Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6923

Dionysius . Derodon . Des» Barreaux .
Stephans von Byzanz seinem ganz ähnlich ist , Sefamum oppidum , saget er im IV B . II Cap . aus der 65ö S . bey mir , qunä nunc Amaftris . Man könnte diese zween Schriftsteller entschuldigen , wenn man sager , daß Amastris in Ansehung einiger ihrer Theile ehmals Cromna und Sesamus geheißen habe . Es ist ein Schnitzer in dem Scholiasten des Apollonius über den 94z Vers des II B . Spanheim de Praeft . Niiin . pag . 46 ? . beobachtet , daßHolstenius in seinen Noten über den Apollonius diesen Fehler gebessert hat . Man muß lesen , daß Sesamus seinen men nicht inDamarris , wegen der Muhme des Darius , sondern in Amaftris verwandelt hat . Diese Stadt ist berühmt gewesen . Die Könige von Bithynien haben sich derselben bemächtiget . Photius , Bibl .
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P^o . Wtniu« der jüngere lobet sie sehr : ^mattrianorlim , saget er ^ b^ni XCIX Äk . X ciuitas et clcgans et ornata habet jnter praeeipua opera pulcherrimain candemque longiffimani plateam . Er bittet den Trajan , die nvthigcn Unkosten herzugeben , die Abläufe der Unreinigkeir zu bedecken , die durch den schönen 'Platz dieser Stadt gangen sind . Er hat eine vergnügte Antwort erhalten . Lucian in Pfeiufv . manti bezeuget , daß er daselbst viele Philosophen , Schüler des TimokrateS , angetroffen habe . Die Schaupfennige Homers . welche die Einwoh - ner zu Amastris haben fchlagen lassen , sind ein Beweis ihrer Ergs - benheit gegen die schönen Wissenschaften . Spanheim de Praeft . Nura . pag . 490 .
0iOUt ) fÜltf von Heraklea , ein liederlicher Philosoph , siehe Herakleotee .
DerodoN / siehe Rodon .
Des - Barreaur ( Jacob von Vallee Herr ) im 1603 Jahre zu Paris aus einer sehr edlen Familie gebohren CA ) , ist einer von den aufgeweckten Köpfen des XVII Jahrhunderts gewesen . Er hat seine Studien bey den Jesuiten mit großem Fortgänge getrieben ; und weil sie erkannten , daß sein Geist zu größern Dingen fähig war , so bemühten sie sich ihn in die Rolle ihrer Gesellschaft einzuschreiben : allein weder er noch seine Familie wollten diesem Vortrage ein geneigtes Ohr verleihen Er war ihnen nicht gewogen , und er hat zuweilen unvergleichlich gegen sie losgezogen . Die Freundschaft , die er mit dem Theo - phjluö gehabt ( B ) , hat ohne Zweifel viel hierzu , wie auch zu seiner ReligivnSverachtung , beygetragen , die ihn in Übeln Rufge - bracht . Er war noch ziemlich jung , als ihn sein Vater mit dem Amte eines Parlementsrathes zu Paris versetzen ließ . Sein schöner Geist wurde daselbst bewundert , ob er gleich niemals einigen Rechtshandel vortragen wollen ( C ) . Man wird in den Anmerkungen finden , was ihn bewogen hat , dieses Amt niederzulegen ( D ) . Wie er seine ErgeHlichkeircn und die Freyheit außerordentlich liebte , so hat er es für kein großes Unglück gehalten , das obrigkeitliche Kleid abzulegen . Er hat eine Menge lateinische und franzosische Verse , und sehr artige Liederchen gemachet ; allein er hat niemals das geringste herausgegeben : er bat weiter an nichts , als an gutes Essen und Trinken , und an seine Zeitverkürzungen gedacht . Er war unvergleichlich in den Tischrede ! , , und bey den größten Herren und angesehensten Leuten des Königreiches bekannt und beliebt . Es war keine Landschaft , wo er nicht besondere Freunde hatte , die er sehr oft besuchte , und er hatte sein Vergnügen , seine Wohnung nach den verschie - denen Jahreszeiten zu verändern ( E ) . Vier oder fünf Jahre vor seinem Tode , kam er von allen seinen Irrwegen zurück ; er bezahlte seine Schulden , und überließ sein übriges Vermögen seinen Schwestern - gegen ein jahrliches Gehalt , von vier tausend Pfunden auf Lebenszeit , und gieng nach Cbalon an der Saone , wo die beste und remste Luft in ganz Frankreick war , wie er saate . Er mietbete daselbst ein kleines HauS , wo er von Vornehmen , und sonderlich von dem Herrn Bischöfe besuchet wurde , der ihm ein gutes Zeugniß gegeben hat . Er ist daselbst im 1674 ^ahre , als ein guter Christ gestorben . Er hatte zwey oder drey Jahre vor seinem Tode ein andächtiges Sonnet gemacht , welches der ganzen Welt vekannt l'F ) und sehr schon ist . der seilte Anverwandten noch seine Freunde können seine große Ungebundenhe»t leugnen ( G ) ; allem sie geben vor , daß das Gerüchte nach seiner Gewohnheit , die dachen vergrößert habe ( H ) , und daß er sich gegen das Ende seiner Tage an die Wahrheiten der Religion gehalten ; im übrigen behaupten sie , daß er nach der Welt , allezeit ein ehrlicher und ehrliebender Mann gewesen , der ein gutes Her , gehabt , der ehrlich , dienstfertig , liebreich , und ein guter Freund , großnnithig und freigebig gewesen K Er hat sich niemals verheirathet , und keinen Bruder , sondern nur zwo Schwestern gehabtc .
a ) Er hat zu seinem Erbtheile von väterlichen und mütterlichen Gütern über viermal hundert tausend Franken , und außer diesem noch einige Erbschaften von der Seirenlinie gehabt , b ) Dieses und alle« dasjenige , was in den Anmerkungen nicht mit einem öffentlichen Zeugnisse bestätiget wird , ist aus einer Nachricht genommen , die von guter Hand kömmt , und davon ich das Original in Verwahrung habe . 0 Siehe die Anmerkung ( A ) .
( K ) Er war aus einer sehr edlen Familie . ) Er ist der Sohn Jacobs von Vallee , Herrn Des - Barreaux gewesen , der als Re - ketenmeister und Präsident des großen Rathes gestorben , und ein Enkel Jacobs von Vallee , Ritters , Herrn Des - Barreaur , von Chareau - neuf , und von Chenailles , Generaleontroleurs der Finanzen , eines unter der Regierung Heinrichs des III , und zu Anfange der folgenden Regie - rung angesehenen Mannes , der viel Theil an den Berathschlagungen gehabt , in dessen . Saufe der König öfters Rath gehalten , und an >wel , chen er mit eigner Hand , wegen wichtiger Geschaffte oft geschrieben hat .
Des - Barreaux , der die Materie zugegenwartigen Artikel giebt , hat von väterlicher Seite zum leiblichen Better . den Herrn von Laubespine Chateauneus Siegelbewahrer , gehabt , und ist wegen der Mutter der leibliche Vetter der Gräfinn von Bouteville , des Marschalls von Luxen - bürg Mutter , und folglich nach der Mode von Bretagne des Mar - schallt von Luxenbürg , und der Herzoginn von Mecklenburg Oheim ge - Wesen , ( die Gräfinn von Bouteville ist nicht im Jenner 1695 , wie die öffentlichen Zeitungen gesager , sondern im Augusimonate 1696 , im y - Iah - re ihres Alters , und dem f>9 ihres Witwenstandes gestorben . - Histori« sck ? e Briefe vom Lerbstmonate 1696 , ? - ? und z - 8 S . ) Maria von Vallee . seine älteste Schwester , hat keine Kinder aus ihrer Ehe mit dem Präsident Viole hinterlassen . Elisabeth von Vallee , seine andere Schwe - ster , ist mit dem Herrn von Boulai - Favier , Reketenmeister vcrheirathet worden , welcher Aufseher in der Normal , die gewesen . Aus dieser Ehe sind zwo Töchter entsprossen , davon die erne an den Herrn Talon , Ge - Iieralsachwalter , und dann Präsident au Mortier bey dem Parlamente zu Paris , und die andere an den Grasen von Tiliere , und von Carouge verheirathet gewesen .
( B ) Er har Freundschaft mit dem Theophile gehabt . ] Er ist in seiner Jugend ein sehr schöner Knabe gewesen , und man giebt vor , daß Theophile in ihn verliebt , und auch manchmal eifersüchtig aus ihn gewesen . Dieser Poet saget an irgend einem Orte , da er von ihm redet , Valleiis notier , qui fuit olim mens . Es c . iebt Leute , welche saaen wollen , daß er ihn gemisbrauchet habe ; allein Personen , die den De« , Barreaux vertraut gekannt haben , versichern , daß er allezeit einen Abscheu'vor der Sünde wider die Natur gehabt , und daß er nec agens natiens voluit vnqtiam intern ire praepofterae libidini . Man ftfie die Sammlung von den Briefen des Theophile , welche vom Mairet herausgegeben worden , und zwo französische , und verschiedene
««»»ttÄSÄiSSS
uem vernünftigen «Wamw , unatjw ^e>>> entwickeln sollte . Er hat " " t Zankpapieren hemmMaaen un° ° ^er Proceß war von
einmal uber sich genommen ^'ferenre^ > n überlaufen sah . so
PÄfÄ W . M - .
der Streit gewesen , von seinem Gelde be»ayu .
( v ) - - - Man wird in den Anmerkmgen sehen , was ihn
genothiger , dieses Amt nieverMlegen . ) Dieß ist , saget man , ein Lie - beShändelchen des CardinalS von Richelieu , mit der berufenen Marion von Lorme gewesen , die sich in unfern Des - Barreanx vergafft hatte . Ich will deswegen meinen Urheber anführen . „ Der Cardinal sah die „ Marion von Lorme ohne von ihr «eschen zu werden , und fand sie tau , „ sendmal schöner , als er sich eingebildet hatte . Er wollte wissen , ob „ St . Mars von ihr geliebt würde , und trug es dem Boisrobert auf , „ solches auszukundschaften . Dieser Abt zögerte nicht lange , seiner Emi - „ nenz das verlangte Licht zu geben , und berichtete ihm , daß an den Ge - „ salligkeiten , welche Morion von Lvrnie für den Liebling des Könige« „ bezeigte , die Eitelkeit mehr Theil als die Liebe hätte ; und daß alle lichkeit dieses Frauenzimmers aus den Parlcmentsrath DeS - Barreaux „ gerichtet sey , welcher ein junger Mann , wohl gewachsen von Person , „ von einem lebhaften Geiste und aufweckten Umgange , aber im boch - „ gen Grade liederlich und goirlo« wäre . Der Cardinal ließ dem Des - „ Barreaux durch den Boisrobert vortragen , daß , wenn er ihm seine „ Liebste abtreten , und sie vermögen wollte , sich seil , ein Willen gemäß zu „ bezeigen , man so viele Erkenntlichkeit für dieses Opfer haben würde , „ daß man alles zu seinem Glücke beytragen wollte , was er nur schen könnte . Boisrobert entledigte sich dieser aufgetragenen Verrich - „ tung mit vieler Geschicklichkeit : allein Des = Barreaux beantwortete »diesen Antrag nur scherzend , und stellte sich beständig , als wenn er den „ Cardinal zu einer solchen Schwachheit für unfähig hielt Dieser „ Staatsmann wurde hierdurch so aufgebracht , daß er den De5Barreaux »so lange verfolgt , als er gelebt , und ihn gcnöthiget . sein Amt nieder ; » - „ legen , und das Königreich zu verlassen . „ Galanteries des Rois de France , Tom . II , p . 189 . holländischer Ausgabe ron 169 * .
Derjenige , der uns die Nachrichten von dem Des - Barreaux verschafft , hatte uns die Widerlegung dieser Stelle aus den Galanterien der Könige von Frankreich versprochen ; allein es hat ihn eine lange Krankheit ver , hindert , uns dieselbe zu schicken .
( E ) iLr hatte sein Vergnügen , die Xvolinung nach den verschie» denen Iabrs^eiren 5» verändern . ] Er hat die guten Früchte , und die guten Weine in den Himmelsgegenden gesucht , wo sie am lichsten gewesen . Allein vornehmlich hat er die Sonne in währendein Winter an den Küsten der Provence gesucht . Die drey Monate der häßlichen Witterung hat er zu Marseille zugebracht . Das Haus , wel« ches er seinen Liebling nennte , ist in Languedoc gewesen : es war das Haus des Grafen von Clermont zn Lodeve , allwo , sagte er , das gute Es« sen und Trinken und die Freyheit ihren Thron hatten . ^ , 1 Anjou hatte er das Haus von Lude , wo ehmals der Zufluß der ausgnvecktesten Köpfe und der vornehmsten Leute war . Manchmal hat er den Balzac an den Ufern der Charante besucht . Siehe den Brief , welchen Balzac den >2 des Weinmonats 1641 , an ihn geschrieben : es ist der 26 des II B . im II Th . der auserlesenen Briese . Die Muhme , von welcher er redet , die sich nicht wieder verheiraten wollen , ist ohne Zweifel die Gräfinn von Bouteville . Allein amallermeisten hatte er sichzuChenailles an der Loire , einem angenehmen Hause aufgehalten , wo ehmals die Lust und das Wohlleben geherrfcht . Eö hat einem von feinen Oheimen , und dann
dem

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