Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7491

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Duellius .
Zeugniß dreyer vortrefflicher Naturkundiger fälschlich angeführt . DrusiuS am angezogenen Orte 100 S . ttieron^mus teftes citat huius rei fane luculentos , et quos , vt minus idoncos , reiieere nemo polfit , Arifto - telcrn videlicet , Theophraftum , et Plinium ; fed an vere , fides pe - net ipfum efto , ego fane apud illos authores nihil tale legere meniini . Locus Hieronymi eft in commentariis ad cum locum : ( Nämlich der ii V . des XVII Cap . aus dem Jeremias ) Aiunt , inquit , feriptores naturalis bißoriae tarn beßiarum et voluci um , quam arborum berba - rumque , quörum principes j'unt apud Graecos Arißoteles et Tbeopbra . ßus , apud nos Plinius feettndus : banc perdids eße naturam , vt oua alt er i us perdieis , id eß , aliena furetur , et eis ineubet fouentqu ; : cum - qite foetus adoleuerit , auolare ab eo , et alienum parentem relinquere .
( l ) Icb will etliche Auszüge von einem Briefe geben , den er rvider den Balduin geschrieben Ich habe ihn unter denen cken gefunden , welche die Gegenantworr Calvins , ad kalduini conui - cia begleiten . Man sehe die Anmerkung ( H ) des Artikels Balduin . Duaren hat ihn geniacht , »nachdem er eine Rede gesehen hatte , die Bal - dnin in Deutschland herausgegeben , und welä>e sehr unhöflich gegen die Professoren zu Bourges war . Es war darinnen niemand 'genennt ; allein man erkannte ohne Mühe , auf wen der Redner zielte , und daß dem Duaren insoicherheit darinnen sehr übel begegnet ward . Wenn wir diesem Briefe DuarenS glauben wollen , so haben diejenigen , welche dem Balduin ain allergünstigsten gewesen , die seine Gaben geliebt und hoch gehalten , il , n auf eine solche Art gelobt , daß sich gemeiniglich ein ver - bviiOlidH - s Aber in ihre Lobsprüche mit eingemischt : das heißt , er aber ist eitel , ehrgeizig , und verstellt ; es ist mir leid , daß dieser Flecken auf einem so schönen Gesicht« erscheint , ha enm laudant fere , vt in eins laudibus excipiant lt\at£pvticcj , faftum , ambitionem , qtikuvti - tv : prae - terea miriim ßmulandi diflimulandiqiie artificium , et hoc veluti naeuo decoram admodnm fpcciofamque faciem nonnihil deformari doleant . Duaren . Epift . de Fr . Balduino , pag . m . 58 . Als er sich im >548 IaKre , oder daherum , in Paris befand , ( ebendaf . 6 , S . ) so hat er bey dem Duaren einen Besuch abgelegt , und ihm ein Buch über - reicht , das er ihm zugeschrieben , und zu Lion hatte drucken lassen . Er hatte Verlangen , die Proftsiörstelle zu bekleiden , die Duaren auf der ho , hen Schule zu Bourges verlassen hatte , und er bath ihn um Empfeh - lungsschreiben . Er erhielt sie und befand sich wohl dabey ; denn der Rath zu Bourges hat ihm sogleich ein Gehalt verwilliger , und ihn kurz darauf zum Professor der Rechtsgelehrsamkeit aufgenommen , ohne daß ihm die Feyerlichkeit der Aufnahme das geringste gekostet . An - fanglich hat er die Hindernisse des Eguinard Baro und einiger andern offenbaren Gegner übersteigen müssen , und seit dieser Zeit hat er sich be - standig sehr übel mit diesen Amtsgenossen betragen , und so viel Lärmen wider ihn erreget , daß man glaubet , er sey vor Verdruß gestorben . Nec vlla fuit ex eo tempore firaultatis inter . emn et Baronem infer - mifllo - - - aduerfus quem ( Baronem ) ifte vindiche cupiditate flagrans tantas excitauit tragoedias , vt a plerisqne credatur Baro ob moero - rem ex ea re conceptum deceflifle . Duaren . Epift . de Fr . Balduino , pag . 61 . Duaren ist nach des Baro Tode nach Bourges zurück gekehrt , und hat daselbst vom Balduin alle Arten von ehrerbiethigen Liebkosun - gen erhalten ; allein man warnte ihn , demselben als einem Manne nicht zu trauen , der sich durch viele Kunstgriffe bemüht hatte , zu verhindern , daß er nicht wieder zurück käme , oder wenigstens den Rang nicht erhiel - te , den er ehmals gehabt Das Mistraüen , das man ihm einblasen wollte , wurde gar leichtlich durch die Versicherung der Aufrichtigkeit streut , die ihm Balduin gegeben ; allein endlich l ) at er doch die Augen auf<^tl'aN und sich öffentltch wider ihn erklärt , und seit dieser Zeit ist unter ihnen eine wirkliche Feindschaft qew ? scn , od gleich der Schein der Einigkeit seinen Gang gieng . Nihil amplius diflimulandum ratus «um homine expoftulaui , et de iure amicitiae neceflitudinisque vio -
lato conqueftus fum paulo liberius ac ftomachofius . Ebendas . 6z 0 . Auch die äußerliche Freundschaft hat sich bey drey oder vier Gelegenkei - ten verleugnet , wo sich Balduin heftig gegen den Duaren erzürnt : yier ist es , was zu dem ersten Auebruche ? . nlaß gegeben . Balduin hatte sich entzogen , den Lehrstuhl zu besteigen , unter dem Verwände , daß er durch seine Schriften zum Nutzen und zum Ruhme der Akademie und der Stadt mehr beytragen könnte , als durch seine Vorlesungen . Er hatte deswegen von der Obrigkeit einen Verweis bekommen , nachdem Duaren von diesem Miöbrauche Bericht erstattet . Ebendaselbst . Einige Zeit darauf entstund ein Auftuhr in den Schulen des Rechtö . Balduin , der sich genöthiger sah . den Vorgesetzren deswegen Rechenschaft zugeben , hat diese Saä>e verrheidiget und sie schimpflich verlohren . Er hat ge - glaubt , daß ihm Duaren diesen Streich gespielt hätte . Diese Sache ist daher entstanden , daß Balduin die Zeit zu seinen Vorlesungen - nach seiner Gemächlichkeit und nicht nach den Stunden erwählt , die jedem Professor angewiesen waren . Dieses hatte Tumult erreget ; denn duin wollte nicht von der Stunde abgehen , die er erwählt hatte , ob sie gleich einem andern zugehörte , der sich dabey erhalten wollte . Horam fiibinde mutabat arbitrio fuo , et in aliorum pofieflionem non minus fuperbe et infolenter , quam turbulente et feditiofe inuadebat . Qua ex re ii motus atque tumultus excitati funt , vt , etc . Ebendas . 64 S . Kurze Zeit darauf ist er von neuem wider den Duaren losgezogen , da . er sich seiner Besoldung auf etliche Monate beraubt gesehen , in welchen er keine Vorlesungen gehalten hatte : denn man muß merken , daß er un# gefähr drey Monate vor seiner Abreise aus Bourges zu lesen aufgehört , ohne daß er seinen Amtsgenossen ei» Wort gesagt hätte , die von ihm gemachten Feyertage zu entschuldigen . Man hat dieses dem Verdrusse zugeschrieben , den er über das Urtheil empfunden , welches die Richter wider ihn ausgesprochen harten . Quod hominis faöum plerique fic interpretabantur , vt dolori acerbiflimo et aegritudini , ex recente illa damnatione iudicioque fufeeptae , vulgo tribuerent . Ebendas . Der Verdruß , daß er seine Besoldung in Ansehung seiner gefeyerren Zeit nickt bekam , hat ihn gereizt , Feuer und Flammen wider seine Amtsgenossen auszufpeyen , und er hat zween Tage darauf , ohne Abschied von ihnen zu nehmen , die Stadt verlassen , aber der Obrigkeit versprochen , wieder zu kommen . Ebendas . 65 S - Man merke , daß er zwey Jahre lang große Vorstellungen wegen . Vermehrung seiner Besoldung gethan hatte , und daß alle seine Bemühungen vergeblich gewesen waren . Er hatte nicht die Halste von der Besoldung erhalten können , die Duaren genoß . Ebendaselbst . Dieser bezeuget auf der 68 S . daß er , nachdem er gese - hen , daß die Protestanten den verleumderischen Gesprächen eines solchen Ueberläusers Gehör gegeben , die Vergeringerung der Neigung gespürt , sich zu Ihnen zu begeben . Er führet einen sinnreichen Spruch des Si - mcnides an , daß man nämlich diejenigen für Lästerer halten müsse , die der Lästerung leichtsinniger weise Glauben geben . Scitum eft illud Si . nioniciis , . Vo» dejines ine auribus calumniari , cum oftendere vellet , eos quoque calumniatores habendos efle , qui aures calumniatoribus faeiies praeberent . Ebendaselbst . Sein Brief ist den 15 desHeumonats 1555 unrei schrieben . Ich muß nicht vergessen , daß man darinnen be - merkt , ( ebendas . 66 S . ) es habe Balduin , der sich von Bourges , wegen , des unerttäglichen Verdrusses , weggemacht , der ihn quälte , den Resor - mitten weis gemacht , daß er diese Akademie aus keiner andern Ursache verlassen , als um sich die Gewisscnsfreyheit zu verschaffen . Also sind die Menschen beschaffen : sie zeigen ihrem Nächsten die falschen Ursachen rer Aufführung an , lind behalten die wahrhaften für sich . Sie verdie - nen alle , einige mehr , die andern weniger , daß man das Wortspiel auf sie deute , welches man auf den berufenen Sterndeuter , aus der Provence , gemacht hat :
Noftra damus cum verba damus , nain fallere noftrum eft . Et cum verba damus , nil nifl noftra damus«
0tieU t$ « ( Cajus ) Consul im 493 Jahre Roms , zerstreute die Flotte der Carthaginenser , und war der erste von allen Römern , dem der ^chiffstriumph verwilliget worden K Man richtete ihm eine Säule mit einer schönen Ausschrift auf .
^D - i— . ' " ' v - f »en der Schiffsschnabel , damit sie ausgeziert gewe -
tem ausgegraben . Die Gelehrten haben sich geübt ,
. . . w - , . . , . j - ^ ^ , man habe dem Duellius zur Erkenntlichkeit wegen
seines Sieges , den Vorzug verstaltet , sidumter dem Klange der Flöten , und bey dem Scheine der Fackeln nach seiner Woh - nung begleiten zu lasse , , , wenn er in der ^>tadt die Abendmahlzeit gehalten hatte ( A ) ; allein andere versichern , daß er sich Andere sagen Duillius . J ) Floms , Libr . Ii . cap . Ii . cy plinius , Libr . XXXIV . cap . V . d ) Peter Ciacconius hat darübe» einen Tractat gemacht , welcher zu Rom im >60« Jahre gedruckt worden . - ) Tacit . Annal . Libr . II . cap . XLIX .
( ! Cs flTmicre Schriftsteller sägen , man habe ihm - - - den Vornla " vcrffarret , stcl ? unter dem Rlange der Flöten und dem der Hekeln , nach seiner Wohnung u . f n> . ] Titus NviuS in Epit . Libr . XVII . ist hierinuen ganz deutlich : C . Diiil - lins Conful aduerfus claflem Poenorum profpere pugnauit , prinius - que omnium Romanorum ducuin naualis vidtonae duxit ti iumphiim : ob quam caufläm ei perpetuus honos habitu . ett , reuertenti a coena tibicine canente fun ( ? ) - - - Andere versichern , daß er sicl ? aus eigner Ge - «>alr dieses Gebraucl ) » angemastet habe . ] Cicero de Senedhite , c . XIII . ist hierinnen auch so bcutUck . als man nur seyn kann . C . Duil - liumM . fiHuin , q«iPocnos clafle primusdeuicerat , redeuntem acoena fenem faepe videbam puer , delcdlabatur crebro funali et tibicine , quae fibi nullo exemplo FRIVatvs fumferat ; tantum LICEN - TIAE dabat gloria . Aorus ist gleicher ? ? ! eyining . Diiillins rator , non contentus vnius di«i Triumpho , per vitam omnem , vbi a
coena rediret , praelucere funalia , praecinere fibi tibias 1VSSIT , quafi quotidie triumpliaret . Florus , Libr . II cap . II . Siehe auch den Valerius Maximus , III B . VI Cap . Rum . 4 .
( C ) Diese letzte Meymmg ist viel wahrscheinlicher , als die erste . ] Denn es ist viel leichter , sich falschlich einzubilden , es habe össenr« liche Perordnungen wegen gewisser Dinge gegeben , als eine öffentliche kundacmachte Verordnung nicht zu wissen . Titus Livius hat es so wahr» scheinlich gefunden , daß der Rath oder das Volk dem Duellius besondere Ehrenbezeigui^cn verordnet hatte , daß er leichtlich hat glauben können : es wären alle'Vorzüge , deren Duellius genossen hätte , Venvilligungen sei - nes Vaterlandes gewesen , und man darf nicht zweifeln , daß die kommen des Duellius . diesem Irrthume VoNckub gethau haben . Diese Flöten , diese Fackeln , braä>ten ihnen mehr Ehre , wenn sie ein össentli - ches Geschenke , als wenn sie eine gewaltsame Anmaßung waren . Also hat hierinnen wohl ein GesU ) ichtsckreiber zwey hundert Jahre hernach betrogen werden können ; allein es wäre nicht so leicht gewesen , im Irr - thume zu seyn , wenn eine öffentlicke Verordnung deswegen vorhanden gewesen : die Familie wnrde die Urkunde davon auf das sorgfältigste ver - wahret haben . Cieero und so viele andere Schriftsteller hatten deswe -
gen

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