Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7068

Diyllus . Dinant . Dinoth .
309
M ,
basnage .
Buch zu Pari« bey Villery und Josse . 1651 , in fol . Von der Ar - beit des Ritters Digby zu urtheilen , so ist er freylich ein tiefsinni - ger Mann gewesen , der auch das Herz gehabt , sich von der stischen Art zu philosophiren , zu entfernen , und selbst etwas neues zu sagen . Allein , wie man fast durchgehends an den englischen Gelehrten bemerket , so hat er auch eine sehr starke Einbildungs - kraft , die ihn oft zu einer sehr hochtrabenden Schreibart und zu schwülstigen Redensarten verleitet , welche die Gründlichkeit seiner Gedanken durch den omtorischen Anstrich nur verdunkelt . Er redet sonderlich gegen das Ende im X Hauptstücke , und im Beschlüsse seine eigene Seele auf eine so erhabene Arr an , die sich besser für «inen Redner und Dichters als für einen Weltweisen , schicket . So viel ist indessen gewiß , daß dieses Buch eines der allerbesten ist , was ick von der Unsterblichkeit der Seelen gelesen habe , und wohl werth wäre , daß es von neuem in einem bequemern For - mare bekannt gemacht , oder in die heutigen Sprachen Übersekt würde . G .
m , aus dem U ? orterbucke des - Herrn Bayle in meinem Exemplare gefunden habe , ( 0 Kbersckicke ick euck denselben . Es tbat mir leid , daß er ; u spät kommen rvird : allein ihr konner ihn am Ende des ersten Bandes anfügen , und dieses rvird um ft> viel befler zeigen , daß nickrs eingerücker worden , als rvas des - Herrn Saylen ist . Ick bin , mein - Herr , euer jc .
* Weil - Herr Bayle diesen Artikel durch keine Zusätze erläutert hat , so will ich von dem Werke dieses Ritters Digby einige Nach - richt geben . Der völlige Titel heißt : vemonttratio Immorta . litatis animae rationalis , fiue Traöatus duo philofophidi , in quorum priori natura et opcrationes corporum , in posterior ! vero natura animae rationalis , ad euincendam illius immortali - tatem , explicantur . Auftore Kenelnio Equite Digbaeo , Caro - lo I . Magnae Brit . Regi a fecretiori conclaui , et in rebus mari - timis Adminiftratore praecipuo . Wie man sieht , so ist dieseS die Aufschrift der lateinischen Übersetzung , die einer , der sich J . L . nennet , gemacht hat . Es ist derselben eine metaphysische Vorrede des Thomas Anglus ex Albiis Eaft . Saxomim vorgesetzt , die de Natura Rari et Denfi handelt , und theils nach der peripatetischen , theils nach digbäanischen Grundsätzen eingerichtet ist ; und aus 41 Blattern in Folio besteht . Am Ende des Buches ist noch ein an - dercs Werk dieses Schriftstellers , nämlich des Thomas Anglus , beygesüget : Inftitutionum peripateticarum Libri V . cum Ap - pendice Theologica de origine Mundi . Gedruckt ist das ganze
AjylluS , ein griechischer Historienschreiber , gebürtig von Athen . Ich rede nur darum von ihm , damit ich einen Fehler des Moreri bemerken kann ( A ) .
( A ) Ick rede nur darum von ihm , damit ick einen Fehler des Moreri bemerken farm . ] Er versichert : es habe Diyllus ne Historie an dem ( Drte angefangen , rvo Ephorus die seinige be - - fiblofleit hätte . Er bekriegt sich : der gelehrte ReinesiuS ist in glei - chen Jrrthum gefallen ; ( man sehe die Stelle , wo er in seinen Var .
Leftion . vom Diyllus redet , ) allein wenn auch gleich dieser Umstand wahr wäre , so würde er dennoch zu tadeln seyn , weil er seinem Leser die Mühe läßt , zu suchen , wo Ephorus mit seiner Historie aufgehöret hat .
Man wird es vergeblich suchen , wo man es natürlicher weise zu finden vermuthen könnte ; das heißt , an dem Orte , wo Moreri vom EphoruS redet , allein daselbst hat er nicht weniger als hier vergessen , uns diese Sache zu berichten . Jedoch wir wollen seine Unterlassungssünden über - fthen . Wir wollen nur von seiner Vollbringungssünde reden . Er ist NM so viel weniger zu entschuldigen , da er sie , so zu sagen , vor des Vos - flu« Augen begangen hat , der ihm so deutlich gezeiget , was er hätte sa - gen sollen . Voßius hat auf der 360 S von den griechischen Geschieht - schreib«« zwo Stellen angeführet , in deren einer , ( nämlich im XIV Cap . des XVIB . auf der 747 S . bey mir , aus dem Diodorus von Sicilien , ) man versichert , daß Diyllus eine in XXVII Bücher abgetheilte Historie verfertiget , die er mit der Einnehmung des Tempels zu Delphis ange - fangen , und welche diejenigen Dinge begriffen hat , die zur selbigen Zeit in Griechenland und Sicilien vorgegangen sind . Die andere Stelle enthalt , daß EphoruS feine Historie mit der Belagerung von PerinthuS
geendiget , und Diyllus mit eben dieser Belagerung den andern Theik seines Werkes angefangen , und ihn mit dem Tode des Philippus , dem Vater Alexanders , beschlossen hat . 3' i Äiw * ' * rft
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lus vero Athenienfis alterurn opus exorditur inde vbi Ephorus Hi - ftoriam finierat . Ebendas . LXXVII Cap . 79 ; S Es ist also unstrei« tig , daß sich die Historie des Diyllus von dem Einfalle zu Delphis , bis auf den Tod des Philippus , erstrecket hat ; da« ist , daß sie mit der Zeit angefangen , da sich der Feldherr der Phocäer , Phiiomelus , Delphos be - mächtiger , zu Endender >o ; Slympias , ungefähr ums 397 Jahr der Stadt Rom . Die Eroberung der Stadt Perinthus betrifft das andere Jahr der >oyOlympias , und das qioJahr Roms . Die Anfügungen des Moreri sind falsch , er führet den Diodor au« Sicilien , im X B . und den Voßius auf der zo S an , und wenn er dasjenige wohl erwogen hätte , was ihn die vom Voßius angeführte Stelle des Athenaus belehrte , so würde er keine so böse Muthmaßung haben vorbringen können . Diyllus hat , nach der Stelle des Athenäus , vom Demetrius Phaleräus geredet : also hätte ihn Moreri nicht ins 410 Jahr RoniS setzen sollen , wie er thut , weil dieser Demetrius nach dem Tode Alexanders geblüher hat . Uebrigens hat Casaubon m dem IV B . XIV Cap . auf der - 8 - S . über den AthenäuS , die Stelle des Diyllus im Athenaus glücklich wider her - gestellt , und ist Ursache gewesen , daß sie Maussae in dem Wörterbuche des Harpokration , unter dem Worte Jigitto , wieder hergestellt hat .
DlNaNt , eine Stadt in den Niederlanden , an der Maas , zwischen Charlemont und Namur . Ihre Lage in der gend von vielen Eisen - undKupfergmben , und vieler Brüche von schwarzem Marmor und anderer Arten der Steine , ist Ursache wesen , daß ihre Einwohner einen Handel getrieben , der sie bereichert hat " ; allein die Krieqsdrangsalen haben sie zu verschie - denen Zeiten in einen beweinenswürdigen Zustand versetzet . Sie haben im 1466 ^ahre dieses unglückliche Schicksal vollkom - men erfahren ; wie ich anderswo gesaget habe K Ein italienischer Schriftsteller . hat einen Fehler begangen , der die Nachdem kenden irre führen kann ( A ) . Diese Sradt ist im 1554 Jahre von den Franzosen sehr übel mishandelt worden . Der Graf vonSouches , Befehlshaber über die kaiserlichen Kriegsvölker , bemeisterte sich derselben im 16^4 Jahre . Die Franzosen nahmen sie im folgenden Jahre ein . Es wurde in dem nimwegischen Frieden bedungen , daß ihnen Spanien Charlemont abtreten soll - te , wenn sie dieselbe wieder gaben ; unt> daß Spanien , wenn es lieber Charlemont behalten wollte , den Bischof von Lüttich ver - mögen sollte , ihnen Dinant abzutreten c . Da nun diese Abtretung nicht er halten werden konnte , fb ließ sich Frankreich Char - lemont geben , und behielt Dinant bis zu dem rySwickischen Frieden in seiner Verwahrung , kraft dessen diese Stadt unter die Gewalt ihres ersten Herrn , des Bischofs von Lüttich , wieder zurück gekommen ist .
a ) Lud . Guicciard . Defcr . Belgii , den 13 Art . des zwischen Frankreich und «
1 . m . 507 . b ) In dem Artikel Bourgogne ( Carl , Herzog von ) in der Anmerkung ( C ) . c ) Siehe Spanien den 17 des Herbstmonats 1678 , zu Nimwegen geschlossenen Friedens .
( A ) <£tn italienischer Sckriftsteller hat einen Fehler gen der Nachdenkende irre fuhren kann . ^> Ein Ä ! önch , Namens Remigius von Florenz , hat einen politischen Discurs über da« Uebel ge - schriebe» , das aus der Unbesonnenheit des Volkes entsteht , welches die Bildnisse der Prinzen beschimpfet . Er giebt unter andern Beyspiele» dasjenige , welches Carl von Burgund an den Einwohnern zu Dinant gewiesen . Carlo Duca di Borgogna ultimo non ufo tanta e fi nie . morabil crudelta contra di Nantes , fe non perche i Nantefi have - von fatto la ftatua fua e d'alcuni altri Gentiihuomini luoi amici , e Thavevono appiccatc per la gola alle forche . Remigio Fiorentino , Conßderatiom Civili fopra l'Hißorie di Guicciardini c c ? altri Hißo .
rici , cap . XLIII . fol . m . 59 . Es ist klar , daß er die Stadt Nantes nennet , die solches gethan hat , und die deswegen gezüchtiget worden ist . Er sehet an dem Rande : Carlo Duca di Borgogna caftiga con feve - rita la citta di Nantes . Dergleichen findet man in dem Register der Materien . Sein ^rrthum ist daher gekommen , weil er die erste Syl - be von Dinant für einen Artikel genommen hat . Da es aber eine Stadt giebt , die Nantes heißt , so sieht ein jeder , daß dieser Jrrthum geschickt ist , Verblendungen zu verursachen ; denn wenn nach tausend Iah - ren von itzt an , die Beschaffenheit der Wissenschaften in solchen Zustand
verfallen sollte , als sie im XV Jahrhunderte war : so würden sich Kunst - richter finden , die vorgäben , es sey Nantes in Bretagne und nicht Di« nant an der Maas gewesen , gegen welches sich der Bmgundier so räch - gierig bezeugt hätte . Sie würden sich einer Entdeckung rühmen , da . von noch niemand geredet hätte , ich will sagen , einer Kriegsverrichtunz des letztern Herzogs von Burgund , wider die Bretagncr . Sie würden die Zeit , die Ursache und die Umstände dieses Krieges suchen , sie würden viele Dinge finden , die ihre Mmhmaßungen unterstützten . Dieß wür - de endlich ein schönes und langes Capitel ihrer Aduerfariorimi , varia - rum Leclioniun et Emendationum , fine Racemationum abgeben . Diejenigen , welche dergleichen Werke gelesen haben , werden mir zugeste« hen , daß ich von dem Zukünftigen nach dem Vergangenen urtheile . Allein wir wollen nicht im Voraus die zukünftigen Zeiten durchgrübeln : wir willen uns mit der gegenwärtigen begnügen . Ich bin gewiß , daß be - Kits verschiedene Personen durch den Remigio ^orentino , oder durch diejenige» betrogen worden smd , die ihn betrogen haben , ^vch zweifle nicht , daß nichr mehr , als ein Sammler , Nantes unter die Zahl der Städte setzet , welche darum verwüstet worden , weil sie die Bildsäulen eines re» gierenden Fürsten beschimpfet haben .
Dinoth ( Richai'd ) war von Coutances , in der Normandie , und lebte im XVI Jahrhunderte . Er hat , unter andern latei - nischen Bückern , dieHisiorie der bürgerlichen Kriege herausgegeben , die derReligion halderm Frankreich und den Niederlanden erreaet worden sind f A ) . Man darf nicht zweifeln , daß er von der protestantischen Gemeinschaft gewesen ist , und ich glaube , daß er sich zu Mümpelgard , als ein Flüchtling niedergelassen hat . Er hat sich , vor dieser Zeit , etwas in Straßburg aufgehal - ten Er hat nicht auf eine allzuparteyifche Art geschrieben .
- ) Siehe seine Zuschrift von der Historie der bürgerlichen Kriege in den Niederlanden .
( A ) hat unter andern lateinischen Dückern die - Historie Gesners Bibliothek , auf der 724 S . belehr« mich , daß im i ; 8 - Jahre ftcc büraerlickenRrieae berauscteacben , die - - - m Frank , zu Basel Richard ! Dinothi de bello Ciirili Galhco Rehgxonis caufa reick rmd den N , ? ^^ Der Auszug von fufcepto l . bri VI . in 4 gedruckt worden . Da - Bücherverzeichnis von
Q . q z Oxford

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