Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Unterthanen haben ihn sehr bedauert ; denn er der , und Regentinn des Reiches , hinterlassen
Dionysius .
ie gelinde gehalten . Er hat seine Gemahlinn als Vormünderinn seiner Km - " ie ist es gewesen , welche die Stadt Amastris hat bauen lassen ( D ) . Ich
habe vergessen , zu sagen , daß sich unser Dionysius wegen seiner Fettigkeit geschämt hat ; und dieserwegen bat er sich , wenn er Gehör gab , oder Gerichtstage hielt , in einem Schranke versteckt , daß man weiter nichts , als sein Gesichte sehen können K
nige Verbannte von Herakles haben ihn , in einer Comödie Menanders , das fette Schwein genennt
- ) Aus der Historie der Tyrannen von Heraklea , durch den Memnon verfertiger . Die Auszüge davon finden sich in des Photius Bibliothek / Num . 224 . 708 und f . S . bey mir . b ) Aelian . Hift . diu . Libr . IX . cap . XIII . Athen . Libr . XII . cap . XII . pag . 549 . Sie reden auch von Nadeln , damit man ihn in den Leib stechen müssen , wenn man ihn aufwecken wollen . <• ) Beym Athenäus , ebendaselbst .
( A ) Alexander hatte ihn vom Throne gestoßen , rvenn er den Streich nickt durch tausend Sraatsranke abgewendet hätte . Z Einer von diesen Ränken ist seine Aufwartung bey der Cleopatra gewe -
sen : £' { Ariri> * » «' evvitu rcoX^y Yjrf Uyxrjolx vjJ rlj rßv vxyxöm tivotf , yjj Sifaffla KArnnSr ? « ; , tb { «>reiA> ) 3evT«c oi / ini ToAf / iK ? Sil -
qivyc . Et excidifiet fane , nifi prudentia et fagacitate mentis , et ftu - diis ciuium , et fuis erga Cleopatram obfequiis , bella , cum minis fibi denuntiata , effugiflet . Photius , Biblioth . pag . 709 . num . 224 . Dieß ist gewöhnlich , man thut nichts ohne das Frauenvolk , und es giebt überall einige Frauenspersonen , die man aus seine Seite ziehen muß , wenn man in seinen Unternehmungen glücklich semi will . Allein ich möchte gern wissen , wer diese Cleopatra ist : soll es Alexanders Schwester seyn , wel - che Philippus an den König von Epirus verheirathet hat , ( luttin . Libr . IX . cap . VII . et Libr . XIII . cap . VI . ) und welche sich auf einsal - sches Gerüchte , daß Alexander ermordet worden , Makedoniens versichert hat ? Plutarchus , in Alexandro , p . 703 . Vermuthlich ist es eben die , selbe . Ihre Gewalt ist ohne Zweifel so wohl bey der Olympias , ihrer Mutter , als dem Alexander , ihrem Bruder , sehr groß gewesen . Sie ist nach dem Tode dieses Prinzen sehr groß geworden : wir sehen , daß Eu - meneS zu ihr nach Sarve« gegangen , um sich durch den Namen dieser Prinzeßinn zu befestigen . Indc Sardis profedhis eft ad Cleopatram fororem Alexandri Magni , vt eins voce centuriones principesque confirmaret , exiftimaturos ibi maieftatem regiam verti , vnde foror Alexandri ftaret . Tanta veneratio magnitudinis Alexandri erat , vt etiam per veftigia mulierum fauor facrati eius nominis quaereretur . luftin . Libr . XIV . cap . I . Der Geschichtschreiber , dem ich diese Worte abgeborgt , hatte schon gesaget , daß sie PerdickaS zur Gemahlinn ver - langet , um König zu werden . Vt viribus auöoritatem regiam ac - quireret . Iuft . Libr . XIII . cap . VI . Siehe auch den Diodor aus Si - eilten im XVIIIB . XXIII Cap . Cassander , Lysimachus , Antigonus , Ptolemäus , und ein jedes von den andern Häuptern der Partey , hat sich mir ihr zu verheirathen gewünschet ; denn sie glaubten , daß die Ma -
cedonier denjenigen für einen Herrn erkennen würden , den sie heirathete ; und also hoffte ein jeder zur Herrschaft zu gelangen , wenn er ihr Gemahl würde . Antigonus ließ sie zu Sarves bewahren ; sie , welche ihn nicht
liebte , nnd sich mit dem Ptolemäus zu verbinden wünschte , war auf Mittel bedacht , zu entfliehen . Der Stadthalter von der Stadt derte sie daran , und bediente sich endlich , auf des Antigonus Befehl , ei - Niger Frauen , sie aus dem Wege zu räumen . Antigonus , welcher den Schandfleck dieses Mordes von sich ablehnen wollte , hat einige von ih - ren Frauen mit dem Tode bestrasen , und diese Prinzeßinn prächtig be - graben lassen . Aus dem Diodor aus Sieilien XX B . XXXVIII Cap . aufs erste Jahr der > 18 Olympias . Auf dergleichen Art drehet man dem Pöbel eine Nase : die Fürsten verdienen den Titel der Comödianten viel eher , als diejenigen , die auf die Schaubühne treten .
( B ) Alexander» Tod bar ihn , vor allmgroßer Freude , fast ver , rückt gemacht . ] Dieß ist eine sehr seltsame Wirkung der Freude , und nach meinem Erachten , noch viel seltsamer , als diejenige , die den Tod verursachet . Man zählet verschiedene Personen , die vor Freuden ben sind ; man sehe den Valerius Maximus im IX B . XII Cap . und den Plinius im VIID . LIII Cap . Allein ich erinnere mich nicht , gelesen zu haben , daß viele Leute deswegen den Verstand verlohren hätten . Dieses nöthiger mich die eignen Worte des Photius anzuführen : e£äv -
ftiac niv i biotfaiot iyzAua t$v ceyyuiav ukhcch Jifvttera' iraSwv^Tjf tV tü ( f * V« " Vi rit xe & ijt - ? - > * a Avirtf Igatuf fiixfS yaf , fit ri xece7v vxi } x5H iv« {
/ PS» . Laetitiae ftatuam confecrauit : et ad primum famae aduentum eo aflechis eft modo prae exuberanti gaudio quo repen - tina hominem confternatio adfecerit» Nam prope erat , vt vertigine correptus prolaberetur , et a fana mente confpiceretur alienus . Phot . Biblioth . pag . 709 . num . 224 . Was kann man wider so sinnliche Lei - denschaften thun ? Die Vernunft hätte erfordert , daß bey der ersten tung von dem Tode des großen Alexanders seine heftigsten Feinde ernst - haste Betrachtungen über die Unbeständigkeit der menlchliclien Dinge , nicht ohne Bewunderung der wunderbaren Eigenschaften dieses Prinzen , angestellet hätten . Allein unser Dionysius befand sich so wenig im Stande im Ernste an die Pflicht zu gedenken , die man bey dergleichen Gelegenheiten dem Schicksale der Helden schuldig ist , daß er vielmehr fast den Verstand verlohren hätte ; so sehr ist er von den ersten gungen hingerissen worden , die nichts weniger , als fteywillig , gewesen sind .
( C ) Seine Vermablung mit der Amastris diente viel dazu . )
Historie der Amastris .
Er hat sie nach dem Tode seiner ersten Gemahlin» geheirathet . Amastris war die Tochter des Oxathres , eines Bruders von dem letzen DariuS , und eine leibliche Mi , hm ? von der Statira , der Tochter dieses Darms und Gemahlinn Alexanders des großen : sie wären mit einander gen worden , und liebten einander sehr . Als sich Alexander mit der Statira verwählte . so wollte er , daß Amastris mit einem von seinen vertrautesten Lieblingen verheirathet werden sollte . Dieß ist Kraterus gewesen . Er hat wohl mir ihr gelebt , bis ihn seine Angelegenheiten , oder vielleicht auch seine Neiqung , nach Alexanders Tode , gereizer , sich Mit der Phila . Antipaters Tochter , zu vermählen . Hieraus hat sich Amajlris , mit des Kraterus Genehmhaltung , mit dem Dionysius heirathet : sie hat ihm große Güter zugebracht , und wie er Gelegenheit hatte , den Hausrath des Dionysius , des Tvrannen von Sieilien , an sich zu kaufen ; so machte er einen großen Staat in seinem Hause , lind eroberte , ver - mittelst seiner Schätze . welche sich überdieß auf die Zuneigung seiner Un terthanen stützten , Länder , und schickte dem Antigonus , unter wäh - rendem Kriege in Cypern . mächtige Hülfe . aVi - , yivu raW , k * t< - X't 1 AunngBt Antigen« Afiam tenenti , magnificc fup -
petias tulit . Ich wollte es lieber also übersehen , wie es in meinem Photius auf der 709 S . steht , ( es ist die rouanische Ausgabe von >6 ; z . ) Antigono etiam , iam magnifice Afiam tenenti , fuppetias tulit . Zur Erkenntlichkeit wegen dieser Hülse , hat Antigonus , den Ptolemäus , sei - nen Vetter , Sladthalter des Hellesponts , mit einer Tochter des Diony - sius verheirathet . Sie ist aus dem ersten Ehebette gewesen . Dionysius hat von der Amastris drey Kinder , zween Söhne , und eine Tochter , ge - habt . Die Tochter hat wie die Mutter , der eine Sohn Klearchus , und der andere Oxathres , geheißen . Alles gieng unter der Amastris Vor - mundschaft nnd Regierung gut ; denn Antigonus warf sich zum Befchü - her von Herakles , und der Unmündigen auf : und da er solches zu thun aufhörte , so trat Lysimachus an dessen Stelle , und vermählte sich so gar mit des Dionysius Wittve . Er hat sie sehr geliebt , bis er sich in die Arsinoe des Ptolemäus Philadelphus Tochter verliebte . Diese neue Liebe hat einen Bruch zwischen dem Lysimachus und der Amastris veran - lasser , und ist Ursache gewesen , daß diese Prinzeßinn bis zur Mündigkeit ihres ältesten Sohnes , Klearchus , allein in Heraklea geherrscht hat . Dieser Prinz und sein Bruder Oxathres sind so boshaftig gewesen , daß sie ihre Mutter , wegen geringer Ursachen , auf dem Meere haben um - kommen lassen . Ek txSeeiusv Sl nictfUTXTov igyov Ttjv
7 * S> IviTigac fOfiiv V£ ( } xirbj piyx nAwiufijratuv ntjxxvy etrjy t & f
tumufyl * bnßScm SaAijrji leTomiyStvai xaTtigy & eujTO . Ad nefa - rium et exfecrabile facinus funt delapfi . Matrem enim , quae nihil in eos grande peccauerat cum naui fe commifillct , infigni commen - to et flagitio mari fuffocandam curauerunt . Photius , pag . 712 . Afimachus , welcher damals in Macedonien geherrscht , empfand bey Vernehmung eines so un erhörten Meuchelmordes seine ersten Regun . gen von neuem , und beschloß diese Bosheit zu strafen . Er verheelte sein Vorhaben , wozu er geschickter gewesen , als ein Mensch von der Welt .
To ßHAo' / itvov iiiverxT» ; yiyni - jou Myercu . Occul -
tare enim , quae vellet , ingenioliilinius mortalium fuifle perhibetur ; Ebendas . und da er dem Klearchus eben dieselbe Zuneigung , wie zuvor bezeuget , so wurde er in Heraklea , als ein guter Freund ausgenommen . Er hat die beyden aasgearteten Prinzen hingerichtet , die ihre Mutter aus dem Wege räumen lassen , sich aller ihrer Güter bemächtiget , und denen von Heraklea die Freyheit wieder gegeben . Sie haben dieselbe aber nicht lange behalten ; denn da Lysimachus nach seiner Zurückkunft so lebhafte Bejchreibunzen von dem guten Zustande machte , darein der Amastris Geschicklichkeit Heraklea , und zwo andere Städte versehet hätte , so verlangte Arsinoe , seine Gemahlinn , sie von ihm zum Ge - schenke . Er schlug es anfänglich ab : wie sie aber listig war , und er we - gen seines Alters ein gütiger Mann zu werden anfing ; Chj yk ? h» )
trifietfeiv > ) Afj , vc> ( , * 5 / ri ytlfac tjSq Avrifia%av sJxsv tveirixtlfe™ . Ingeniofa enim ad circumueniendutn fuit Arfinoe , et iam fenedhi» ipfa manftiefaftum dederat Lyfimachum . Phot . Biblioth . pag . 713 . ) so hat sie endlich dieses schöne Geschenke erhalten . und einen Stadthal - ter nach Heraklea geschickt , der diese Stadt sehr hart gehalten . Alles dieses ist aus dem Memnon beym Photius Num . 224 . genommen . Wir müsien nicht vergessen , daß aus der Ehe des Lysimachus , und der Amastris ein Sohn . Namens Alexander , entsprossen ist . Dieses berichtet uns Polyänus im VI B . aus der 44 ? S . beym Ezechiel Spanheim dePraeft . Numifmat . pag . 466 . Die Stelle ist so verfälscht , daß mctti die rechte Lesart erstlich nach vielen Versuchen gefunden hat . Casaubons Manu« seript enthielt m>iw5 Kunstlichter hat mwgii } ' durch verbessert . Grentemenil hat
viel glucklicher , als er gemuthmaßet . denn er hat geglaubt , man müsse Xfisc^iöoi lesen . Spanheim ebendaselbst , welcher im Grunde dergleichen Gedanken hat , will lieber aV * t ? <« oder A' / ^rfio ? lesen . Er zeiget auf der 465 S . durch eine Schaumünze unserer Amastris , daß der Zeugefall dieses Namens so wohl als ist ; und er führet den
Herodot an , welcher im Zeugefalle A> , e - °« gesaget hat . Er beobachtet , daß Salmasius ad 8oIinum pag . 889 . und Tristan Comment . Tom . I . pag . 688 . sich betrogen haben , da sie geglaubt , daß Amastris desDariuS Schwester gewesen wäre .
( 0 ) , - - Sie ist es gervesen , rvelche die Stadt Amastris bat bauen lasten . ] Diese Stadt ist eine von denen dreyen gewesen , die Lysimachus seiner Gemahlinn so gerühmr hat . Stephan von By - am erkennet zwar , daß diese Stadt ihren Namen von der Amastris^der Muhme des lehren Darm« , und Gemahlinn des Dionysius Tnrannen von Heraklea , bekommen ; allein er will , daß sie zuvor Cromna geheißen habe . Catanaus in Plin . Epift . XCIX Libr . X , mißt dem Stephan von Byzanz faljchlich bey , daß er gesaget hätte , Amastris wäre des sius , Tyrannen von Sieilien , Gemahlin» gewesen . Er hätte besser qe - than , wenn er sich ganz genau an den Strabo aehalten , welcher im XIIB . auf der Z75S . erzählet , daß Amastris , die Tochter des OxyathreS u . s . w . vier Flecken mit einander vereiniget , und daraus eine Stadt , Namens Amastris , gemacht hat . Diese vier Flecken haben Sesamus , Cytorus , Cromna und Teius geheißen . Sie sind in Paphlagonien gewesen . ES ist erstaunlich , daß Mela im l B . XIX Cap der Oerter SesamuS , Cromna , Cytorus und Tius , gedenket , ohne ein einziges Wort von der Amastris zu sagen , ( der P . Hardvin in Plin Libr . Vi . cap . II . p . 650 . mißt ihm bey . er hätte gesaqet , daß die Vestung der Amastris Sesamus geheißen . Mela saget es nicht . ) Man kann mir nicht antworten , daß die Vereinigung dieser vier Oerter unter dem Namen Amastris , nicht langer gedauert , als so lange diese Königinn Zlmastris gelebet hat ; und daß darauf ein jeder seine Unabhänglichkeir . und seinen ersten Namen wieder genommen hätte : denn wenn dieses wahr wäre , so würde Strabo nicht versichert haben , daß nur TeiuS die Vereinigung zerrissen habe . Die drey andem , sehet er in des I B XIX Ca» , dazu , haben die schaft fortgesetzt , und eines davon , nämlich Sesamus , ist die Vestimq der Amastris gewesen . Wir sehen in dem Plinius einen Fehler , der
Stephans

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