Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7056

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Digby .
C
Artikels ist , Carl» den V , bey seinen Kriegszügen , in Urica und Deutschland begleitet , und demselben seinen protestantischen Glauben nicht verheelet hat . Der Kaiser hat ihn gewarnet , nur auf seiner Huth zu seyn , weil es nicht in seiner Macht stünde , ihn aus den Händen des Ketzergerichts zu retten . Aus der Vorrede Melchior Leydeckers Apho - rifm . Theol . Lud . de Dien , und der Leichenpredigt Ludwigs von Dieu , die Abraham HeidannS , in niederländischer Sprackx gehalten . Lud - wig von Die» ward kurz nach der Abdankung Carls des V genöthiger , sich zu verbergen ; denn dieser Prinz konnte ihn nicht mehr vor dem Hasse der Jesuiten schützen . Leydecker , ebendas . Man will , daß dieser ehrliche Mann vom Calvin selbst unterwiesen worden . Er ist mit an - dern jungen Leuten nach England übergangen : Calvin ist mit eben demselben Schisse übergefahren , ( hier ist , wie mir deucht , eine re und unbekannte Sache , für alle diejenigen , die vom Calvin geschrie - ben haben . So viel ich weis , hat niemand beobachtet , daß er nach England gereist ist . ) und hat diesen jungen Leuren vorgestellet , daß sie beym Kartenspiele nicht fluchen sollten . Niemand als . Ludwig von Dieu hat sich bey diesem Verweise ruhig erzeigt ; die andern alle haben darüber gespottet . Dieß hat den Calvin bewogen , da er ihn aus dem Schisse allein gefunden , mit ihm von Gott zu rcden , und hat ihn solcher gestalt bekehrt , daß er an seine Aeltern geschrieben : es sollte ihn niemals das iringste von dem Glauben Johann Calvins abbringen . Leydecker , ebend . _r hat seinen Sohn , Daniel , dem Predigtamre gewidmet . Man giebt diesen Umstand an : daß ein Jesuit diesem Daniel Licht gegeben , daß sei - ne Ordensbrüder die Leiche Ludwigs von Dieu suchten , um dieselbe an den Galgen zu henken . Dieß war die Ursache , daß Daniel ihn ausgrub und versteckte . Der Jesuit , der ihm dieses gemeldet , hat sich erbo - then , ihm , bey Ausgrabung und Verbergung der Leiche , zu dienen . Ebel , daselbst .
( k ) Kr ist vier Jahre - - - Prediger ; u Middelburg wesen . ] Leydecker , Professor der Gottesgelahrtheit zu Urrecht , versi - chert in der Vorrede , Aphorifm . Theol . Ludouici de Dieu , daß wig von Dieu , da er nur zwey Jahre Prediger zu Fleßingen gewesen , im 1619 Jahre von da nach Leiden gegangen wäre . Ich bin dem Po - lyander , dem Verfasser der Leichenrede , gefolget ; allein hier erinnere ich meinen Leser , daß es mitf der Folge von der Rede Polyander« erhellet , es müsse Ludwig von Dieu , Prediger bey der Kirche zu Fleßingen , und nicht zu Middelburg , gewesen seyn .
( C ) Er hätte dem Itytenbogarö folgen können , der^ofpredi - ger in dem - Haag gewesen war . Z Leydecker giebt weqen dieser Sa - che Umstände an , welche gelesen zu werden verdienen . Der Prinz ritz hörte bey seiner Anwesenheit in Seeland den Ludwig von Dieu pre - digen , der damals nur noch ein Candidat war , und ließ ihn einige Zeit hernach nach Hofe berufen . Der junge Mensch entschuldigte sich auf eine bescheidene Art , und sagte : daß er seinem Gewissen , bey der Uebung seinesPredigtamts , eine Genüge thun , und dasjenige strafen wollte , was zu strafen wäre ; eine Freyheit , die man nicht gerne bey einem Ho - fe erduldete . Ueberdieß hat er auch geglaubet , daß sich der ihm gene Posten besser für einen altern Mann , als für einen Candidaten schickte . Seine Bescheidenheit und seine Klugheit sind von dem Prin - zen Moritz gelobet worden .
( v ) iSx hat eine Auslegung über die vier Evangelisten her« ausgegeben . ] Dieß ist im >6zi Jahre geschehen . Seine erste Sorge war gewesen , die lateinischen Dolmetschungen des syrischen neuen Te - stamentS , die vom TremelliuS und Veit le Fevre de la Boderie gemacht
worden , und des Münsters undMereerus ihre , von dem ebräischen Ev - angelio des Evangelisten Matthäus , zu untersuchen . Er hat viel Fehler in diesen Uebersetzungen gefunden . Dieß machte ihm Lust , die Vulgara und die Uebersetzungen des Erasmus , Theodors Beza , die syrisches die arabische und äthiopische zu untersuchen . Er hat eine gegen die andere , und alle gegen den griechischen Text gehalten . Er hat sich keine Schwierigkeit gemacht , den Theodor Beza zu tadeln , wo er ihn tadelnS , werth gehalten , und dem Urheber der Vulgata viel Gerechtigkeit erwie - sin . Mag , » , » fuit vir Beza , saget er Iii der Vorrede , eximiae erudi - tionij , acerrimi iudicii ; quique fuis in Noiium Teftamentum la - boribus nunquam laudatam fatis operam Eccleliis nauauit , aeter - numque et fupra inuidiam nomen comparauit . Verum li Vulga - tum quoque Interpretern , quisquis is tandem fiierit , doöurn im« doäiflimum virum fuifle afleram , non nie peccafle iudicauero . Suos habet , fateor , naeuos , habet et fues barbarifmos . Scd quin paf - fim eius fidem iudiciumque admirer , etiani vbi barbarus videtur , negare non pofliini . Simon redet von den Schriften Ludwigs von Dieu vortheilhastig : es ist im XXXV Cap . seiner kritischen Historie , von de« ? Ausleger« , des neuen Testamentes , geschehen .
( E ) Orr hat die Offenbarung Johannes ebraifck und hriftti dn»cken lassen . ^ Dieß bedarf einer Erklärung . Man darf sich nicht einbilden , daß dieß zwo Offenbarungen sind , eine in ebräischer , und die andere in syrischer Sprache . Ludwig von Dieu hat nur die syrische Os - senbarung herausgegeben , aber er hat zweyerley Abdrücke machen lassen , die eine mit syrischer und die andere mit ebräischer Schrift . Herr de la Roque , Prediger zu London , hat mir dieses gemeldet . Siehe oben den Artikel Colomics .
( F ) Jcl ) werde - - - sagen , rvas man für andere
cber von ihm hat . ] Er hat das Leben Jesu Christi mit gelehrten Noten herausgegeben , welches der Jesuit Hieronymus Xaverius in per - sischer Sprache ausgesetzt , und dem Originale eine lateinische Ueberse - tzung beygefl'iget . Die in persischer Sprache geschriebene Historie de6 Apostels Petrus , ist auch eines von denen Buchen , , die er mit Noten herausgegeben hat . Die ersten zwey Capitel des > B $ftoses , vom Jacob Taivusuö in die persische Sprache übersetzt , bettessend , so hat er sich begnüget , dieselben , nebst einem Vorberichte an den Leser , heraus ; » - geben . Ich will nichts von den Anfangsgründen der ebräischen unl» persischen Sprache sägen , die er herausgegeben , wie auch von seiner Ver - gleichung der morgenländifchen Sprachlehren . ( Aus der vom Polyaiw der gehaltener Leichenrede . ) Nach seinem Tode hat man eine Ausle« gung über den Brief an die Römer , nebst einer Sammlung von Beob - achtungen über alle die andern Briefe der Apostel und einer Auslegung über das alte Testament herausgegeben . Witte in Diario Biograph . Sein Tractat . de Auaritia , und feine Rhetorica Sacra , nebst seinen Aphorifmis Theologkis , ( diese sind 1693 zu Utrecht gedruckt wor» den , ) h - lben durch Leydeckers Besorgung das Licht gesehen . Man hat seine Beobachtungen über die heil . Schrift vermehret und verbessert , 1695 zu Amsterdam in Folio wieder gedruckt , und die Offenbarung Johan - nes syrisch dazu gefuget . Man merke , daß Alegambe gesteht , es habe Ludwig von Dieu das Buch des Hieronymus Xaverius getreulich über - setzt : allein er beschuldiget ihn ketzerischer und des Feuers würdiger An - merkungen : additis Animaduerfionibus haereticis et rogo dignis . Ceterum non infidelitcr textum interpretatus eft , fi nonnulla de - mas , quae fortafle Codex ipfius vitiata habuit . Also drucket er sich auf der >89 Seite , in der Bibliothek von den Scribenten seines Or - dens aus .
Dlgby , ( Kenelm ) der unter dem Namen des Ritters Digby bekannt ist , ist durch seine Tugend und Wissenschaft in diesem Jahrhunderte sehr berühmt gewesen . Er war auö einer sehr alten Familie in England entsprossen , und hatte zum Ober« ältervater den Eberhard Digby , der , in Begleitung seiner sechs Brüder , in der Ebene von Bosworch , für die Sache Heinrichs des VII , wider den unrechtmäßigen Besitzer Richard den III , tapfermüthig gefochten hat . Sein Vater , auch Eberhard ne . nannt , ist diesem schönen Beyspiele der Treue nicht gefolget ; denn er ließ sich in den Pulververrath , wider Jacoben den l ver - wickeln , und verlohr deswegen seinen Kops . Sein Sohn , von dein wir reden wollen , hat diesen Makel rühmlich ausaelvscht und sich ohne Anstand der Hochachtung dieses Monarchens so würdig gemacht , daß er von demselben in den Genuß seiner Gü - ter wieder hergestellt worden . Er ist nach diesem mit vielem Glänze bey Hofe erschienen , und ist bey Carln nicht weniger als bey dem Könige Jacob , beliebt gewesen . Carl der I machte ihn zu seinem geheimen Kammenunker , zum Generalaufssher der Schiffssoldaten , und Statthalter des Seezeughauses , die heilige Dreyfalngkeit genannt . Er gab ihm Freybeutbriese wider die Venetianer , kraft welcher er viele Schiffe von ihnen erbeutete , und mit einer kleinen Flotte , darüber er geboth , die ihrige vor dem Hafen zu ^ - canderone schlug , und sich mit seiner Beute einen sreyen Weg machte . Da er die Gelehrsamkeit beständig sehr geliebet , so erwarb er sich eine ungemeine Erkenntniß in den Sprachen und Wissenschaften , und wurde ein guter Philo - soph . Er hat verschiedene Schriftsteller in seine Muttersprache übersetzt , und in seinem Tractate von der Natur der Körper und der Unsterblichkeit der Seele , die Scharfe seines Verstandes und den Umfang seiner Wissenschaft an den Tag geleqet ( * ) . Seine Ergebenheit gegen die Mathematik hat ihn nicht abgehalten , die Geheimnisse der Scheidekunst eifrig zu suchen und er hat , vermittelst derselben , vortreffliche Arzneymittel gefunden , die er allen Menschen , und vornehmlich den Armen , umsonst ae - aeben . Er hat zu Montpellier eine öffentliche Rede von dem sympathetischen Pulver gehalten , welche herausgegeben und lehr qut verkauft worden ist . Er hat im 1651 Jahre seine Abhandlung von der Unsterblichkeit der Seele ans Licht gestellt worüber er mir dem CartesiuS lange Unterredungenqepfleget hatte . Diese zween Philosophen hatten ihre bestimmte Zusammenkunst in dem Collegio von Boncourt , zu Paris . Die Natur und der Zustand der Seele war der vornehmste Stoff ihrer Unterhaltung . Sie konnten über verschieden^Artikel^slch nicht vergleichen : allein^ jie schieden mit einer gegenseitigen Hochachtung aus einan -
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des unglücklichen Carls ves i . oeren garnier er war ; vie'vtanoyasNgrerr , mir weicher er vor den Parlementsgliedem bekann - te , daß er ein Katholike war , und mit welcher er die Einziehung semer Guter , und die Verbannung ertrug , die er sich durch ses Gestandniß zuzog , machen ihn noch viel berühmter . Er begab sich nach Frankreich , und machte sich daselbst bey allen vernünftigen und angesehenen Perjonen beliebt . Nach der Wiederherstellung Carls des II auf den Thron , kehrte er nach Lon - von zurück , und hielt sich so lange daselbst auf , bis ihm , nach einer längen Beschwerlichkeit vom Steine und der Empfindung daß seine Nieren zu schwären anfingen , die Lust ankam , nach Frankreich zu reisen . Er ließ sich in einer Sänfte ans Meer
habt , davon der älteste bey Brantfort wider die Rebellen fechtend geblieben ist , und keine Nachkommen hinterlassen hat . Der jüngste ist in zartem Alter gestorben : der andere hat nur zwo Töchter hinterlassen ° .
a ) Bullart Acad . des Sdenc . Tom . II . p . l ? 7 u . f . NB . Da dieser Artikel sich nicht unter der Anzahl derer findet , davon ich aus der 134 u . f . f . S . im VIII Bande de« gelehrten Tagebuches , vom Haag , eine Liste gegeben habe , so will ich . um aller Übeln Nachrede die - serwegen vorzubauen , hier das an den Buchhändler geschriebene Briefchen beifügen : Mein Herr . ' da ich von ungefähr diesen Art« ,
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