1023 . 1024 . Diese Worte des Garasse sind sehr geschickt , alle Kunstrichter in Verwirrung zubrm - gen , welche keine große Buchervorräthe in der Nähe haben , sie zu Ra - che zu ziehen : und ich für meine Person , der ich mich in diesen Umstän - den befinde , bekenne , daß ich mich nicht im Stande sehe , diese Stelle zu widerlegen , wie es seyn sollte . Ich bin gewiß versichert , daß sie voller Unrichtigkeiten stecket ; allein da ich die nöthigen Bücher nicht habe , welche mir buchstäbliche und unumstößliche Beweise wider diesen Schriftsteller anbiethen , so werde ich ihm nur Wahrscheinlichkeiten entgegen setzen können . Sein erster Artikel soll hierunten untersuchet werden . Bey dem andern kann ich nichts sagen : allein , ich will es wagen , zu be - haupten , daß er sich beym dritten bekriegt : denn wo ist wohl die Wahrscheinlichkeit , daß sich Calvin tm Jahre 1548 die Zeit genommen hätte , eine lateinische Sinnschnft über ein solches Werk zu verfertigen , als des Oru« Apollo ist ? Es ist tausendmal wahrscheinlicher . daß der Johann Carvinus dieser Sinnschrift der wahre Name des Verferri - gers ist . Florimond von Remond versichert im XI Cap . 894 S . seiner Historie von der Ketzerey , daß einer von den Aposteln des Cal - vinismus , Namens Johann Carvin , aus dem Lande ArtoiS gekommen , daß er zu Villeneuve von Agenois , n der Schule gelehret , und daß er , unter dem Rocke eines Magisters , Prediger geworden ; und dieses ist vermutlich eben derselbe Arzt von Montauban , Ioannes Carrtinns , welcher sieben Gespräche , de fanguine , zu Lion bey Sebastian Gry - phiu« , im Jah^e >562 drucken lassen . Merklin . in Lindcnio renouato , pvJ49 - Wegen des vierten Artikels können wir ganz sicher den Garasse Lügen strafen ; denn was wäre dieses nicht für eine Ausschweifung , wenn man vorgeben wollte , daß sich Calvin seitdem Jahrein , unter dem Na , men , Carl von Happeville , hätte bekannt machen wollen ? Wae hatte er damals für NotH , sich zu verstellen ? Er lebte in voller Sicherheit in der Stadt Genf ; er war überall unter seinem wahrhaften Namen bekannt ; er hatte ihn vor seine Bücher gesetzt ; und ihn bey der ganzen reformirten Partey ehrwürdig gemacht Garasse hat die Zeiten mit vieler Unwissenheit vermenget : er hätte einen andern Zeitbegriff erwäh - len sollen , wie PapyriuS Massen gerhan , welcher vorgegeben , daß sich Calvin bey seiner Reise nach Italien , zu der Herzoainn von Ferrara , Hepeville nennen lassen . Dimiflbque Caluini verbo Hepeuillum fe ap - pcllabat , Papyr . Mafi'o , Elog . Tom . II . pag . 416 , Der fünfte Arli - kel de« Garasse ist der allerabgeschmackteste von allen : man muß von einer erstaunlichen Dummheit seyn , wenn man so kühn ist , drucken zu lassen , daß der letzte Name , den sich dieser Prediger gegeben , Johann Calvin gewesen , nachdem er seit dem Jahre 1 * 50 den Namen Carl von hapveville gesühret hätte . Spondanus beschuldiget ihn , daß er den Namen , Carolus HeppeuiHus , auf seiner Reise nach Italien , im Jahre i<3<> nommen hätte . Spondanus . auf« Jahr >5Z5 . Num . 7 . qzo S Man merke , daß er ihn auch beschuldiget , er habt im Jahre 1534 zu Angou -
leme den Namen Deparcan angenommen . Ebendas . aufs Jahr 1524 . Num . 1 . 424 S . Der Bruder des Papyrius Masson saget eben dasselbe . In den Zusätzen zum IV Cap . Vitae Caluini , pag . 456 . Elog . Papyr . Mafl " . Tom . II .
Wir haben bereit« in der Anmerkung ( V ) Num . 5 . gesehen , daß ren vorgiebr , es habe Calvin auf dem Titel seiner Bücher von den Un - terweisungen , die im Jahre 1534 zu Basel gedruckt worden , den Namen Alaun gesetzt . ( E« Harle heißen sollen , im Jahre 15z ; . ) Ich weis nicht zu sagen , ob er sich berriegt , oder ob er Recht hat : Ich habe gend« einen Abdruck von der ersten Ausgabe dieses Werks Calvins sin - den können ; allein was mich verhindert' , e^was zu bestimmen , ist , daß der Buchstabenwechsel Alcuin« . nach dem Spondanus , nur bey der straß - burgischen Ausgabe von , sgebraucht worden Ipfe ex paterno co - gnomine in Latinani formam mutatof ex Caluino aliquando transpo - fitis litteris Alcutnum tele nominauit , vt in Inftitntionis fuae Ed» , tione Argentorati 1539 , nomen aem : ! ~tus magni iHius Akuini , qul Caroli Magni Praeceptor fiiit , et PariGenfcm Academi'm biftituit . Qui potius alia transpofitione Luctanum fc dicere debuiffet . Spopd . ad ann . 1544 . nuin . 9 . pag . 425 . Dieses Latein ist weiter nicht« eine etwa« freye Uebersetzung folgender Stelle Florimond ? von Remond . „ Er har Johann Chauvin geheißen - - - wie aber Luther wnen „ Namen verändert ; so hat auch dieser den Namen Calvin angenom - „ men : und gleichsam als ob ihm dieser Name noch nicht rühmlich ge - „ nug , oder unglücklich gewesen wäre , iveil man durch Buchstabenwechsel „ aus Calvin Lucia , , gemacht , so hat er sich den Namen Alcuin , des ge» „ lehrten Lehrmeisters Kaiser Carls des großen , gegeben , und seine erste „ Unterweisung , im Jahre 1 * 39 gedruckt , sehen lassen , wo er sich dies . n „ Namen beylegt . „ Im VII B . VIII Cap . sao 0 . Garasse , wie wir oben gesehen haben , hat viel deutlicher von dieser Saeln geredet ; denn er bemerket auch den Namen des Buchdruckers . Ich getraue mir nicht , mich aufs leugnen zu legen , weil ich kein Exemplar von der siraßburgi - schen Ausgabe des Jahrs istjv habe finden können , so wenig als die selische von 153s ; allein ich getraue mir wohl , zu sagen , daß es , wenn dieses Werk ja jemals unter dem Namen Alcuin« erschienen , viel wahr« scheinlicher ist , daß eS mit der ersten Ausgabe , als mit der straßbumi - schen von >5 ? 9 geschehen , weil Calvin im Jahre 1559 , da er Professor und Prediger , u Straßburg gewesen , nicht gleiche Ursachen gehabt , sich zu verstecken , al« diejenigen , die ihn im Jahre > ; z , vermocht , den Na - men Älcum anzunehmen . Man merke , daß man ihn beschuldiget , er habe dem Älcmn , Carls des großen Lehrmeister . ein Buch untergescho« den , das er selbst gemacht , und e« als ein Werk dieses Scbnftstel« fers herausgegeben . Da« Ketzergerichte zu Rom und in Soanien , haben dreies Buch als eine Geburt Calvins , welche dem Alcuin falsch - lich beygelegt worden , verdammt . Alcuin , leu potius Caluinus , ciuj commentarii in libros , de Trinitste , omnino prohibentur . Index libr . prohib . et expurg . iuxta Exemplar Madriti , p . m . . Sieh« auch die z S . des II Th . desselbm Bandes , welcher das Realster ent - hält , das auf Befehl Alexanders des VII zu Rom herau - qcueben wor - den . Sic bemerken weder den Ort noch das Jahr de« Drucls^ Tbeo - philus Raynaud , de malis ac bonis libris , num . »67 . pag . m . 165 . rühret diese Materie so obenhin , daß man glauben kann , es sey nicht der geringste Grund bey diesem Verfahren des Ketzergericl't^ .
Man har sich nicht damit begnügt , die Inftitutiones Calvin« , al« ein Werk zu beurtheilen , das unter einem falschen Namen Imausgekom - men , sondern man hat auch Glossen über die Fiqur gemacht , die er dem Vorgeben nach , davor l>at stechen lassen , und man hat gesaget , daß da» Werk selbst nichts als eine Sammlung von Raubereyen wär e Diese Figur , saget man , ist ein mit Flammen umgebenes Schwert , mit die - sen Worten gewesen : Kon veni mittere pacem , fed gladium ( Siehe die Anmerkungen ( F ) und ( AA ) nebst denen daselbst angeführten Stel - len . Es haben verschiedene Schriftsteller aefagt , daß dieses sein Sinn - bild gewesen : Drelineourt behauptet , daß es falsch , unv Oer 2be - rveis davon ungeschickt i\i . Denn dieß i ( f eben so , fährt er im Triomphe de l'Eglife , II . Part . p . 4 - 8 . fort : als rvenn man mir die Figuren der Sinnbilder vorrverfen , die mir unrvi^i nd auf dem Titel von einigen meiner J & hcbev gesetzt worden , und mir rveis machen rvollte , daß dieses mein Sinnbild wäre , " mir dürfen das , cnige nidtt verantworten , was die Buci'drucker thun , wet - che sich bey dergleichen Gelegenheit eine Freyheir herau^neh - men , uns glaubin , bafi ihnen eben fo gut alö den Poeten unv Malern , alles erlaubt . , > - lT>eim man diese» Sinn , bild »n der Nahe besieht , so finde ich , daß es wed> - r Calvins noch des Suchdrulters seine« , sondern Icsu Christi idbfr Ut , welcher ausdrücklich saget , daß er nicht qchmme» ist , den Frieden in die Welt m bringen . sonoern Krieg . Schwert rurd Feuer , Also fallen alle Streiche und Spiusindigkeucn der jrfuiicn , ( 11 imlich de« P Caufiin ^ aus Jesum Christunr , unsern - Heiland selbst , und bierhen den Goncslel^nern Ivasf n wider dessen heilige L . ehre an . Was te» gelehrten Diebstahl betrifft , den man diesem großen Schriftsteller schuld giebt , so darf man nur die Worte de« S vondan» lesen : 8eceden ? Angolismair ibi triennium - - - commora - tus , peftilentem triam Inftitutionem fabricare coepit ex Loci« com - munibus Melanchthonis , Hyerii Sarttrii , ( In Meiner Auegabe de« Spvndanu« ist kein Srrichelchen . zwischei> ttyperii und 8arccru . Dieß ist em wichtiger ftfhln . ) et id genn« quisquiliis magna parte confarcina - tam : quanquam Wcttphalus Lutherarm« fcribcns poftca äduerfus cum , meram Oetolampadii docirinam , fedimmutatani , pauluium atque am - plificatamincacontineriait . Spondan . adann . 1534 . num 11 . p . ser Jahrbricherschreiber . isthier ein bieg , v Nebersef - er Stelle eine« der» Schriftstellers : Fu Angouleme hat Calvinus , die Christenheit zu überfallen , den Stoff von seiner Unterweisung zuer st Geraus - gegeben , welche man den Alcoran , oder vieln'ehr den Calm , U> der Renerey nennen kann , weil sie eine Sammlung aller Irr - tbümer . ' fo wobl der vergangenen , als auch der zukünftig - n , wie ich glaube , isk - die er mm Theile aus den S^mmlunoi> n NUe - lancktbons , - H^perius und Sarciers genommen hat ^>er Jia - tberaner rvesiphal saget , dafi es nicht« anders , als d»' ein we , nig verkleidete erweiterte Weisheit des Gecolampadnrs isi . Elor . de Remond Hift . de 1' Herefie , p . 88Z . Es ist gewiß , daß die dre Ausgabe de« Werke« Calvins fertig geworden , da „ ech im Finstern gelegen , und ehe er sich durch seine Werke der GokteSgelahrr -
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