Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6896

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Demontjosius . Dempster .
für eine gewisse Geschichte , und glebt vor , daß Plinius auf eine sehr ver - stündliche Weise davon rede . Quod Plato defignauerat , cxequutvu eft Alexandri ope Ariftoteles , quafi parum eilet Alcxandro , fi fe mo - narcham redderet Afiae , nifi Ariftoteli ius in philofophos daret , qui quod fua tantum de tot antiqui« monumenta fuperefle voliiit , tyran - nidem in ingenia videtiir affeäafle . - - - Dum itaque Regum fortunas vnica vincendi libidine dudhis euerteret Alexander , fuper - biifimo furore ambitiofus nominis Ariftoteles in philofophorum Principe * eft debacchatus , vnoque incendio congeftas triginta fex feculis tot fapientiae diuitias ablumfit , et fi quae voluit fuperefle fimeri , ea omnium ludibrio difteriisque laceflenda tradidit pofteris , dum in optimorum bona inue & iij , abfciffis perditisque fapientiae flatiiarum capitibus , fuinn impofuit fingulis : neque obfeure littera - rii peculatus reum facit Ariftotelem curiofiflinius Plinius , in prae - fat . ad D . Vefpafianum Imper . Ioan . Chryfoftomus Magnenus , in Prolegomenis Democriti reuiuifeentis , pag . 2z . Er bekriegt sich in Ab - ficht auf den andern Punet . Plinius saget nichts . woraus man eher den Aristoteles , als einen andern gelehrten Dieb , erkennen könnte , und ich zweifle nicht , daß er sich nicht tvegen Verbrennung der Bucher betrie -
gen sollte . Man sehe dasjenige , was Carl Emanuel Vizzani , in seiner Auslegung über den Ocellus Lucanus , aus der 144 S bey mir , hiervon bemerket hat . Die Juden haben eine thorichte Erzählung , daß
teles alle seine Philosophie aus den Büchern Salomons gelernet habe , die er zu Jerusalem gefunden , als sich Alexander zum Meister von dieser Stadt gemacht , und sie verbrannt härte , um sich die Ehre von der darinnen enthaltenen tt ? eisheir zuzueignen . Bartolom , in Bi - blioth . Rabbin . in dem Tagebuche der Gelehrten , 169z , 464 S he oben bey dem Artikel Aristoteles , die Anmerkung ( B ) , im letzten Absake .
( R ) Das Lehrgebäude von den Atomen , ist nickt so abge , schmackt , als die - Lehre des Spmosa . ) Denn zum wenigsten er - kennen die Atomisten einen wesentlichen Unterschied unter denen Dingen , woraus das Weltgebaude zusammen gesehetist : worauf es nicht unbe - areiflich ist , daß es an einem Orte kalt wird , wenn es an einem andern heiß ist ; und daß in währender Zeit , da ein Mensch eine vollkommene Gesundheit genießt , ein andrer lehr krank senn kann . Ben dem Spi - - nosismus , wo das ganze Weltgebäude nur eine einzige Substanz ist , beißt dieses ein Widerspruch , dem nichts mangelt ; es ist , sage ich , ein Widerspruch von dieser Art , wenn man behaupter : daß Petrus gelehrt ist , m währender Zeit Wilhelm , ein Unwissender ist , und also mit allen Arten der widrigen Eigenschaften , die sich alle auf einmal an ver - schiedenen Personen wahr machen , einige an diesem , und andre an je - netn . Wenn man eine unendliche Menge Aromen voraus setzet , die wirklich von einander unterschieden , und alle mit einer thätigcn Kraft wirklich versehen sind , so begreift nian das Thun und Leiden , und die ständigen Veränderungen , die man in der Natur gewahr wird : allein wo nur ein einziger Ursprung ist , da kann weder Thun und Leiden , noch die Veränderung des Schauplatzes statt finden . Also muß man mit Verlaßung des rechten Weges , welcher die Lehrverfassung eines Gottes und freyen Schöpfers der Welt ist , nothwendiger weise in die Verviel - fältigung der ersten Anfänge verfallen ; man muß unter ihnen dieAnti - vathien und Sympathien erkennen , sie von einander , so wohl in hung des Daseyns , als der Kraft zu wirken , für unabhänglich halten , doch so , daß sie einander durch die Wirkung und Gegenwirkung schaden können . Man ftage nicht , warum bey gewissen Begegnungen die Ge - genwirkung vielmehr diese , als jene ist ; denn man kann keinen Grund von den Eigenschaften einer Sache geben , außer wenn sie durch eine Ursache auf eine ftcye Art gemacht worden ist , die bey Hervorbringung derselben , ihre Absichten und BewegungSgründe gehabt .
( 8 ) iLr har gcsager , daß die vvollust der Liebe eine kleine ßliroere Noch fiy . ] Wenn man dem Galenus glauben darf , so har man diesen Gedanken dem Demokritus zugeschrieben . yk ?
w ; . Paruam epilepfiam
dicebet coi'tum Sophifta Abderitei . Clem . Alexandr . Libr . II . Pae - dagog . p . 193 . D . Denn sein Sophist von Abdera Ist niemand anders , als Demokritus : allein er hat den Sinn dieses Philosophen nicht ver - standen , weil er ihm beymißt , er habe hierdurch gelehret , daß der Bey - schlaf ein Uebel fey , das nicht geheilet werden könne . no«v üAxto * vnüy . n Ct ) Herr Bayle tadelt den Aulus Gellius , daß er dem Hippokrates eine Erklärung des Vergnügens , das man bey dem Frauenzimmer ge - nießt , beygelegtt , die doch dem Demokritus zugehöret . Ludwig Vives , der in eben den Fehler verfallen ist , ohne einen Gewährsmann anzufüh» ren , muß unter eben dieser Critik mit begriffen werden . Viues inAug . de Ciu . Dei XIV . 16 . Crit . Anm . Bibl . Franc . Tom . XXIX . Part . II . p >98 .
( T ) Dasjenige , rvas man von dem Misverqnüqen erzählet , das ihm feine N7agv verursachet , ist sehr artig . ] Ich habe noch keinen einzigen Neuern gefunden , der dieserwegen einen alten Schrift« steller angefuhret hätte . Hier ist es , auf was für Art Montaigne die Sache erzahlet : „ Demokritus , da er über Tische Feigen aß , die nach „ Honiae schmeckten , fing in seinen Gedanken eifrig an zu suchen , wo - „ her ihm diese ungewöhnliche Süßigkeit kommen möchte , und stund „ vom Tische auf , um Erläuterung davon einzuziehen , und die Lage des „ Orts zu besehen , wo diese Feigen waren abgebrochen worden : seine „ Kammerbediente , als sie die Ursache seiner Bewegung erfuhr , sagte la - „ chend zu ihm , daß er sich deswegen nicht weiter ängstigen sollte ; denn , . es käme daher , daß sie dieselben in ein Gefäß geleget hätte , worinnen „ vorher Honig gewesen . Es verdroß ihn , daß sie ihm dadurch die Ge - „ legenheir zu dieser Untersuchung abgeschnitten , und seiner Neubegierde „ den Stoff entzogen hatte . Geh , saget er zu ihr , du hast mir MiSver - „ gnügen gemacht : dennoch werde ich nicht unterlassen , die Ursache zu „ suchen , als wenn sie natürlich gewesen ; und er hätte sich gern darinnen „ betrogen , eine wahre Ursache von einer falschen und erdichteten Sache „ zu finden . KuhniuS , in Viag . Laert . num . 58 . p . 5 , 9 . erzählet eben dasselbe Mahrcwn , ohne einen einzigen Schriftsteller davon anzuführen . Er hätte den Plutarch SympoC Lib . I . cap . X . anfuhren können .
Demontjosius , oder Demontjostls , ( Ludwig ) : siehe Monyosteu .
DelNpfter , ( Thomas ) lehrte die freyeu Künste zu Paris , Zegen den Anfang des XVII Jahrhunderts . Er war aus Schottland , und sagte , daß er , bey seinem Uebergange nach Frankreich , der katholischen Religion halber , in seinem Vaterlande große Güter verlassen hatte . Er rühmte sich auch eines großen Adels . Ob er gleich nach seiner Haudthierung ein Schullehrer war , so war er doch eben so geschwind , den Degen zu ziehen , und so zanksüchtig , als ein Renomiste von Profeßion . Es vergieng fast kein Tag , da er sich nicht entweder auf den Degen , oder auf die Faust schlug , so daß er das Schrecken aller Schullehrer war . Er verübte eine beherzte That zu Paris , in dem Collegio von Beauvaiö ( A ) , welche ihn solchen Verwirrungen aus - sekte , deren Folgen er nicht erwarten wollte . Dieserwegen flüchtete er nach England , wo er nicht allem eine Freystadt , sondern auch eine schöne Frau fand , die er mit sich nach Paris führte , als er wieder dahin gieng . Da er eines Tages mit dieser Frau auf der Srraßc gieng , welche die schönste Brust , und die allermeistesten Schultern bloß zeigte ( Ii ) : so sah er sich von so vielen Leuten umringt , daß die Menge sie vermuthlich beyde erdruckt hatte , wenn sie nicht ein Haus zu ihrer Rettung gefunden hatten . Eine so feil gebothene Schönheit , in einem Lande , wo dieses nicht üblich war , hatte diese Menge Maulaffen an sich gezogen . Er aiena über die Alpen , und lehrte die schonen Wissenschaften auf der Akademie zu Pisa , unter einer guten Besoldung . Eines Taaes fand er bey seiner Zurückkunft aus dem Collegio , daß man ihm seine Frau entführt hatte ; seine eignen Schuler waren zu diesem Raube behülflich gewesen . Er tröstete sich darüber , als ein Stoiker . Vielleicht ist er nicht verdrüßlich gewesen , daß man ihn von einem Schatze besreyet , der so schwer zu bewahren war . Er gieng nach Bononien , und ist daselb , ? seine ganze übrige Lebenszeit Professor qeivesen . Er ist der Akademie , della notte . beygefellet gewesen - - . Man bat verschiedene SSÖeife von seiner Arbeit ( C ) . Er ist nach dein Wörterbuchs des Moreri , im 1625 ^ahre gestorben , wo man verschiedene , aber nicht alle Akademien findet , auf welchen er gelehret hat ( D ) . Er ist ein Mann von einem erstaunenden Gedachmisse gewesen ( E ) , unermüdet in derArbcit , ein eifriger Freund , und hefttger Feind b\ er hat weder viel Urcheilskraft c , noch viel Redlichkeit gehabt ; denn er hat , ich weis nicht wie viel Fabeln ohne Schaamröthe herausgegeben ( F ) . Einige von seinen Büchern sind von dem Ketzergerichte zu Rom verdammt worden ( G ) . Die Ausschweifungen seiner Feder sind sehr geschickt gewesen , ihn diesem Unstern« auszusetzen .
odioue qiiempiam profe - Script Saec . XVl . p . iör .
a ) Aus des Nicius Erythr . Pinac . I . p . 24 . 25 . 6 ) Moribus apertis et fimulandi nefeius , Lue amore queretur , vtrumque palam . Vt amicii obfequentifliiiuis , ita inimicis maxitne infenfus . Aub . Miraeus , in c ) Homo multae iedlionis , fed nullius plane iudieii . Vfierius , Antiq . Brit . Ecclef . cap . I .
( A ) ( 5c bat eine beherzte Chat in dem Collegio ju Beauvais war , eine Reise zu thun , hat dem Dempster seine Verrichtung aufgetra , gaban . ] Grangier , der Aufseher dieses Eollegii , welcher genolhiget gm . Dieser . übre Gerechtigkeit an einem Schüler aus , welcher sich mit

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