Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7557

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Edouard der IV .
„ cherschahe sind , wie er tfiut , er die Kühnheit gehabt haben sollte , sie zur „ Lust zu erfinden . „ Re'ponfe generale an nonveau Livre de Mr . Claude , Livr . I . chap . XIII . p . 314 . Man schreibt diese Antwort dem Nicolle zu . Es ist nichts unbestimmter« ! , als eine solche Rechtfertigung ; und weil man die Leser nicht auf die Antworten de« Ecchellensis verweist , sondern nur saget , daß man bey diesem Streite unparteyisch bleiben müsse : so ist es sehr wahrscheinlich , daß dieser Mensch gar nicht , oder sehr übel geantwortet hat . Was der jansenistische Scribem für sein schlimm - stes halt , das ist besser , als alles übrige ; denn bey allen diesem giebt es Um - stände , woraus man glauben kann , daß sich ein unehrlicher Mensch nicht getrauen würde , einen Verfälscher abzugeben .
( * ) Multa filentio praeterire vifum eft , qnae in commendationetn Abranami proferri poflent , atque imprimis Epiftolam , qua doftif - fimus Ioannes Morinns amplilfinnim Cardinalera Francifcum Barbe - rinutn , de illius probitate , vigiliis afliduis , et labore indefeflb , qiiamdiu Parifiis commoratus eft , certioremfacit . RichardusSimon , in Fide Ecclefiae Orient , p . 198 .
( D ) Er bat bey der Ueberseyung , - - des Apollomus , durcli Sc» Johannes Alphonsus Äorelli geholfen . ^ Dieß ist sehr „ öthig gewesen ; denn derjenige , der übersetzen sollte , verstund die Ma - thematik nicht , ( Verlskskur ( [ difficultas ) circa difeiplinae vocabulo - rum intelligentiam et notionum quarmn ignari eramus , et penitvis ieiuni . Ecchellenfis , Praef . ad Apollon . Conica . ) und also hätte er hier , so viel Fertigkeit er auch in der arabischen Sprache gehabt , bey jedem Schritte straucheln müssen . An der andern Seite hat Borelli vom Arabischen ganz und gar nichts verstanden . ( Licet Arabici ldiomatis fim prorfus ignarus . Je . Alfonf . Borelli , Praef . ad Apollon . ) allein er Hat die Materie des Manuscripts verstanden , und vermittelst der geo» metrischen Figuren den wahren Sinn des Apollonius errathen , wann ihm der Ueberseker nur etliche Wörter erklärte . Porro quod hac in rc magis mirandum eft , dieß ist das Zeugniß , welches Ecchellensis dem großen Wike des Borelli giebt , nec filentio praetereundum , ea eratViro illi doftiffimo Angularis ingenii perfpicacitas , vt faepe in abftrufis qui . busdatn loci» , non ex integris , inquam , praemiflis , fed ex vnica di & ione totam illationem inde colligeret , nonfenfu , fed totidem pene verbis , ac fi Arabica legeret verba , et linguae veteranus eflet profefior . Ecchell . Praef . ad Apollon . Conica .
( D Seine Vorrede - - - t über die Kegelschnitte des lonia« enthält etliche Sachen . ] Er belehret uns , daß er tausend Wohlthaten von dem Großherzoge Ferdinand dem II , erhalten , nicht al - lein , da er sich in vollem Wohlstande an seinem Hose , mit dem Titel eines Abgeordneten , des Amirus Fachraddin aufgehalten , sondern auch nach dem Verfalle seiner Sachen . Wir wollen sehen , wie er sich aus - brücket : Meinini profefto , nec ex animo meo excidet , inio clauo fixum traball manet , qtianta in me contulit Magnus Ferdinandus Se - cundns ornamenta , quanta in in me vfus et liberalitate , et benefi . centia , non tantuin dum fortuna mihi arridebat , non folum dum res fuccedebat profpere , non modo dum ad illum ab Amiro Fach , raddino miflus fingulari felicitate fruebar , fed etiam in naufragio , et iaäura illa barbarica , in Carrellina coniuratione et proditionc , in aduerfiflima fortuna . Ebendas .
( F ) - Hier ist ein Beispiel der Unordnung , welche die Druck - - fehler verursachen können , und des Verdrusses , den sie einem Sckriststeller macken . 1 „ Man weis , daß Flavigny jween Brie - „ fe . wider das präckrige Werk der Bibel , in sieben Sprachen , des le Zay „ geschrieben [ ) at . Em geschickter Matonit . fönigl . Professor der syrischen „ und arabischen Sprache , Namens Abraam Ecchellensis , der von Rom nach Paris gekommen war , hatte einigen Theil an dieser Bibel gehabt . " Er war eö gewesen , der den arabischen und syrischen Text des Buches . Ruth , mit der lateinischen Dolmetschung gegeben hatte . Flavigny „ hat im 1647 Zahre seinen dritten Brief , wider den Ecchellensis und
„ sein Buch Ruth , geschrieben , und vorgegeben , daß es voller Febler wa - „ re . In der Mitte der andern Seite des ersten Bogens , hat er nur „ diese Stelle gesetzet , die aus dem VII Cap . des Matthäus , im z V . „ genommen sind : Quid vides feftucam in oculo fratris tui , et tra . „ Dem in oculo tuo non vides ? Im 5 Verse : Eiice primum traben» „ de oculo tuo , et tunc videbis eiieere feftucam de oculo fratri * „ tui . Er hat dem Ecchellensis durch diese Worte zu erkennen geben „ wollen , daß , da er viele Fehler in dem Buche Ruth gelassen , er seinem „ Mitbruder , dem Maronicen , Gabriel Sionita , königlichem Professor , „ wie er , zu ungelegener Zeit vorgeworfen hätte , daß er etliche Fehler in „ den arabischen und syrischen Büchern stehen gelassen , die er in die Bi - „ bei de« le Zay drucken lassen . Der Maronit , der sich zu antworten „ genörhiget sah , hat den Ansang damit gemacht , daß er den Doetor „ eines entsetzlichen Schnitzers beschuldiget , den er wider diese Stelle be - „ gangen hätte ; da er aus einer Gottlosigkeit , ohne Exempel , den Text „ des Evangelii verbessern wollen , und ein ehrbares Wort weggenom - „ men habe , um an dessen Stelle ein anderes zu setzen , das es nicht wä , „ re . Er vergrößert dieses erdichtete Verbrechen mit einer beißenden „ und schmähfüchtigen Schreibart . Man sehe , wie er sich in dem ersten „ Briefe verhält , den er betitelt hat : Epiftola Apologetica prima , „ 1647 gedruckt , auf der 11 S . Ad primum quod attinet , tua Iudaica „ modeftia ac pietas , humaniflime Flauignane , fummopere elucefcit , „ vt alia caetera loca omittam , ex iis Verbis , quae in me retulifti ex „ cap . VII . dilti Matthaei v . 9 et V . 5 . quomodo autem Sacro - fandli „ Eiiangeln verba deprauafti , et illufifti in hoc loco , ac facra im - „ mifeuifti profanis , ne exfpeftes a me , vt illa fecundum facrilegara „ emendationem tuam hic referam ; folum enim meminifle animu» „ horret , ludhique refligit . Quamobrem non in meis , fed in tui» „ feriptis id legatur . O acerrimum HebraVcae veritatis propugnato . „ rem ! Hebraicus Textu« , vbi verbum aliquod inhoneftum occur - „ rit , honeftis velat verbis : Tu vero , Hebraicae Linguae Profef - „ for , illiusque Textus importime ad ftomachum vsque defenfor ac „ rabula , Sacro - fanäi Euangelii facrofandta verba impietate inau - „ dita turpas , foedas , et fpurce illis abuteris . Ex quo liquido ap - „ paret , quos mirabiles progrefliis in pietate et le & ione facrarutn „ Scripturarum» qua« crepas femper , feceris . Ex verbis tuis , Fla . „ uignaue , quisnam fis , optime cognofcimus , quia qualis homo eft , „ talis etiam eius erit oratio , orationi autem fafla fimillima , faftis „ vita , vt ex Socrate refert Cicero Libr . V . Qiiaeft . Tufcul . u . f w . „ bis auf die 6 Seite . Hier sind große Worte ! Hier ist eine entsetz , „ liehe Anklage ! Hier ist ein großes Lärmen , das man machet ! Hier sind „ Schimpfworte , die man wider einen Lehrer ausstoßt ! Hier ist Gott - „ losigkeit , die man ihm beymißt ! Hier ist Kirchenraub , den man ihm „ Schuld giebt ! Hier istVerdacht , den man wider feine Sitten erreget ! Wer „ sollte wohl glauben , daß diese so abscheulichen Vorwürfe auf eine» ; „ bloßen Druckfehler gegründet sind ? „ Chevillier Origine de l'Impri . merie de Paris , Tom . II . ch . V . p . 169 u . f . Chevillier , der mir dies« lange Stelle dargebothen , saget , worinnen dieser Fehler bestanden , und wie er von dem Buchdrucker , nach des Flavigny letzter Uebersehung des Probebogens , hat begangen werden können . Das Uebel ist daher ge - kommen , daß der erste Buchstabe des Wortes oculo , von ungefähr aus der Forme . entwischet , da SerScNer eine übelausgescklosscne Zeile be , rührer . Flavigny , da er den Vorwurf des Ecchellensis erfahren , hat den Fehler in feinem Gedruckten nickt finden können . Sein Freund , - Herr von Auvergne , Röniglicker Professor der schen Sprache , mußte ihm denselben mir dem Finger zeigen , ehe er ihn finden konnte . So gleick sckrieb er seinen vierten Abrief , , - - und hat seine Unsckuld offemlick mir N ? orren der heil . Sckrifc beschworen . - - Ebend . 171 S . tLr saget : es müsse ein hitziges Lieber den BuckVrucker um ( einen Verstand gebracht haben , und er müsse wahnwitzig gewesen sevn , da er Sas Xvorr mir diesem Fehler gedruckt hätte . Ebendas . 172 S . Sein Zorn isk dreyßig Jahre nach dem Drucke seines Briefes nock nickt völlig ausgelöscht gewesen . Ebend .
Edouard der IV , König von England , hieß Graf de la Marche , da er im 1461 Jahre den Thron bestieg . Er war der Sohn eines Herzogs von Port , der sich bemühet hatte , Heinrichen den VI vom Throne zu verdringen , und seinen Zweck auch erreichet haben wurde , wenn mcht einUeberrest der Achtsamkeit vor dem äußerlichen Scheine die Wirkungen seiner Herrsch - sucht aufgehalten hatte " . Sein Sohn , der nichts schonte , ist viel glücklicher gewesen ( A ) : Er hielt sich nicht auf , sich den
. . . - - OM» > . - undtmg dieselbe eiligst davon , ob
u Felde , und gewann nahe bey ) emahlinn , nach Schottland zu
Füchten , weiche eine sehr herzhafte Prinzeßinn , und weit geschickter , als ihr Gemahl , war , die geschlagene Partey wieder auf - zurichten b . Sie gieng nach Frankreich , um Beystand anzuhalten , und erhielt nur etwas weniges . Nichts desto weniger verfammlete sie so gleich , nach ihrer Ankunft zu Barwic , Soldaten genug , un , eine kleine Armee ino Feld zu stellen , mit welcher sie , nebst ihrem Gemahle , in die Grafschaft Northumberland einfiel , und bis gegen Durham fortrückte . Es stießen daselbst ansehnliche Hülfsvölker zu ihr ; allein , alles dieses ward von Eduards Krieasheere im 146z Jahre geschlagen c . Sie und ihr Gemahl waren noch einmal gezwungen , sich nach Schottland zu retten < Ihre vornehmsten Anhänger kamen entweder in der Schlacht um , oder wurden durch Henkers Hand hingerichtet . Die einzige Stadt York sah derselben fünf und zwanzig auf dem Blutgerüste umkommen « . Die Trostlosigkeit dieser Partey wurde noch viel größer ( k ) , nachdem der König Hein - rich , der sich erkübnet hatte , verkleidet nach England zurück zu gehen , mit unter dem Bauche seineo pfttdes zusammen bundenen Füssen nach London gefuhret worden war / . Man schloß ihn m dem Towr ein . Einige Zeit hernach verließ Eduarden das Glück : er gab dem Grafen von Marwick auf verschiedene Arten Anlaß zum Misvergnügen , der das meiste zu Heinrichs des VI Absetzung beygetragen hatte ( C ) . Er verheiratete sich sehr ungleich ( D ) , und machte sich durch diese gleiche Vermahlung bey den Engländern verhaßt . Dieser Gras , nachdem er den Herzog von Clarence , Eduards Bruder , auf feine Seite aezogen hatte , gab ihm seine Tochter zur Gemahlinn , und machte , liebst ihm , den Anschlag , Heinrichen den VI wie - der auf den 'Thron zu fetzen . Es fehlte wenig , so hatten sie diese Unternehmung auch ausgesühret ; denn sie hoben Eduarden in seinem Lager auf * : wie er aber Mittel fand , von dem Orte zu emfliehen , wo man ihn verwahrte , so konnten sie nicht den geringsten Vortheil aus ihrem gehabten Glücke ziehen , daß sie Meister von seiner Person gewesen waren . Der Heerführer ih - rer Kriegsvölker wurde von Eduarden geschlagen , der ihn enthaupten ließ . Dieses Unglücke nöthigte sie , nach Frankreicy über - zugehen , um Beystand anzuhalten , den sie sich von Ludwigen dem XI versprachen h . Sie wurden daselbst sehr wohl empfangen ; Margaretha von Anjou , des gefangenen Königes Gemahlinn , vereinigte ihre Ränke mit den ihrigen ; der Prinz von Wallis , ihr Sohn , vermählte sich mit der andern Tochter des Grafen ; diese Heirath wurde von Ludwigen dem XI gestiftet , als eine Sa - che , welche die Partey merklich verstarken würde : sie verstärkte sie von einer andern Seite in England ; die Freunde des Gra - fen machten daselbst alle Anstalten , Eduarden abzusetzen , welcher , anstatt , daß er auf seiner Huth seyn sollte , wie ihn der Herzog von Burglind , sein Schwager , ermahnte , keinen Tag ohne Jagd und Lustbarkeiten vorbeigehen ließ , die er sich östero
mit

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