Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7682

Elias .
371
dasjenige , was seine Freunde , nach seinem Tode , davon herausgegeben haben , ist ein Quartband voir 402 Seiten , und enthält nur die Vorbereitungen .
Man findet in dem Baronius , daß Basilius der Macedouier , Kaiser zu Constantinopel , zur Ehre und unter dem Namen des Propheten Elias , in seiner Hauptstadt Tempel hat bauen lassen m . Dieß ist einer von denen Beweisen , die ein Carmeliter vorgebracht hat , um zu zeigen , daß der P . Papebroch verwegener Weise geleugnet hatte , daß der Berg Carmel unter die heili - gen Oerter gerechnet werden könnte , welche die ersten Wallfahrtebrüder des Christenthums besuchet Härten Jedermann sieht die Ungereimtheit dieses Beweises . Man wird in dem von mir angeführten Buche sehen ° , daß ein Gottesgelehrter von dem Orden des heil . Franciscus , die Carmeliter zu Antwerpen , 1594 , in einer öffentlichen Disputation eingetrieben hat . Er hat einen Satz angegriffen , worinnen man versicherte , daß sich Elias , vermöge eines Gelübdes , zum ehlosen Stande verbindlich macht hätte . Er hat einen jüdischen Lehrer angcsühret , den man Rabbenu Haccadoo , d . i . unfern heiligen Meister , nennet , und welcher vor Jesu Christo gelebet hat . Dieser Rabbine versichert , daß Elias einen Bruder gehabt , dessen Frau bis an den Tod des Elias unfruchtbar gewesen , und folglich könne sich der Prophet nicht dem ehlosen Stande gewidmet haben ; denn das Gesetze hätte ihm befohlen , seine Schwägerinn zu ehlichen , im Falle sie zur Witwe geworden wäre .
a ) Videri poteft ea traditio in Traäatu Iuchafim , fol« . quam etiam ampleöitur R . Salomon apud Liranum etc . Camartus , de Rebus geftis Eliae , p . 71 . b~ ) Haue eorum traditionem referunt Liranus , Abulenfis , Magallianus , Serarius . Eben das ioo Seite . c ) Epiphan . de Vitis Prophet , p . m . 237 . d~ ) Siehe den Aleazar und ViegaS , über das XI Cap . der Offenbarung , den Camartus , ebendas' auf der 121 S . anaeführet . < ? ) ttieron . Libr . l . adu . louin . et miilti alii Patres , apud Camart . p . 277 . / _> Aegid . Camart . p . 279 g ) Ebendas . 278 S . b~ ) Ebendas 268 S . Siehe auch Leroaldi cbronicon , Libr . II . cap . III . / ) Siehe den Cunäus , de Repudl' ttebraeor . Libr . III . eap . I . k ) Siehe den P . Pekau , in Epipb . ad liaeref . LV . p . m . 218 . 0 Gilles Camart : er ist General des dens gewesen . Sein Werk ist betitelt : Elias Thesbitcs , fiue de Rebus geftis Eliae Prophetae , Commentarius pofthumus . Es ist >« Paris im «631 Zahre gedruckt worden , m ) Siehe den P . Papebroch , Refponf . ad Exhibitionem Error , p . ijj . » ) Ebend . 0 ) Ebend . - 27 , 228 Seite .
Eine gemeine Sage i - - - - welcke enthalt , daß er nickt von Dem phin^as , Oes Hohenpriesters Eleaxars Sohne , unter - schieden fey . ] Diese Sage ist sehr alt ; denn Origenes gedenket dersel - be» . Traäat . VII . in Iohannem , beym Aegidius Camartus , de Reb . Geft . Eliae , p . 71 . Mich dünkt , daß man sie auf die Versprechungen gegründet hat , diedemPhiueas gegeben worden , nachdem er den Mann getödtet hatte , der sich mit einer medianitischen Frau vermischet . Fran - ciseus George von Venedig , Tom . VI . Problem . 361 . beym Camartus , ebendas geht von dieser Meyuung der Rabbinen nicht weit ab . Peter Damian , im VI Briefe , des I B . beym Camartus , 72 S . icheint sie ganz treuherzig anzunehmen : Er glaubet , daß PhineaS wegen des Ei - fers , der ihn bey einem so schändlichen Geaenstande entzündet , m dem irrdischen Paradiese , bis an das Ende der Welt lebendig erhalten werde ; und daß er eS gewesen , der unter dem Namen des Propheten Elias auf einem feurigen Wagen weggerückt worden . Er führet die Stelle der beil . Schrift , iChrouike IX , , 9 . an , um zu zeigen , daß Phineas zur Zeit Davids noch gelebet hat .
( B ) Man versickert - - - daß er Israel durck Feuer und Sckwerdr richten würdet Dieß kömmt mit demjenigen Ei - fergeiste nicht übel überein , von welchem Elias bey verschiedenen gegnungen angefeuert worden , ( Spiritum feueritatis et vltionis exer - tuin fuifle in Elia et collegis magis , quam in difcipulis Euangelicis . Martyr . in Libr . II . Regum , cap . I . ) als da er die Pfaffen des Baals schlachten lassen im > der Könige X VIII , 40 . und da er Feuer vomHim - mel auf die Soldaten seines Königes fallen ließ . 2 B . der Könige , I Cap . Die Lehrer der Unverträglichkeit sind nicht wohl zufrieden , wenn man sie erinnert , daß Christus diesen Geist abgeschafft hat . Luc . IX , 55 . ; 6 . Diese Erinnerung ist eine beschwerliche Lehre , und sie wurden lieber , wie Felix , zu jedem , der davon redet , sagen : gehe hin auf Vicßmal ; wenn ick gelegene Feit habe , rvill ick Zuck herrufen lassen , Apo - stelgeschicht XXIV , 26 . Ich wundere mich nicht , daß sie verdrußlich find , wenn man sie verhindert , sich mit einem solchen Devspicle zu schu - hen ; denn was kann man Stärkers zum Besten derer sehen , die ans Religionseifer schlachten , als die Aufführung des Elias ? Ein Mensch , der nicht den geringsten Titel im Staate , nicht das geringste weltliche Amt , nicht den geringsten Theil an dem Rechte des Schwerdtes hat : Ein Mensch , sage ich , dessen Zimt in weiter nichts bestund , als im Weißagen , versammlet alle Propheten des Baals , an der Zahl 450 , und nimmt die Propheten des Hayns , an der Zahl 400 , dazu : welche die Ehre hatten , der Königinn Tischgenossen zu seyn , im 1 B . der Ko - nige , am X VIII , 19 . Er überzeuget sie durch ein Wunderwerk , daß sie einen falschen Gott anbetheten ; und so gleich giebt er Befehl , sie zu grei - fen , und wohl Acht zu haben , daß keiner entrinne , und laßt sie alle schlachten , ohne daß er den König Achab , der dabey gegenwärtig gewe - fen , zu fragen toücbiaet : ob er es auch für genehm hält , und ohne daß er sie ermahnet hat , sich zu bekehren . Alan kann nicht sagen , daß sie wider ihr Gewissen gehandelt hätten ; ( der Urheber der philosophischen Auslegung scheint dieses vorauszusetzen , um sich desto besser von dem Einwürfe loszuwickeln , welchen die unvertraglichen Lehrer auf die Aus - führung des Elias gründen . ) denn wenn sie geglaubet , daß Baal eine falsche Gottheit wäre , so würden sie sich nicht der Untersuchung unterwor - fen , und durch das Ansehen , welches sie bey der Königinn hatten , die Ausforderung des Propheten Elias leicht zu Wasser gemacht haben . Ue - berdieß sieht'man , daß sie ihre Gottheit mit allem möglichen Eifer an - aerusen , und sich zu seiner Ehre tausend Messerstiche gegeben haben . Sie haben ohne Zweifel gehofft , erhört zu werden . Die Gottesgelehrten , da - mit sie den Elias entschuldigen können , sind verbunden , zu erkennen , daß er von Gott eine außerordentliche und absonderliche Sendung erhalten , diese Propheten hinrichten zu lassen ; und daß ihm Gott offenbaret habt , daß sie Verstockte gewesen , bey welchen keine Vermahnung zur Bekehrung etwas fruchten würde . Certus erat Spiritu Dei , eos non rflp coniiertendos aut imrnutandos . Petrus Martyr . Comment . in I ( ihr Reeum , cap . XVIII . fol . m . 141 verfo . Peter Martyr führet Vii» Geseke des Moses wider die Götzendiener , das Vergeltungs - 11 Js m an : allein nach allem diesem bezieht er sich auf eine besondere
Nu " im« di - ß ist - in «st mm j . M . « *
»T» fratt hat . Omnia haec priuato wftinöu Dqx age -
blÄSipm in conmanlpropofua™ , . Ipfc kgistaor cum
Jta C fcribit , ad ld vocatus erat Elias , vt waiua • ■ j . ir : ter
«jueretur , nec ex feipfo , verurt ex Deo et Ai . geh momtu ita dunter
II Sand .
fe gerebat . Potuit quidem fpecie tenus homicida videri , nec tarnen pro tali habendus eft , cum folum fuerit Dei minifter . Feuardent . Theomach . Caluinift . Libr . IX . cap . III . p . m . 437 . Er führet die Auslegung des Martyrs in Libr . IV Regum , cap . 1 an , nnd er führet sie treu . ich an . Feuardent führet dieselben Klagen wider den Calvin : Er beschuldiget ihn , gesagt zu haben : Elias fuit homo deprauatus , nirois vehementi zelo correptus - . . peccauit etiam quiritan - do fe folum e clade ac perfecutione reftare : raptus item fuit fpirit« feruitutis et vmdi6be . Ebendas . 436 S . Er führet die Auslegung Calvins über den 2 und 3 V . aus dem XI Cap . des Briefes an die Rö - mer an . Ich habe darinnen nichts gefunden , was diesem ähnlich sähe Im Grunde könnte die Freyheit , welche sich diese protestantischen Scri - benten genommen haben könnten , die Aufführung dieses Propheten in einigen Stücken zu beurtheilen , nicht getadelt werden , wenn man nicht zugleich den h . Chrysostomus tadeln will : Homilia in SS . Petruin et Eliam , beym Camartus , de Rebus geftis Eliae Proph . p . , 27 . Qui acer - rimis verbis Eliam crudelitatis et cuiusdam ünxMxt arguit . Deinde alibi ( Honülia de Elia , beym Camartus , ebendas ) eundem quafi pe - nitus ad diuina monita infenfibilem , dum varii« fadtis et exemplis ad commiferationem induceretur .
( C ) <£s ist nickt« unverschämter , als ein gewisses Mahrlem ver Gnostiker , diesen Propheten betreffend . ^ Sie haben gesaqet : daß , wenn eine Seele , die in den Gimmel führe , nicht wohl auf die Tu - genden zu antworten wüßte , darüber man sie bey dem Eingange be - fragte , sie wieder auf die Erde zurück geschickt würde . Vor allen Diu * gen müßte sie antworten : daß sie keine Kinder hinterlassen hätte ; denn wenn sie das Gegentheil antwortete , so schickte man sie wieder zurück , und nöthigte sie , so lange auf dieser Welt zu bleiben , bis sie alle ihre Kinder wieder gesammlet , und sich mit denselbigen vereiniget hätte Sie erzählen : das ; Elias , da er gen Himmel gefahren , eine große Hinderniß angetroffen , die ihn genöthiget , auf den Erdboden zurück zu kehren . Em weiblicher Teufel hat zu ihm gesaget : - Halt hier , rvo willst du hm i 3cb habe Rinder r>on dir , du kannst nickt in den ■Himmel fahren , und dieselben auf der Erde lassen . Uno rr>ie , hat er geantwortet , kannst du Rinder von mir haben 1 - Habe ick nickt allezeit in der Enthaltung gelebt 1 ( Dlcicbwobl habe ick welcke gehabt , versehte sie , ick habe mir deine Träume 5» Xlut tze 5» macken gewußt . Diejenigen , welche Latein verstehen , wer - denjhier keine Dunkelheit finden , " ort Kwr»f« Ktf iv rj ? äTopßcU TÜv tun & Tm i ) ( , iyd it / wv tf 4ti
tru tu gKifuxTcc , y^i / ytnüai aoi J , « ; . Gum in fomnis efFulione fe - minis faepe corpus exhaurircs , ego abs tc illud excepi , tibique filios peperi . Epiph . Haer . XXVI . Libr . I . Tom . II . num . , 3 pag m Der heil . EpiphaniuS widerleget diese Ungereimtheit sehr wobl durck die Unmöglichkeit ; denn die geistige Natur der Teufel leidet nicht daß sie das leidende Subject einiger Zeugung sind . Es ist nicht so leicht , die e« nigen zu widerlegen , welche sagen , daß ein Teufel , als eine wirkende Ur - fache , in der Zeugung eines ^hiere« darzwischen kommen kann : nicht daß er aus seinem Wesen die nöthigen Materialien darbiethen könnte ; denn ein Geist ist ein unmaterialisches Wesen ; sondern er kann , saget man , sich des Saamens eines MännleinS bedienen , ihn hinführen , >vo er hin soll , und die Bewegungen der Materie auf eine solche Art ein - richten , daß sich dieser Saame in einen organisirren Körper verwandelt . Diejenigen , die dieses für möglich halten , haben Grnnd , zu sagen , daß das Kind , welches auf diese Art hervorgebracht würde , der Sobn des Menschen wäre , dessen Saame gebraucht worden . Denn woher kömmt es doch immermehr , daß ein Mensch für den Vater eines Kindes ge - halten wird , welches in dem Schooße einer Creaturempfangen worden , die er an einem öffentlichen Orte sieht , ohne an etwas anders zu den - ken , als seine viehische Lust zu stillen ? Geschieht es nicht darum , weil der erste Grund , worauf der Körper des kleinen Kindes gebmiet ist aus dem Körper dieses Mensch« , genommen worden ? Könnte man dieses nicht eben so wohl , in Ansehung dieser andern Zeugung , sagen ? sem ungeachtet wird der Unterschied noch sehr groß seyn : denn die , jenigen , die auf diese außerordentliche Art Vater würden , könnten die - sem ungeachtet ihre Jungfer , chaft vollkommen erhalten : und also ist die Thorheit der Gnostiker , den Elias betreffend , auf alle Arten aus - schweifend .
( v ) Origenes sckemt von einem Bücke dieses Propheten , als von einer reckrmafirgen Geburt , 5t» reden . ] Bey Erklärung dieser Worte des Evaug . Matthäus XXVII , v . Sa warv erfüllet^ da» gesager ist durch den Propheten Ieremias , Sa er fprickt , sie ha , ben genommen dre^fiig Silberlinge , u . f . w . beobachtet er , daß er in keinem Buche der Jüden , weder in einem eanonischen noch unemio« Nischen finde , daß Jeremias dieses prophezeyet hätte : und er muthmaßck .
Aaa 2 entweder

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.