Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6945

V
Diacceto . Diagoras .
wen» kndern lpag . 22 . pankm Rs un# >auben , man I»r uns
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isse . ob zcAne - ^arreaux Man , 5eyer , scheint .
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^ einschlä - und der ist nur srksamkeit ey Erbli» I als an , Anmer» rt , als sie auch in« niemals Iber Welt lit in dm Gesell -
Gesellschaften zu lehren , ob ihn gleich eine lange Folge von tiefem aber übel geführtem Nachdenken , in die innerliche Verwerfung aller ligion gestürzt hat . Weit gefehlt , daß ein solcher Mensch die Lehren aus dem Verstände junger Leute treiben wollte , die sie vor der Liederlich - keil bewahren können ; anstatt , daß er denjenigen seine Meynung ein - flößen wollte , die derselben misbrauchen könnten , oder welche sie um den Trost zubringen vermöchten , welchen die Hoffnung einer ewigen Glück - seligkeit sie bey ihrem Elende empfinden läßt : so würde er sie darinnen vielmehr ans Liebe und Großmuth bestärken . Er behält seine Mey - Hungen entweder für sich allein , oder für Personen , die er für sehr geschickt hält , dieselben zu keinem Übeln Gebrauche anzuweisen . So machen es die systematischen Gottesleugner , welche weder die Liederlich - fett noch der Plaudergeist verderbet hat . Siehe die Anmerkung ( C ) bey dem Artikel Vaycv zu Ende . Das Unglück , das sie von einem gewis - sen Grundsatze allzusehr gerührt worden , und demselben durch allzuviel ? Folgerungen stufenweise gefolgt sind , hat sie zu einer gewissen Ueberzeu - gung geführt . Die Gnade Gottes kann sie , bey Erblickung des Todes , daraus ziehen ; allein ohne diese beharren sie in ihrer Unempfindlichkeit mitten unter den Krankheiten und Stürmen : und wenn sie sich dem Scerbegepränge der Kirche gemäß bezeigen , so geschieht es bloß darum , daß sie ihren Freunden die verdrießlichen Folgen wegen Verwerfung der Kirchengebräuche verhüten wollen . Dieses bewegt zu glauben , daß chen Frevgeister , als Desbarreaux von demjenigen nicht sonderlich get sind , was sie sagen . Sie haben nicht viel untersucht ; sie haben etliche Einwürfe gelernet ; sie betäuben die Welt , sie reden aus Großspreche - rey . und widersprechen sich in der Gefahr . Siehe den Artikel & ion der Borysthenite in der Anmerkung ( E ) , und den Artikel - Henaulr . Balzac hat sie wohl abgeschildert , wenn er eines Sprachlehrers aus Gnseonien spottet , der einen Prahlhans wider die Gottheit abgegeben , und dennoch wegen der geringsten Sache in den allerfurchtfamsten Aber - glauben gefallen ist . Die Ausdrücke , deren er sich , so wohl in Versen , als in Prosa bedienet hat , sind so schön , daß ich mich verbunden halte , dieselben anzuführen . Audifti in qiiotidianis Comoediis Pyrgopoli - nicis partes belle agere . Audifti vfurpantem crebro , fibique affin - gentem Virgilianum illud :
Felix , qui potnit rerinn cognofcere canfas ,
Atque metus omnes et inexorabile fatum Subiecit pedibus , ftrepituinque Acherontis auarL
Ne vobis imponat verborum illa magnificentia : Hiftrio et Recita - tor Virgilianus eft , non Philofophus Virgilianus . Meticulofiffimum oinnium aniraal timet etiam non timenda . Neque ignem modo , fed fufpicionem quoque ignis , et fuinum e longinquo volantem , et fubluftriorem vmbram timet .
Vilis Grammaticus , gentis pars foeda togatae ,
Impuro tantmn ore ferox , ne credite verbis ,
Corde pauet gelido , quamnis verba ardua iaftet Saepius , et tragicas effündat in aera voces .
Non fiiror huic conftans , non Numina fortiter odit , Intrepidusque Polos audet ridere tonantes ,
Vt quondatn Capaneus Thebana ad moenia pngnans , Cum non arma Iouis flammasque timeret Olympi .
Hic dubii imbellis Ventura pcricula cafus ,
Et fimulacra malorum , et laruas horret inanes ,
Contemtor placidique Iouis Coelique fereni .
Quas non ille aras , humili formidine tadta Mente petet , quos non Superos in vota vocabit :
Si videat maris iratos infurgere fluöus ,
Sentiat aut propriis ardere incendia venis ,
Infolitoue vrgeri oppreflum pondere peflrus ,
Aeger , inops animi , atque inftantis victima Fati ?
Balzac . Epißol . Seleft . p . m . 479 .
Wir wollen bey dieser Gelegenheit beobachten , daß viele Personen , welche von den Wahrheiten des Christenthums sehr überzeuget sind , nach überstandener Gefahr , die gerhanen Gelübde vergessen . Hiervon ist da6 Svrüchwort entstanden , Pailäto il pericolo gabbato il Santo . Wie viele Freygeister giebt es nicht , die sonst sehr rechtgläubig sind , welche in der Furcht , Schiffbruch zu leiden , oder an einer Krankheit zu sterben , Gott versprechen , daß sie tugendhaft leben wollen , wenn sie davon kämen ? Sie kommen davon , und leben so böse , als sie gethan haben . Sollte man nicht sagen , daß sie sich auf diejenigen menschlichen Gesetze beziehen , welche diejenigen von Haltung ihres Versprechens entbinden , die solches aus Zwang einer größern Gewalt dem Feinde in dem Gefängnisse ge« than haben , der ihnen das Pistol auf die Brust gesetzet ; kurz aus Vexan , lassung einer rechtmäßigen Furcht , metu cadente in conftantem virum ?
( G ) Seine Freunde können seine große Freygeisterey nicht leugnen . ] Sie sagen , daß er Geschmack genug an den Wahrheiten des Christenchums gehabt , und daß er von denselben völlig überzeugt seyn wollen ; allein er hat vorgegeben . daß einem verstandigem Menschen vichls schwerers sey . als zu glauben . Er ist ein gebohrner Papist gewe - sen : allein er hat nicht das geringste weder von dem Dienste , noch von den Lehren der römischen Religion , geglaubt ; und er hat gesaget , daß wenn daS Evangelium und die heil . 'Schrift , die Regeln unserer Hand - lungen , und unseres Glaubens seyn sollten , keine bessere Religion wär» , als die reformirte .
rH ) - = ' Allein sie geben vor , daß der Ruf die Sachen vergrößert habe . Z Viele haben , ohne ihn zu kennen , von ihm als von einem Ruchlosen und Gottesleugner geredet ; allein die Wahrheit ist daß außer einigen Ausschweifungen bey der Hitze des Difputirens , wobev er manchmal seine Vernunstschlusse zuweit getrieben , er niemals gezeiger hat , daß seine Meymmgen aus die Verleugnung des DaseynS Gottes aienaen ES findet sich zuweilen eine allzustarke Gemuthsbe - wegung in seinen kleinen Trinkliedern . Dieses enthalten die mir mitge -
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theilten Nachrichten . Ich habe in der andern Ausgabe der nen etwas gelesen , welchem man nach meinem Beduinen keinen Glau - ben beymessen darf ; denn es ist ein Mährchen , womit man sich überall herumtragt , und welches man tausenderley Arten von Seuten beygemes , sen hat . Dem sey . wie ihm wolle , hier ist die Erzählung des Menage . Eines Tages , da die Herren Desbarreaux und vonElbene in der Fassen beysammen waren und Fleisch essen wollten , so fanden sie nichts , als Eyer , woraus man ihnen einen Eyerkuchen machte . Jn der Zeit , da sie ästen , entstund ein Sturm und ein so entsittliche« Donnerwetter , welche« das - Haus , darinnen sie sich befanden , um 5» werfen vrohere . Desbarreaur nahm , ohne sich ? u beun« ruhigen , die Schüssel und warf sie mit diesen Forlen ; um Fcn , ster hinaus : siehe da , i ( J da» nicht ein Carmen wegen eines kuchens ! Menagiana pag . 2 . 40 , 341 . der andern holländischen Ausgabe . Ich gebe einer andern Erzählung nicht mehr Glauben , die ich gehöret habe . Man giebt vor , es habe Desbarreaux , da er sehr krank gewesen , die Priester mit solchem Fleiße hohlen lassen , als wenn er ein alter Beth - bruder gewesen wäre . Das Weihwasser , die geweihten Kerzen , die Kreuze , die Bilder , und die ganze Zurüstnng der römischen Andacht um - gaben sein Bette . Man fragte ihn , ivie er sich befände : uctheilet , sagte er . von dem fcblccbten Zustande meines Leibes , und meinesGei - stcs aus der Zurüstung , die mich umgiebt ! Vermuthlich hat man dieses kleine Mährchen nach dem Muster derjenigen Antwort geschmie» det , welche PerikleS gegeben , als er sich ein Hülfsmittel einer alten Frau um den Hals hängen lassen . 0' yiv eu» fi ) seti ei TfO ( ra ( tTgiirirui ri , vjv Knu / xtva roT ( tBv tu - H & TUV xtätstv , I^XTCHI Tili äftTitt , hofifKfv tfri voffÄiv i fltpinA ? « im -
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rijv 'ußsKTugiciv . Scriptum reliquit in Ethicis Theophraftus , vbi difputat , an mutentur cum fortuna mores , et corporis agitati äffe , öibus defeifeant a virtute ? aegnnn Periclem amico cuiquani , qui ipfum inuifebat , amuletumoftendilleamuIieribusex collo fuo fufpen . tum , quafi , quum eas etiam toleraret ineptias , grauiter admodum aegrotaret . Plutarch . in Pericle , pag . 17z . A . Dasjenige , was ich itzo anführen will , ist aus den Briefen Veit PatinS genommen . „ Man „ hat mir gesaget , daß der liederliche Desbarreaux gestorben ist ; eine „ schöne Seele für Gott , wenn er an ihn geglaubt hätte ! Zum wenigsten , , hat er gar sehr als ein Mensch geredet , der wegen der Sachen von der „ zukünftigen Welt nicht viel Glauben gehabt : allein er hat mit seiner „ Freydenkerey viel arme junge Leute angesteckt ; seine Unterredung ist „ dem gemeinen Wesen sehr gefährlich und vergiftet gewesen . Man saget , „ daß er bereite einige Grane davon gehabt , ehe er nach Italien gegan» „ gen ; aber bey seiner Zurückkunft vollkommen gewesen sey . Ein 'Spöt« „ ter hat gesaget , daß ihn der allzuöftere Umgang mit den Moncken verder - , . bet hätte , nicht mit denjenigen Einsiedlern in Theba>s , oder unsern „ ehrlichen Leuten , die sich der Andacht und de« Studierens befleißigen ; „ sondern mit denjenigen , die sich in so großer Menge in den Städten „ Italiens befinden , und an nichts weniger , als an Gott , gedenken . , , Dieser Brief ist der 405 . Man sehe die 203 des III Bandes . Weil Parin dieses den - 8 May >666 geschrieben hat . so sieht man klärlich , daß er sich aus ein falsches Gerüchte von des Desbarreaux Tode grün , der . Er ist den >8 des darauf folgenden Brachmonats noch in diesem Jrrthume gewesen : denn dieses schreibt er in dem 407 Briefe unter diesem Tage : „ Man saget nichts von dem Desbarreaux , ich weis „ nicht , wo er itzo ist . Er hat nach Cremonins Secte gelebt : die nicht „ für ihre Seele , und wenig für ihren Leib sorget , bis sie drey Fuß um „ ter der Erde sind . Unterdessen hat er den Verstand vieler jungen Leute „ verderbet , die sich von diesem Freygeiste haben einnehmen lasten . , . Das - jenige , was er vier Jahre darauf bev Gelegenheit des St . Pavin ge - schrieben , zeiget , daß er die Falschheit seiner Zeitung erkannt hat ; denn er redet vom Desbarreaux , als von einem noch lebenden D ! enschen , und welcher Buße gethan hat . Ls ist hier vor kurzem , saget er im 5 , 2 Briefe , unter dem >> April 1670 von Paris , siehe die 510 0 . deS III Bandes , ein großer Diener Gottes gestorben , St . pavin genannt , ein großerGefahrter de«Desbarreaux , welcker ein an« verer berühmter Israeliler ist . Si credere fas eft . Nach meinem Bedünken , giebt diese Stelle klarlich zu erkennen , daß so wohl der eine , als der andere , von diesen zweenen berufenen Freygeistern , für bekehrt hat angesehen seyn wollen ; und also wäre der Ausgang den Weissagum gen des Doileau gar bald entgegen gewesen , welcher die Bekehrung de« St . Pavin unter die Zahl der sittlichen Unmöglichkeiten gesetzet hatt« .
Eh dieser Vorsatz mir wird die Gedanken rühren ,
Eh wird um Sanct Johann die Seine zugefrieren ,
Arnauld zu Charenton , ein guter Hugenot ,
Sorlin ein Jansmist , und Saint Pavin . Bigot .
Despreaux , Sat . l . v . itf -
Man darf nicht zweifeln , daß S . Pavin noch auf dem bösen Wege gewesen ist , da Boileau von ihm geredet hat . Woher kömmt e« denn , daß der gelehrte Hadrian Valesiuö die Bekehrung S . Pavinsaus den Slerbenstag des Theophile setzet ? Er hat sich gewiß betrogen . Man sehe die Valesianen auf der 32 0 . holländ . Ausgabe : man wird ! darinnen etwa« von unferm Desbarreaux finden : „ Ich habe in meiner Jugend die Hrn . „ Desbarreaux und Bardouville . als große Lameraden gesehen . Sie sind „ Schüler des Theophile gewesen . - - - Den Herrn Desbarreaux „ betreffend , so hat er sich , nachdem er in Pari« viel von sich zu reden . gemacht , und gesehen , daß er zu einem gröpern Alter kam , auf die An - „ dacht gelegt . Ein gewisser Verleumder , der e« für keinen lautern „ Trieb der Gottseliakeit gehalten , der ihn zur Lebensveränderung hält - „ bewegen können , hat damals diese Grabschrift auf ihn gemacht :
„ Seht ! Desbaneaux , der alte Thor ,
„ Stellt eine strenge Beßrung vor ;
„ Gleichwohl hat er nicht« unterlassen ,
, , Als was die Kräfte nicht mehr fasten . Ebendas . 31S -

Diacceto , siehe Jaccetius .
. ein berühmer Fechter von der Insel Rhodus , hat unter seine Vorfahren einen von den berühmtesten Männern des Merthums gezählet ( A ) . Der Ruhm , den er durch se . ne ^iege , bey öffentlichen Spielen in Griechenland , da . 11 Land . Pp von

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