Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7647

sfte Vesckrywinge van het ^onwelick van Emma Doch - ter van den Reyser Lharlemagne , ofte Rarel de grote , mer lLginbarr des selfs Gecretaris . Die Bilder stimmen vollkommen mit de« Herrn Baylen Beschreibung überein : nur daß anstatt der Bücher , bloß ein große« Blatt mit dem A . B . C . über einem Pulte hängt . Eginhart aber ist nicht wie ein Cap - plan , sondern wie ein Ritter mit dem Degen an der Seite , und Federn auf dem Hute gezeichnet . Doch das ist kein Wunder , in - dem der Poet viel andere Umstände in der Geschichte geändert hat , wie es ihm gefallen .
Egnatia . 367
Doch die Holländer haben nicht allein die poetische Beschreibung dieses Stückes . Auch bey uns hat Hofmannswaldau sich dieDta« he genommen , in seinen Heldenbriefen seinen Witz daran zu üben . Es sind die btyden ersten , und bey nahe noch die allerbesten von diesen poetischen Schreiben ; darinnen sonst eben nicht der beste Ge» schmack herrschet . EginhartS Schreiben geht noch hin ; aber ma putzet ihres mit einem so falschen Witze , und verfällt in solche niedrige Liebeserklärungen , daß sie sich , auch in den damaligen ten , für keine Prinzeßinn schicken . G .
Eanatm , eine Stadt Italiens , im Lande der Salentiner , zwischen Bari und Brindes a . Sie hatte kein ander An» sehen , alö wegen des Wundersteines , den sie sich zu besitzen rühmte ( A ) . Wenn jedermann der Meynung des Horaz gewesen wäre , so würde dieser Stein mehr zur Schande , als zur Ehre der Einwohner in Egnatia beygetraaen haben . Er sporrer ihres erdichteten Wunderwerkes , und verweist den Glauben desselben zu den Juden fB ) . Es hat von Alters noch andere Oerter ge - geben , wo man dergleichen Wunderdinge ( C ) und auch noch viel außerordentlichere vorgegeben ( D ) . Die Leichtgläubigkeit der Völker hat die Ausseher der Religion aufgemuntert , einander in der Materie der Wunderwerke zu übertreffen .
a ) Diese Stätte heißen , eine Kal ium , und die andere Krundufiuili .
( A ) Sie hatte kein ander Ansehen , als n ? egen des Wunder - steine« , den sie sich ju besitzen rühmte . ] Das auf diesen Stein ge - legre Holz hat sich so gleich entzündet . Reperitur apud auöores . - . in Saientino oppido Egnatia , impofito ligno in faxum quoddam ibi lacrum , protiniis flainmam exfiftere . Plinius , Libr . II . cap . CVII . Wir wollen sehen , daß dieser Stein im Eingange des Tempeis gestan - den , und den Weihrauch angezündet hat .
( B ) - Hora ? spottet ihres erdichteten Wunderwerks , und ver - weist den Glauben desselben ju den Juden . ] Man sehe , wie er redet :
Dehinc Gnatia Iymphi»
Iratis exftrudla dedit rifusque iocesque ,
DumHamina fine , thnra liquefcere limine facro ,
Perfuadere cupit . Credat Iudaeus Apella Non ego . Horat . Sat . V . Libr . I . v . 97 .
Darier , in seinen Anmerkungen über diese Worte Horazens , erklaret sich für diejenigen , welche glauben , daß Horaz die jüdische Nation hier darum angreife ; weil er dasjenige gewußt hätte . was man von dem Opfer des Elias gesaget , daß nämlich ein himmlisches Feuer dasselbe ver ? zehret . Ich finde nicht die geringste Schwierigkeit in diesen Gedanken Darier« : Ich will nur sagen , daß Horaz diesen Glauben so wohl den Persern , als dcnZüden , hätte bevlegen können : Ferunt fi iuttum eft credi , etiam ignem coclitus lapfum apud fe fempiternis foculis cu - ftodiri , cuius portionein exiguamvt fauftam praeifi'e quondam Afia - ticis regibus dicunt . Also hat sich Ammianus Mareellinus ausge - druckt , wenn er im VI Cap . des XXIII B . von dem Weisen in Per - sien redet .
( C ) lEs hat nock andere Gerter - » , gegeben , wo man dergleichen Wunderdinge vorgegeben . ] Solin gedenket eines Hu - gels , der noch wunderthätiger , al« der Tempel zu Egnatia gewesen . Er hat in Sicilien bey Agrigent gelegen . Man hatte nicht nochig , Feuer aus den Altar zu bringen ; man dorste nur das Weinrebendelz darauf legen ; es entzündete sich von sich selbst , so grün es auch war . in so ftrn das Opfer Gott angenehm war . Die Flamme ist nicht allein von sich selbst entstanden , sondern sie hat sich auch von einer Seiten zur andern ausgebreitet , als wenn sie diejenigen ergreifen wollte , die das Opfermahl gehalten , und hat diejenigen keineSweges verletzet , die sie be - rühret . An diesem einzigen Merkmaale hat man erkannt . daß nichts an der Feyer des Tages gefehlet . Nec longe inde collis Vulcamus , in quo qui diuinae rei operantur , ligna vitea fuper aras ftruunt , nec ignis adponitur in hanc congericm : cum proficias intulerunt , fi adeft Dens , fi facrum probatur , farmenta licet viridia fponte con - eipiunt , et nullo inflagrante halitu , ab ipfo mimine fit accendium . Ibi epulantes adludit namma , quae flexuofis exceflibus vagabunda , quem contigerit non adurit : nec aliud eft quam imago nuncia per . feöi rite voti . Solinus , cap . V . p . in . so . Dieses ist den Begeben - heilen der heil . Schrift viel gemäßer und viel senderbarer , als das Wun - derwerk zu Egnatia . Ein vem Himmel geschicktes Feuer auf die Opfer hat manchmal unter den Jüden bezeiget , daß ihr Dienst Gott ange - nehm gewesen ; ( siehe die Anmerkung ( H ) , bey dem Artikel Abel . ) und dieses ist ein noch viel deutlicheres Zeichen einer absonderlichen Vor - sehung , wenn man sieht , daß sich das Feuer nur alsdann von sich selbst «nizündet , wenn die Herzen recht geschickt sind , als wenn man es sich zu allen Zeiten von sich selbst entzünden sieht . Dieser letztere Fall leidet Vermuthungen einer natürlichen Ursache , oder eines Betruges ; die an - dere aber leidet dieses entweder gar nicht , oder doch viel weniger . Ser - vius versichert , daß man vor Alters das Feuer auf dem Altare nicht an - gezündet , sondern daß man durch Gebeth ein göttliches Feuer erlanget . Apud maiores arae non incendebantur , fed ignem diuinum preeibus «liciebant , qui incendebat altaria . Seruius , in Aeneid . Libr . XII , Verf . 200 . Pausanias erzählet , als ein Augenzeuge , eine erstaunliche Sache . Es sind in Lydien zwo Städte gewesen , wo man dasjenige ge - - übt was ich erzählen will : Jede von diesen Städten hat einen Tem - »el aehabt , in welchem sich eine Kapelle gefunden , die zu dem Geprän« ae bestimmt gewesen , davon die Rede ist . Man hat auf dem Altare dieser Äavelle Asche von einer ganz absonderlichen Farbe gesehen . Ein sauberer ist in dieselbe gegangen , und , nachdem er trocken Holz auf den Heerd «leget , und den Priesterhur auf seinen Kopf gesetzt , so hat er ttliche in einem Buche enthaltene Gebetbe bergesaget ; und nachdem »ieses aesckebcn so hat man eine sehr helle Flamme aus dem Heerde fahrm sehm ohne daß man Feuer zum Holze gebracht hätte . H lü tvJ , fcim * SSS7 - P r r t raS P rn . . 76 . Dieser Mensch ist
namma . Panfän . Libr . V . jU v xifAo« ton 9 ? u -
noch viel kühner gewesen , als die gn«Mm
ten weis gemacht , daß sie alle Jahre am Osterfest . p
heil . Grabes ein himmlische - Feuer «uftewahrttn , welches . hne . Go«
wunderbarer weise zuschickte . Sie getrauen l
Volke »u thun . Dieß ist ein» Keyer , die m< geheim geMhet . W>»
die lateinischen Priester diese Betrugerey nicht angenommen haben , so sind sie die ersten , die darüber spotten ; und man saget den Griechen ganz keck , wenn sie sich in die zu diesem vorgegebenen Wunderwerke be - stimmte Kapelle einschließen , e§ wird euch sehr fehl schlagen , wenn ihr kein gutes Feuerzeug bey euch habet .
Ich übergehe die besondern Vorfalle , wo sich das Feuer auf den Al» tären von sich selbst entzündet hat , um einigen Personen eine glücklich« Vorbedeutung zu seyn . Dieß ist eine von den Vorbedeutungen der Ho» heit Tibers gewesen : Ingreflö primam expeditionem ac per Macc - doniam ducente exercitum in Syriam accidit , vt apud Philippos fa - cratae olim vi<äricium legionum arae fponte fubitis collucereirtl ignibus . Sueton . in Tiberio , cap . XIV . Dio erzählet gleiche Sache NN Llv B . aufs 734 Jahr , auf der 60z S . bey mir . Seleucus hat au« gleichmäßigen Zeichen seine künftige Erhebung erkannt . Appianus , in Syriac . p . m . 82 . Vor dem Consulate des Cicero ist eine gleiche Vorbedeu , tung hergegangen : Cicero hat dieses von seiner Frau erfahren , und ei - nem Gedichte eingeschaltet . Er hätte leichtlich erkennen können , daß dabey nicht« übernatürliches gewesen : es ist nichts seltenes , daß , wen» man Wein in heiße Asche gießt , unter welcher gemeiniglich noch etwas glimmendes ist . der Weingeist Feuer fasset ; dieß ist das ganze Wunder , welches die Ehftau des Cicero ihrem Ehmanne berichtet hat . Hoc vxo - ri Ciceronis dicitur contigifle , aim peraäo facrificio libare velle» in cinerem ; ex ipfo cinere flamma eodeni anno Confulem futurum oftendit eins maritum , ficut Cicero in fuo teftatur poemate . uius , in Virgil . Eclog . VIII . v . 106 . Andere sagen : daß sich dieses Wun - derzeichen vor dem Frauenzimmer sehen lassen , welches das Fest der gute» Göttinn gefeyert . Das Feuer , welches aufdem Alare angezündet war , hat erloschen geschienen , und auf einmal ist mitten aus der Asche und den Brän« dern eine große Flamme ausgefahren . Plutarch . in Ciceron . p . 870 . Dieß bat ganz natüi lich seyn können : wir sehen alle Tage , daß die Heber» bleibst ! von einem Reisbündel , die keine Flamme mehr von sich geben , sich von sich selbst wieder entzünden . Die Damen sind darüber bestürzt geworden : allein die Vestalinnen haben zu des Cicero Ehgemahlinn ge - saget : sie solle ihm so gleich melden , daß er seine Anschlage zum Wohl des Vaterlandes anzuführen hätte , und daß die Göttinn ihm einen gu - ten Erfolg verspräche . Es ist damals die Frage gewesen , was man mit den gefangenen Mitschuldigen des Catilma machen sollte ? Die Eh - frau des Cicero hat die Verordnung der Vestalinnen unverzüglich ausgeftchret und ihren Gemahl aufgemuntert . Ebendaselbst . Diese« hat das Ansehen einer Erzählung , die nach einer andern ausstaffiert ist . Man hat die Umstände der Sache verändert , damit Cicero sein Gedieh« te ausgeschmücker hat , und aus einem Wunderwerke zwey gemacht . Dem sey , wie ihm wolle , so ist c« zu keiner Grundlehre gediehen , daß ein Feuer , welches sich von sich selbst entzündet hat , allezeit eine gute Vorbe , deutunq gewesen sey ; denn wir sehen in dem Virgil , daß man bey einem gleichmäßigen Zufalle gewünschet hat , daß die Vorbedeutung gut seyn möchte :
Afpice : corripuit tremulis altaria flatnmis
Sponte fua , dum ferre ijioror , cinis ipfe . Bonum fit'
Virgil . Eclog . VIII . v . 105 .
worüber Servius bemerket : Optat , vt hoc fignum bomim fit , quia ignis medius eft , et qui poflit etiam nocere . Diese Anmerkung de« ServiuS ist der Beweis gewesen , dessen sich Salden hätte bedienen sol - ten ; denn derjenige , den er giebt , tauger gar nichts . Licet et faöum nonnunquam fit , saget er Ot . TheoLn . jj6 . Vt igne : illi non tan - tum bonifed et infaufti quiequam praefignificarint . Hierüber führet er die Begebenheit der Lavinia an , welcher Virgil im VII B . sciner Aen . geden , ket . Allein das Wunder , welches man daselbst sieht , bestehr nicht darinnen» daß sich das Feuer auf dem Altare selbst entzündet hak , sondern es be» steht darinnen , daß das Feuer in die langen Haare der Lavinia gefahren ist , und ihren Kopfputz verbrannt hat . Sie hat neben ihrem Vater an dem Altare gestanden :
. . . . Caftis ADOLET dum altaria TAEDI«
Et iuxta genitorem adftat Lauinia virgo
Vifa ( nefas ) longis comprendere crinibi« ignem ,
Atque omnem ornatum flamma crepitante cremari ,
Virgil . Aeneid . Libr . VII . v . 7» .
Man lese dasjenige , was Titus Liviu« von der Flamme , vec . L Libr . I . cap . XXXIX . erzählet . die man um das Haupt des ServiuS Tullius gesehen hat .
( v ) - - < und auck viel außerordemlickere . Z Der Ve - nusrempel auf dem Berge ErycUS in Sicilien , ist einer von den berühm - testen unter den alten Heiden gewesen . Er hat sich durch tausenderley Dinge den Vorzug erworben : ich will nur von einem reden . Der große Altar hat ganz srey gestanden , fub dio : das Feuer hat sich darauf ohne Becken , ohne Zlfche , ohne Bränder , mitten unter dem Thaue und dem Grase erhalten , welches alle Nächte wieder gewachsen . Aelian . Hiftor . Amrnal . Libr . X> cap . L ,
Egnati««»
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