Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7268

Drelincourt .
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hat vorgestellet , baß der Prinz den Verordnungen des Sehers nicht ge - folgt wäre : denn er wäre in Pohlen ohne der Türken Genehmhaltung darzu eingefallen . Kreui poit a Principis Tranfyluaniae Secretario , C . S . triftcs venerum ( terna vice ) quibits hiitorice Principis Ali rtiinain recitans , non obfcure culpara in Reuelationes iftas ( quafi fidem illis haben» eo impulfus fuiflet Princeps ) conferre videbatur , caufa fuit data ad nebnlas illas difcutiendum fcribcndi aliquid . daselbst 184 S . Man merke , daß , wenn die Unternehmung des Ra - gorzky glücklich gewesen wäre , man keine Acht auf die Versäumung der von dem Propheten vorgeschriebenen Bedingungen gehabt haben würde : und also sind einerley Zusätze den Prophczeynngen dieser Leute gleich we - sentlich oder zufällig , nachdem es dem Erfolge darüber zu entscheidenge - fällt . Dies ; ist ihr Hauptschlüssel . Es wird schwer fallen , zu sagen , ob Ragotzky den Prvphezeyungen des Drabicius Glauben gegeben ; oder vb er nur geglaubt hat , daß sie ihm durch die Neigung , darein sie die Volker versetzen konnten , einen Sieg verschaffen würden . Es ist sehr möglich , daß sich ein herzhafter und verständiger aber unstudierter durch dergleichen Reden , wie des Drabicius seine , sehr stark hat können
schüttern lassen ; ich will sagen , daß er darinnen etwas göttliches und prophetisches gefunden , und daß er sich vor dem von dein Propheten an - gekündigten Fluche gefürchtet ( >at . Man hat dem George Ragorzky zu verstehen gegeben , daß sein Vater und Bruder die Wirkungen davon empfunden Härten : warum sollten wir nicht glauben , da« er big geworden ? Allein außer diesem ist es sehr gewiß , daß ein sehr leuchteter Prinz , über dergleichen Hirnqespinnste zu svotre» , sich nach dm Erscheinungen solcher Leute große Anschläge und Absichten in den Kopf sehen kann : denn dieß ist eine sehr mächtige Maschine große Staats - Veränderungen aus den Schauplatz , zu bringen , wenn man die Völker durch apokalyptische Erklärungen , die mit einer begeisterten und enrhu . siastischen Mine vorgebracht werden , dazu vorbereitet . Dieses ists . was den Feinden der Protestanten Anlaß gegeben , zu sagen , daß ihre ler nur darum über die Offenbarung Johannis gearbeitet , damit sie den Krieg in ganz Europa anzünden keimen , wenn sie gewisse Prinzen verhetzt , die nur auf Gelegenheit gedacht , sich der Umstände zu ihrem Vortheile zu bedienen . Comenius ist vor diesem Verdachte nicht qanz bedeckt . Siehe den Artikel Rotterus .
Drelincourt ( Carl ) Prediger der reformirten Kirche in Paris , war den 10 des Heumonatö 1 , 95 zu Sedan gebohren , sein Vater hat daselbst ein ansehnliches Amt bekleidet ( A ) . Er trieb die schönen Wissenschaften und sem theologisches Studium m Sedan ; allein er wurde nach Saumur geschickt , um daselbst die Weltweisheit , unter dem Prosessor Duncan , zu hören . Er wurde im Brachmonate 1618 zum Prediger aufgenommen , und verwaltete dieses Amt nahe bey Langreö ( B ) , bis «• von der Kirche zu Paris im Marzmonate 1620 berufen ward . Er heirathete 1625 die einzige Tochter eines reichen Kaufmaniis in Paris « , von welcher er sechszehn Kinder gehabt ( C ) . Der Segen Gottes , der sich über seinen Ehstand durch eine nicht ge - meine Fruchtbarkeit ergoß , hat sich nicht weniger über sein Predigtamt ergossen . Seine Predigten waren sehr erbaulich : er war unvergleichlich beym Kranken trösten , und er widmete sich mir großem Nutzen den Geschafften seiner Kirche , und auch an - derer Heerden ; bey welchen er allezeit um Rath gefragt wurde , wenn sie wichtig waren . Man weis die Dienste nicht nach Würden vorzustellen , die er der Kirche durch die Fruchtbarkeit seiner Feder geleistet hat ( D ) , so woHl was seine andach - tigen Büches als was seine Streitschriften betrifft . Es ist so viel Rührung in den ersten ; und der Geist und die ten der heil . Schrift herrschen auf eine solche Art darinnen , daß gute Seelen darinnen eme unvergleichliche Weide gefunden Haben , und noch täglich finden : was er wider die römische Kirche geschrieben , das hat die Protestanten mehr befestiget , als man sagen kann ; denn mit denen Waffen , die er ihnen dargebothen hat , konnten auch so gar die Unstudierten den Mönchen und Pfaffen die Stange halten , und den Glaubenseiferern sich kuhnlich zum Gefechte anbiethen . Seine Schriften haben ihn als die Geisel der katholischen Religionbgreiter dargestellt , und gleichwohl ist er bey der widrigen Parken beliebt gewesen ( E ) . Die reformirten großen Herren haben gegen ihn jederzeit eine ganz besondere Hochachtung gezeigt ( F ) . Er ist den z des Win - termonatS 1669 unter den andachtigsten Bezeigunae» gestoroen , die man nur von einem Prediger erwarten können . der sich allezeit von einem großen Eifer angefeuert gezeigt % und alle seine Arbeiten mit einem unerinüdeten Fleiße zur Ebre Gottes und zum Dienste der Kirchs gewidmet hat ( G ) . Er ist ein ungemein fleißiger Bether gewesen , und in den letzten Jabren seines Lebens , wenn er sich allein befunden , hat er niemals die Glocke schlagen hören , daß er sein Gebeth nicht kniend zu Gott verrich - ter hätte f . Paul Freher hat sich in vielen Dingen betrogen ( H ) .
« ) Er hieß Bolduc und war reformirt geworden , b ) Man ziehe seine letzten Stunden zu Rache : sie sind nach seinen» Tode her - ausgegeben worden , und man hat in den letzten Ausgaben seine Confolations contre les Fraieur» de Ja Mort dazu gefügt . 0 Aus nem geschriebenen Leben , von einem nach England geflüchteten französischen Prediger aufgefetzt , der an den Vies des Pafteurs illuftres de Franke arbeitet .
( A ) Sein Vater hatte eine ansehnliche Bedienung ; u ©cd«« . ] Anfänglich ist er Seeretär Heinrich Roberts de la Mark , Herzogs von Bouillon und fouverainen Prinzen von Sedan gewesen , und dann zum Stadtschreiber und obersten Rathe dieser Stadt erwählet worden . In den , geschriebenen Leben Carl Drelincourt« . Er hat N . Buyrerre , «ine Tochter des Nicolas Buyrette , Parlementssachwalters zu Paris geheirathet . Dieser Sachwalter nahm die Glaubensverbesserung an ; seine Ehsts» und seine Kinder ahmten ihm mit einem solchen Eifer nach , daß sich sein ältester Sohn Thomas Buyrerte , in dem protestantischen Märtyrerverzeichnisse findet , und Jacob Buyrette , sein anderer Sohn , sich dem Predigramle gewidmet hat , und wirklich einer von den Pasto - ren der Kirche zu Paris gewesen seyn würde , wenn er nicht in derselben Woche gestorben wäre , die man zur Auflegung der Hände erkiest hatte . Thomas Buyrette hatte auf den Rath Calvins und feiner Amtsgenvs - sen das^lmt eines Predigers in seinem neunzehnten Jahre angetreten , und dapelbe zu Lyon Verwalter . Siehe die Zuschrift der IX Dialogues de Mr . Drelincourt contre le ? Miffionaires , touchant le Service des Eglifes Reformees . Einige Jahre drauf zwang ihn die Vl ? uth der Verfolgungen nach Genf 5» entweichen ; - - » weil er «bcc außer seiner Berufsarbeit keine Ruhe fand , so ist er gar bald nach Besanson geschickt worden , wo ihm Gott die Gnade er ,
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gewesen , so hat er dock das Glucke gehabt , von verschiedenen Rirchen des Ronigreicks , und auck von einigen der anschnlich - sten ausländischen verlanget ; u werden . Key seiner Ankunft jtt Tangers ward er mir einer großen - Hoffnung erfüllet ; Senn es fanden sick in dieser Stadt eine Menge von^ solchen . teuren , die man Zauderer genannt , welcke nur die Gelegenbeit ? u er - warren schienen , sich 5 * erklären : und auf dem ^ande hat er Linwobner geseken , die nach der Reinigkeic und Einfalt des Lvangelii gcseustcc ; und auf das bloße Gerüchte von der führung dieser Rirche haben sich mehr , als 500 Personen , einst : funden , in der - Hoffnung , eine predigt ? u hören . Allein man hat niemals von dem Rothe des Könige« den nöthigen Befehl erhalten können . Drelincourt gerieth darüber in eine so tiefe Traurigkeit , daß er in eine Krankheit von drey Monaten gefallen , die ihn bey nahe ins Grab gelegt hätte : - - - unter Erwartung der so höchst ten Ausrichtung dieser Kirche hat er in den benachbarten Kirchen und auch auf dem Schlosse Preeigni geprediget , allivo er zu Anfange des Brachmonats , 6 , 8 die Auflegunq der Hände erkalten . Es war ihm nicht erlaubt , seinen ordentlichen Aufenthalt in LanqreS zu haben - diese« hat ihn viel sorgfältiger geniacht , die Protestanten aus dem Lande zu suchen , zu unterweisen und zu trösten . Endlich , da alle Hoffnung zu
wiesen , eine geheime Rirche aufzurichten , und das Reich Jesu Aufrichtung der Kirche in Langrcs verlohren war . hat er den Beruf der Christi auf eine wunderbare Art ; u befordern . Seine Mutter , Kirche zu Paris angenommen . Er hat den , 5 März , 620 zum ersten -
die ihn , seit dem er Prediger gewesen , nicht gesehen hatte , wünschte be - gierig , denselben zusehen , und trat die Reise in eben dem Jahre des bades an . Er fiel den dritten Tag den Schlächtern in die - de , welche , nachdem sie von ihm selbst seine Religion und das Amt erfahren , das er getrieben , ihn nebst dem Johann Mole , dem Ehmanne der Maria Buyrette , seiner ältesten Schwester , auf «ine grausame Art hingerichtet , und beider Rorper licher UOeise in den Fluß geschleppt haben . Dieß ist eben
derselbe Thomas Buyrerre gewesen , dessen in dem Märtyrer , — . . - - , - - - - - > V . . . - -
buche gedacht ist , und der in die Zahl der Diener Jesu Christi Er war »glich Prediger zu Rochelle ; allein da er derielben Kirche gesenkt wird , die durch ihren Tod die Wahrheit des Evangelii durch einen Befehl entrissen wurde , welcher dieser Kirche verborh , Pasto - besiegelt haben . ~ '
male daselbst geprediget . Er hat allezeit eine besondere Zärtlichkeit ge - gen die Glieder seiner ersten Kirche erhalten . Aus der Zuschrift des III Bandes seiner Predigten . Er hat sie dem Heudelot , Herrn von Preeigny und andern Gläubigen der Stadt Langres und' derselben Gegenden zugeschrieben .
( Q Er hat sechzehn Rinder gehabt . ] Die ersten sieben sind alle Knaben gewesen : die andern waren gemischt , sechs Sohne und drey Töchter . Der erste unter allen ist Loren ; Drelincourt gewesen .
Seine Mutter wurde aus dieser Fluch von Blute
durch die Art eines Wunderwerke gerettet , und ist mit ihren übrigen Kindern nack Sedan geflüchtet , die sie in der Furcht Gottes er - nähret und erlogen bar . Ihre letzte Tochter , die nach des Vaters Tode zur Welt kam , ist mit Peter Drelincourt verheirathet worden , der damals Secretar Heinrich Roberts de la Mark gewesen . Siehe die angezogene Zuschrift . Dieß sind der Barer und die Mutter unsers Carl Drelincourt« gewesen .
( B ) igt wurde - - - 5NN» Prediger aufgenommen ; er
übte sein Amt nahe bey Tangers . 1 Man glaubte eine Kirche an
den Thoren von Langers , als einem Amtsorte auffuhren zu können . Diejenigen , die an derselbe . , Auftichwng arbeiteten , wunMen den lincourt zum Prediger dieser neuen Kirche zu haben . * v»e man ihn versicherte , daß in diesen Gegenden eme reiche Erndte »u hoffen
C> K / »f " Vt . . . . . . 5 u< * / + «orirt flltCtfUOIlinifll / ttllö iutt ftl -
ren zu haben , die außer Rochelle gebohren worden , „ so ist er nach Nie« „ berufen worden , wo >r sein Predigtamt nur vieler Hochachtung und „ Treue verwaltet , bis er , nachdem ihn Gott im 1680 Jahre des Ge - „ sichteS bera . ibet , sechs Monate darauf in , 56 Jahre gestorben ist . Wir „ haben verschiedene schöne Predigten von ihm ; er hat auch eine Samm - „ lung von christlichen Sonnetten hinterlassen , ( man bat 6 Ausgaben davon : die letzte ist von Amsterdam bey Nicolaus Parmentier 1 * 9 ; . ) „ welche sehr zierlich sind und von denen hoch gehalten werden , welche „ so wohl an der Gottseligkeit als an schönen Sachen Gefallen haben . „ Außer daß er ein gründlicher GotteSgelehrter , ein guter Prediger und „ ein gelehrter Hebräer gewesen , so hat er noch dieses als was besondere« „ besessen , daß er alle Zierlichkeit und Reinlichkeit der französischen Spra - „ che , die er bey leinen müßigen Stunden vollkommen studiert , gleichlich verstanden ; so daß ihn der berühmte Conrard fast bey allen ordentlichen Zusammenkünften über dergleichen Materien zu Rathege -
Imvenm vottmam ? / / sick damÄ / angebo ! tben ; denn ob er „ zogen . Unter andern hat er ein Manuftr . pt hinterlassen , worinnener aleich nur ^wey und UL5Jahre mV etliche Monate alt . , di« ftanzosische Sprache von den n . ederttächtigm Uiid unreinen Re . Il Bans . Zt
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