Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6965

Diagoras .
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gangen , da die Parten , die ihn verjaget hatte , nickt mehr die stärkte war . Er hat in dem pelopvnnesischen Kriege , die Parte» von Lacedä - mon öffentlich ergriffen , und auf seine Kosten Schiffe ausgerüstet , und als ein Lowe wider die Athenienser gefochten . Sie sind ihn , dermaßen gchaßig gewesen , daß sie , da sie ihn gefangen bekamen , beschlossen , seiner übel zu warten ; aliein seine Gegenwart rührte die Versammlung : man wurde beweget , eine Person gefangen zu sehen , deren Ruhm einen so großen Schimmer gehabt , und setzte ihn in Freyheit . Paufan . Libr . VI . p . 184 , 185 . Die Laeedämonier sind nicht so großmüthig gewesen : sie hoben ihn auf der Reise be» Peloponnesus auf , zur Zeit , da die Rhodier mit den Persiern undAthemenfern , auf CononS Anstiften , ein Bündniß gemacht hatten , und hielten ihn als einen Staatsverbrecher , d . i . sie ließen ihn hinrichten . Conon hatte die Rhodier von dem Bündnisse Mir Laeedämon abgezogen , ( Androtion , in Comment . Kerum Attic . beym PausaniaS , ebendas . ) und dicß in der 96 Olympias , Diod . 8icul . ILibr . XIV . Hieraus kann man die Zeit des Diagoras überhaupt er , kennen .
( E ) Allein diese Schriftsteller sagen nickt , - - - welches Moreri versichert . ) Wenn Plutarch , PausaniaS , AuluS Gellius und Cicero , die Schriftsteller , welche Moreri anführet , die Ursache von dem Tode des Diagoras ein wenig verschiedentlich erzählten , wie Moreri versichert , so müßte» einige seinen Tod dieser und die an - dern einer andern Ursache zuschreiben ; allein dieses rhun sie nicht . Au - lus Gellius laßt ihn vor Freuden sterben ; die andern sagen auch nicht eine Svlbe von seinem Tode .
( F ) Unftr Diagoras stammet vom Jupiter ab . ) Denn Tie - ptolemus ist Herkuls und der Astydamie , einer Tochter Amyntors , Sohn
gewesen . Pindar . Od . VII . Olymp . Einige sagen : Amnntor habe seine 'Abkunft vom Jupiter hergeholer , ( siehe den Benedift . in Pind . p . 129 . ) und also hätte Diagoras sein Geschlechtregister . mir den , Tleprolemus anzufangen , so wohl von männlicher , als weiblicher Linie , bis zu dem Obersten der Götter hinausführen können .
( G ) Andere sagen : da st seine - Herkunft unmittelbar göttlich war ? . ] Ein alter Scholiast erzählet : es hatte eine Sage gegeben , daß Diagoras ein Sohn Mereurs sey , und die Sache folgender Maßen zugegangen wäre . Seine Mutter , die im Felde spazieren gegangen , und sich wegen der außerordentlichen Hitze matt und müde befunden , hätte sich in einem fchartichren Holze zur Ruhe geleget , Mereur . wel - chem diejes Holz geweihet war . hat sich der Gelegenheit bedienet , und dieje Frau beschlafen . Hierdurch ist des Diagoras Geburt verursachet worden . Seir dem Herkules ist niemand auf diese Art gebohren wor - den . o« n ? aTot 'hMrt7ixi TOwtc ( yhtS - w . Dieß sind die Worce des Scholiasten . Siehe den griechischen ^ , 'halt der VII olympischen Ode des Pindarns , auf der 77 der oxfordischen Ausgabe . >698 . Man kann sich darüber beklagen , daß sie BenedietuS dunkel überseht hat , qui primus , saget er auf der 123 S ab Herculc tantu« dicitur habitus . Man merke , wie es zwar wahr ist . daß man aefaget . es habe seit dem Herkules Jupiter keine Frauensperson geschwängert ; siehe die Anmerkung ( N ) , des Artikels - Herkules : allein es ist nicht wahr , daß man dieses von den andern Göttern , in Absicht auf die ze Zeit . gesaget hat , die vom Herkules bis auf den Diagoras verflossen ist . Dieser hat . nach der 79 Olympias , lange Zeit nach der Geburt de« Romulus gelebet ; dieser ist eine Frucht der Umarmungen des Gottes Mars und der Rhea Sylvia gewesen .
Dmg0ra6 , mit dem Beynamen der Gottesleugner hat in der 91 Olympias gelebet ( A ) . Mau hat sagen können , daß er ein arfSem'cnfifchcr Philosoph gewesen ; denn er hat in dieser Stadt philosophiert : allein er ist nicht darinnen gebohren gewesen . Entweder die Insel MeloS , eine von den cykladischen , oder die^ - tadr Meli« in Carien , sind der Ort seiner Geburt gewesen ( B ) . Der thörichte Eigensinn der Schriftsteller , die außerordentliche Zärtlichkeit gegen eine Geburt seines Geistes , hat ihn zur Gott - losigkeit verleitet ( C ) . Er ist einer von den sreyesten und beherztesten Gottesleugnern der Welt gewesen : er hat sich keiner Zwendelitiakeiten und listigen Einkleidungen bedienet : er leugnete kurzweg , dap es Götter gäbe ( D ) . Die Athenienser ließen ikm vor sich laden , um Rechenschaft von seiner Lehre abzulegen : allem er nahm die Flucht , weswegen sie einen Preis auf seinen Kops setzten K Sie ließen unter Trompetenschalle einem jeden , der ihn tödten wurde , ein ^alent verbrechen , und demjenigen zwey , der ihn lebendig liefern könnte ; und sie ließen diesen Rathschluß aus eine küpferne Säule eingraben , ^hre Strenge er - streckte sich sehr weit ( E ) ; allein sie konnte nicht verschaffen , daß man ihn erwischte : denn er gieng zu Schiffe , und litt Schiffbruch c . Tatian d erzählet : daß er deswegen gestrafet worden , weil er die Geheimniffe der Athenienser offenbaret halte ( F ) . Einige Gelehrte murhmaßen , daß das Buch , welches man ihm zugeeignet , von den Geheimnis» Her Göttinn Cy - bele gehandelt hat ( G ) . Andere sagen : daß Diagoras dein Gesetzgeber der Mantinaer sehr gerechte Gesetze angegeben ha - be ( H ) . Cicero erzahlet einige gottlose Antworten des Diagoras ( 1 ) . Einige sagen : daß diestr Gottesleugner seine Freyheit dem Demokritus zu verdanken gehabt ( K ) . Der Schnitzer des Peter Gregorius von Toulouse ist einer von den gröbsten . Er hat geglaubet : Diagoras sey deswegen angeklaget worden , weil er die Gedichte eines andern gestohlen hätte ( L ) . Clemens von Alexandrien hat die Lehre dieses Philosophen nicht wohl gekannt ( M ) .
a ) Cicero de Nat . Deor . Libr . I et III ; Diodor . Sicul . Libr . XIII . cap . VI ; Laftant . de Ira Dei , cap . IX , und noch viel andere . b ) Diodor . Sicul . ebendas c ) Athen . Libr . XIII . p . 611 . d ) Suidas in und Melanthes de Myfterns , beym Scholiasten des
AristophanS , in Aiiib . auf der Gegenseite des >z ? Bl . Ausgabe von Florenz , >52 ; .
( A ) " ( N ) 'Entweder die Insel tttetos - - - oder die Stadt Melia - - , sind der Orr seiner Geburt gewesen . ] Man hat ihn Melius zugenamer . Dieß ist das Beywort . welches ihm Ciee - ro , Libr . I . de I>Iat . Deorum , Aelian , in des II V . XXIII Cap . Va . riar . Hiftor . und Diogenes Laertins . im VI B . num . 5 ? - gegeben ben . Eustachius in Odyfi : Libr . III . welcher ihm den Beynamen des Milesiers giebt . betriegt sich : VoßiuS . der ihn zum Athenienser machet , bekriegt sich auch . Ich sage , daß er ihn zum Athenienser machet ; denn nachdem er von dem Philosophen Diagoras geredet , so scher er auf der 436 ® - von den griechischen Geschichtschreibern dazn . puto " eundem eile Diagoram Athenienfem , qui reliquit fermones Phrygios . Er führet die Worte an , wo Tatian saget , daß Diagoras von Athen gewesen , AM» " «« Crcsollius , Theatr . Sophiftar . p . 72 . redet nur von einem Diagoras dem Athenienser , welches eben derselbe ist , den tian anaesühret hat : so daß man , wie Tatian nach aller lichkeit keinen andern Diagoras vor Augen gehabt , welcher der Got - te« enancr zugenamet gewesen . schließen muß , daß sie alle nicht gewußt haben wo er her gewesen . Volarem« und Benedict» ? sind dem Irr - rhume'des Eustachius gefolget , ^jener in dem X V B . seiner lung , dieser in seiner Auslegung über den Pindarus . Benedictas in Pin .
daCC ? fiEtn ItbSridrter>ieiaenf * « * * der Schriftsteller , , - , , bÄl Gottlosigkeit verleitet . ] Die Sache hat sich auf diese
SrrEftili am Versmachen , und ein Gedickte ver - yflttt I . U } . f 1 ( Tente foen ^Dvoccfi
II Sand .
Schaden gethan . nicht nur wegen seines Diebstahl« und Meineids nicht gestraft worden war , sondern auch noch Ehre dadurch erworben hatte , geschlossen : daß es weder Vorsehung , noch Gorrheiten gäbe , und Bücher geschrieben , solches zu bewegen . Es ist Hesychius Jllustrius , in a<«>« - tk . der diese Erzählung machet . Man muß bekennen , daß niemals ein Schriftsteller gewesen , der mehr Liebe fiir seine Werke gehabt , als Dia * goras , und der sich unterstanden hätte . dieselben auf einen solchen Preis zu setzen . Wie ? weil Diagoras die Ehre verlohren . die er von einem seiner Bücher erwartet ; muß denn desivegen die ganze Welt leiden ? muß denn die Natur ihres Regenten und Erhalters beraubet seyn ? Was für eine Vergeltung ist dieses ? Man sage mir nichr , daß meine De - trachtung gezwungen ist : ick gestehe , daß etwas Falsches und Aus - schweifendes ben dieser Redensart ist ; allein ich behaupte , daß Diagoras nicht so geschlossen haben würde , wie er gethan , wenn er nichr eine ganz besondere Hochachtung und eine innigste Zuneigung gegen das Gut ge - habr , welches er verlohren hatte . Ich n>eis nicht , ob'der Wohlstand ei - nes boshaften Menschen denjenigen jemals Anlaß gegeben , an der sehung zu zweifeln , welchen dieser Wohlstand empfindlich gewesen , oder welche wenigstens kein Uebel davon empfunden haben . Wir wollen in der folgenden Anmerkung noch andere Ursachen von der Gottlosigkeit des Diagoras sehen .
( D ) Er leugnete kur» weg , daß es Götter gäbe . ] Auf diese Art bemerket man seine Lehren , wenn man sie von des Pro - tagvras seinen unterscheiden will . welcher die Religion nur in Zweifel zog . In hac quaeftione plerique , quod maxime verifimile eft , et quo omnes duce natura vehimur , deos esse dixerunt : dubitare fe Protagoras ; nvllos ESSE omnino Diagoras Melius et Theodorus Cyrenaicus putauerunt . Cicero , de Natura Deorum , Libr . I . zu Anfange . Er sager in eben diesem Buche : Qmd , ras , Atheos qui di£his eft , pofteaque Theodorus , nonne aperte rum naturam fuftulerunt ? Nam Abderites quidem Protagoras . . . cum in prineipio libri fui fic pofuifl'et , de Das neque vt fint , nt . que vt nun fint habeo dicere , Athenienfium iuflu vrbe atque agro eft exterminatus . Siehe den Laetanz , de Ira Dei , cap . IX . Es ist also ziemlich wahrscheinlich , daß sich Valerius Maximus betrogen , wenn er gesager : es sey Diagoras deswegen von Athen verbannt worden , weil er gesager , daß er nicht wisse , ob es Gotter gebe ? und daß , wenn es welche gäbe , er derselben Natur nicht kenne . Athenienfes Diagoram Philofophum pepulerunt , quia fcribere aufus fiierat , primum ignorare fe , anDii eflent : deinde , fi fint , quales fint . Valer . Maxim . Libr . I . cap . I . zu Ende . Dieses schicket sich vollkommen auf den Pro - ragoras und keinesweges aus den Diagoras . Wir wollen also sagen : daß Valerius MaximuS einen für den andern genommen hat . Dieses ist ihm sehr gewöhnlich . Leopardus Emendat . Libr . XI . cap . XI . reri schreibt ihn , ohne das geringste Mistrauen , ab , und fallt , nach ner Gewohnheit , in verschiedene Unterlassungssünden . Siehe weiter unten die Stelle des AthenagoraS , und die Anmerkung ( G ) , wo wir von dem Titel eines Buches des Diagoras , wider die Gottheit reden werden . Die Beobachtung des SextuS Empirikus verdienet unsere P p - Ausmerk -

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