Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7149

Dionysius . Dioscoridus .
Diogenes , von Seleucia , nahe bey Babylon gebürtig : er redet von ihm , sage ich , als von einer sehr beredten und sehr gelehrten Person , deren Fitten aber nichts getaugt , die neidisch und scitirnch gewesen , und auch die Könige , wenn er Gelegenheiten gehabt zu kurzweilen nicht geschont hätte . Td ystoin woe tQj ßctvikkw ccve%ötJt . 8vov . Dum rifum captabat , neregi - bus quidem parcentem . Ebendaselbst . Er machte sich bey einem Kö - «ige von Syrien beliebt , welcher gleichwohl von den Lehrsätzen der Gtoiker eingenommen gewesen : Ebend . KvaSoxtit Mylaus tS ßxnMui rot ro7 ( üxd rf> ( «« ! Kyott ( also muß man
lesen , wie Menage über den Diogenes Laertius VI B . 8 Num . beobach - «et , und nicht , wie in den Ausgaben des Athenäus steht . ) sc .
ceptui ßrztnsczue reßi ftiit quamuis Stoicoriim placitis gaudenti . Ebendaselbst . Dieß ist Alexander Bala gewesen : dieser Philosoph hat eines Tages mit einer , seinem Character höchst unanständigen Kühnheit , bey diesem Prinzen um die Erlaubniß gebetben , sich mit einem Purpur - rocke , und einer goldenen Krone zu schmücken , in deren Spitze daö Bildniß der Tugend erschien . Der Prinz beschenkte ihn mit beyden , und so gleich gab dieser Philosoph einer Frauensperson , die er liebte , beydes zum Geschenke . Alexander ließ nach erhaltener Nachricht da - von einige Philosophen , und einige ander ? ansehnliche Personen zur Mittagstafel laden , und sagte zu dem Diogenes , er sollte sich mit dem Purpürrocke und der goldenenKrone zu Tische setzen . Der Philosoph ent - schuldigte sich , dieses zu thun , unter dem Vorwande einer Unanständigkeit . Hieraus gab der König ein Zeichen , seine Musik eintreten zu lassen , und man sah unter denen , daraus sie bestund , die Liebste des Diogenes mit dem Purpurrocke und der goldnen Krone geziert , die er ihr zum Geschenke gegeben hatte . Man fing an zu lachen : Diogenes wartete , bis man aufgehört , und darauf machte er einen langen Lobspruch von dieser Frau . Antiochus , Alexanders Nachfolger , hat die böse Zunge des Diogenes nicht erdulden können , o' nerxixßäv ßxai\slxv Q±ii
Alexandra fucceflit in regno Antiochus . Ebendaselbst . Dieses ist nicht richtig ; denn es ist ein König zwischen dem Alexander und tiochus gewesen . Er ließ ihn umbringen . AuS des Athenäus V Buche XIII Cap . 2i> ( 3 . ES überzeugen mich viele Dinge , daß diese Erzählung nicht aus unser» Diogenes geht . Zum I , saget Athenäus ausdrucklich , daß derjenige , der vom Alexander , dem Könige in Syrien , geliebt wor - den , von der Seete Epikurs gewesen , und daß das Vorurtheil dieses Prinzen für die Lehrsätze der Stoiker ihn nicht abgehalten , an demselben ein Gefallen zu haben . Dieß zeiget , daß er von keinem stmiclyi , sophen in der Erwägung , und einem Epikuräer in der Ausübung redet : also redet er nicht von den , Schüler des CHrysippus , und dem Amts , genossen deS Karneadeö bey der Gesandtschaft nach Rom . Zum II , ver , sichert Cicero , daß Diogenes , der Stoiker , seine ganze Lebenszeit philo - sophirr , das heißt , daß er in dem Portikus zu Athen bis an seinen Tod Vorlesungen gehalten hat : Num Philofophorum prineipes , Pythaeo - ram , Deinocritum , num Platonera , num Xenocratcm , num poftea Zenonem , Clcanthem , auf eum , quem vos etiam Romae vidiftis , Diogenem Stoicum , coegit in fuis ftudiis obmutefeere feneöus ? an non in omnibus iis ftudiorum agitatio vitae aequalis fuit ? Cicero , de Seneaute , cap . VII . Könnte man wohl also von einem Philosophen reden , der nach seiner Gesandtschaft in Rom seine übrigen Lebenstage an dem Hofe der Könige von Syrien zugebracht hat ? Zum III , ist der Diogenes des Athenäus im 610 Jahre Roms am Leben gewesen ; denn AntiodjuS , der ihn hinrichten lassen , hat erstlich um diese Zeit zu regieren angefangen . Nun war Diogenes , der Stoiker , zu der Zeit tobt , als Caro dasjenige von ihm gesaget , was ich aus demTraetate de Senedtute angeführet habe , und es ist gewiß , daß der Zeitpuncr dieses Wertes ein , - «e Jahre vor dem 6 , o Jahre Roms , hergegangen ist . Weil Calo im X Cap . saget , daß er in seinem 84 Jahre ist , so ist es das 6oz^ahrRvmS . Endlich ist gar keine Wahrscheinlichkeit , daß , wenn der berühmte Pyl - losoph , den die Republik Athen an den römischen Rath geschickt , seinen erlangten Ruhin durch ein schimpfliches Alter und einen wohlverdienten gewaltsamen Tod beflecket hätte , kein einziger Schriftsteller solches an - gemerket haben sollte . Wir wollen also schließen , daß Athenäus nicht von ihm geredet , und daß sich demnach JonsiuS de Script . Hift . Philof . 115 , 190 S . betrogen hat , wenn er seinen Tod unter die 159 OlympiaS sehet ; denn diese Zeitrechnung hat keinen andern Grund , als die Erzäh - iunq des Athenäus .
Man merke , daß ich dem dritten Grunde ein wenig mistraue , wenn
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ich an einer Seite betrachte , daß Diogenes nach dem Lueian acht und achtzig Jahre gelebt hat , und an der andern Seite , daß seine Gesandt - schaft im 59« Jahre Roms geschehen ist . Es folget hieraus , daß er , wenn er vor der Zeit gestorben ist , in welcher , wie man voraussetzet , Cato dasjenige von ihm gesaget hat , was wir in dem Traetate de Se . neöute lesen , er wenigstens drey und achtzig Jahre alt , in schaft nach Rom gekommen seyn muß . Wie nun diesen Umstand kein Mensch bemerket , und Cicero selbst , der sich desselben mit Vortheile hät - te bedienen können , nicht voraussehet , daß ihn Cato beobachtet hat : so kann man , nach meinem Bedünken , sagen , daß dieser Philosoph nicht so alt gewesen , da er wegen der atheniensischen Angelegenheiten nach Rom gekommen ist . Wir dürfen uns nicht einbilden' , daß Cicero in sei - nen Gesprächen eine so richtige Zeitrechnung beobachtet hat , daß er in diesem Puncre niemals gestrauchelt hätte . Nichts ist schwerer , als eine solche Aufmerksamkeit , wenn man einen Mmschen reden läßt , der vor unserer Zeit gelebt hat . Wir lasten ihn nianchmal nach unfern fen reden . Was er von dem Tode oder dem Alter der Leute saget , das ist nur darum eine Unwahrheit , weil wir ihn an unsere Stelle setzen , anstatt daß wir uns an die seinige seken sollten . Cicero hat den Dio - genes mit den andern alten Weltweisen verbinden können , die nicht eher . als mit dem Leben , zu pkilosoplmen aufgehöret haben ; allein Cato hat diese Verbindung nicht machen können : denn , wenn ich mich nicht irre , so ist er vor dem Diogenes gestorben . Man unterlaßt in dem Gespräche de Sencäute nicht , ihn als eine Person reden zu lassen , die diesen Phi - losophen überlebt hat .
( D ) Jcb unterscheide ihn nickt von demjenigen , der den Rar - neadcs die Vernunftlehre gelchrer hat . ] Die Stelle , wo Cieera dieses beobachtet , ist nierkwiirdig ; dieserwegen führe ich sie an . Wem , Karneades auf einige spitzfindige und verwickelte Streitigkeiten verfiel , so hat er diesen kurzweiligen Schluß damit verbunden : wenn meine Fol - gerung gut ist , so habe ich gewonnen : ist sie es nicht , so mag mir Dio - genes mein Geld wiedergeben . Cum aliquid eiusmodi inciderat , fic ludere Carneades folebat ; li refte conclirfi , teneo : im vitiofe lmnam Diogenes reddat ; ab eo enim Stoico Dialeöicam didicerat , haee au . tem merces erat Dialedticorum . Cicero , Acadein . Qiiaeft . Libr . IV , cap . XXX .
( E ) Ick werde einen Irrthum de« Moreri bemerken . 1 Er will , unser Diogenes sey nebst dem Karneades und Kritolaus , unter dem Konsulate des P . Gcipio und des M . Marcellus , ; »r Zeit des andern pumsckcn Rneges , nach Rom geschickt worden . Man zwei - felt hieran nicht , saget er . Unterdessen ist es dock ) gewiß , daß verschie - dene daran zweifeln , und daß der Jesuit Lesealopicr diejenigen verdam - met , welche diesen Diogenes nicht von demjenigen unterscheiden , der wegen der atheniensischen Geschaffte nach Rom geschickt worden . Caue tarnen hunc ( Diogenem Babjlonium , Chry / t'pfii difeipulum , Stoicum ) confundas cum altera Diogene Stoico , qui cum Csrncade Academico ab Athenienfibus leeatus Romam de maxiniis rebus inilliis eile dici - tur , libro fecundo de Orat . quippe quos dodti viri feite dirtincios volunt . Lefcalopier in Ciceron . de Natura Deorum , pag . 65 . Wenn Moreri gesaget hätte , man bat teilte Ursache Sarai» ju zweifeln , it . s . w . so wollte ich ihm nichts vorwerfen : denn es ist gewiß , daß hier nur ein einziger Diogenes ist , es mag dieftr Jesuit sagen , was er will . Allein dieß ist der Fehler nicht , von dem ich hauptsächlich reden will Man ist wegen eines andern Ortes viel tadelnswürdiger , weil unter dem andern punischen Kriege kein einiges Jahr ist , wo ein Scipio oder ein Marcellus Consul gewesen , und die Gesandtschast der drey Philosophen erstlich zu Ende des andern punischen Krieges geschehen . Ich gebe unumstößliche Beweise davon in dem Artikel Carneades , in der merkung ( N ) . Man merke daß Voßius de Philof . Scäis , pag . 103 . dem Moreri dieses Versehen dargebothen hat . Ich will nichts von ei - - nigen kleinen Fehlern sagen , davon ein Theil nicht in der holländischen Ausgabe erscheint . Man hat darinnen einige Sprachfehler , aber nicht die bösen Anführungen verbessert ; z . E . die Anziehung des VI B . des Cicero de Finibus . Dieses Werk hat nnr fünf Bücher . Diese Anfüh» rung , und alle die andern sind aus dem Voßius de Philof . Seftis , p . ioj . genommen . Es wäre nöthig gewesen , zu bemerken , zu was sür einer Seete Diogenes gehöret hat . Man würde dadurch einer Auslassuna abgeholfen haben . 11 *
Dionysius , Tyrann von Heraklea . Siehe Denpo .
Dionysius , ein Weltweiser von Heraklea . Siehe Herakleotcs .
Dioscoridus , oder Diofcoritae " eine Insel des rochen Meers nach dem Stephan von Byzanz . Man glaubet , sie heiße heutiges Tages Zokotara . Wenn es eben dieselbe ist , von welcher Momagne redet , so muß man sehr unterschiedene Berichte davon aemacht haben : denn nach dem Moreri f haben die Einwohner von Zokotara keine andere Religion , alo die mabomctam -
. CIICJIUU flu «cvivVvv pv * / VVWMHV . W %\K yvicvijntiu / n . , vuo Ulli
Grundsahen der Quietisten überein ( A ) ; Leute , deren eingebildete Andacht mit so vielen gehezmntßvollen aden ist , daß es fast keine Ausschweifung noch Gotteslästerung giebt , auf welche sie nicht durch einen oder
maßen mlt den Tborheiten uberladen
den andern Zweck hinauslaufen . Allein wir wollen sehen , was Montagne saget ( ö ) .
a ) Also will sie Pinedo über den Stephan von Dyzanz auf der 239 S . genennet haben . V ) Er führet den Daviti und Linschott an .
rAi kommt gewissermaßen mit den Grundsätzen der Begriffe habe , der nnr immer möglich ist . Daß , nach des rnitieriflm fibcrd« . . ] Diese elende Doetoren lehren , ( man sehe lez MolinoS IntroduÄ . Ä la Vie fpnrnielle Sett . I . num . z et 4 . von } \j , i de la Bruyere für le Qiiietiime , pag . 307 . ) es bc dem de la Bruyerr ebendas . ziv S . angeführet , „ die Seele sich über -
ftnhe »^ll^ommenheit der Bcschaulicl^eit nickt darinnen , „ zeugen muß , daß die Creaturen allzugrob sind , ihr in der Erkenntnis daö man ( Kott vollkommener , ftla oie anvcrn erkenne , sondern „ Gottes zum Lehrer und Wegweiser zu dienen . Also muß die Liebe den wou ryu c * > a ; „ „ Vorsprung nehmen , und die Erkenntniß hinter sich lassen . Daß die
„ Seele Gott liebe , wie er an sich selbst ist , und nicht , wie die Einbil - „ dung ihr denselben vorstellet . Daß sie , wenn sie denselben nicht erken - „ nen kann , wie er ist , ihn , ohne zu kennen , unter der dunkeln Decke des „ Glaubens , fast wie ein Kind liebet , das seinen Vater niemals gesehen „ hat ; und , da sie sich auf diejenigen verläßt , die von ihm reden , ihn eben „ so sehr lieben wird , als wenn sie ihn gesehen hatte . „ Daß alles das - jtnige , was die heil . Schrift von Gott saget , ( Malaval , Pratiaue fa - ci ! c , an eben dem Orte auf der Z'Z S . angeführet . ) nur Blumen R r z sind ;
dak män ihn " nickt erkenne . Daß ( ebendas . ZO8 S . ) die wahre Besckaulickleit sich keinen Begriff von Gorr b . lde ; das ; eske . ne deurlicke <^rkcnntniß von einenl einzigen semer^^igensckaften
saÄSSSfBi
menyeiten . der Eigcnsckaftcn eSmaen
wahrhaftige und vollkommene ^kscl , aukckre , r ; um «WJ » «Segens rande das Xveftn Gsttes , wm dem gllerabgesondertsten

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