Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7246

Drabieiüs . 327
auf die Belagerer abfeuerte , und legte selbst die Hand mit ans Werk ( B ) . Allein es bekam ihm sehr übel ; die Flamme schlug ihm ins Gesicht , und hatte ihn bald um ein Auge gevracht . Die kaiserlichen hoben die Belagerung auf ; allein einige Zeit darauf belagerten sie den P ! aß ganz von neuem und gewonnen ihn . Die Geflüchteten waren in den Ueberg ? bunqsartikeln , so wohl was ihr Leben , als ihre Güter betraf , mit begriffen ; gleichwohl wurden sie geplündert K Hier ist also Drabicius in der Gewalt der Kaiserlichen : dieses hielt ihn nicht ab , dem Ragotzky im Monate August 1645 anzudeuten , daß ihm Gott befehlen ließe , das Haus Oesterreich und den Pabst auszurotten ( C ) , und daß , wenn er sich weigern würde , dieses Otterge - züchte anzugreifen , er einen allgemeinen Untergang über sein HauS ziehen würde , wobey keiner verschont werden sollte , der an die wand pißre . Dieser Prinz wußte bereits , daß DrabiciuS einen Propheten spielte ; denn Drabicius hatte nach den Be - fehlen , die er in seinen Entzückungen einmal aus das andere bekam , ihm eine Abschrift von seinen Offenbarungen überschickt , die Ragotzky ins Feuer geworfen 2 . In Ansehung des Besens , welchen der Prophet in Person überbrachte , gab man ihm zur Antwort , daß man vor kurzem einen Frieden geschlossen hatte * . Der Tod dieses Prinzen , welcher im Weinmonate 1647 erfolgte , stürzte den DrabiciuS in eine außerordentliche Bekümmerniß : er glaubte , daß seine Offenbarungen nichts , als Rauch wären , und er sah sich dem Bespotte ausgesetzt ; allein er Hatte einen entzückenden Trost , der ihn wieder ermahnete , und ihm verboth , seine Schriften ins Feuer zuwerfen , weil Gott den Comenius zu ihm führen würde , welchem sie eingehändigt werden sollten K Comenius , welcher im 1650 Jahre Verrichtungen in Ungarn hatte ( D ) , sah daselbst die Person und Propbezeyungen des Drabicius , und machte solche Betrachtungen darüber , daß die Gesichte diesem Manne seit drey Iahren den ComeniuS zlim Gehülfen versprochen hatten ; als er für gut fand . Dieß ist etwas betrachtungswürdiges , daß Sigismund Ragotzky , der sich vom Drabicius gedrängt sah , den Kaiser zu bekriegen , und von seiner Mutter , im Friede zu leben , nicht wußte , was er bey den entsetzlichen Drohungen von beyden Theilen thun sollte . Drabicius kündigte ihm die Strafgerichte des Allerhöchsten iin Falle des Friedens an : und seine Mutter bedrohte ihn , im Falle des Krieges , mit ihrem Fluche . In dieser Unentschlossen» heit empfohl er sich dem Gebethe des DrabiciuS und des Comenius und hielt sich bis an seinen Sterbenstag ruhig ; dieß heißt bis auf den 4Hornuug 1653 . Comenius , der sich dieses nicht vermuthet hatte * , gerieth darüber in eineaußerordentli - che Erstaunung . Der Engel , der ihm alles sagte , hatte ihm doch diesen großen Artikel nicht offenbaret ( E ) . Georg gotzky , Fürst von Siebenbürgen , der Bruder des verstorbenen , wußte nichts von dieser ganzen prophetischen Haushaltung ; allein Comenius berichtete ihm die Beschaffenheit davon , indem er ihm ein Exemplar von des Drabicius Schriften über - reichte . Dieser wurde den 20 des Brachmonats 1654 wieder ins Predigtamt aufgenommen Comenius verrichtete diesen Streich , da er durch Ungarn nach Pohlen zurück gieng . Seit seiner Abreise von dem siebenbürgsschen Hofe mußte er sich ei - ner andern Person bedienen , dem Prinzen die Erscheinungen des Drabicius kund zu machen . Sie stellten sich weit fleißiger als jemals ein , und gaben einmal auf das andere Befehl , daß man den Gehülfen Theil davon geben sollte , damit er sie den Nationen und Zungen und allen Völkern des Erdbodens , namentlich aber den Tartarn und Türken bekannt machte 5 . Co« meniuS stund gleichsam zwischen Thür und Angel zwischen der Furcht Gottes und der Menschen : er befürchtete , Gott horsam zu seyn , wenn er des Drabicius Offenbarungen nicht drucken ließe ; und wenn er sie druckte , sich dem Gespötte und del der Menschen auszusetzen . Hier ist das Mittel , das er ergriff ? ; er entschloß sich , sie drucken zulassen , aber die Exemplare davon nickt auszucheilen ; und daher ist es gekommen , daß man dieß Buch Lux lnTenebris betitelt hat' . Allein der Entschluß , dieses Lickt unter dem Scheffel verborgen * u halten , dauerte nicht lange : er mußte zween sehr denkwürdigen Fallen nachgeben , die man für die große Veränderung und Auflösung des Geheimnisses hielt . Einer von diesen Fallen war der Einbruch des Ragotzky in Pohlen ( ? ) ; der ändere war der Tod des Kaisers Ferdinand des III . Weder der eine noch der andere haben den Prophe , eyungen zu etwas geholfen , vielmehr haben sie zu ihrer Beschämung gedienet . Ragotzky zog sich durch den Einfall in Pohlen sein Verderben zu ; und man erwählte den König von Ungarn , Leopold , an die Stelle Ferdinands des III , seines ters : eine Wahl , welche das Haus Oesterreich in Deutschland in allen seinen ersten Glanz wieder hergestellet , und , bis auf et - was weniges die Protestanten in Ungarn zu Grunde gerichtet hat . Da die auf diese zween Falle gegründeten Hoffnungen gar bald verschwanden , so bereute man , daß man die Ausgabe so bald äusgestreuet . Drabicius verlohr das meiste dabey ( G ) ; denn da der Hof zu Wien erkannte , daß dieß der Mann war , der wider das Haus Oesterreich Lärm bließ : so suchte er Mittel , ihn ? u strafen , und man saget , daß er seinen Zweck erreicht habe . Comenius hatte von dieser Seite nichts zu befürchten , er hatte sich m eine unzugängliche Freystadt verschlossen ; er war ein Bürger von Amsterdam geworden , und genoß daselbst alle Arten des Schutzes . Er hatte sich weiter vor nichts , als vor der Feder einiger Gottesgelehrten und vor den Vorwürfen von dem Secretär des Ragorzky zu fürchten ( H ) ; allein dieses war keine Beschwerlichkeit für einen Mann , dem es weder am Ver - stände , noch Gelehrsamkeit , noch an der Erfahrung , Bücher zu machen fehlte ; und der bey allen Dingen biblische Redensa» ren und andere geistliche Grundlehren mit etnem großen Ansehen des Elsers für die Sache Gottes , und zum Untergange des Widerchristö anzuführen wußte . Er erhielt sich mit diesen Maschinen , und wenn er sein Ansehen , seinen guten Namen und seinen Ruhm verlohr / so war es nur bey Leuten von scharfem Verstände , welche fast niemals die Schiedsrichter des Eredits sind . Diejenigen , welche einmal in Ansehung seiner leichtgläubig gewesen waren , fuhren fort , solches zu bleiben ' , und dieses ists , was beständig geschehen wird . Also haben die künftigen Träumer und Schwärmer nichts zu fürchten : sie dörfen nur alles dasjenige ganz keck vorbringen , was ihnen in die Gedanken kömmt , in so fern sie nur die Geschicklichkeit haben , sich in die Leidenschaften der Zeiten zu schicken . a ) Comenius , welcher im Märzmonate 159 - gebohren war . saget , Hift . reuelat . p . izz , daß DrabiciuS fünfJahre älter , als erwSre Moreri setzet die Geburt des DrabieiuS auf den ; dcS Christmonats 1588 . i ) Comenius , eben das 141 S . O Politiea illa cum plebe conuerfatione corrumpi , licentiofiusque poculis indulgendo profamoris vitae exemplis abripi vifus cft . Ebendas . , 39 @ d " ) Eben» 139 , 140© . O Dehis vifis et auditis in fcriptum referendismandatum accipit - - . et a verbis illis : Factum eft ad ine verbum Domini ( 6c non aliter ) inchoare iubetur . Comenius , Hift . Reuelat . pag . 141 . / ) Ebendas . 143 S , g ) Ebendas . 14 ? S h\ Ebend 147 S . 0 Ebendas . 146 0 . h Ebendas . 148 S . 0 Ebendas . 148 , 149 S . « ) Ebendas . k6@ . » ) Ebendas . 57© . f ) Comeniu« pag . 177 . / > ) Ebendas 179 S , 1 ) Ebendas . >8z S - >' ) Siehe die Anmerkung ( A ) de« Artikels Rorterus . s ) Toties ineptiis ein» deeepti , eum pro magno Propheta habere pergnnt , nec qiucquam inde detrimenti au & oritas eins sentit . Sic inundus vult decipi . Append . Difeurfus Theolog . Arnoldi contra Comenium . t ) Moreri begeht diesen Fehler , u ) In der Anmerkung ( A ) bey dem tikel Rstteru» .
( A ) Die Verordnungen , die man ; ur Verhütung dieser Unord , , 45 © . seiner Revelationshistorie . Drabicio tarnen , saget er , vitio ntjuet gemacht hatte . ] Die Vorgesetzten der vertriebenen Prediger datum , quod dum ex Arce tormenta in hoftem librarentur , ille non hatten verordnet , daß ein jeder in der Sradt bleiben sollte , die er sich zu interefle tantum ( ad alios praefentiae din'mae fpe , i«xta promiflio . dem Orte seines Aufenthalts erwählen würde , und daß , obgleich jede nem fibi fafiam , ammandum ) fed et tormento vni ignem ipremet Sterbe nur von einem Hirten geführet werden sollte , die andern Predi - admouere Voluit : cum eum in angulo eile , et preeibus vacare , prae . «r dennoch nach der Reihe zu predigen verbunden »varen . Man that ftitiflet . Sed inconfideratus hic noui Petri ( materiali gladio Do - folc^Co , zwoen großen Beschwerlichkeiten vorzubeugen . Die eine war , ininum defendere praefumentis ) lelus a Domino ipfo eaftigatus fuitt tftfi sonst einige von einem Orte zum andern herum gelaufen seyn wür , permiflb vt flammae pars in illum retro fe agens faciem illi ambure . den , Almosen zu sammlen : Volcbant patres Iinttri Ecclefiis orbatos ret , oculumque alterum lacderet : Vtili conmiomtorio , vt quisque Paftores confratres fuos , non mendicitati vacare , et ftipis quaeren - fibi demandata faciat , aliena miinia aliis relinquat . Ein Mann , der dae caufa alienas terras ( vt ab aliis fa<3itatum vidimus ) pererrare . Eingebungen zu haben glaubet , muß Mir Glanben erfüllet seyn : fata Com . Hiftor . Reuelat . pag . «39 - Die andere war , daß sie durch Unter - viam inuenient , Muß er sagen .
lassung des Predigen» ungeschickt werden möchten , die Kirchen zu er - Allein man sieht das Gegentheil sehr oft , daß er der Vorsehung Got - bauen ; wenn sie Gott einmal zu ihrem ersten Amte zurückrufen sollte , res nicht trauet ; zum wenigsten wenn sie nicht von allen demjenigen Vt exilii trachi nemo prorfus laboribus facris defuefeeret , potius unterstützet ist , was die menschliche Klugheit von ihrer Seite beytragen fefe mutua diligentia magis acuerent : vt fiDexis noftri mifertus ruf - kann . Unsere sogenannten Begeisterten haben weniger Ruhe , als andere tum nos Ecclefiis redderet , nemo hebetatus reduret , exercitatior po . Menschen : ihre heftige Bewegung , ihre Unruhe , ihre Wachsamkeit , alle tius . Ebendaselbst . menschliche Mittel zu bereiten , welche vermögend seyn würden , diejenigen
wccfcbloß ( ich in das Gcl ) loß ? u Ä . edmzr , - - - er Erfolge zuwege i» bringen , die man am wenigsten voraussieht und pro - ' hielt sich nahe bey dem groben Gescl ? ülze , - - - und legte chezeyet . bemerken ; daß sie nur mehr als zu viel von den heidnilche»
selbsi Hand mit ans Xverk . ComeniuS radelt ihn deswegen auf der Grundsätzen eingenommen >md , davon ich in dem Artikel Acosta , in

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