Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7181

Dolabella . Dolet .
zu
let Moreri ist nicht der geschickteste Man« , da er vorausgesetzt hat , daß diese Frau die Stiefmutter eines von denen zweenen Menschen gewesen ist , die von ihr mit Gifte vergeben worden . Der gelehrte Heinrich Va - lesius , in Ammian . Marcellin . Libr . XXIX . cap . II . p . ; Sz . hat die Redensart des Valerius Maximu« auf diese Art erkläret . Er verdienet hierbey noch weniger Glauben , als AuluS Gellius , welcher geglauber : es habe diese Frau ihren eigenen Sohn vergiftet . Der Unterschied ist so groß unter dem Verbrechen , wie es Aulus Gellius begriffen hat , und unter dem , wie es sich ValesiuS vorstellet , daß man den Geschichtschrei - ber nicht entschuldigen kann , der ejne Geschichte von solcher Wichtigkeit so übel erzählet , und dadurch zu so verschiedene» Auslegungen Anlaß ge -
geben hat . IX . Hätte Moreri dem Ehmanne dieser Frau nicht den Mord des jungen Menschen allein beymessen sollen ; denn entweder der Sohn dieses Ehmanns , oder dieser Fran . ist ein Mitschuldig« : dieses Meuchelmordes gewesen . X . Endlich hätte er nicht versichern sollen , daß der Ankläger und Ehmann dieser Frau einerley Person gewesen wäre : denn da sie strafbar gewesen , weil sie ihren Ehmann nms Leben gebracht , so kann es nicht ihr Ehmann gewesen seyn , der sie vor Gerich - te verfolgt hat ; und folglich hat der Areopagus diesem Ehmanne nicht befohlen , sich mit der Angeklagten , nach Verlauf von hundert Jahren , wieder zu stellen .
( Horatinö ) der Urheber eines Buches , welches Apologia pro Puritanis betitelt ist . e wider die Protestanten . Dieses Buch muß sehr selten fei
ne kurzweilige Satire der allerzahlreichsten Büchervorrathe nicht findet .
Es ist eigentlich tu eyn ; weil man es auch in dem Verzeichnisse Ich kenne es weiter nicht , als daß ich es in der Dodrine curieufe , des
. . Garasse , angeführt gesehen . Es besteht aus Fragen und Antworten ; nur die heil . Schrift muß darinnen nicht sehr geschonet seyn ; da dieser Fesuit so davon redet , wie er gethan hat ( A ) .
( A ) Er ist der Urheber eines Ruckes - - - rvorinnen die beil . Sckrist nickt sehr gesckonr seyn muß , rveil der p . Garasse so davon reder , wie er gethan hat . ) „ Dieser Scribente hat ein „ Buch gemacht , welches von witzigen Kopsen sehr gesucht und hoch ge - . Halten wird , in welchem er alle Grundsätze und Phantasien der Pu - „ ritaner durch förmliche , aus der heil . Schrift genommene , Texte um - „ wirft : allein ich wollte wünschen , daß er mehr Ehrerbiethung gegen „ den heil . Geist bezeiget , und sich nicht die Freyheit qeiiommen Hüne ,
„ ihn Dinge sagen zu lassen , die zuweilen ein wenig schimpflich sind .
«Ich gestehe , daß sein Streich das Ziel richtig getroffen hat : allein ,
„ nach meinem Erachten , wäre es rathsamer gewesen , sich anderer Waf -
„ fen zu bedienen , und keinen goldenen Zepter zur Umwühlung eine« „ Misthaufens zu gebrauchen , wie er gethan hat . „ Garafie Do & r . rieufe , p . 672 , 67 } . Der P . Garasse hat verschiedene Stellen aus die - fem Buche de« Dolabella angefuhret : hier ist eine davon , aus de« III Cap . XXXVIII Frage , die er auf der 514 und 51s S . anzieht : Quae . ro , cur vniuerfa nobilitas Anglicana dedignetur feruire in minifterio domus Dei , et quare viliflinios hoinines et idiotas cogantur afliime - re ad minifteriuin ? Refpondetur , quia fcriptum eft Ezechielis XVII , habuerunt nautas ad minifteriuin ; et Ioan . II , Miniftri autem feie - bant , qui hauferant aquani .
Dolet , ( Stephan ) ein guter Humanist , wurde wegen seiner Religionsmeynungen ■ den 3 August , 1546 , zu Paris brannt b und war von Orleans . Er hat an Verbesserung der lateinischen Schreibart gearbeitet , und ziemlich gute Werke über diese Materie verfertiget ( A ) . Einige haben geglaubet c , daß seine Auslegungen über die lateinische Sprache d ein Werk waren , wobey ihmNaugier viel geholfen , bey welchem er in Venedig . gewohnet hatte . Ander - ! haben ihm öffentlich einen Proceß wegen des aelehrten Diebstahls gemacht ( ß ) . Er legte sich darauf , lateinische und französische Verse zu machen , und ist nicht übel dabey gefahren ( C ) . Er hat eine Schußschrist für die Secte der Ciceronianer gemacht , welche Erasmus geschimpfet hatte . Man darf sich nicht wundern , daß er bey Ausbesserung der schonen üvmenschaften , die er unternominen , auch Tbeil an der Wohlgewogenheit Eastellans , eines gelehrten , und vom Franascus dem I sehr geliebten Prälaten , gehabt . Castellan hat so viel für ihn geberhen^ daß er ihn aus dem Gefangnisse gebracht ( v ) , und die Vorwürfe , welche ihm ein Cardinal deswegen machte , auf eine sehr vernünftige Art zurück gewiesen ( E ) , jch glaube leichtlich . daß Dolet versprochen , ein guter Katholik zu bleiben ; wie er aber dieses Versprechen nicht hielt , so hat sich niemand getrauet , für ihn zu reden , da er das anderemal in das Gefangniß gerieth . Da er solchergestalt derWuth derKcherrichter Preis gegeben war , so wurdeer zum Tode^verdammet . Man
hat einen'
Stephan 1
? on^i6^Versen in dem'l'e Laboureur / / welcher groß Unrecht gehabt , zusagen , baß Dölet üfdas Martyrerverzeichniß der worden ( G ) ^ ^ £rflncjfcü6 tes I gewesen , aber nicht dafür erkannt worden . Ich kann
nicht glauben , daß er ein Sohn dieses Monarchen gewesen : ich weis wohl , daß er noch iung gewesen , da er im 1536 Jahre zween Foliobande herausgegeben ; allein ich kann mich nicht überreden , daß er so jung gewesen , der Sohn eines Mannes senn zu nen , der im 1494 Jahre gebohren worden h . Man erzählet in den Patimanen , daß er wider die Stadt Toulouse einige Reden geschrieben , vermittelst welcher er lviederruf gethan .
« ) Siehe die Anmerkung ( G ) und ( C ) . b~ ) Und nicht 15 - , ? , wie Herr Moreri saget , oder 154 ; , wie Herr Daillet , la Caille u . a . m . sagen c ) Sturmius , Praefat . Formulariim Linguae Latinae Stcphani Doleti . d ) Sie sind im Jahre 1536 in zween Foliobänden ge - druckt worden , 0 Oben in der Anmerkung > I ) , de« Artikels Berquin . / ) Addit . - Laftclnau , Tora . I . p . 355 . z ; 6 . g ) Patiniana , p . 22 . pariser^AuSgabe . b ) Dieß ist das Geburtsjahr Franciseus des l .
( A ) Er hat xiemlick gute Werke verfertiget . ^ Man findet ein »tri vollständiger Verzeichnis , von seinen Werken im GeSner und dem de la Caille , Hiftoire de l'Imprimerie , p . 112 . als in dem Moreri . Ich muß nichr vergessen , daß Dolet , welcher ein Buchdrucker und Buchhändler zu Lyon gewesen , einige von seinen Schriften gedruckt hat . Er würde eine französische Uebersehung von den meisten Werken deS Plate gedruckt haben , die er gemacht hatte , wenn ihm seine Todesstta - fe nicht zuvor gekommen wäre . Baillet Jugem . de« Sav . Tom . IV . pag . 516 .
( B ) man bar ihm öffentlich einen procesi wegen des gelehrten Siebstahls gemackt . ) Ehe die Schatzkammer Carl Stephans und die Beobachtungen des Nizolius erschienen , sind dieAuSlegungen Dolets nur von der Dicke der Zierlichkeiten de« Lorenz Valla gewesen : ( die - ses versichern diejenigen , welche sie im Manusenpte gesehen haben . ) Nach diesem sind sie auf Unkosten Carl Stephans , de« Nizolius . de« Riccius und des Lazarus von Baif auf zween Foliobande angewachsen . Dieses wurde gar bald bekannt : Carl Stephan bekam unter wahren - dem Drucke einige Bogen des andern Bandes zu sehen , und bemerkte , daß fast alles , was die Schiffahrt betraf , aus dem Buche , de ReNa - vali , genommen war . welches von Baif herausgegeben hatte . Was that er ? Er machte einen Auszug aus diesem Buche , de Re Nauah , und gab ihn heraus . Dieß war ihm eine Gelegenheit , die Diebstahle und einige Schnitzer Dolets zu zeigen . Dieser gab zu seiner Rechtser - tigung einen Tractat , de Re Nauali , heraus , der auö seinem andern de gezogen war , und er fügte demselben eine Antwort an seinen Tadler bey , und sä , rieb sie dem Lazarus von Baif zu : er leugnete nicht , daß er nicht viele Dinge aus dem Lazarus genommen hätte ; allein er tete , daß dies»« kein Diebstahl wäre . 'Dieses ist au« des ThomasiusTra - ctate de Plagio Litterano , 409U . f . S . genommen . Thomajius bat es aus einigen Stellen des Franciseus Floridu« Sabinus und aus
^Jvl^ ? n Vu ? ejus°>at schr heftige Klagen wider die Verfolgung ge , , 11 r . i mtlvr seinen Trt»nnk
PHANVS DOLtTVS Aurelius , iuuenis de linguaLatina ( ne quid amplius dicani ) optime , prima iam adolefcentia meritus : reliquo vi . tac curfu quid non litteris adferet tarn diuino natus ingenio ? tanta laborum omniutn patientia , tanta conftantia , tanti animi alacritate ad nominis innnotalitatein contendens ? Is , inquam , aetatis noftrae lumen , acjGalliae fempiterna gloria , inuidiae morfus expertus eft
guae Latinae amantium vtilitatem , in lucem 'emitti volüit niillos magis fibiaduerfos cenfores fenfit , quam a quibus laboris'vberri mum fruaurn iure merito expeftabat . Sed valeant huiusmodi lit - terarum peftes , qui , cum obelTe furgenti doäorum gloriae conan - tur , tum vel maxime profunt . Man merke , daß sich unter diesen Sinngedichten viel Verse . zum Lobe Dolets und wider seinen Tadler , namentlich aber wider einen gewissen Maurus , befinden .
( C ) Lr legte sich darauf , lateinische und franjäslscke Verse ju machen , und ist nickt übel dabey gefahren . ] Seine lareinif . Verse haben dem Gruterus würdig zu seyn geschienen , in die auserlesenen Srü - cke der ftanzösischen Poeten eingeschaltet zu werden : und wenn sie nicht vortrefflich sind , so gehören sie nock weniger zu dem Grade der Unvoll - kommenheit , worin , , en sie Julius Casar Scaliger vorstellet . Der hitzige Eifer dieses Kunstrichters , wider den Dolet , hat etwas so Ausschweifen - des , und , wenn ich es sagen darf , so Unvernünftiges , daß man sich nicht enthalten kann , zu glauben , es müsse ein persönlicher Unwille die Feder diese« großen Mannes geführet haben . Baillet tadelt ihn deswegen mit Recht in den Benrrheilunqen einiger Poeten , Num . 1279 . im III Bande , anf der 220 Seite . Ich will die ganze Stelle anführen : man wird darinnen sehen , daß Dolet nichr wegen desjenigen , das inan Lu - therthum nennt , sondern wegen der Gottcsleugnung zum Tode ver - urtheilet worden . Voletus . . . . Mufarum Carcinoma aut vo - mica dici poteft . Nam praeterquam quod in «o tarn grandi cor . ore ( vt ait Catiillus ) ne mica faiis quideni , vult infanuin agere
s'iwt welche nach seinem Vorgeben , wider seinen Freund Stephan Do , vore ^^ . a . . z qmdem , vult i
let durchÄ«Schterreget worden . Wir wollen sehen , wle^erda , ^nm» m WCuo arburatu VirgUiana» «mmas fuae
von gegen den Cardinal von Lothringen geredet , da er ihm seine zwey Bücher von Sinngedichten zugeschrieben , die er im >5Z6 Jahre zu Lyon , bey Sebastian Gryphius , drucken lassen . ^5^° ( vt * nq , . at^
fentio , dicam ) tarn inimicus nomini Gallico ede creditur , qua Gallus . Id cum multi liaÄsnn» funt «xperti , tum nuper STfi - II Vand .
inferit pici , vt videri velit fua . Ignauus loquutuleius , qui ex tef . fellis Ciccronis fcbriculofas quasdam conferruminauit ( yt ipfc vo - cat ) orationes : vt doöi iudicant , latrationes . Putauit tantundem Iicere fibi in diuinis operibus Virgilianis . Ita dum optimi atque maximi Regit Francifci fata canit , ein« nomen fuo malo fato 5 , in .
S 6 Äurn

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.