Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Drusius .
( v ) Es ist gewiß , daß er viel - Hebräisch verstanden . Z Au jeigen , daß ich ohne Hyperbole rede , so will ich einen Schriftsteller an - führen , der nicht verdächtig seyn kann . „ Drusius , welcher den sieben - „ ren Rang unter diesen Kunstrichtern hat , ( nämlich unter denen , die in „ England in dem Werke gedruckt worden sind , das zum Titel hat : Cri - „ tica facra , ) muß nach meinem Erachten allen andern vorgezogen wer - „ den ; denn außer daß er in der hebräischen Sprache gelehrt gewesen , „ und die Büchcr der Inden selbst zu Rache ziehen können : so hatte er „ auch die alten griechischen Dolmetscher mit Aufmerksamkeit gelesen ; „ so daß er sich einen besseren Begriff von der heiligen Sprache gemacht , „ als die andern Knnstrichter , die sich nur auf das Lesen derRabbmenge - „ legt . Diesem kann man benfüqci , , daß er auch die Werke des h . Hie - „ ronymus . und etlicher andern Kirchenväter gelesen hatte . Mit einem „ Worte , Drusius ist der gelehrteste und scharfsinnigste von allen den " . Kunstrichtern , die in dieser Sammlung sind . , , Simoh , HiftoireCri - tique du Vieux Teftament , Livr . III . chap . XV . p . m . 443 .
( E ) iBt bat verschiedene Bücher herausgegeben . ^ Diejmigen , welche sein Leben haben , werden darinnen ein genaues Verzeichniß von allem demjenigen finden , was er herausgegeben hat . undwaserherauszu - geben willens gewesen : diejenigen , die es nicht haben , werden wohl thun , wenn sie den Meursius , in Athen . Batauis , zu Rathe ziehen . Man kann dieArbeit dieses gelehrten Mannes nicht ohne Erstaunelt betrachten : er hatte vor seinem Tode alle die Bücher , die er herausgegeben hatte , übersehen , verbessert uub vermehret . Antediftorum nulluni esse li - brtlin , qui poft'rema authoris cura non fit factus melior aut ati & ior . Curiander , in Vita Drufii , p . 20 . viele andre neueTractate geschrieben , und viele Zusätze zu den Werken gemacht , die von einer andern Hand gekommen , welche viel wichtiger , als diese Werke selbst , gewesen . Sc - auuntur libri a D . Drufio quamplurimis additamentis , au & i , adeo quoque vt fi rcciidendi effent , cum additamentis iftis , a Drulio po - tlus quam ab Autoribus nomen tra & uri eflbnt . Ebendaselbst 26 . 27 Seite .
( ? ) Gr bekam Befehl - - - 311 arbeiten , und ward dieser - wegen von Ven Gcncralstaaten bejablt . ] Die Generalstaaren tru - aen ihm im 1600 Jahre auf , Noten über die allerschwersten Stellen des alten Testaments zu machen , und versprachen ihm ein jährliches Ge - halt von 400 Franken auf etliche Jahre . Sie ersuchten die Staaten von Frießland in einem Briefe , unter dem 1 * May 1601 , den Drusius aller Arbeiten zu erlassen , die diese verzögern könnten : In quibu» ( L / tterif ) humaniifime petunt , Drufius vt omnibus iftis oneribus et incomnuo - dis eximatur , quae opus illud Reipubl . Chriftianae maxiine profu - turum , vllo modo impedire possent . Ebendaselbst 14 S . Nach Ver - lesung dieses Briefes , erließen die 'Abgeordneten der Staaten von Frieß - land den Drusius aller akademischen Verrichtungen ; sie erlaubten ihm , zu den ordentlichen Vorlesungen einen andern an seine Stelle zu setzen , und bezahlten ihm einen Schreiber . Er verlangte im , 60 , Jahre seine Erfassung ; allein man schlug ihm unter andern Ursachen dieselbe dar - um ab , weil sein Ruhm viel Fremde auf die Universitär Franecker zog Ebendaselbst >4 S . Er hat über das erste Buch Moses , über das andre , über das dritte , über die XVIII Cap . des vierten , und ins bejon - dre über die allerschwersten Stellen der fünf Büchcr Moses , des Büches Josua , des Buches der Richter , und der Bücher Samuels gearbeitet : er hat darüber gearbeitet , sage ich . um die Verordnungen der General - staaten zu vollstrecken ; allein er hat von allem diesem nichts können cken lassen , und ist öfters in der Ausführung der Verordnungen gestört worden . Ebendas . - z . - 4 S .
( G ) Man hatte wegen einer neuen Ueberseizung der Bibel , in Sie flamändische Sprache , die Augen auf ihn geworfen . ) Die Abgeordneten der Staaten von Frießiand , ( dieß ist eine Gemeinschaft , welche die Staaten der Provinz vorsteller , wenn sie nicht versammlet sind 1 ««Heilten ihm im 1596 Jahre die Vollmacht , nebst dem Herrn von S Aldegonde , uud einigen andern hieran zu arbeiten . Viele gelehrte Männer hielten ihn für sehr geschickt zu dieser Arbeit , und priesen ihn den Staaten stark an . Curiand . inVttDruf . ebend , 12 S . Es ist dienlich , dasjenige zu sehen , was S . Aldegonde im 1594 Jahre deswegen an ihn geschrieben . Ebendas . >z 0 . De Bibliorum verfione , quae eft , quam ad Ordines Bclgii commemoras fententia , etfi video te grauibus commotum rationibus , non pofliun tarnen aflentiri . Ego enim no - ftram hanc , quae vulgo manibus teritur verfionem , eiusmodi eile exiftimo , quae plane nouas lucubrationes , nouumque penitus opus requirat . Inter omnes autem omniurn verfiones ego ineenuo fate - bor , mihi vifani esse nullam tanto abesse ab Ebraica veritate inter . uallo , atque ( it Lutheri verfio , e qua manauit noftra ; ex vitiofa Germanica faöa vitiofior Belgico - Teutonica . De quo Ii nobis li - ceat aliquando familiariter conferre , pro hermaeo duxerim . Id vero vehementer doleo , plerosque noftros homines in nie videri Odilos defixisse , qui fatis intelligam quanta mihi , ltaque velim Ec - clefias noftras , quod ego multis etiani fuafi , in te refpicere , tibique haue demandare prpuinciam . Idque fi id tibi non ingratura fore intelligam cro illis author , quantum potero . etfi video nihil duin eos certi ft'atuifie . De quo fi tmim mihi animum aperueris , facies eratum Diese Stelle ist für Luthers Dolmetschung nachteilig , und noch mehr für diejenige , deren sich die Kirchen in den Niederlanden zur selben Zeit bedienet haben . P - Simon selbst hatte nichts argers davon sa - qen können . Siehe oben die Anmerkung ( B " ) , des Artikels Amama . Ich sehe in den Briefen der Arminianer , im XLVII . XLVIII . XLlX . L . LI . der FolioauSgabe , daß Arminius und Uytenbogard , den Drusius so wohl zu der Verrichtung , die ihm im 1600 Jahre , von den General - staaten aufgetragen worden , als zu der neuen Uebersehnnq angepriesen haben ; allein ihr Fürspruch ist ohne Zweifel , in Absicht auf dieses letzte Geschaffte , nachtheilig gewesen . Vermutlich hat man geglaubet , daß er nicht geschickt darin wäre , weil sie ihn für geschickt darzu gehalten ha - den . Dem sey wie ihm wolle , so habe id ) in dem LIII von diesen Brie , fen gelesen , daß einer von den Svnoden in Holland , einen Beschluß ge - macht , vermöge dessen er nicht allein von der Uebersetzung , sondern auch von der Uebersehung desjenigen ausgeschlossen worden , was übersetzet werden würde .
( H ) Gr hat einen starken Briefwechsel mit Gelehrten unter - terhalcen . Z Außer den Briefen , die er in hebräischer , griechischer , ftan - jösischrr , englischer und holländiscl ) er Sprache erhalten , hat man unter
seinen Papieren noch - zoo lateinische Briefe gefunden , curiand . i« Vita Drufii , p . 11 .
' G ) Viele Leinde haben - - - ihm taustnderley tviöer - warrigkeiten erwecket . ^ Der Synodalschluß , davon ich geredet habe , ist zu keinem andern Ende gemacht worden , als den Drusius von der Bibelübersetzung auszuschließen . Tu quidern illius folius exclu - dendi caufa decretuin faftuni esse prudenter animaduertebas , fed iu - uenis vi ? inti annorum hoc ex ore Roggii aperte eft professus , igna - rus proculdubio quo loco Drufius apud nie esset . Arminius ad Vy - tenbogardum , Epift . LIII . praeft . ac erud . Viror . p . 102 . Er hat mit seiner eignen Hand zu Ende seiner Auslegung , über das I B . Moses , bemerket , daß man ihn auf eine wüthende Art in der Ausführung der Verordnungen gehindert , die ihm die Generalstaaren gegeben harteil . Hier sind feine Worte : Absoluta fuit haec in Genefin comnientatio , vndeeimo Aprilis ftilo veteri anno Chrifti 1602 , quam aggrefihs erain biennio ante , aufpieiis illuftrium Ordinum Generalium Pro - uinciarum Foederatarum , procurantibus hoc negotium Iohanne Uytenbogardo , Iacobo Arminia , Iacobo Bafelio , aüisque verbi ditik Iii Praeconibus , non tarn facundis quam doftis ac piis , veritatisque ac folidae doärinae ftudiofiflimis . Dens illis et mihi largiaturt illis praemium quäle merentur , mihi otium et bonam valctudinem , vt poffim in caeteros libros fimilia praeftare . Quod futurum puto ex vfu Ecclefiac Orthodoxae , quam amo ac veneror ; vt contra odi Ecclefiam errantium et imperitorum , qiiorum illi familiam ducunr } qui me in hoc opere non femel turbarunt . Dens illis condonet , cul laus et gloria in aeuum . Curiand . in Vita Drufii , p . 23 . Endlich ist seine Geduld ausgerissen : er hat etwas wider seine Verfolger geschrie - ben ; l denn ich zweifle nicht , daß er sie nicht also genennet hat ; ) ich habe es nicht selbst gesehen , was es ist ; ich weis es nur , weil ich in seinem Le - den , auf der 26 und 27 S . folgende Anfiihrung gelesen habe : I . Drufii ad Abelum Curiandrum generutn fuum Epiftola , in qua agitur de vehementia , qua vfus fuit in Epiftola fua ad Fratres Beigas . Iteiu Speculum Theologorum mifologorutn ex Erasmo .
( K ) iLr war eingebogen 5»m Verdammen und Hoben : wel« che« Ursache gewesen , daß man ihn für einen bösen protestan , ren ausgeschrieen . ^ Er ist kein Mann gewesen , der in theologischen Materien einen richterlichen Ausspruch gethan : dieß ist ketzerisch ; dieß »ir rechtgläubig . Er hat sich mir nichts , als der Sprachlehre vermengt , und öfters gesaget , daß er wenigstens , wenn er sich gleich in einem Jrrthume befinden sollte , von derKetzereystey wäre ; weiter nicht halsstarrig , sondern bereit wäre , einem guten Rache nachzugeben , und alle seine Werke und seine Person der Beurteilung der katholischen Kirche zu unterwerfe» . Tennis mea feien * ia verfatur tota circa Grammaticam et Hiftoriam ( v . facram ) Dogmata fidei aliis me'do - öioribus traöanda relinquo - . . Pertinacia facit haereticutiy non fimplex error , nam hunianum eft errare , humani autetn a n ; 4 nihil alienum feio . Monitus non ero pertinax , nec vnquam fuk Olim professus furo , quod nunc iterum rejieto , me mea omnia feibii - eere iudicio Ecclefiae . Drufius , in Libro de Hafidacis , pag . 22 . bevM Curiander auf der 21S . in Tetrsgranirnato , p . 81 . Ebendaftlbst , redet er al ! o : ! ^on fum Theologus : an Granmiatid nomen , quod ali - quando mihi probrofe obiedhim , tueri poflim , nefeio . Amici quo» nofti negant , ego non contradko . Quid igitur es , inquies ? Chri - ßianus fum ; ( piAatA^^fc fum , qui feribendo proficio , et proficiendo feribo . Ich will nur diese Worte noch darzu setzen : Quod fupereft , feripfi haec animo iuuandi , non laedendi . Si laefi quempiam , iain nunc poenitet . Si oftendi pias aures , monitus libenter niutabo . Si erraui vfpiam , monftretur mihi error : Non ero pertinax . Deni - que prouoco ad iudicium EcclefiaeCatholicae , cui ine meaque Omnia fubiicio , ( haec et alia , quae hoc libro continentur , vt et in aliis omnibus a me vnquam editis , aut edendis fubiicio libcns Ecclefiae Catholicae iudicio , a cuius reöo fenfu 11 dissentio , non ero pertinax ; also redet er in der Vorrede seines Ensch beym Curiander - 2 S . ) a cuius redto fenfu difientirc neque volo , neque debeo . Sic mihi Dens fa - ciat , fic addat . In Libro Praeteritorum , pag . 454 . ebendaselbst 22 S . Diese Sprache gefällt den Eiferern nicht ; sie finden darinnen das Merkmaal des PvrrHonismus : sie wollen , daß man entscheidender und beherzter , als BartoluS , seyn soll ; sie wollen , daß man es wie sie ma° chen soll , das heißt , daß man eine Meynung fest annehme , und die andere verfluche . Sie können nicht begreifen , daß man von einer Meli - gion seyn könne , wenn man bey Vergleichung derselben , mit den an - dem alle seine Gelassenheit , und einen großen Grad der Billigkeit ge . gen die Anhänger der Kekereyen behält . Also war Drusius nicht der Mann , dem es an gefährlichen Feinden fehlen konnte . Und wie ? ist diese Redensart ; ick unterwerfe meine Person , und alle meine Schriften der Beurtheilung der katholischen Rirclie , ist diese nicht nach dem römischen Hosstil ? hat ihm dieses nicht die Eiferer auf den Hals gehetzt ? was für Gesahr lx>r er sich nicht durch die verweigerte Unterschrift des Fornnilars ausgesetzt ? Ich habe in den Sealigeraner» gelesen , daß er das niederländische Glaubensbekenntniß niemals unter» sdnieben hat . Drufius noluit vnquam fubferibere Confedioni no - ftrae , et propterea illi male volunt fui Collegae . iDrufiiis weis nidit , was die Religion ist : er ist »id>t unstrs Glaubensbe , kenstniftes : er ist beständig 3» K . 6wen unter den Papisten erzo , gen worden . Sealiger berriegt sich : Drusius hat Lowe» im 1567 Jahre , „ ebenzehn Jahre alt , verlassen , uud seit der Zeit ist er nickt wieder dahin gekommen , als zu Anfange des 1576 Jahres auf einige Monate : dieses ist aus seinem Leben . Gerrariu» hat davon reden hören , daß er unser Glaubensbekenntniß nicht unterschreiben wolle» . Diese Verweigerung ist ein Zeichen gewesen , daß er nicht alle Artikel des niederländischen Glaubensbekenntnisses gebilliget hat ; allein man kann daraus niä , t billigerweise schließen , daß er ein Papist gewesen , oder daß er die niederländische Kirche nicht für besser gehalten hätte , als die dern Gemeinschaften . Der Urheber von dem Geiste des Arnauld , hat feine Sealigeranen nicht wohl inne gehabt : denn wie würde er nicht wider den armen Colomies losgezogen haben , wenn er ihm Hätte vor - werfen können , daß in dem icon Presbyterianorum das Zeugnis ; citifS Mannes angeführer worden wäre , der sich beständig geweigert , das nie - derlandische Formular zu unterschreiben ? Dieß Härte ihm Materie ge - geben , zu gleicher Zeit den Drusius und den Colomies , durch die Hechel zu ziehen . Dieß hätte nicht geheissen : vna fldelia duos parietes deal - bare , sondern deturpare et confpurcare .
( L ) Seme

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