Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4136

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Calvin .
wand dieses Werk jemals also gelobet habe , und man fordert den Varillas heraus , dergleichen Lobredner anzuführen . III . Es sind Schnitzer in diesem Jbtube , die mörrnac einem achtzehnjährigen Aller ben kann , darinnen sich Calvin noch befunden . Er ist in sein drey und zwanzigstes Jahr gegangen . I V . i£s erscheint nichts ders in dem Äuche , von der Beständigkeit , als eine bestandige - Heft tigkeit und ausschweifende Figuren . Dieses Buch enthalt nichts von dieser Art . sondern bloß eine Erklärung der Gedanken des Seneca , welche mit Zeugnissen und Beyspielen bekräftiget wird : und dieß alles in der Schreibart eines Auslegers . Varillae hat dieses Werk mem«ls gesehen : er hat es für eine Rede gehalten . V . KieSacramentschänder , welche bey gelindem Feuer verbrannt worden , werden dannnen in dem Gimmel über die allerberühimesien Märtyrer der alten Rircbe erhoben , und der Äonig Franciscus Verl . - , , , ist darinnen mir den allerschwärzesien Farben abgemalt . Es steht nichts in diesem Buche , weder zum Lobe derer , die unter Fran - ciscus dem I , der Religion wegen den Tod erlitten haben , noch wider diesen Prinzen . Wie hätte sich Calvin wohl unterstehen sollen , ein solches Buch herauszugeben , wie es Varillas vorstellt ; wie hätte er sich wohl unterstehen sollen , sage ich , dasselbe mit seinem lateinischen Na - men , und mit de« Abts de« heil . Eligius seinem herauszugeben , dem er es zugeschrieben ? Da er seinen Namen lateinisch auf den Titel seine« Büches gesetzt , so hat er seinen Zunamen Canvin fahren lassen , und Calvinus dafür angenommen . Maimbourg . de Hiftoirc du Calvin , pag . 57 . PapyriuS Massen im Leben Calvins , auf der 41 - S . saget , daß die Auslegung über die Bücher , de dementia , unter dem Namen des Lucius Caluinus Ciuis Romanus erschienen . VL Das übrige des Xverks enthält nichts , als mangelhafte Stücke , welche aus dem Seneca , dem Philosophen , genommen , und sehr nachlaßig bunden sind . Das ganze Werk ist eine beständige Auslegung de« Tractatö , de dementia . Der Text des Seneca findet sich vollständig darinnen ; man sieht zu Ende eines jeden Capitels , die Erklärung Cal - vins , so wie ich sie beschreibe . VII . Das lächerlichste des Stücks bestehr darinnen , daß Calvin damals nicht gewußt har , daß eo ? weene Seneca , gegeben , die zu Cordua in Spanien gebohren wesen . Tiner ist unter dem Namen des Redners bekannt , weil er seine ganze Jlebeitsjeit die Beredsamkeit gelehrt : der andre , der Sohn des Redners , und viel berühmter , als sein Vater , der Philosoph genannt ; welcher des Nero Lehrmeister gewesen . Xvie so wohl der eine als andre , lange Seit gelebt hat , obgleich der Philosoph , den Befehl sich 50 entleiben vollstreckt hac , den »hm Crevo , ( man lese Nero ) zugeschickt ; so hat sich Calvin , welcher solches nicht in Abrede st / n kann , eingebildet , er müsse einem einzigen die Jahre aller beiden zueignen und schreiben , daß sein erdichteter Seneca hundert und rnerzig Jahre gelebt habe . Weil Varillas glaubet , daß Calvin damals nur achtzehn Jahre gewesen , so bätte er es für keine so lächerliche Unwissenheit halten len , wenn er nicht gewußt , daß zween Zenecae m der Welt gewesen . Es ist nicht wahr , daß er seinem Seneca hundert und vierzig Jahre giebt ! er giebc ihm ungefähr nur 115 . Man merke , daß eben dieser Geschichtschreiber viel bedachtsamer von diesem Werke Calvins in der Historie Franciscus de« I , geredet har . Er hat , saget er im VI B . de« VII Th . - 5> S . holländischer Ausgabe von 1690 , seine Anlegung über das Buch des Seneca von der Güte gemacht , um Ruhm ; » erwerben , und dennoch seine Absicht unter der - Hülle einer bloß heidnischen Moral zu verheelen . Er hat auf nichts anders gedacht , als in Franciscus des I Gemürhe , welcher auf vergleichen Tracrate neugierig war , einen Zweifel wegen des Feuers zu erwecken , welches er durch das ganze Rönigreich wider diejenigen anzustecken befohlen hatte , die überzeugt wer - - den würden , daß sie wider die Religion ihrer Väter übel ge , redet .
( C ) Calvin wäre in dem Collegio von Forteret bald beym Ropfe genommen worden . ] Das Stillschweigen Theodors Beza machet mir folgende Erzählung verdächtig . „ Der Lieutenant Morin . < - ist „ selbst mit einer qutenBegleitung in das Collegium des Cardinals le Moine „ gegangen , wo Calvin sich aufhielt , um sich seiner Person zu versichern ; al - „ lein als man in seine Kammer gekommen , so hat man gefunden , daß er „ durchs Fenster entflohen , und sichan seinem Betttuche binnnter gelassen , , , we< cheS man daselbst angebunden gesehen . „ >Iaimboui g . ttiftoire du Calvin , p . jg . Wenn diese Erzählung wahr wäre , ( diese Erzählung ist auf den PapyriuS Massen im Leben Calvins , 414 S - gegründet , ) so wäre Beza ein übler Geschichtschreiber : denn er saget nur , auf der 367 © . in Calvin« Leben« , daß sich Calvin von ungefähr nicht in seiner Kammer befunden , quo forte donu non reperto . VarillaS hat eben dieselbe Erzählung , als Maimbourg , und begleitet sie mit tausenderley de , ^ Hift . de Francis I . Liv . VII . pag . - 51 . Hift . de l'Herefie , Liv . X . pag . 356 .
( 0 ) Er flüchtete nach Xaintonge . ^ Er bat daselbst einen guten Freund gefunden , auf dessm Bitten er kurze christliche Ermahnungen aufgesetzt , welche nian statt der Predigten in manchen Kirchspielen lesen lassen , um da« Volk nach und nach zur Untersuchung der Wahrheit zu gewöhnen . Theodor Beza im III Tb . von dem Leben Calvins . auf der 367 S nennet diesen Freund nicht ; ich »veis nicht , aus wa« für einem Grunde : denn ein Mann , der an dem guten Saamen einen solchen Geschmack gefunden , daß er sich wegen de« Evangelii mit dem Calvin in die Schweiz gerettet , wie un« dieser LebenSbefchreiber ebendaselbst richtet , hätte wohl verdient , daß ftin Name in dem Leben dieses großen Glaubensverbesserer« erschienen wäre . Man wird nicht verdrießlich seyn , hie ? zu sehen , daß er Ludwigdu Tillet qeheissen . ( siehe die Defenfe de Calvin , toDrelinceurt 40 S . ) und daß er der Bruder des Johann
. . dieser Ludwig
nicus zu Angouleme , und Pfarrer , u Clair gewesen , und daß er von diesem Irrwege durch die Vorstellungen seines Bruders . hann du Cillet , wieder zurück gekommen - - - der ihn selbst in Deutschland besuchet , um ihn zo der katholischen Rirche zu , rück zu bringen . e Dieser Schriftsteller setzet dann , daß Calvin , da er von diesem Gönner verlassen worden , und sich nicht getraut , sich weiter in Angouleme sehen zu lassen , nach Poitiers gegangen !
um sich andre zu suchen , und daß er daselbst einige gefunden , und sich neue Schüler gemacht habe , welchen er das Nachtmahl . nach seiner Mode , in Rellern und - Höhlen ausgetheilt . Diese letzte Sache scheint mir zweifelhaft zu seyn , um nicht« schlimmer« zu sagen ; denn , wenn sie wahr wäre , so würde sie dem Beza nicht unbekannt gewesen seyn ; und wenn sie ihm bekannt gewesen wäre , so würde er sie m Cal , vins Leben nicht vergessen haben . Man setze dazu , daß , wenn dieser Obergerichtsschreiber , Johann du Tillet , da« verirrte Schaf , ich meyne seinen Bruder , den Canonicu« zu Angouleme , bi« in Deutschland gesucht hätte ; diese Bekehrung seit dem geschehen seyn müßte , da Calvin und dieser Domherr nach Basel geflüchtet , und da .
dieser Reise nach Basel , nicht wieder jnäch Frankreich gekommen , als um seine Sachen in Ordnung zu bringen ; und daß er darauf den Weg von Basel durch Savoyen genommen , und sich im Jahre i»6 zu Genf gehalten habe . Ex Italia . . . in Gailiani regrefliis , rebus fuis ornnibus ibi eompofitis , abduäoque quem vnicum fiiperftitem bebat Ant . Caluino fratre , Bafilean ) vel Argentinam reuerti cogitan - tem , interclulis aliis itineribus per AUobrogum finei iter inilitutiim profequi bella coegerunt . Ita ta & um vt Geneuam veniret . Beza in Vita Caluini , pag . 368 . Siehe die Anmerkung ( G ) .
( E ) Er verließ Frankreich , nachdem er 0 . f . w . Z Poftquara Aureliae infignem illum Libellum edidiflet , quem Pfychopannychian inferipfit , aduerfus illorum errorem , qu^ domiire feiunetas a cor . poribus animas , errore a vetuftiflinüs vsque fieculii repetito , do . cebant . Eben das 367 S .
herauszugeben
seiner Unterweist . . . D . . .
tigtt . Maimbourg , Hift . du Calvin , pag . 59 . VariÜasj Hift . 'de Franj . I . Livr . VII . pag . 251 . Hiftoire de 1' Herefie , Livr . X . p . 376 . Dieses könnte seyn ; allein Beza saget nicht« davon , und bemerket auch das Jahr der Ausgabe nicht , ob er gleich die Gelegenheit darzu ket . Er saget in dem Leben Calvin« , 367 S . ( siehe auch Calvins Vor - fihtv hie - vfalmen , welche ich hierunten in der Anmerkuna ( V )
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widemäm^wären ; die ihre Brüder in
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rede über die Psalmen , welche ich hierunten in der Anmerkung ( V ) anführe . ) daß Francijcus der I , da er sich um die Freundschaft der Pro , testanten in Deutschland bemüht , und erfahren , daß sie über die grau - ftimen Verfolgungen sehr widerwärtw wären ; die ihre Brüder in ^ un [ bln ^ Wilhelms Du Bellai einer Au« -
flucht bedienet : nämlich , daß er ihnen weis gemacht , er hätte nur ge . wi , , e Schwärmer gestrafet , welche unter dem Namen der Widertaufer , anstatt de« Wortes Gotte« , ihre Eingebungen vorbrächten , und alle
un iuhu^u / uic uiuu »n Aranrrel ( l> ver - brannr hatte , und dieses hat ihn vermocht , seine Unterweisung , nebst ei , ner Zuschrift an Franciscus dm I . herauszugeben , welche eine von den drey oder vier Vorreden ist , die man am meisten bewundert . ( Die Zu - schrift Thuans und die Vorrede CasaubonS , über den Polybius sind von dieser Zahl . Ä ! an sehe den Alexander Morus in der Lobrede Cal« vins , - 2 S . und den Tanaquil Faber . I^Iotu in L Scaligerana , p . 40 . Man muß diesen Borreden noch diejenige beyfügm , welchePellisson über die Wer - ke Sarasinö gemacht hat . ) Sie ist zu Basel den > Aug . >536 unterschrieben . Die Unterschrift kömmt vollkommen mit der Erzählung des Beza über« ein ; denn es ist im Jahre 1535 geschehen , da sich Wilhelm Du Bellai die , ses boshaften Kunstgriffs bedienet , und das alte Sprüchwort sehr wohl bestätiget hat : Ihr haltet uns für Deutsche . * Folgendes findet man m dem Leben Calvins , auf der 367 Seite . Edere coadhis eft Chriftianae Religionis Inftitutionem , quamvocauit , operis longo maximi rudimentum . Quura enim ülam Francifci Regis carnifici . nam aegre ferrent Gtrmani Principes , qui Euangeüo nomen dedc . rant , et quoruroille tum amicitiam ambiebat , hoc vnum ille »ofi» audore Gulielmo Bellaio Langaeo repererat , vt fefe non - nifi in Anabaptiftas pro verbo diuino fuum tantura Spirittim iaftan - tes , et omnium Magiftratuum contemtores animaduertifle diceret . Hoc vero dedecus verae Religioni inuftum non ferens Caluinus , eius edendi Libri occafionem arripuit , meo quidem iudicio inconi - parabilis : addita excellenti ad Regem ipfuin Praefatione , quam fi forte legifl'et ille , aut ego vehementer fallor , aut magntim eflet illi meretrici Babylonicae iam tum vulnus illatum . Beza saget , daß Calvin , nach Herausgebung dieses Buchs , der Herzoginn von Ferrar« in Italien aufgewartet , von da nach Frankreich zurück gekommen , und nachdem er seine Sachen in Ordnung gebracht , entweder nach Basel oder Straßburg , durch die Länder des Herzogs von Savoyen , zurückge - hen wollen ; daß man ihn aber genöthiget , zu Genf zu bleiben , und daß er daselbst im Augustmonate , >536 , zum Prediger und Professor der GotteSgelahrtheit erkläret worden . Diese« kann mit der Unterschrift der Vorrede so wenig bestehen , daß ich nicht nöthig habe , den Wider - spruch davon zu zeigen . Man sehe unten die Amnei - knn - , Ich
vjiitii Ivuroe ntcmaw frrno
wenn man sich aus die unterschiedenen Zeitrechnungen beziehen ? ollr ? die man IN den Enäkiuna - N der einen , und in den Nachrichten der . '
die man in den dern findet . Zum
: « O . . I Vj'A oer an»
»vi . ^empel , wti Hiftor . Genevrina Tom . III . p . , 0 .
! * * \ 14 ~ - Herbstmonats zu Genf angekommen D>ksts ft - hr - t uns von dem Monate August Theodors Beza ab ; denn nach dem Spomus , welchem Leti nicht widerspricht , hat Calvin , Farel« B'tten lange widerstanden Leti setzet vorans , daß sich Calvin , als ein gescheidrer Mann , bitten lassen , und sich mit vielen Ursachen entschuldi - get , b\6 die Syndici den Predigern beygetreten , und ihn zu bleiben rÄ kommen ° ö " f * * * ^ ber Unterweisung zu -
* Diese« ist eins von denen schönm ftanzöfischm Sprüchwör , kern / dadurch diese« , seiner Einbildung nach , allein kluge Volk seine«
Herzen«

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