Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6809

Delphinus .
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unterstützet wurde . chr alle Gewalt über den Marcus Antonius ver - schaffen würde . Dieserivegen hat er Cleopatren seine Aufwartung ge - macht , und sie ermahnet , sich in Cilicien mit allen ihren gen zu zeigen . Er hat sie versiclM , daß sie von einem so höflichen und freundlichen Feldherr» , wie dieser , der sie verlangte , nichts zu befürchten hatte . Sie fand sich durch diese Rede ungemein in der Hoffnung be - stärket , die sie gefaßt hatte , den Marcus Antonius in sich verliebt zu machen . Sie hatte also geschlossen : weil Casar , und der Sohn des großen Pompejus , ( dieses machet den Kunstrichtern Mühe : denn man sieht nicht , zu welcher Zeit der Sohn des Pompejns , vor der Niederlage des BruruS und CaßiuS , die Cleopatra hat lieben können , ( siehe die Briefe deö Marc . VeljeruS , ) die mich nur gesehen haben , da ich noch ein junges Magdchen , ohne Erfahrung , gewesen , und die Welt noch nicht kannte , sich nicht erwahren können , in mich verliebt zu werden : was darf ich nicht itzo hoffen , da meine Schönheit und mein Geist in ihrer größ - ten Stärke sind ? »' Ji * JH AeXklei , »z - / rott ngos Kadirxg»
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mv i & l tw enini erat ( vt perhibent ) figura eins per fe vfque adeo incompa . rabilis , neque vt obftupefaceret fpeflatores . Ebendas . p . 927 D .
( B ) ( C ) piutacdi saget , daß Dellius ein Geschichtscbreiber gewe ? fen . ] Voßius de Hiftor . Graec . pag . 477 . billiger die A ! uthmaßung Casaubons über riue Stelle des Strabo im XI B . auf der 360 S wo Adelphius , als der Urheber der Historie von dem Kriegszuge des Marcus Antonius geae» die Parrher angeführet wird . Strabo sehet dazu , daß der Ucheber dieser Historie bey diesem Zuge über einen Theil des Kriegs - volkes gebothen habe , und des Marcus Antonius guter Freund gewesen sey . Alles dieses schicket sich auf den Dellius : daß es solchergestalt , da man keinen einzigen Scribenten findet , der des Geschichtschreibers Adel - phiuS gedächte , ganz offenbar sey , wie Casaubon muthmaßet , daß man in dieser Stelle des Strabo Zvellius und nicht Adelphius lesen müsse . Wenn ich geiaget habe , alle« dieses febiefet sieb auf den Dellius ; so habe ich nicht saqen wollen , daß man Zeugnisse hätte , welche bewiesen , daß er in dem Kriege des Marcus Antonius wider die Parther com - mandirt hätte : ich habe nur sagen wollen , daß eS sehr wahrscheinlich ist . In der That wissen wir , daß ihn Marcus Antonius in dem Kriegszuge
nach Armenien im 720 Jahre Roms mit sich genommen ( Dio Lib . XLIX . pag . m . 474 . ) und zweymal an den Arravasdes in Unkerhandlungen geschickt habe . t
( D ) Seneca , der Vater , erzählet verschiedene Dinge , die dem Dellius nicbr die geringste Ehre bringen . ] Man kann in unserer Sprache den Namen kaum ausdrücken , den man dem Dellius gegeben hat : Quere Meftala Continus defultorem bellurum ciuilium vocat . Seneca pater Suaforia I . pag . m . 12 . Man Hat ihn den - Käufer der bürgerlichen Kriege genennt . Er hat sich zu allen Partcyen geschla , gen , und seine Posten , wie die Werterhahne , verlassen . Er hat den Do - labella verlassen , um sich mit dem CaßiuS zu vereinigen ; man halte ihm das Leben versprochen , wenn er den Dolabella umbrachte . Er hat den Caßiuö verlassen , um sich zu dem Marcus Antonius zufügen , und lich hat er den Marcus Antonius verlassen , und die Parrey des AugustuS ergriffen . Er ist es , setzet Seneca dazu , von dem wir geile Briefe sehen , die er an die Cleopatra geschrieben hat . Hie eft Deillius , euius epiftolae lafciuae ad Cleopatram feruntur . selbst . Seneca nennet ihn Deillius . Ohne Zweifel redet Seneca , der Philosoph , von ihm , wenn er sager . Auaustus sey so leutselig gewesen , daß er diejenigen aus dem feindlichen Kriegsheere ausgelesen , die er künftighin zu seinen Vertrautesten machen wollen , dieCoccejer . die Duillier u a . m . Cocceios et Duillios et totam cohortem primae admilfionis ex aduerfariorum caftris conferipfit . Seneca de dementia Libr . I . cap . X . Nach der Anmerkung des Lipsius muß man nicht Duillius , solider» Deillius oder vielmehr Dellius , lesen . Lipf . in Tacir . Annal . Libr . I . Wenn man sich desjenigen erinnert , was ich in der Anmerkung ( AA ) bey dem Artikel Carl der V , angeführet habe , so wird man sich überzeuge» können , daß diese Gnade des AugustuS mit einer feinen Sraatskunst vermischt gewesen .
( L ) Der Dellius in der III Ode des - Hora ? - - - ist eben derselbe , dessen plmarcb gedacht bar . ] Dieß ist DacierS Meynung Da« , jenige , was er dazu füger , scheint mir in allen Stücken nidjt'fo scheinlich zu seyn : Es r> ? abrsckrinlicli , saget er über die III Ode im II Buche des Horaz , dafi er einigen Theil an den Gunjrbe - zeigunqen gehabt , die er seinem - Herrn 5» versckassen scheint , und dafi er von Cleopatren eben das^Ube Vergnügen genossen , vas sie dem Antonius erwiesen hat ; denn Seneca redet von nigen sehr freyen Briefen , die er an diese Prin , eßinn geschrieben hat . Diese Erzählung enthalt zwo Hauptsachen , eine , daß sich Dellius bey der Cleopatra bemühet har , sie gegen die Liebe des Marcus Antonius empfindlich zu mache ; , ; die andere , daß er zu gleicher Zeit , und mit eini - gem Fortgänge für sich gearbeitet hat . Die erste Sache hat keinen großen Schein : Marcus Antonius hat keines Freywerbers nöthiq gehabt Cleopatra gieng zu ihm . als zu ihrem Richter ; und alle die gute Mw - nung , die sie von ihrer Schönheit , und von ihrem Geiste gehabt , haben sie niä ) t verhindert , neue Hoffnung zu fassen , da ihr Dellius von dem Gemüthe des Marcus Antonius Nachricht gegeben hatte : sie hat sich auf das vortheill , ästigste gekleidet ; sie hat sich an dem ersten Tage der Unterredung gerüstet , und nichts vergessen , ihn zu ihrem Anbether zu ma - chen , und sie hat keine M»he gehabt , solches zu bewerkstelligen ; so daß ° ihr ein dritter Mann zn allen Zeiten so unnützlich gewesen seyn würde , als er ihnen ben gewissen Begegnungen beschwerlich gewesen wäre . Die andere Sache betreffend , so finde ich viel Wahrscheinlichkeit dabey ; und ben allem diesem zweifle ich nicht , daß , wenn Dellius die Person eines Frenwerber« für seinen Herrn gespielt , er nichts anders gethaii hat , als was seines gleichen fast allezeit bey dergleichen Gelegenheiten thun : er hat sich selbst bezahlet gemacht ; und wenn er denjenigen nicht nachgeah - met har . die zu einem Weinkaufe gebraucht werden , die ihn zuerst kosten ; so har er zum wenigsten den Bedienten vom andern Range naci geabmet , welche dasjenige essen , was man von der Tafel ihrer Herren aufhebet .
( F ) EDic wollen die Fehler - - - zusammensetzen , die rvir gesammelt haben . ] Andreas Schott versichert in Senecae Suafor . I . nuni . zy . pag . in . 19 . daß Dio dem Dellius den Namen eines Historien - schreibe»'« gegeben , und daß ihn Plutarch unter die Schmeichler der Cleo - patra gerechnet hat . Qyi aIAKi« 6 . Vo ? «« Dioni lib . jo . etPlutarcho in Antonio , inter Cleopatrae Adulatores numerstur . Diese zwo Sachen sind falsch . Plutarch« Worte sind vom Andreas Schott nicht wohl verstanden worden , er hat sie Beziehungsweise angeführet , <5v auf koaä * « , und er Hatte e« auf $1 a« * beziehen sollen . Die Folge der Rede zeiget eS offenbarlich . Man sehe , was diejenigen Sprachen für Müh« machen , deren Sprachlehren nicht so strenge sind , als die französische Ich will die vom Schott angeführte Worte hersetzen , und die lateinische Übersetzung dazu fugen . noÄ« a T«» äkw oi KAf „ irpaC
i^ßuxov , T« ; yjH , «iv vj )
M>iv SfAavoc Atlkioc b hoftxoc . Coniplures alios illius amicos expiilere Cleopatrae adulatores , quod conturnelias et proca - citatemeorum non fuftinerent : in quibus M . Syllanus fiiif , etDellius hiftoricus . Plutarch . in Antonio , pag . 945 . Man wird daraus sehen , wie gar sehr viel dran fehlet , daß Plutarch den Dellius inner der patra Schmeichler setzet ; er sager , daß ihn die Schmeichler dieser Kö - niginn verjagt haben . Lipsius , der diese Worte Plutarcks anführet , se - Ket dazu , eadern Dio , quinquagefimo libro . Lipf . in Tacit . Annal . Libr . I . Allein r« ist falsch , daß Dio eben diese« saget : er redet nicht von den Schmeichlern der Cleopatra , er saget weder , daß Dellius ein Ge - schichtschreiber gewesen , noch , warum er weggegangen ist .
( Peter ) General des Camaldolenser - Ordens zu Anfange des XVI Jahrhunderts . Man hat Briefe von ibm welche vor seinem Gcneralate , in der Zeit zwischen dem 1462 Jahre bis zu dem 148^ geschrieben worden ° . Man ItttW dem Drucke derselben eine merkwürdige Stelle ausgelassen , die sich in dem Mamiscripte dieser Briefe findet ( A ) . Delphinus ist den 15 Ienner 152 ; gestorben , und zu Muran bey Venedig , in dem Kloster des heil . Michaels < ben worden .
a ) Mabillon , Muf . Ital . Tom . I . p . 202 . i ) E« ist Camaldolenserorden« . c ) Mabillon , Muf . Ital . Tom . I . p . so } .
'A - >manhar - eine merkwürdige Stelle ausgelassen , in einen Brunnen geworfen , der über der großen Kirche lag . Man hat
die sich in vem ttlanuscripte seiner trieft findet . 1 Der aufmerk - denselben herausgezogen , a>« die Franzosen unter Carl» dem VII ! , in
same und aclehrte P Mabillon bar uns bekannt gemacht , was e« für diese Stadt gekommen , und ihn mitten in einer großen Straße aufgerichtet :
eine ist Muf Ital Tom I pag . 179 . Die auSaelassene Stelle ist im und alle vorbeygehende Einwohner von Arezzo sind gezwnnqen gewesen .
XX'VV Dr de« VIIB und enthalt folgendes . Die Einwohner von Arezzo vor diesem Löwen auf die Knie zu fallen , und wegen ihrer Empörung
hatten einen Löwen ( dieß ist das Wapen der Florentiner ) von Stein , um Vergebung zu bitten .
II Vand . Nn 2 Demetrius

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