Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7708

geschickte Minister gebildet haben . ? Man sehe ihre Namen und ihreCharactere in einem Buche , welches zu Rouan im 168z Jahre , unter dem Titel gedruckt worden : Fragmenta regalia , ou le Caraöere ve - ritable d'Elifabeth Reine d'Angleterre et de fes Favoris . Das ginal dieses Buches ist englisch : Robert Naunton , Staatssekretär und - Hofmeister unter Jacob dem I , ist Urheber davon . Dieses Werk ist ganz neulich ins Französische übersetzt , und nebst dem Geheimnisse der - Höfe , oder den Nachrichten Walsinghams , gedruckt worden . Man hat es in Holland 1694 gedruckt , obgleich auf dem Titel , wegen gehei - wer Ursachen , davon man nichts begreift , » Cologne chez * * * 169s steht . Der Urheber dieser Uebersetzung beobachtet , daß diese zwey Werke bereits vor langer Zeil zusammen gedruckt worden , und daß er sich bey derselben Uebersetzung der vierten Ausgabe bedient habe . Er bedienet sich nicht des Titels , Fragmenta regalia , sondern dieses , Fragnienz ou Remarques de Robert Kanton , für le Regne et für les Favoris de la Reine Elizabet .
( C ) Sie hat dieses Gesprach scherzend fortgeseyet . Z Gewiß , es verlohnt sich wohl der Muhe , hat sie zu ihnen gesaget , über die Messe ein solches Lärmen anzufangen : wenn ihr derselben , nicht als einem Ge - Heimnisse beywohnen wollet , so wohnet ihr als einer Comödie bey . Ev wie , wenn ich diese Comödie gleich itzt spielen wollte , würdet ihr euch wohl für verbunden halten , davon zu laufen ? Man muß merken , daß sie weiß gekleidet gewesen . Ich habe diese besondern Umstände ui den Jahrbüchern des Reidanus gelesen . Recenti multorum me - moriae obferuari vertu eins ante annos XII . ad Aldegondium etPaulum Buyfium Araußonenßs Patrmnque legatos frolata , immerito HoIIan - dos vnum ob Mifiäe facrum tantos motus eiere , nec decoram iis praefractam adeo aduerfus Regem contumaciam : quando fidem di - vinitati Miflae habere non adftringantur , afpeftarent tanquam fa - bulam : Quid inquit ( et erat candido amicta veßimento , ' ) vobisne pro flagitio foret , nie hoc habitu , fi hiftrioniam ordirer , intueri ? Rei - danus , Annal Libr . VI . p . ^zs . aufs 1587 Jahr . Hier ist was , das die Abgesandten aus der Gela»enheit hat bringen können .
( l ) ) Ein junger Mensch - - , die Empfindungen , auf eine ftUjugcobe Art ausdruckte , die der Anblick cmer so schonen Röniginn , bey ihm rege machte . ] Ich will mich der Worte des du Maurier bedienen , Memoire , pour fervir a I' Hiftoire de de , pag . 2j4 . pariser Ausgabe 1680 . Da der Prinz tNoriz , läget er , einsmals bey guter JLatme voat , so hat er zu meinem Vater gesa - gel , daß die Röniginn Elisabeth von England , aus einer ihrem es glcimng vieler jungen L . eure , ans den vereinigten Provinzen ge - schickt , ein - Holländer von dem Gefolge der Abgesandten , bey Sem ersten Gehöre , das sie gehabt , nachdem er die Röniginn ge - nau betrachtet , zu einem englischen Edelmanne gesagct , den er in - Holland gekannt hatte : daß er nicht rriff'e , warum man jo wenig vortheilhafrcs von der Schönheit der Roniginn rede ; daß man ihr groß Unrecht thate : daß sie ihm sehr wohl ge , fiele ; und wenn es sich tbun ließe , ihr wohl zeigen wollte , daß sie vermögend wäre , einen ehrlichen Rerl zu entzünden : mit - Hinzuseyung andrer Iugendceden , die man besser gedenken als vorstellen kann ; wobey er , da er dieses gesager , ^ bald die Roniginn angesehen , bald sich wieder gegen den Engländer ge - wendet hat . Die Röniginn , welche ihre Augen mehr auf diese Privatpersonen , als die Abgesandten , gerichtet gehabt , hat gleich nach geendigrem Gebore den Englander holen laßen , und ihm befohlen , ihr bey Vermeidung ihrer Ungnade zu sagen , wovon er mit Sem - Holländer gesprochen hätte : indem sie versichere wäre , daß sie von ihr geredet ; rvekhes sie aus ihrer Mine , und aus ihren Gebebrden erkannt hatte . Der Engländer , der sich lange damit entschuldiget , daß es Rleinigkeircn waren , die nicht verdienten , Ihrer Majest . gesager zu werden , ist endlich , da die Roniginn außerordentlich in ihn gedrungen , genotmget gewesen , ihr die Sache offenherzig zu sagen , und ihr die unge - meine Leidenschaft zu bekennen , die dieser - Holländer gegen ihre königliche Person zu haben , bezeuget hatte . Der Ausgang die - fer Sache ist gewesen , daß die Abgesandten , jeder mir einer gol - Oenen Rette von achthundert Tbalcrn , und jeder von ibrem Ge - folqe mir einer von hundert Thalcrn ; der - Holländer aber , der vieRöniginn so schon gefunden hatte , mit einer Rette von stch - zehnhundert Thalern , das ist doppelt so viel , als die ten , beschenket worden , die er seine ganze Lebenszeit am - Halse getragen hat . Fontenelle hat nach seiner Gewohnheit , dieses anf eine geschickte Art in seine Todtengespräche einzuschieben gewußt , im I Theile aus der 7 - Seite der deutschen Ausgabe .
( E ) D»e Empfindlichkeit , welche diese Roniginn wider den Buzenval behalten . ] Du Maurier hat von deinem Vater gehört» daß sie unversöhnlich gegen diejenigen gewesen , die die geringste Verachtung ihrer Person blicken laßen . - Hiervon hat er er - zählet Oa6 ein gewisser Franzose , Namens OesCombes , Oer Rc> , niainn hinterbrackc : daß , da er sich unter wahrender Gelage - ru^a von Paris , an Oer Tafel des ^errn du Pleßis Mornav be , fnnien0««face von Buzanval , der sich von Seiten des Röni , gcs in kenton aufgehalten , ihr nachgespotter , und gesager . daß Sie Roniginn sehr unangenehm französisch red^und sehr öfters , aber mit einem lang gedchnten und
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rächen , welcher zugegeben harre , daß ma ff Mornay , ihr getrieben : denn kurz darauf , va^rr 0»^ p /
als Außerordentlicher Abgesandter Nttck England Zeschiat«or ,
Elisabeth . 57z
den , um Reystand wider die D'gue anzuhaltm , so ist er sehr übel empfangen worden , und hat nichts erhalten können : wes , wegen mein Varer an den Grafen von Essex nach Douvre ab , geordnet worden , um zu versuchen , ob nichts zu hoffen wäre , und von demselben die Antwort erhalten hat ; daß einunbekann - tes Unglücke bey diesem Geschaffte herrsche , und daß er die Rö - niginn von den Angelegenheiten Frankreich« , niemals so abwen - dig gesehen hätte . Also hat Ronig - Heinrich der IV , diese Rö - niginn zu besänftigen , den Vicomren von Turenne , nachmali , gen - Herzog von Bouillon , ganz außerordentlicher weise , in 2Je< gleicung des - Herrn von Buzanval , nach England geschickt , den er , als ordentlichen Gesandten , an diesem - Hofe laßen sollen . Den Vicomtm betreffend , so ist derselbe ungemein wohl aufge , nommen worden ; allein dm - Herrn vonDuzanval , bar sie nicht sehen wollen , und , da der - H^rr von Turenne derselben eröffnet , daß er von seinem Rönige Äeflchl habe , ihn da zu lassm , demstl - ben rundheraus und ausdrücklich gesaget , daß sie ihn nicht ha , ben wolle : und der Vicomte hak von einigen Engländern er , fahren , daß dieser rviderwille von öen Erzählungen herkäme , die er von der Roniginn bey der Belagerung von Paris ge - macht harte . Dieser - Herr von Duzanval - - - so geschickt er sonst gewesen , hat einen großen Fehler begangen , daß er ei - ner mächtigen Prinzeßinn öffentlich nachgesporrer , deren Bey - stand der Ronig zu seiner Gelangung zur Rrone fö nörbig har - te : er bar so wohl sich , als seinem - Herrn , ein großes X7adjtbeil dadurch zugezogen . Dieses beweist , daß man von den Großen allezeit mit Ehrerbierhung reden soll . Du Maurier Memoires etc . p . 256 . u . f .
( F ) Sie war wegen der zween Religionen zweifelhaftig , und erwählte endlich die reformirre . ] Sie wurde unfehlbar , wenn alle Sachen auf beyden Theilen gleich gewesen waren , die reformirte Reli , gion der römischen vorgezogen haben ; denn sie war in jener erzogen worden . Allein ich glaube auch . daß sie zur Vermeidung der Gefahr , die ihr die Umwerfung einer Religion , die sie eingeführt fand , von wei , ten zeigte , der katholischen Lehre gefolget wäre , wenn sie ihren Vortheil dabey gefunden hatte . Die harte Begegnung des PabsteS , har sie ge - zwungen , die Augen auf die protestantische Seite zu werfen . Der Pabst ließ ihr sagen , daß sie ein Hurkind wäre , und daß er die Bullen seiner Vorfahren nicht widerrufen würde ; da sie so kühn gewesen , auf den Thron zu steigen : und daß sie nicht die geringste Gnade zu hoffen hatte , wenn sie sich nicht von ihren Ansprüchen los sagte , und sich der Entscheidung des heil . Stuhls völlig unterwürfe . Lcti , Hift . beth , Tom . I . p . zis . aufs 1558 Jahr . Sie'hat>deutlich begriffen , daß , wenn sie katholisch b'iebe , sie nicht leugnen könne , daß sie die Krone » . cht einer wahren Gewahltthat oder Nachsicht des römischen HoseS schuldig wäre , der ihren Thron täglich taufenderley Streitigkeiten aussehen wür , de . Als eine Katholikinn hätte sie bekennen müssen , daß die Ehschei - dung ihres Vaters , von Katharinen von Arragonien nichtig gewesen , und daß also Auna Boleyn nichts anders seyn können , als Heinrichs des viil Kebsweib . Nun kann in erblichen Königreichen ein Hurkind die rechtmäßigen Anverwandten , ohne Umwerfung eines Grundgesetzes , und folglich nicht ohne ein unrechtmäßiger Besitzer zu werden , nicht aus - schließen . Also hat Elisabeth die kathol . Religion verlassen müssen , damit sie nur behaupten können , daß der römische Hof die Ehe der Anna Bou , leyn . mit Unrecht verdammet hätte . Allein außer diesem hat derselben ihr so scharfsichtiger Geist , dm Zustand der allqcmeinen Geschäffte . allzu - wohl zu erkennen gegeben , als daß sie nur eine Minute zweifeln sollen , daß sie alle Protestanten , so bald sie sich wider den Pabst erklärte , auf ihre Seite ziehen würde , und durch dieses Mittel den bürgerlichen Krieg , so lange als sie wollte , bey ihren Nachbarn unterhalten könnte . Meze - rai bemerket , daß der französische Hof den Pabst darum wider die Eli« sabeth verhetzet , weil die ? lusfchließung dieser Prinzeßinn , der Königinn Maria Stuart , voii Schottland , des Dauphins Gemahlinn , das Kö - nigreich England versichern konnte . Der Rönig , dem daran gele - gen war , - - - daß er die Elisabeth nicht eine Rrone in Besin nehmen ließ , die , seiner Meynung nach , der Gemahlinn seines Sobne» , des Dauphins , zugehörre , brachte es so weit , dast Oer pabst den Abgesandten dieftr Prinzeßinn übcl empfing , und ihr als einer unehlichen Person begegnete . Mezerai , ge Chronolog . Tom . IV . p . m . 714 . aufs >5 , 8 Jahr . Die Absicht ist gar gut gewelen ; allein Frankreich hat damals im Unglücke gesessen .
( v ) Sie würde niemals regieret haben , wenn der Rönig von Spanien nicht mehr - Hast geaen Frankreich , als Eiftr für v»e katholische Religion gehabt hatte . ^ Eines von den vornehm , sten Mitteln , deren sich Gott zur Einführung der protestantischen Lehre bedienet hat , und deren er sich noch bedient . ihren Wohlstand zu beför , der« , ist die natürliche Eifersucht Frankreichs , und des Hauses Oester - reichs . Jede von diesen zween Machten , l>at lieber wechselweise zum besten der Protestanten arbeiten wollen , um ihrer Nebenbnhlerinn zu schaden , al« die Vergrößerung ihrer Nebenbuhlerinn , durch den Unter - gang der Protestanten erdulden wollen . Philipp der II hat ein liches Beyspiel , von dieser seltsamen Eifersucht , gegeben . DieKvnigiun von England , seine Gemahlinn , die eS wohl voraus gesehen , daß die ka - tholische Lehre nicht lange dauern würde , wenn ihr ihre Schwester fc ! » gen sollte , hat dieselbe aus dem Wege räumen wollen : allein Philipp der II , welcher ein ander Unglück voraus gesehen , welches für ihn viel wichtiger gewesen wäre , als der Untergang der katholischen Religion in England , wenn Elisabeth daselbst regiert hätte , hat sie vor allem Uebel bewahret . Wir wollen sehen , wa« du Maurier Memoire» . . de Hollande , in der Vorrede davon sager : Man opfert öfters die Reli - „ gion dem Staatsnutzen , und den politischen Absichten auf : zum Be - „ weife dienet , was eben diese Koniginn Elisabeth ehmalö zu meinem Va - „ ter gesaget , daß sie das Leben von Philippen dem II , ihrem Schwa - „ ger erhalten harte , ob er gleich der größte von ihrem Feinden wäre : „ sie har ihn auch abgemalt in ihrem Schlafzimmer gehabt , und ihn je - „ dermann . als ihren Erretter , gezeiget . In der That har er ihre „ Schwester Manen Stuart gehindert , sie hinrichten zu lassen : denn „ diese Königin» Maria , Königes Philipps andre Gemahlinn , welche „ sehr kranklich , und eine eifrige Papistinn war , hat befürchtet , und zwar „ mit Recht , daß ihre Schwester Elisabeth , die eine Hugonottinn war , »wenn sie ihr folgen sollte , mit der Zeit die katholische Religion aus Aaa z „ England

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