Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7565

Edouard der IV . 359
mit dem Damen machte Der Graf setzte das Kriegsvolk zuDarmouth glücklich ans Land , das ihm der König von Frank - reich gegeben hatte , und es stießen gar bald viele Engländer zu ihm . Eduard zog ihm mit einer schönen Kriegsmacht entgegen , und machte Anstalt , sein Volk in Schlachtordnung zu stellen ; als er erfuhr , daß der Marquio von Montaigu , den , er bis hierher getrauet hatte , am ersten geschrieen hätte : es ledeRonig Heinrich ! welches andre beantwortet ; so daß solchergestalt dao Uebel sich in allen Ouartiren nach und nach ausgebreitet , und man überall schreien hören : Es lebe König Hein - rich^l „ Er berathschlaqte sich mit seinen Freunden , was er für eine Partey zu ergreifen hätte : die Sachen schienen so verzwei - „ felt , daß man keinen bessern Rath fand , als über das Meer zu gehen , und bey Fremden Hülfe zu suchen ; mittlerweile des „ Königs Diener Vorbereitungen zu seiner Zurückkunst machen sollten , , K Er gieng in der That zu Schiffe , und richtete die Segel nach Flandern : einige Seeräuber abgesagte Feinde der Engländer , griffen ihn an , und verfolgten ihn bis nach Alk - mar n , wo er ans Land stieg Unterdessen führte der Graf von Warwik , seine Kriegsmacht nachLondon , und setzte den König Heinrich wieder auf den Thron ? . Man berief ein Parlement , wo Eduard für einen verrather , und einen unrechttnaßigeni Thronbcsiyer , seine Güter für verfallen , und die unter seinen , Namen ergangenen Ldicte , für nichtig erkläret wurden ? . Er konnte von dem Herzoge von Burgund weiter nichts , als einen wenigen Beystand verstohlener weise erhalten : gleich« wohl ließ er sich vermögen , nach England zurückzugehen ; indem er sich auf seine daselbst habende Freunde , auf die von den - selben an ihn geschriebenen Briefe , und noch mehr auf die Neigung deo englischen Volkes zu Neuerungen verließ 1 . Er stieg ans Land , und rückte ohne Widerstand ziemlich fort : der Herzog von Clarence vereinigte sich mit ihm , der so viel Soldaten abs^änstig gemacht , als er gekonnt , und die Partey des Königes öffentlich verlassen hatte . Mit einem Worte , ob gleich der Ronig sich mit einer ansehnlichen Anzahl von Großen in London befand , und der Graf von lVarwik ihnen meldete , sich nur drep Tage zu halten ' , da er sie einer unfehlbaren Hülfe versicherte , so hatte sich doch Eduard kaum gezeiget , als er alle Chore offen fand 1 . Die Weiber dienten ihm sehr viel ( E ) . Er setzte Heinrichen wieder in den Towr , ohne daß sich eine Seele widersetzte , ob er gleich ein sehr gütiger Prinz war ( F , ) ; und marschirte auf das schleunigste , dem Grafen eine Schlacht zu liefern . 'Er schlug ihn aufs Haupt " , und erlebte ihn ; und kurz darauf , erhielt er einen gleichen Sieg über die Königinn Margaretha . Er ließ eine Menge Menschen hinrichten : der gefangene König war auch mit unter dieser Zahl ; allein die Königinn , feine Gemahlinn , wurde verschont , und nachdem sie einige Zeit gefangen gewesen , in Freyheic gesetzt * . Der Herzog von Clarence , der mit dem Hofe uneins geworden war , ward mit dein Tode bestraft ( G ) . So viele Hinrichtungen , und so viel vergossenes Blut , sollten natürlicherweise in den Gemüthern , einen Haß wider Eduarden erwecken : nichts destoweniger hat er ruhig und mit großer Bewunderung seiner Uuterthanen , regiert . Er verband sich mit dem Herzoge von Burgund , wider Ludwig den Xl , und vielleicht ist niemals eine so schöne Gelegenheit , als diese , gewesen , ganz Frankreich zu erobern ; allein er wollte lieber Friede machen , und wollüstig leben . Dieser friede , der für Frankreich in gewissen Stücken schimpflich gewesen , ist zu entschuldigen , wenn man den Zustand der Sachen betrachtet ( H ) . Die zweenKönige sahen der zu P - quignijin der Picardie , und erzeigten einander viel Höflichkeiten . Der von Frankreich ersuchte den andern , nach Paris zu kommen , sich mit den Damen zu ergeßen , und würde es sehr ungerne gesehen haben , wenn man ihm bey seinem Worte gehalten hätte ( l ) . Er befürchtete sehr , es mochte der Vergleich die Engländer gereuen ( K ) . Die Kriegserklärung enthielt eine merkwürdige Sache ; denn Eduard erklärte sich , daß er König von Frankreich seyn wollte , damit er der Nation gutes thun tonn - te ( L ) . Er ist den iz April 148z , in dem ein und vierzigsten Jahre seines Alters , gestorben . Einige sagen , daß der Verdruß über die rückgängige Hoffnung , seine Prinzeßinn mit dem Dauphin vermahlt zu sehen ( M ) , die Ursache seines Todes gewesen sey . Alle Vorsichtigkeiten , die er angewendet hatte , seinem Sohne , Eduard dem V . die Krone zu versichern , sind iinnützlich wesen : denn derjenige selbst , dem er eobep seinen , Absterben aufgetragen hatte , die Rrone auf dessen Haupte zu befestigen , hak sie ihm gerauber 0 . Es war der Herzog von Glocester^ Eduards Bruder . Er ließ den König , Eduard den V , und den andern Sohn , Eduards des IV , hinrichten , und ihre zwo Schwestern fürHurkinder erklären ( N ) . Die Reibe kam auch an ihn , daß er von einem Nebenbuhler in einer Schlacht erleget ward , der sich des Königreichs bemächtigte . Dieß war Heinrich der VII . Man hat niemals öftere und blutigere Staatöveranderungen gesehen . So lange als ich gedenke , sager Peter von ComincS - , sind bey diesen Spaltungen in England , über achtzig Personen von der königlichen schen Aenie gestorben , davon ich einige gekannt habe ; von den andern ist mir von Engländern erzahlet worden , die sich bep dem Herzoge von Burgund aufgehalten haben , so lange ich da gewesen bin . . Niemals hat auch England größre Manner hervorgebracht , als zu derselben Zeit , die vermögend gewesen sind , eine wichtige Unternehmung anzufangen und auszu - führen , im höchsten Grade beherzt , versHmitzt und listig . Es ist gemeiniglich für einen Staat klaglich , auf diese Art fruchtbar zu seyn ; und vermutblich würden in der folgenden Zeit , die Staatsveränderungen in diesem Lande nicht weniger vielfaltig seyn , wenn diese großen Männer Nachkommen darinnen hinterlassen hätten ( 0 ) . Allein diejenigen , welche sagen , daß man der - gleichen Dinge nicht auch in andern Ländern gesehen hat , sind m der Historie unerfahren ( e ) . Man merke , daß unter Edu - ards des IV Regierung , das Seewesen in keinem guten Stande gewesen ist ( QJ .
a ) Siebe die Anmerkung ( A ) . 4 ) D'Orleans Re'volutions d' Angleterre , Tom . II . p . 285 , pariser Ausgabe von , 69z . 0 Eben« daselbst - 9 - S - Ebendas . - 94 0 - ) Ebendaselbst . / ) Ebendas . - 96 S . g ) Ebendas . z , z 0 . aufs Jahr 14 - 0 . b ) Ebenda ) " . 316 0 . O Ebendas . 319 S . k ) Ebendas . 325 0 . / ) Ebend . 3 - 4 0 . m ) Comines nennet sie Eduard , der nickt« stl ? c>nte , ist weit glücklicher gewe , rothe Rose genennet worden : Sie haben im 1454 Fahre , ( Morcri , ten 1 Ein neuerer Geschicktschreiber , nachdem er seine Erzählung bis der in dem Artikel Eduard der vi , den Anfang dieses Krieges ins 1461 ans die Schlacht fottgeführet , worinnen der GrafPembrok , ( er war Jahr setzet , betrieaet sich , ) angefangen , sich öffentlich zu bekriegen , «onias veiimchs de« VI Stiefbruder , von einer Mutter , ) der es mit Ebendaselbst 257 <§ . Die Rriegsheere stunden zehn Meilen von Heinrichen dem Vl hielt , geschlagen worden , hat diese Bettachtungeinge - London gegen einander , als der König den Herzog fragen lassen , schaltet - Hier ist es geschehen , daß man unter vielen Eigenschaften , ver - was er verlangte , und warum er in Waffen wäre - ? Der - Her , möge welcher der Graf de la Marche dem weiland Herzoge , seinem Vater , 50g , dem daran gelegen war , seine Absichten vor seinem Rriegs« ähnlich war , den Unterschied ihres Witzes erkannt hat . Der Herzog volke ju verheilen , hat geantwortet ; daß seine Absichren nicht " ha« - es wie diejenigen gemacht , die sich lange Zeit vergeblich bemuhet , dahin g , engen , den Romg anzugreifen , sondern nur einen böse " " den gordischen Knoten aukulösen ; er hatte die Sachen zur Auflosung Staarsbedlenren von ihm zu entfernen , der seine Gewalt mts# " , anae vorbereitet , wozu er nicht gelangen konnte . Der Graf hat dem brauchte ; eben daselbst - 61 S . »nd hat , zu zeigen , daß er die Wahrheit " Alerander naä>qeabmt . und den verhaßten Knoten auf einmal von ein« rede , versprechen , sein Kriegsvolk auseinander gehen zu lassen , wenn
„ „ Zv gehauen , und ist'ohne Unischweis zur königlichen Würde gelanget , man diesen bösen Staatsbedienten , welches der Herzog von Sommer .
" Er war kaum zu London angekommen , so versammlete er die Präla - fet war , gefangen sehte . Man hielt ihn tkym Worte , und er sah sich
" ten , die Herren , und die vornehmsten Bürger , und trug ihnen , aus e> - erwischt ; denn er hat sich nicht getrauet , Zu w , prüfen . Einige Zeit
' ne lebhafte Art , den alten Anspruch seines Hauses , den zwischen dem daraus , hat er sich der Krankheit des KSmge« beb , den Herzog
" SSce seinem Vater , und Heinrichen , in dem letzten Parlemente von Sommerser bey der * *
" ^machten Vergleich vor . welchen der letztere gebrochen hätte , und be - lassen - allem d , e Furcht , die cr hatte , dafi man ftmeAbsichten
iS die Krone mit völlwn Rechte auf den Erben des erster» eher , als er wollte , ergründen mockre^bar , hn abgehalten , sich
„ hauprete . oaßv . Fußes durch einen gewaltsamen Streich den Xvcg des Schlendrians zu
„ verfallen wätt . Cr mto ^epe , 0 Y'M , g ^ ^ Kürzen , den er bey einem Pimente , seinen Widersacher zu
. . unter dem Namm «duuro 0« vi oen W ^ Rc * Voluti_ verderben , halten mußte ; »nd dadurch . er noch einmal von
. zum Könige erkläret w ^ pa „ 2Ü . ftufö I46i Jahr . Ich feinet Sraarskunsk hmrers Äicbt gefÜl ) ret worden . Ebendaselbst
»n , d'Anslet^^V^^ " ^ - , . ? ' ? . ^ ^ Der König genaß , und hat nach der Lehre der Königinn , als
bediene mich der panft - ftnföhre , was ein Schriftsteller von König geredet , welches Ursache geweftn , daß Sommerset wieder auf fteyer ,
besser verstehen , we'M ich daqemge . vm «« ^ Klltworden Der Herzog von York verließ den Hof . warb Sol -
der Behutsamkeit des Herz S ^ vi zu verdringen : allein datm , und sührte sie gegen London , unter der beständigen Versicherung ,
hatte sichs in den Kops ? clel - ' " ^'Veenebmuna noebiae Votrficb# daß er nicht - wider den Monarchen , sondern nur wider de . , bösen
er beobachtete die bey U ( tö mmn ec ftch gc ; eiget , Staatsbedienten vorhätte . Ebendaselbst - 6 ; 0 aufs . 45« ! Jahr . Er
keit . Er . hat sich lai^sam gezeig Verwahrung ge , schlug die königliche Armee , und machte den König zinn Gefangenen ,
so ist cs mit der allen Rebellen gew ? so»vern nur wider die Er folgte sich selbst , und hat , da er nach seinen , ersten Entwürfe
scheben , Saß er nichts widcr den » / > ^ ^ featerten . & en * handelte , - niemals mehr verstellte ehrerbierhige Manieren
Siaarsbed^nten harre , die das Rom» ^ gegen de» unglückseligen Monarchen gebraucht , . , und

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