Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7276

330
Drelincourt .
„ densarten zu säubern willens gewesen , welches das Licht zu sehen ver - „ bientc . - - - Lorenz Drelincourt ist verheirathet gewesen , und hat „ nur Töchter hinterlassen . „ Aus dem angezogenen geschriebenen Le - benslaufe . Wenn man zu wissen verlangt , wie sehr ihn - ftin Vater ge - liebt , so darf man nur die Zuschrift des Faux Pafteur convaincu lesen .
Der andere Sohn hat - Heinrich drelincourt geheißen . Er wurde dem Predigtamte gewidmet , und hat es anfänglich zu Gien und dann zu Fontainebleau geübt . Diese zween Brüder haben den Trost gehabt , die Auflegung der Hände von ihrem eignen Vater zu erhalte» . Die Predigten , die er bei ) diesen Gelegenheiten gehalten , sind ans Licht ge - geben worden . Heinrich Drelincourt ist vor den letzte« ? Verfolgungen gestorben . Ehe er ein Prediger geworden , ist er Sachwalter gewesen . Ans dem geschriebenen Leben . Siehe die Zuschrift des Faux Pafteur vaincu unter dem qApril , 6 ; 6 .
Der dritte Sohn ist der berühmte Carl Drelincourt , öffentlicher Lehrer der Arzneykunst zu Leiden , ( siebe den folgenden Artikel ) von welchem ich mehr , als einmal , zu reden Gelegenheit gehabt . Man sehe unter andern Stellen die Vorrede des Artikels Achilles , die kung CA ) bey dem Artikel Andromacha von dvcta , und die kung ( G ) zu dem Artikel J & tifeis . „ Kaum hatte er den Gradum zu „ Montpellier im 1654 Jahre angenommen , so wurde er zum ersten Arzte „ bey den Armeen des Königes von Frankreich in Flandern , unter dem „ Marschalle von Tureiine . erwählt . Nachdem er sich in Paris verhei , „ rächet , ist er im 1668 Jahre zum Professor der Arzneykunst nach Leiden „ berufen worden , itzo ist er Dechanr der Universität . Er hat dem Kö - „ nige von England , Wilhelm dem dritten , und der Königinn Maria , „ seiner Gemahlinn . bis zu ihrer Erhebung der Krone gedienet . Ihm „ allein hat der König die Sorge für die Königinn , bey ihrer Rei>e in „ das Bad zu Aachen im >6s> Jahre aufgetragen . Er hat auch den Vor - „ theil gehabt , von allen Großen des Hofes im Haag gebraucht zu wer , „ den . , , Aus dem geschriebenen Lebenslaufe . Ich will eine Sache nicht mit Stillschweigen übergehen , die ick in der Zuschrift des Faux Pafteur convaincu gelesen habe ; daß er nämlich nach bereits erlangter Doctorwürde in der Arzneykunst Lust gehabt , ein Prediger zu werden . Ob er gleich nicht den Titel gehabt , so kann man doch versichern , daß ihm keine einzige von denen Eigenschaften gemangelt hat , die ein wahrer Diener des Evangelii haben soll . Es hat kein Gottesgelehrter die heil . Schrift besser inne gehabt , als er . und es sind wenige gewesen , die er hierinnen nicht übertroffen hat . Seine Gottesfurcht war gründlich , wohlthätig , dienstfertig , mildreich . Er ist gegen die Flüchtlinge weder mit seinem Beutel , noch mit seinem Ansehen , noch mir seinen Rath - schlügen sparsam gewesen , die seiner guten Dienste nöthig gehabt . Nie - malS ist ein Mensch ein so guter Freund , als er , gewesen : diejenigen , wel - che seine Lobrede machen werden , werden Mühe haben . zu entscheiden , vb die Eigenschaften eines Gelegten bey ihm erhabner gewesen . aiS die Eigenscl ) äften eines ehrlichen Mannes . Wenn man alle LobeSerhebun - gen sammlen wollte , die ihm von verschiedenen Schriftstellern gegeben worden , so würde man ein ganzes Buch davon machen . Diejenigen , die ihm seine Amtsgenossen in ihren öffentlichen Reden gegeben haben , ( siehe die Leichenrede Hermanns , welche von dem Bidlo . berühmten Professor der Arzneykunst zu Leiden , gehalten worden . Ich ubergehe verschiedene andere Reden , worinncn er gelobet wird . ) scheinen mir von großem Werthe zn seyn , und man weis , daß sie im Monate März «695 , von seinem Verdienste sehr vorteilhaft bey einer Handlung redet haben , ( die Leichenrede der Königin» von England . Spanhelm und Perizonius haben jeder eine schöne Rede über den Tod dieser Prin - zeßinn gemacht . ) welchen sie auf einen andern Gegenstand , den aller - größten und edelsten , de» man sehen kann , angewendet , und welcher am vermögendsten ist , alle Aufmerksamkeit des Redners an sich zu ziehen , und zu erschöpfen . Alle die Schriften , die er herauSgeqeben hat , sind von einer ursprünglichen und unnachabmbaren Eigenschaft . Man ziehe die Novellen von der Republik der Gelehrten zu Rache , wo man die Au«züge einiger von seinen medicinischen Werken findet . Man sehe auch die Zuschrift einer Predigt , welche im 1682 Jahre zu Leiden ge - druckt worden . Sie hat zum Titel , Les Etoiles de l' Eglife et les Chandeliers mvftiques , sie ist vom Lorenz Drelincourt bey der Kirchen - Versammlung in Poitou zu Fontainai den 25 des Weinmonats 1677 ge - halten worden . Der Verfasser der Zuschrift nennet sich Baignoux . Er ist Prediger zu Poitiers gewesen , und hat die älteste Tochter des Lorenz Drelincourt zur Ehgattinn gehabt . Er hat die französische Sprache unvergleichlich verstanden . VaugelaS und BouhourS wurden gewiß - lich weniger Fehler und Nachläßigkeiten unserer französischen Scriben - ren bemerken , als er . Die allerkleinsten und unmerklichsten Fehler der Schreibart entwischen ihm niemals , wenn er sich bemühen wollen , die - selbe zu zeigen .
Der vierte Sohn heißt Anron Drelincourt , er ist Arzt zu Orbes in der Schweiz , und in seiner Prvseßwn sehr hoch geschätzt . Die Herren von Bern haben ihn zu ihrem außerordentlichen Arzte gemacht .
Der fünfte Sohn ist zu Genf unter seinem theologischen Studieren
sechste heißt pcter Drelincoltrt . Er ist Priester der engli - schen Kirche , und Dcchant zu Armach . Er ist ein Mant , von vielem
^Alle'die andern Kinder sind in ihrer Kindheit oder in der schönsten Blüthe ihrer Jugend gestorben , als unter andern eme Tochter , welche den s des Ehrlstmonars >655 sehr gottselig verschieden ; bis auf eine ein - zige Tochter , die noch lebet . Siehe die Zuschrift des Faux Pafteur convaincu . Sie ist mit dem Herrn Malnoe , ParlementSsachwaltern zu Paris , verheirathet gewesen , und , anstatt , demselben nach Holland zu folgen , wohin er sich der Religion halber , zur Zeit der Dragonerverfol -
? ung wendete , in Paris geblieben , wo sie sich öffentlich zur katholischen
ehre bekennet .
( v ) Er hat ver Rirche durch die Fruchtbarkeit seiner Fever große Dienste geleistet^ ] Sein erster Versuch ist ein Buch von der Vorbereitung zum heil . Nachtmahle . Dieses , und sein Catechiemus , sein Auszug der Religionsstreitigkeiten , und die Trostgründe wider die Schreckbilder des Todes , sind unter allen seinen Werken diejenigen , die am öftesten gedruckt worden . Einige davon sind über vierzigmal ge - druckt und in verschiedene Sprachen , in die deutsche , holländische , iraiie - nische und englische übersehet worden . Seme christlichen Besuche in fünf Bänden dienen beständig den Privatpersonen zum Tröste und den
digern zur Quelle und zum Muster . Er hat drey Bände van ten herausgegeben . Dieß sind seine Werke von Religionsstreitigkeiten . so viel ich mich erinnern kann . ^ Das Jubeljahr ; die römische Schlacht ; die Nachteule der Jesuiten ; der Triumph der Äir - che unter dem Xraije ; die Antwort an ven p . Laufiin ; die Streitigkeiten mit dem Bischöfe von Bellai wegen der Ehre , die man der Jungfrau Maria schuldig ist ; die Ehre , die man dem Sacramenre schuldig ist , eine Antwort an la Milletiere . ( Er trat mit dem Milletiere in Unterredung und überwand ihn . Die Acren davon sind gedruckt worden . Siehe die Historie des EdictS von Nantes , II TH - stt , ; >6 S . ) Gespräche wider die Glaubenseife - rer in verschiedenen Banden : der überwunvene falsche Hirre : das falsche Gesichte des Alterthums : die erdichteten Nichtig - keitcn der Glaubensverbejserung : Antwort an den prin ; Ernst von Hessen : Antwort . ( die er unter dem Namen Philalethes >656 gemacht ) auf die Rede der Clcrisi ) ? , von dem Erzbischofe vo»» Sens gehalten : die Vcrtheidigung Calvins . Er hat Briefe ge - schrieben , welche gedruckt worden , einen an die Frau de la Trimouille über die Empörung ihres Gemahls : einen Trostbrief an die Frau de la Tabariere : einen über die Wiederherstellung Carls des II , Königes von Großbritannien : einige von der bischöfliche» Würde in England u . d . m . Ich sage nicht« von denen Gebethen , die er herausgegeben hat . Einige sind für den König , und die andern für die Königinn und den Dauphin gemacht worden .
( E ) Er war bey der andern partes beliebt . ] „ Man weis , daß „ er einen großen Zugang bey den StaatSiecretären . be» dem ersten Par - „ lementSpräsidenten , bey dem Sachwalter des Königes , und bey dem „ Civil - und Criminallieuteuant gehabt : allein er hac sich ihrer genheit niemal« anders , als zum Dienste der gekränkten Kirchen , ge« „ braucht , oder unzähligen Privatpersonen zn helfen , die er in der Welt „ entweder befördert , oder vom Staupbesen , dem Galgen und den Galee - „ ren errettet hat . , . Aus dem oben bemerkten geschriebenen Lebenslaufe . Man kann sagen , daß obgleich die Katholiken in Frankreich den Prote - stanten in allem , was die weltlichen Vortheile betrifft , tveit überlegen waren , diese dennoch nicht unterlassen haben , sehr sreymüthig wider die Lehren der römischen Gemeinschaft zu predigen und Streitschriften zu verfertigen , worinncn sie jede« Ding bey seinem Namen offenherzig nemi - ten . Siehe die Historie »es Befehls von Nantes II Bande , XIB . 556 S . Verschiedene verdiente und ansehnliche Personen von der Gegenpartey sind so redlich gewesen , einem protestantischen Schriftsteller Gerechtigkeit zu erweisen , der seine Sache wohl vertheidigte und bey seiner Materie blieb . Unser Drelincourt ist ein Beysviel davon , und Claude ist auch eines ; denn er hat bev den römischkatholischen in großem Ansehen ge - standen . Siehe oben die Anmerkung ( E ) bey dem Artikel Claude . Man kann hieran« die Verwendung oder die Arglist gewisser Leute k * hcn . welche sich ein großes Verdienst daraus machen , daß sie unter den Katholiken , Arminianern , Widertänfem u . d . m . wie die Pest gehaßt werden . Wenn sie weiter nichts gethan , als ihre Sache wohl' verthei - digt hätten , so wurden sie nicht der Gegenstand des allgemeinen Hasses geworden seyn : also ist es ihre Art zu handeln , die persönlichen De - schimpsungm , die UnHöflichkeiten , die sie in ihren Schriften ausgestreuet haben , allein diesem , sage ich , müssen sie den Widerwillen zuschreiben , den man wider sie hat .
( F ) Die reformirten großcn - Herren haben ihm jederzeit eine grosie - Hochachtung erzeiget . ] „ Der . Herzog de la Force , die Mar - „ schällc von Chatillru , von Gaßion und von Turenue . die Frau de ! ( 6 ) Er har alle seine Arbeiten mit einem unermüöercn Lleiße zur Ehre Gottes und zum Dienste der Rirchc angewendet . ] Da er von einer starken Lcibesbcschaffenheit gewesen , so har er sich nie - mal« geschont , wenn er eine Amtsverrichtung zu thun gehabt . Bey einem außerordentlichen Vorfallt hat er so viel Muth und Stärke ge - habt , in einem Tage siebenmal zu predigen . „ Dieß ist eine Wirkung „ von dieser Stärke des Leibes und Geistes gewesen , damit ihn der Htm» „ mel begaber hatte , daß er der Kirche zu Pari« selbdritte zwölf Jahre „ gedienet , nachdem man ihr den dn Moulin genommen hatte ; " allein „ unter andern Dingen ist er so fleißig und eifrig gewesen , die Kranken „ zu besuchen , dergleichen man nicht leickt bey einer andern Person ge - „ sehen bar . - - - Er hat so viel Vergnügen an der Arbeit , vor , „ nehmlich an Bestreitung der Jrrthüm ? r gefunden , daß er sich nur der «Feder in der Hand zu sterben gewünscht . . , Au» seinem geschricbe - neu Leben . Er hat noch die letzte Woche seines Lebens geprediget ; denn seine letzte Predigt ist vom 27 des Weinmonaces >669 .
( H ) Paul Freher har sich in vielen Dingen betrogen . ] I . Hat er die Geburt Call Drelincourts den , o des Weinmonats geseilt ; ( her , in Theatr . Erudit . Vn or . pag . 696 . > er hätte sie auf den 10 deS HeumonatS setzen sollen . II . Läßt er ihn sein Predigtamt bev der Kir« che zu Pari« 16 , 9 anfangen ; und gleichwohl hat Drelincourt , welcher seit dem >6 , 8 Jahre Prediger gewesen , den Dienst dieser Kirche erstlich im , 620 angetreten . III . Saget er , daß sich in eben diesem Jahre , nämlich 1619 nach feiner Meynung , du Moulin nach Sedan begeben , und daß also Carl Drelincourt und Johann Mestrezat die Last von der Füh - rung dieser Heerde einige Jahre allein tragen müssen . Du Moulin hat sich im 1620 Jahre nach Sedan begeben , und es sind drey Pastoren bey der Kirche zu Paris geblieben . Drelincourt ist einer von den dreyen gewe - sen , und hat dieser großen Kirche selbdritte zwölf ^abre gedienet . he die vorhergehende Anmerkung ( G ) . IV . Versichert er , daß Drelin , conrt , da er wegen Schwachheiten des Alters nicht Mehr das Vermögen gehabt , auf die Kanzel zu steigen , öfters wann

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.