Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7041

Dicäarchus . Die» .
hat denselben nach seinem besten Vermögen getadelt , und nichts als arm - seliges Zeug vorgebracht . Ebendas . in» Jenner >685 , n S .
Man gebe auf den Ausdruck , vie philosophische Rechtgläubigkeit , wohl Achtung , dessen ick mich bedienet habe : denn ich gebe nicht vor , daß Stillingfleet dem Locke in Ansehung der theologischen , evangelischen und christlichen Rechtgläubigkeit übertreffe . Wenn man vorgiebt , daß die Seele des Menschen unmaterialisch ist , weil sie denket , so ist dieses , nach meinem Gutachten , wohl geurtheilet - und überdieß leger man da - durch einen festen Grund zu der Unsterblichkeit unserer Seele ; eine Lehre , welche als einer von dm wichtigsten Artikeln der guten Philosophie ange - sehen werden muß : allein diese Wahrheit , in so fern sie durch einen solchen Grundsatz unterstützet wird , gehöret weder für die Gläubigen , noch für die christliche Gottesgelahrtheit . Ein christlicher Gottesgelehrter , und überhaupt «in jeder Christ als ein Christ , glaubet die Unsterblichkeit der Seele , das Paradies , die Hölle u s . w . weil dieses Wahrheiten sind , die uns Gott geoffenbarer hat . Bloß in dieser Absicht , ist sein Glaube eine Aute Handlung der Religion , eine verdienstliche Handlung , ( man redet hier nach dem Lehrsatze von der Verdienstlichkeit der guten Werke ) eine Gott angenehme Handlung , der Stand eines Kindes Gottes und gers Jesu Christi ; und diejenigen , welche die Unsterblichkeit der Seele bloß wegen der philosophischen Begriffe glauben , die ihnen die Vernunft darbiether , werden nicht eher in das Reich Gottes kommen , als diejeni - gen , welche glauben , daß das Ganze größer ist , als sein Theil . Weil also Locke die Ueberzeugung von der Unsterblichkeit der Seele auf die heil . Schrift gründet , so hat er so viel , und alle christliche , evangelisch« und theologische Rechtgläubigkeit , als man davon haben kann . Dasje - nige , was er hiervon saget , ist unvergleichlich . Siehe die Nouv . de la Rep . des Lettres Nov . 1699 . Pag - 5>o . und das Buch , parrhasiana betitelt , auf der 388 u . f . S Ich werde es vermuthlich in der letzten Anmerkung des Artikel« perror ( Nicolas ) Herr von Ablancourt anführen .
* Man muß sich Mindern , daß nach einer solchen Vorstellung der lockischen Meynung , sich noch Leute gefunden haben , die Locken zum Haupte derer angeben , die da behaupten , die Materie könnte gar wohl neben ihren andern Eigenschaften , auch die Kraft zu den - fen haben . Man wird leicht merken , daß ich hier von dem Herrn von Voltaire rede , der sich nicht an dem Ruhme genügen lassen , den ihm die Dichtkunst verschasset hat , sondern sich mich in die Philosophie mengen wollen . Nicht nur in dem Briefe , den man unter der Hand geschrieben , ausgestreuer , und für seine Arbeit aus» gegeben , hat er die Materialität der Seele behauptet ; sondern auch
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in den Briefen über die Engländer hat er es nicht undeutlich zu verstehen gegeben , daß er dieser Meynung günstig sey , und Locken für seinen Anführer ausgegeben , dem er lieber , als dem CartesiuS und P . Malebranschen folgen wolle . Den ersten Brief hat uns der feel . Consistor . Rath und Probst Reiubeck am Ende sei - neu philosophischen Gedanken über Sie vernünftige Seele , und ihre Unsterblichkeit , nebst einer Übersetzung geben , und durch die gründlichsten Anmerkungen entkräftet ; wes - wegen ich nichts weiter davon hinzusetze , sondern die wahrheil - liebenden Leser dahin verweise . Was den andern Brief betrifft , so ist er in seinen Lettres für les Anglois , der drenzehnte ; Nachdem er auch hier Lockens sceptischen Satz : XOit werden vielleicht niemals im Stande seyn jt» erkennen , ob ein bloß materialisches XDefm denken kann , oder nichts ange - führet , so will er als ein neuer und klügerer Weltweiser die Sache kurz abthun ; indem er schreibt : Je fuis corps , et je penfe : Jdy bin ein Rorper . und ich denke . Auf diesen Orakelspruch folget noch das seltsamste Bekenntniß : je n'en fai pas d'avantage : Mehr rveis id ) nichts davon . Bald darauf beruft er sich auf Lockens Bekenntniß seiner Unwissenheit ; und so ist die Sache schieden , So Philosophiren die flüchtigen Franzosen heute zu Tage , und machen sich eine Ehre daraus , sich für einen Klump von Fleisch und Blut auszugeben , der aus einer Materie besteht , die wir täglich mit Füßen treten ic . Man kann dem . Herrn Voltaire die Ehre dieser Wissenschaft , daß er einRorper sey , gern gönnen : Genug daß Locke dieses nicht gesaget , vielweniger gewußt hat . Hätte aber seine Flüchtigkeit eö nur zugelassen , diesen Artikel im Bayle zu lesen , und recht zu überlegen , vielleicht würde ihn dieser scharfsinnige Lands - mann noch wohl auf bessere Gedanken gebracht haben . Dem , j „ der That hat Bayle die vorgegebene Materialität der Seelen so vollkommen widerlegt , daß ich wohl sehen möchte , was ein Voltaire , oder ein Argenö , ( denn auch dieser hat sich in seinen Memoire ! teeret« dela Republique des Lettres , ins Philosophiren gemischet ) gründliches dawider sagen könnten . Ich sage mit Bedacht liches ; denn mit spikfündigen Einfallen und Sophistereyen ist es nicht ausgerichtet . Ob aber Locke auch bey seinem so bescheidenen Zweifel einen guten Weltweisen gespielet habe , das wird ihm , wie ich versichert bin , bey der deutschen Uebersetzung seines Werkes vom menschlichen Verstände , der gelehrte Herr Prof . Polen in seinen Anmeckungen ehestens öffentlich darthun ; indem seine Arbeit ehe - stens ( ich schreibe dieses im Sept . 174' . ) unter die Presse kom . men wird . G .
das Haupt der Flotte , welche Philippus Penultimus , König in Macedonien ausrüstete , die cykladischen Inseln wider alles Recht und ohne Ursache zu bekriegen , fing diese böse Unternehmung mit einer vollkommen abscheulichen That an . Denn , wie er zu gleicher Zeit den Göttern und Menschen eine Furcht einjagen wollte , so sah er sich kaum im Stande , unter Segel zu gehen , als er zween Altäre aufrichten ließ , einen für die Gottlosigkeit , den andern für die Ungerechtigkeit , auf welchen er allen Gottesdienst nicht ein Haar weniger feyerte , als wenn er diesen zweyen Lastern eben so , wie den Göttern , seine Opfer bringen wollte . Polybius , wenn wir ihn ganz hatten , würde uns den Fortgang dieses Krieges , und die Folge von den Thaten des Dicaarchs berichten : die mangelhaften Stücke , die uns von diesem Scribenten übrig sind , belehren uns nur , daß dieser Gottlose , da er sich in eine Verschwörung eingelassen , seinen Geist auf der Marterbank aufgegeben hat
a ) Polyb . Hiftor . Libr . XVII . cap . XXXV . pag . m . 705 .
dem Daniel Colonius , seinem mütterlichen Oheim , welcher in dem wallonischen Collegio , zu Leiden , Professor war . Er ist vier Jahre Prediger bey der französischen Kirche zu Middelburg gewesen ( B ) . Er hätte dem Uvtenbogard folgen können , welcher Hofprediger in dem Haag gewesen war ( C ) ; allein seine natürliche Abneigung gegen die Hofmanieren erlaubte ihm nicht , dem Verlangen des Prinzen Moritzens hierinnen Genügen zu thun . Er wurde im 1619 ^ahre , nach Leiden berufen , selbst mit seinem Oheime Colonius in dem wallonischen Collegio zu lehren ; und er stund diesem Amte mit einer großen Sorgfalt bis an seinen Tod vor , der sich im 1642 Jahre zutrug . Er hat eine Auslegung über die vier Evangelisten ( DJ , und Noten über die Apostelgeschichte und Offenbarung des heil . Johannes herausgegeben , welche er hebräisch und syrisch ( E ) , nebsi der lateinischen Dolmetschung drucken lassen » . Ich werde in den Anmerkungen sagen , was für andere Bücher man von ihm hat ( F ) . Er hat das ihm angetragene Amt , als Professor der Gottesgelahrtheit auf der neuen Universität zu Utrecht ausgeschlagen ; und wenn er langer gelebt hatte , so würde er dergleichen auf der Akademie zu Leiden erhalten haben Er hatte die Tochter Heinrich Bogards , Raths zu Fleßingen geheirathet , von welcher er eilf Kinder gehabt , davon der eine Sohn die Arzneykunst zu Leiden und dann zu Amsterdam getrieben hat ; unfein anderer hat die Gottesgelahrtheit stu - diert und ist Prediger zu Woubrugge gewesen . Es sind zween Sohne von dem Arzte übrig , davon der eine die Profeßion seines Vaters zu Amsterdam treibt , und der andere die Rechte studiert .
J ) Ex Epiftola Dedicatoria et Praefatione nouae Editionis 1693 . b ) Leydeckerus , Praefat . Aphorifm . Lud . de Dieu . e ) Ex Orat . Fiuiebri . Ex Epiftola dedicat . nouae Editionis 1693 .
( A ) Sein Varer , Daniel von Dien , ist ein verdienter und vor - nebmcr Mann gewesen . ] Er war von Brüssel geburtig . und daselbst zwey und zwanzig Jahre reformirter Prediger gewesen . Er ist von da in den Dienst der Kirche von Fleßingen gegangen , nachdem der Herzog von Parma im i ; z ; Jahre Brüssel eingenommen hatte . Er hat das Griechische , und die morgenländischen Sprachen verstanden , und mit dem Beyfalle seiner Zuhörer , Deutsch , Französisch , Italienisch und Englisch predigen können . Er wurde von dem Herrn von S . Aldegonde sehr aeliebt . Die niederländischen Kirchen haben ihn im 1588 Jahre , nebst fmmen Predigern an die Königin» Elisabeth abgeschickt , derselben von den Nachstellungen des Herzogs von Parma Nachricht zugeben , der ihr insgeheim Friedensvorschlage that , obgleich der König von Spanien eine furchtbare Flotte wider England ausrüstete . L . ndrvig von Dreu , des Daniels Vater , hatte lange Zeit in Bedienung Carls des V , gestan - den , und hatte zur Belohnung seiner Dienste für sich und feine ganze Nachkommenschast den Adelsbrief erhalten : Er nahm die Glaubens - Verbesserung an und ist in diesen Meynungen gestorben ; so daß seine Freunde seinen «örver sechs Wochen m Brüssel verbergen , und ihn nach England überführen müssen , wo er des Nachts begraben wurde^ Er barre die Tochter Peters von Cölln gel ) mather , der unttr dem Namen Colonius bekannter ist , den ihm sein Nettor gab . Dieser Colonius ( man sehe seine , , Artikel unter dem Worte Cologne ) hat sich in Carl Stephans Wohlgewogenheit gesetzt , der ihm den Rath gab , nach Gens II Band .
zu gehen . Er wurde dem Calvin empfohlen , der ihn in seinen Meynim 2 gen unterwiesen , und ihm das Studium der Gottesgelahrtheit angerathen hat . Er hat ihn zum Predigtamte geweihet , und er hat die ersten Ver« richtungen desselben zu Metz geübt , wo der Baron von Clervant die Er - richtung einer Kirche verschaffet hatte . Franciseus von Beaucaire , Bi - schos zu Metz , hatte ein der Lehre und Person der resormirten Prediger sehr schimpfliches Buch gemacht . Colonius widerlegte es sehr nachdrück« lich mit wenig Worten : diese Antwort ist zu Gens im > ; 66 Jahre ans Licht gegeben worden . Er ist von den Papisten zu Metz verfolgt , und einige Zeit gefangen gehalten worden ; und da diese Kirche durch die Ver - folgung ihren Untergang fand , und der Tempel in des Königes Gegen - wart geschleift wurde , so ist er nebst seinem Amtsgenossen , Johann Tasfin , in die Pfalz geflüchtet . Sie sind alle beyde zu Heidelberg als Prediger angenommen worden . Taffin hat französisch , und Colonius deutsch ge - prediget . Dieser ist jung gestorben , und hat einen Sohn , Namens Daniel Colonius hinterlassen , welcher Prediger und Aufseher des wal - Ionischen Collegii zu Leiden gewesen . ( Aus der Leichenrede Ludwig - von Dieu . ) Ich habe bereits gesaget , daß des Daniel Colonius Schwester , Ludwigs von Dieu Mutter gewesen ist . Es ist mir vor kurzem ein Werk in die Hände gefallen , welches mich nöthiget , diese Anmerkung zu verlängern . Aphorifmi Theologici Ludouici de Dieu cum tione Melchioris Leydeckeri . Ich habe in demselben gefunden , daß Ludwig von Dieu , der Großvater desjenigen , der die Materie dieses Qq 2 Artikels

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