Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7416

344 Drusus .
der mütterlich« Oheim des Brutus gewesen ; denn er war der Ser - vilia Bruder , von einer Mutter . Jtzo stehet man , warum Cicero un - fern Drusus in der Rede für denMilo , den mütterlichen Oheim desCato ,
und den mütterlichen Grvßoheim des Brutus nennet . Am BrutuS , XXVIII Cap . in dem IV B . de ? inibu , , XXIV Cap . nennet er den Vaterunsers Drusus auum Catonis .
vom war
ANlsUS , ( Nero a Claudius ) der Bruder des Tiberius , stammte so wohl von väterlicher , als mütterlicher Seite , vo Appius Claudius , dem Blinde» , , her ( A ) . Er war ein Mann von großem Verdienste : wir wollen noch billiger reden : er w einer von den größten Männern , welche die Republik jemals hervorgebracht hat ( B ) . Ein Blitz des Krieges , höchst geschickt
Si Staarögeschäffceii , der bey dem größten Glücke und bey allem Ruhme , die eine Person von seinem Stande und von seinem lter zu erlangen , vermögend war . eine bewundernswürdige Sittsamkeit , Höflichkeit und Ehrlichkeit behielt . Er wurde mün - dig gesprochen , damit er die Ehrenstetten fünf Jahre eher besteigen könnte , als es die Gesetze zuließen b . Er wurde unter sei« nem Quästoramte c , nebst semem Bruder d , im 7Z9 Jahre Roms , in das Land der Rhatier geschickt e , diese Nation zu Paaren zu treiben . Dieß waren seine ersten Kriegesthaten , und sie waren schön ( Q . Hierauf aieng er nach Gallien f i er brachte daselbst einige aufrührische Landschaften Wm Gehorsam ; er schlug die Deutschen , welche jenseit des Rheins gekommen wäret , ; er gieng über diesen Fluß , und schlug die Sicambern in ihrem eigenen Lande ; er gewann ein Schiffgefechte wider die Brutterer , auf der Ems s ; er überwältigte die Völker von Frießland ( D ) , und er ist der erste römische Feldherr gewesen , der sich auf das mitternächtige Weltmeer zu Schiffe begeben h . Nach seiner Zurückkunft zu Rom , 74z , erhielt er daselbst die Prätur ' , und hielt sich nicht lange daselbst auf . Er reiste mit dem Eintritte des Frühlings ab , um seine schönen Heldenthaten itt Deutschland fortzusetzen . Er brachte daselbst verschiedene Nationen unter das Joch , bis an die Weser , und ließ an einige» Oertem Festungen erbauen . Dieses erwarb ihm zu Rom die Triumphszierrathen , die Ehre der Ovation und die Proconsul - würde k . Er wurde im 745 Jahre zum Consulate erhoben , und kehrte nach Deutschland zurück , und trieb seine Eroberun - gen bis an die Elbe . Er bemühte stich , über diesen Fluß zu gehen , und konnte solches nicht bewerkstelligen m : allein man glaubet , wenn ihn nicht eine höhere Macht zurück gehalten hatte ( E ) ; daß er alle andere Hindernisse überstiegen haben wür - de . Er nahm den Rückweg nach dein Rheine , und starb an einer Krankheit^ ehe er diesen Fluß wieder erreichen konnte " , im» 745 Jahre , ungefähr dreyßig Jahre alt . Einige sagen : er sey an einem Beinbruche gestorben ( F ) , indem sein Pferd unter ihm gestürzet war . Sein Bruder , der sich , nach der ersten Nachricht von seiner Krankheit , auf den Weg begeben batte , traf ihn in letzten Zügen an ° ( G ) . Er führte den Körper nach Rom , wo er dem Verstorbenen die Leichenrede hielt t . 'AugustuS hielt ihm eine andere . Man erwies dem Gedächtnisse des Drusus alle ersinnliche Ehre , und gab ihn , den Zunamen Germani - cus , wegen der Siege , die er in Germanien erhalten hatte 1 : also nennte man damals Deutschland . Er hat einen Canat von dem Rheine ins Meer machen lassen ( H ) . Wir haben anderswo '' von der außerordentlichen Keuschheit geredet , die man ihm zueignet . Er hat zweene Söhne und eine Tochter hinterlassen : einer von den Söhnen ist derjenige berühmte Prinz gewe - sen , der sich , unter dem Namen Germanicus , so bekannt gemacht hat ; der andere ist derjenige dumme Prinz , der unter dein Namen Claudius Kaiser gewesen . Ihre Schwester Livia hat den Drusus , des Tiberius Sohn , zum Gemahle gehabt , und nichts getauget Es ist nicht wahrscheinlich , daß Drusus durch das Verbrechen des Kaisers , seines Schwiegervaters , an Gifte gestorben sey ( 1 ) . Der Trost , den Ovidius an die Livia , dieses Prinzen Mutter , geschrieben hat , verdienet gelesen zu wer» den . In der Anmerkung ( ? ) wird man die Fehler des Moreri sehen : sie wollen nicht viel sagen . *
- ) Sueton . in Claudio , cap . I . b ) Dio , LIV B . aufs 7Z5 Jahr , 604 bey mir . 0 In quaefturae honore dux Rhaetici belli . Sueton . in Claudio , cap . I . d ) Dio , Libr . LIV . p . 613 . e ) Heutiges Tages nennet man eS Graubündten . / ) Liiiiu» in Epitome , Libr . CCXXVII u , f . g ) Strabo , Libr . VII . zu Anfange , b ) Sueton . in Claudio , p . 615 . » ) Dio , Libr . LIV . p . 613 . Ii ) Ebend . Siehe auch den Sueton im Claudius , l Cap . / ) Herr von Larrey , in der Historie des Augustus , will , auf der 405 S . daß Drusus das ganze Jahr seines Consulats in Rom zugebracht , und dafi er im 74 ; Jahre als Prveonsul nach Deutsä ) land gegangen , m ) Dio , Libr . LV , zu Anfange . » ) Ebendas . 0 ) ( Ibendas . Liuius Kpitome , Libr . CXL . / . ) Sueton , im Claudius , I Cap . Siehe auch den Seneca , Confolat . ad Mart . cap . III . q ^Sueton , ebendas . r ) In des Artikels Antonia Anmerkung ( B ) . s ) Siehe bei , folgenden Artikel in der Anmerkung ( B ) .
( A ) Er stammte , so rvohl von väterlicher , als mütterlicher Seite , vom Appius Claudius , Vem ÄlinOen , her . Z Appius Clau - dius , der Blinde , hat . unter andern Kindern , zween Sohne dinrerlaf - sen , davon der eine TibniuS Nero geheißen ; ( Sueton , im Tiberius , III Cap . ) von diesem ist der Barer , der Kaiser Tiberius abgestammet : der andere hat AppiuS Pulcher geheißen ; von ihm ist Livia , die Mut - ter dieses Kaiser« , abgestammet . Der Vater von dieser Livia , ein ange - nommeim Sohn eines LiviuS DnisuS , hat sich LiviuS DrusuS Claudia - liuS nennen lassen . Er ist der Partey der Republikaner gefolget , und weil er dem OctaviuS und Marens Antonius keine Verbindlichkeit des Lebens haben wollte , in seinen , Zelte sein eigner Mörder geworden , nach - dem sie die Schlacht bey Philippiß gewonnen hatten . Patercid . Libr . II . cap . LXXI . Ich weis nicht , vb er noch andere Kinder , als Livien gehabt , und ich glaube , daß sein angenommener Vater keine natürliche Kinder gehabt . Ich bediene mich dieses Wortes , nach dem Sinne der lateinischen Seribenten . die es nicht , wie wir , den rechtmäßigen , sondern den angenommenen Kindern , entgegen setzen . Alle mannliche Nach - kommen von der Linie der Drusier , so wvhl leibliche , als an Kindes statt angenommene , haben sich also in der Person des LiviuS Drusus Claudianus , der Livia Vater , geendiget ; und vermnthlich ist dieses die Ursache gewesen , warum Livia den Zunamen DrusuS wieder ans Licht gebracht , da sie denselben ihrem andern Sohne beygeleger , der älteste aber den Namen seines Vaters gefübret : denn jedermann weis , daß Livia . ehe sie des Augustu« Gemahlinn geworden , mit dem Tiberiu« Nero verheirather gewesen war . Dieß war ein Mann , welcher beyden Par - teyen gefallen . Er ist unter dem Julius Casar , in wahrendem . Kriege , von Alexandrien , Qvästor gewesen , und führte die Flotte so geschickt an , daß er viel zun , Siege beigetragen hat . Casar ist nicht undankbar ge - twfen ; er hat ihn an des Seipiv Stelle zum Oberpriester gemacht , und ihm die Vollmacht aufgetragen , die Colonien von Arles , von Narbon - ne nnd verschiedene andere mehr , nach Gallien zu führen . Nach Cä - sarS Tode , bat unser Tiberius gestimmet , daß man den Mördern , Öbrig , keit«halber , Belohnungen zuerkennen solle . Cunöis turbaruin metu abolitionem fafti deccmentibus , etiam de praemiis tyrannicidarum referendum cenfuit . Sueton . in Tiberio , cap . IV . Nach diesem ist er Prätor gewesen , und hat sich zur Parte» des Marcus Antonius ge - schlagen , da die Dreymänner mit einander in den Zwiespalt geriethen . Er ist dem Consul Lucius Antonius , des Tnumvirs Bruder , nach Pe - rufe aefolger , und der einzig ? gewesen , der sich nicht ergeben wollen . Er hat sich erstlich nachPraiiestc geerettet , uuö dam , nach Neapolie ; und ist , weil er die Sklaven daselbst , durch Versprechung der Freyheit . nicht bewegen können , die Waffen zu ergreife« , , nach Sieilien übergegangen . Er hat es übel genommen , daß ihn Sextus Pompejns nicht lich nnd mit bei , Merkzeichen des PrätoramtS zum Gehör gelassen ; er hat ihn dieserwegen verlassen , und ist nach Achaja zu dem Marcus An - tonius gegangen . Nach geflossenem Frieden nnd seiner Zurückkunft in Rom hat er seine Gemahlinn , Livia , dem AngustuS abgetreten . Er hat einen Sohn von ihr gehabt , welcher der Kaiser Tiberius gewesen , ( aus des Suetons Tiberius , IV Cap . ) und einen andern dren Ä ? vnate darauf : dieß ist dieser Drusus , der die Materie dieses Artikels giebt . Die Lästermäuler haben e« an Spömreven , über die geschwinde
derkunft der Kaiserinn , nicht ermangeln lassen : sie gaben vor , AngustuS wäre der wahrhaftige Vater des Kindes . Liuia , cum Augulto gra - uida nupfiflet , intra nrcnfem tertium peperit : fuitque fwipicio , ex vitrico per adulterii confuetudinem proereatum . Statim ccrte vuL gatus eft verfus : To< { tiruxim v & \ rfintiva xaiSlix . Sueton . in Clau . dio , cap . I . Siehe auch den Dio CaßiuS . imXLVIII B . aufs 716 Jahr . Weil man sich aber in der Materie von GeschlechtSregistens nicht an dergleichen lustige Erzählungen halten darf , so gebe ich hier der Livia ersten Gemahl , nämlich den Tiberius Nero , für den Vater nnserS Drusus an . Der Kaiser hat ihm das neugebohrne Kind zugeschickt , und diese Tbat seines Fleißes in fein Tagebuch eingetragen . Der Livia erster Gemahl ist kurz darauf gestorben , und hat feine zween Söhne , vermittelst seines letzten Willen« , unter des AngustuS Vormundschaft hinterlassen . Dio , ebendas .
Ich bemerke hier entert Fehler Dariers : Er saget Remarques für la IV 0 ( B^ s :
lt . cap . XCVII . Dasjenige , was mich überredet , daß PatereuluS dem DrusuS nicht geschmeichelt , sich beliebt zu Machen , ist : weil er sich versi - cher« konnte , es würde ihm Tiberius keinen Proceß linker dem Vor - wände machen , als wein , das Lobbes Drusus nicht prächtig genug ge» wesen wäre ; denn dieser Kaiser hatte nicht ohne Verdruß den blühen -

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