Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4147

Herzens Mevnung von uns Deuten zu . verstehe - , zu geben pfleget . Will jemand genauer wissen , was das in Frankreich heißt : einen für einen Deutzen halten : so will ich es ihm durch da« Ge - ständniß eines Franzosen erklaren . Furetiere in seinem großen Wörterbuche saget unter dem Worte Allemand : Vous me pre - ncz bien pour nn Allemand ; c'eft a dire , pour une duppe , pour nn nomme , qui nc connoit pas le prix des choles . Das ist : Ihr sehet mich für einen deutschen an , das ist , für einen dummen Gimpel , für einen Menschen , Ver Sen rval ) / ren Xvcrrh Oer Sachen nicht versieht . Dieses zu erläutern , . führet er den Sarrafin an , der da schreibt : Phillis , la plupart des Amans font des Allemands : d . i . Phillis , die meisten Liebhaber sind Deutsche , das ist , dumme Teufel . Nun urtheile man , was ein Volk , welches uns von undenklichen Zeiten her , ( denn dieß Sprüchwort ist nicht neu ) für solche dumme Tölpel gehalten , die leicht zu betrügen wären , für eine Erkenntlichkeit von uns ver - diene ? Wir Deutschen haben doch niemals unsere Nachbarin die Pohlen , für so dumm gehalten , daß wir sie darüber zum Sprüch - worte gemacht hätten : ob wir gleich mehr Vorzüge vor ihnen aus - zuweisen haben , als jemals die Franzosen vor uns sich nur träu - wen lassen . Dieß ist nun ein Zeichen der deutschen Bescheiden - Heil , so wie jenes einer unerträglichen Eitelkeit . Doch die alte Ehrlichkeit der Deutschen hat ohne Zweifel Gelegenheit dazu gegeben , daß eine bezügliche und treulose Nation , die ein Volk , welches sich von seinen Nachbarn nichts Böses versah , alle Augen , blicke hintergieng , sie zum Gespötte gemacht , und dasjenige für ei - nen Mangel an Witz und Verstände angesehen , was doch einen Beweis seiner Tugend hätte abgeben sollen . Es giebr noch mehr solche Sprüchwörter im Französischen , die uns zu dergleichen Be - schwerden Anlaß geben könnten ; dabey ich mich aber hier nicht aufhalten will . Wie aber die alten ehrlichen Römer , in den Zei - ten der Republik , gegen die Griechen und Carthaginenscr , von de - nen sie gleichfalls für dumm gehalten wurden , die Rache ten , daß sie die Fidern graecam et punieani . zum Sprüchworte machten , um ihre Treulosigkeit anzuzeigen , so könnten wir es mit der Fide gallica , oder der französischen Treue und Redlichkeit , auch halten . G .
Da« erstemal ist e« nur als ein Entwurf von einem großen Werke erschienen . Operis longe maxiini rudirnentum . Beza , in Vita Cal - nini , pag . 367 . Neque enim den tum hoc et laboriofum Opus quäle nunc extat , fed breue duntaxat Enchiridion tunc in lucem prodiit . Caluimi» , Praefat . in Pfalm . Der Urheber hat es nach diesem , mehr als einmal , übersehen , und so vortrefflich gemacht , daß es Scaliger selbst dewundert . Siehe l . Scaligerana , pag . 40 et II . Scaligerana , p . 14 . Es ist wenig Personen das berufene Distichon des Paul Thurius un , bekannt :
Praeter Epiftolicas ( « ) , poft Chrifti tempora , charta»
Huic peperere libro faecula nulla parem .
00 Ich glaube , es muß Apoftolicas heißen : mich dünkt , in de« Lanßi Confultationibus de Principatu & c . also gelesen zu haben . Crit . Anmcrk .
Die erste Ausgabe ist von Basel in z . von i ; ? 5 . Die andre ist von Straßburg , 1539 , in Folio . Calvin ist damals Professor und Prediger der GotteSgclahrrheit daselbst gewesen - Sie ist viel weitlauftiger und verbesserter , als die erste . Eben diese« kann man von der dritten , in Ansehung der andern sagen . Diese dritte Ausgabe ist von Straßburg 154z . Es ist diejenige , ( siehe die Anmerkung ( « ) , bey dem Artikel ( Jo - Hann ) Sturmius . ) auf welche sich diese Worte des Johann Stur , mius beziehen , die man gemeiniglich vor diese« Werk drucket . Iohanne» Caluinus homo acutiflimo iudicio fummaque doctrina et egregia memoria praeditus eft , et feriptor eft varius , copiofus , purus , cuius rei teftimonium eil Inftitutio Chriftianae Religionis , quam primo inchoatam , deinde locupletatain , hoc vero anno abfolu - tarn edidit . Geaner in seiner Bibliothek , Folio . Z94 verfo . hat sagen gehöret , daß man im Jahre 1544 eine vierte Ausgabe in eben derselben Stadt mit neuen Vermehrungen gemacht . Also wäre die von Genf , ijjo tn 4 . ex Officina Ioannis Gerardi , wenigsten« die fünfte : der Titel saget , daß sie an unzähligen Oettern verbessert und mit zwey gistern versehen worden : Nunc ex poftreina Autoris reeognitione quibusdam Iocis au & ior , infinitis vero caftigatior . . . . additi funt Indices duo locupletiffimi , vnus reruin infignium , alter vero locorum omnium , quo« partiin ex facris Bibliis , partim ex aliis Theologiae Do - öoribtu Author tanquam ex diuitepenu infuum vfum vel aptetran - ftulit , vel dodte interpretatus eft . Die letzte Uebersehnng des Berfas - sers , so wohl die lateinische , als französische Ausgabe betreffend , ist vom Jahre ( Beza , in Vita Latuini , aufs Jahr 1558 , versichert solche« ; allein man merke , daß die Borrede , welche Calvin vor seine letzte laremi - sche Ausgabe gesetzt , den i August , 1559 / unterschrieben ist , und daß diese Ausgabe , welche zu Genf bey Robert Stephan in Folio gemacht worden , mit dem Jahre «ny unterzeichnet ist . ) damals ist diese« Werk in vier Bü - 6'er und jcde« Buch in verschiedene Capitel getheilt worden , welche sich in allen auf 80 belaufen , als >z im ersten Buche , 17 im andern , 2< im ten , und 20 im vierten . Die Ausgabe von , 550 ist nur in 21 Cap . ge« »heilet . E«ist also eine Unwahrheit , wenn man mir dem Barilla« saget > daß ungefähr im Jahre 1555 die Unterweisung Calvin« in vier Büchern und 104 Capiteln gedruckt worden . Varillas , Hift . de Francois I . Livr . VII , pag . 249 . PapyriuS Masson bat den Varilla« mit'diesen Worten betrogen : Balileae anno 1536 . publicauit de Inftitutione ftianae Religionis Libros quatuor . . . . illa Inftitutione faepe audta et millies exeufa capitibus centum et quatuor . . . . gelt , etc . Elog . Tom . Ii . pag . 4 , 4 . Ich habe oben in der An - merkung ) Üt . 17
cinntstellen , dennoch diese ? eir nicht »erspielt ; denn cr hätte in seinem - Hause nickt unterlagen , ; u arbeiten , so , daß er in die , ser Zeit seine letzte christliche Unterweisung , lateinisch unv fran , ; 6sisch , angefangen unv »u Enve gebracl ? r . Man harte Ursache , ven Äe ; a fragen , wclclies diese leyte Unterweisung wäre : Venn man hat keine , als vie erste , gesehen , welche bereits lange Feit xuvor geschrieben unv an» £ . icbt gegeben worven . IDerrn die erste gut gemacht und vollstanoig gewesen wäre , worxu wäre es nöthig gewesen , sie so vielmal umzugießen i - Hier ist die L . ügen entdeckt , welclie Dezia gesaget , ftin Meister , Vater und Freund Calvin wäre so vollkommen gelehrt , daß cr seine geschriebenen oder mündlich vorgebrachten Urtheile und Sätze niemals widerrufen habe ; denn da er der Rrtzere^ , wegen vieler falschen Sprüche , beschulviget worven , die man in seinem 25u * che von der Unterweisung gefunden ; so hat er sie umgedreht im» verbessert , hierauf die ersten Ausgaben unterdrückt und eben dasselbe Such verbessert wieder drucken lassen : unterdessen hat er allen die Stirne gebothen , welche seine Jrrthümer getadelt und bestrast , und sie Lügner , Betrüger und Verleumder ge - nennt , mit Berufung auf Viesen letzten Druck seiner Unterwei - sung , in welchem er seine Irrthüm'cr verbessert harte , uitö also hat cr sich 5«m unumschränkten unv umadelhafren Lehrer ma> chen wollen , der niemals die Salze roiverriifui hatte , die cr ge« saget oder geschrieben . Wenn man dein Maimburg in der Jinita - rie de« Calvinismus , auf der 60 S . glauben darf , so ist die christliche Unterweisung Johann Calvin« zuerst französisch erschienen . Spondcu nu« , auf« Jahr 1535 . Num . <> . säget eben dasselbe , und sebet dazu , daß solches zu Basel den 1 August , i«o , geschehen , und daß aus dem Titel ein feuriges Schwerdt mit diesen Worten gestanden , non veni mirtere pacem , fed gladium ; d . i . ich bin nicht gekommen , den Frieden yu bringen , sondern da« Schwerdt . Ich wei« nur , daß man vor dem Jahre 1544 ( Geöner« Bibliothek , zy6 Bl . ) zwo Ausgaben von diesem Werke im Französischen gebabt , und daß Calvin selbst die ftanzösische Übersetzung davon gemacht hat . Man hat Übersetzungen davon , im Italienischen , ( siehe den Artikel Paschali ( Julio Casare ) ) im schen , im Holländischen , im Spanischen , ( diese , ist von Cyprian von Va - lera qemacht , und - 597 in 4 . gedruckt worden , ) und im Englischen . Al - lein Teißier hätte da« Millies exeufo de« Papyriu« Masson nicht nach dem Buchstaben nehmen sollen . Er bezeuget , saget Teißier , Elog . des hommes favan» , Tom . I . pag . 246 . daß sie von der XDelt so roohl aufgenommen worden , daß in kurzer Zeit über tausend Ausgaben davon gemacht worden . E« ist Papyrius Massen nicht in Sinn gekommen , diese« zu sagen ; man wird in der Anmerk . ( KL ) die - se« Artikels und in der Anmerkung ( B ) , bey dem Artikel Schaum , gius , ein Supplement hierzu finden .
Hier ist der 'Äuözug eines Briefes : „ Die allerälteste Ausgabe von „ der Unterweisung Calvin« , die man in dem Büchervorrarhe zu Genf „ hat , ist in Octav von 5 , 4 Seiten zu Basel gedruckt , per Thomam „ Platterum et Balthafarum Latimn Menfe Martio , Anno ijj6 . Zu «Ende ist die Figur der Minerva mit diesen Worten : Tu nihil in . „ uita facies dicesue Minerua . Der Ansang , bis auf die 4 - Seite , „ mangelt . Man kann also au« diesem Nächdrucke nicht wissen , ob „ das mit Flammen umgebene Schwerdt vor dieser Ausgabe gesetzt „ worden ; e« steht in verschiedenen andern , sowohl lateinischen , als ftan , „ zosischen , als in einer französische» vom Jahre >545 , und in einer an - „ dem von »561 . , , Aus einem Briese Turretin« , vom 7 des Brach - monat« , , 700 geschrieben . Ich habe beobachtet , daß der Buchhändler , Johann Girard . welcher diese Unterweisung im Jahre mo , in 4 . druckt hat , diese Worte : non veni pacem mittere , fed gladium , nicht um das mit Flammen umgebene Schwerdt gesetzt , wie er solche auf den Titel von dem Tractate Calvin« , wider die phantastische und rasende Secte der Freigeister , im Jahre 1545 gesetzt hat ; allein , ich habe auch bemerket , daß er sie bey der ftanzösischen Ausgabe der Unter - Weisung von 155z , in 4 . gebraiicht hat . Uebrigen« glaube ich nicht , daß diese Au«gabe von Basel : per Thomam Plarterum et Bakhafarum Latium menfe Martio , Anno 1536 . die erste ist ; ich will die Ursache davon in der Anmerkung ( B ) , bey dem Artikel SclTultingius an - führen .
( G ) Sr machte sich fertig , von da nach Sasel oder Stcaßburg 5u aehen . Z Jeder verniinskige Mensch wird mir Beysall geben , daß , was die yistoris . Folge , von den Reisen Calvin« betrifft , kein Schriftsteller mehr Glauben verdienet , al« Theodor Beza , wenn die Sachen von solcher Natur find , daß sie Calvin« Ruhme weder Borrheil noch Schaden bringen nen . Weil nun also Beza berichtet , daß Calvin von Paris gereist , um nach Taintonge zu gehen , daß er von Zaintonge wieder nach Pari« gekommen , daß er von Pari« irach Basel geflüchtet , daß er von Basel nach Ferra - ta gegangen , daß er von Ferrara nach Frankreich zurück gekommen , und daß er aus Frankreich nach Genf gegangen , um endlich von da weiter , entweder nach Basel oder nach «Ätraßburq zu gehen , so muß man sich unstreitig eher an diese Folge als an die Erzählungen Maim - burgsunddesVanllaS halten ; denn , zumExempel , e« bringtd - mCalvin weder mehr noch weniger Ehre , wenn er von Ferrara gerades W . 'ge« nach Genf gereist wäre , als daß er von da erstlich nach Frankreich zu - rück gekehret , und sich von da , ohne warm zu werden , wieder auf den Weg nach Genf gemacht hat . Ich glaube alio , daß ein jeder vernünf - riger Mensch dasjenige verwerfen wird , was Mamburg in der Histo - rie des Caivinismus auf der 59 , 60 11 f - Seite saget , daß Calvin , nachdem cr mit Ludwig Du T - llet eine Reise nach Deutschland ge» than . nach Frankreich zurück gekommen , zu PoitierS das Evangelium in geheim geprediget , dieRachSpersonen liebst den Professoren und vie - len andern Schülern gewannen , und das heilige Nachtmahl nach sei« ner Mode in Kellern geiialren habe^ daß er nach Paris , urückqekom - men , und als er die Vclfolqunq viel heftiger , al« jemals gesehen , Frankreich auf ewig verlassen und sich nach Basel gerettet habe ; daß er von da sich nach Ferrara begeben , wo er gezwungen werden , nach Genf zu fiiehen , mit dem Vorsatze von da wieder nach BaA zu gehen . Diese Begebenheiten von Poitier« sind so merkwürdig und dem Calvin so rühmlich , daß es etwas sehr seltsames wäre , wenn Be»a dieselben nicht gewußt , und noch viel seltsamer , daß er in Calvins Leben nicht« davon gesagt hätte , wenn er i>e gewußt . Den Banlla« betreffend , so erzählet er uns im X B . auf der z , ? u . f . Seite feiner Historie von der Ketzerey , daß Calvin und Ludwig Du Till« , welche beschlossen , eine C Reise

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