Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6729

Decius .
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- ) Er hat seinen Namen , ( welcher von Ausque geheißen , saget Swett ^then . kelg . pag . 178 . ) auf diese drey Arten lateinisch ae - mackt . b ) Valer . Andr . Biblioth . Belg . p . 140 . c ) Aniphith . honoris , Libr . II . cap . XIII . d ) Valer . Andr . Biblioth . Belg . p . 140 0 Claud . Dausquius in S . Iofephi Sanäificationc , p . 228 . 229 .
CA " ) H ? ir rvollenvon den Scbristen des Claudius ZvAt»squeius reden . ^ Er hat eine lateinische Uebersetzung der 40 Homilien des heil .
Basilius von Seleucia gemacht , und sie mit Noten , 1604 , in 8 heraus gegeben . Sie ist nicht gut , wenn man sich auf das Urtheil des nicaners , Combesiis , verläßt . Baillet Jugem . des Savans , Tom . IV .
P - 493 . Er hat im 1614 Jahre Noten über den QuintuS Calaber , und im 1618 Jahre den Silms Jtalicus mit einer weirläuftigen Auslegung in 4 drucken lassen . Sein 8cntum v . Mariae Afpricoiiis , und sein Iufti Lipfii fcutum aduerfus Agricolae Thracii fatyrieas petitiones , sind zu Douai im 1616 Jahre in 8 . gedruckt worden . Da die Billigungs - fchrift dieser zwey Bücher , und die Zuschrift im >6 , 6 Jahre unterzeichnet sind , so wüßte ich mich nicht zu überreden , daß kein Fehler in der Stelle seyn sollte , wo Aleqambe Bibl . Societ . Iefu , p . «i . und Valerius dreas DesseliuS , Bibl . Belg . p . , 40 . versichern , man habe sie im 161 ?
Jahre gedruckt . Ueberdieß bekriegen sie sich , wenn sie sagen : daß siead - uerfus Agricolam Thracium geschrieben worden . Dieser Agricvla ThraciuS ist kein anderer , als George Thomson , aus Schottland , wel - cher zu London im 1606 Jahre ein Buch wider den Justus Lipsius her - ausgegeben hat . Dieß ist die Schrift , welche Dausqueius widerleget hat . Er hat einen Zank mit etlichen Franciscanern gehabt , welche be - hauptet , daß derApost . Paulus und der H . Joseph in dem Schooße ihrer Mutter schon Heilige gewesen . Dieserwegen bat er San<äi Pauli San . öitudo in vtero , extra , in folo , et in coelo , zu Paris , 1627 , in8 . und Sanäi Iofephi Sandlificatio extra vteruin , feil binoöium , ad . tierfus F . Marchantii Minoritae Expronincialis inanias , item Aply . fiarum F . Minorum Audomaropolitanorum Spongia , zu Lion , 1631 , in 8 . herausgegeben . Seine zwey besten Bücher sind diejenigen , davon ich in der folgenden Anmerkung reden werde .
( B ) f > * Und wir wollen den Betrug eines lers ; u Paris niefot vergessen . ^ Chevillier wird uns belehren , worin - nen derselben bestanden hat : „ Man nimmt sich allzugroße Freyheit ,
„ und man spielet mit den gedruckten Werken , wie man will , ohne die „ geringste Beobachtung der Redlichkeit . Der Buchhändler mag sagen ,
„ was er will , der seit 1677 das Buch des DausquiuS : Antiqui noui - „ que Latii Orthographica , betitelt , in zween Foliobänden verkaufet , so „ hatte der schöne Kupferstich , worauf zehn Personen , als die Urheber „ der Latinitat , gestochen sind , und worauf man liest , daß das Buch zu „ Tournay , durch Adrian Quinqne , im 1633 Jahre gedruckt worden , nicht „ unterdrückt werden sollen : er hätte auch andere Bogen nicht wegneh - „ men sollen , woraus man die Zeit des Drucks hätte erfahren können .
„ Und dieß ist kein tüchtiger Grund , wenn man saget : der König hat „ Tournay gewonnen , also ist Dausquius , den man daselbst verwahret „ gehabt , französisch geworden : de Hifpano fadhis iam Gallus . Er
0CCttl$ / ( Philipp ) ein natürlicher Sohn Tristans von Derio ( A ) eine ziemliche Fiqur gemacht , und ein sehr berühmter Rechtögelehrrer gewesen . . . . . .
sorgfältig in den schönen Wissenschaften zu Moyland unterwiesen . Da ihn die Pest genothiger , diese Stadt zu verlassen , so begab er sich zu seinem Bruder , der das bürgerliche Recht zu Pavia lehrte ( B ) . Er sing dieselbe Wissenschaft in seinem sieben - zehnten Jahre zu studieren an , und machte dem Jason Mainus und Jacob Puteus , seinen Lehrern , durch seinen Difputiergeist viel Mühe ( C ) . Er brachte sie durch seine Einwürfe mehr als einmal in Verwirrung . Er mattete auch seinen Bruder durch die vielen vorgetragenen Schwierigkeiten dermaßen ab , daß ihn die deswegen erhaltenen Verweise zwangen , die Auflösung sei - ner Zweifel anderwärts zu suchen . Im andern Jahre seiner juristischen Studien behauptete er öffentliche Säße , und hielt sich vollkommen wohl dabey . Im folgenden Jahre gieng er mit seinem Bruder nach Pisa , den man zum Professor des Rechtes dahin berufen hatte . Er legte daselbst so viele Proben seines Verstandes und seiner Willenschaft ab , daß er im ein und zigsten Jahre seines Alters den Lehrstuhl der Instituten erhielt . Er zog eine große Anzahl Zuhörer an sich , und erwarb sich , un - rer andern Dingen , durch seine sinnreichen Einfälle , deren er sich bey öffentlichen Disputationen bediente , einen Ruhm a . Sein Ruhm vermehrte sich , da er einige Zeit darauf zum außerordentlichen Professor der bürgerlichen Gesetze befordert wurde ; nichts destowenigcr aber lebte er nicht zufrieden ; er beklagte sich über seine geringe Besoldung ( D ) . Da FrancifcuS Accolti , welcher die ordentliche Abendprofeßion alleine gehabt , Alters halben erlassen wurde , so setzte man den Bartholomäus Socin an seine Stelle . Unser Decius wendete alles an , einen Theil an dieser Stelle zu haben , und er hatte dasjenige bereits erhalten , was er wünschte ( E ) ; allein man entzog ihm dasselbe wieder , so bald man erfuhr , daß Socin gedrohet , wegzugehen , wenn man diese Theilung vornähme . Den Decius schadlos zu halten , gab man ihm das Lehramt des geistlichen Rechts . Dieß geschah durch Sccins listige Ränke ' , welcher hoffte , daß Felinus den ganzen Ruhm dieses Amts davon tragen würde ; Felinus , sage ich ,
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Ver
„ maaßet sich hierdurch das Recht an , an die Stelle des ersten Bogens „ einen andern unterzuschieben , worauf er sein Wapen und sein Zeichen „ mit dieser Unterschrift setzet : Parifiis apud etc . 1677 . Gleich , als ob „ der Sieg auch seine Herrschaft über den Unterschied der Zeiten und die „ Entlegenheit der Oerrer ausübte ; oder , daß er die Macht hätte , aus „ dem 1632 Jahre , das 1677 Jahr zu machen , und die Stadt Tournay , , , in der Grafichaft Flandern , in Paris , in Jsle de France zu verwan - „ deln . Ich fordere diejenigen auf . die seinen Dausquius gekaufet ha . „ ben , und kein ander Exemplar , als dieses , gesehen haben , mir zu sagen : „ wer der Buchdrucker davon ist , und aus was für einer Duchdruckerey . . es geko , nmen ist ? Gleichwohl wollen unsere Könige , daß man dieses „ wisse . ( Die Befehle Franciscus des I , von Fontainebleau , den 28 des Christmonats , <54' , mid Carls des IX . vonGaillon , im Monate May , >571 , wie sie IN den Ordonnance * de Fontanon , p . 468 und 474 . Tom . IV . in der Ausgabe von >61 , anqesühret werden ) „ Dieß sind „ die Worte ihrer Verordnungen solchergestalt , daß die Ränftr „ der Sucher leicht erkennen tonnen , in welcher Druckcrev die „ Bücher gedruckt worden sind . Alles , was er hatte thun können , „ wenn er Herr über die Abdrücke geworden , die von diesem ler übrig waren , wäre gewesen , daß er es , nebst einem Bogen verkauft „ hätte , worauf diese Worte gestanden : Veneunt Parifiis apud etc . aber „ ohne Veränderung und Verstümmelung des Buches , wobey der Leser „ sehen könnte , daß eS zu Tournay durch Adrian Quinque im , 6z - Iah - » , re gedruckt worden . Die allergeschicktesten Bücherkenner l , abe» Mü - „ he , sich aus allen dergleichen Ränken der Buchhändler herauszuwi - „ ckeln ; es ist schwer , sich vor dem Betrüge zu hüten . Der Aufseher „ der Bibliothek , bey dem Erzbischose zu Reims , hat sich beym Daus . „ quiuS nicht berücken lassen : er hat die Zeit in sein Büchervevzeichniß „ mit diesen Worten geschrieben , welche diesem Buchhändler ein Vor« „ wurf sind . Parifiis 1677 , vel potius Torna« 16z - , in folio . villier Origine de l'Iinprimerie de Paris , p . 210 . Mich blinkt , daß man eine gleiche Hinterlist , in Ansehung eines andern Werkes gebrau - chet hat , welches Dausquius unter den , Titel : Terra et aqua , fei , rae fiu£hiantcs , zu Tournai , im >5ZZ Jahre , in 4 drucken lassen ; denn das Journal des Savan» , von , - August , 1677 , aus der 233 S . scher Ausgabe , redet von diesem Buche und von der Antiqui nouique Lata Orthographica , den 1 ; Hornung , 1677 , 55 S . als wenn sie von neuem gedruckt worden wären . Wir wollen nierken , daß SalmasiuS diese Antiqui inouique Latii Orthographica für ein lesenSwürdigeS Buch gehalten hat . Man sehe , was er davon in seinem LXVI Br . «1 denVoßius geschrieben Hat . Man sehe auch das Lob , das Voßius , de Philologia , p . 29 . eben diesem Buche gegeben hat , und ziehe den Bail - let zu Rache , welcher geglaubet hat , daß dieses Buch im >676 Jahre wieder gedruckt worden . Jugemens des Savans , Tom . IV . p . I2U , IZ .
welcher an dem Hofe der Herzoge von Mayland Er war im 1454 Jahre gebohren , und wurde
erfahrner Ursache seines Weggehens , gegen den Decius verdrüßlich , und entsetzten ihn seiner Aemter . Sie bekamen von Lorenzen von Medicis deswegen einen Verweis ; und dieß war Ursache , daß , da er nach Florenz gieng , um die Bezahlung feiner Besol - düngen zu bitten , sie mit einem ziemlich unfreundlichen Tone zu ihm sagten : er solle nach Pisa zurück gehen . Er antwortete , daß er solches nicht thun würde , weil er das Lehramt angenommen , das ihm die von Elena angetragen halten ; allein er mußte demselben absagen und seine Bedienungen zu Pisa wieder antreten : denn man drohete ihm , seine rückständige Besoldungen zu - rück zu halten , und verboth die Wegschaffung seiner Geratbschaft . Man gab ihm einige Vortheile ; und man versprach , ihn nach zweyen Jahren dem Socin an die Seite zu setzen . Socin , der zu Siena war , und dieses erfuhr , ließ sagen , daft er nicht nach Pisa Drück kommen würde , wenn diese Versprechung erfüllet würde . Diese Drohung machte einen solchen Eindruck , daß man unserm Philipp erklarte , er könne sich wegbegebcn , wenn Socin zurück käme , seine Profeßion wieder anzutreten . Er beaab sich in der That nach Siena , so bald Socin zurück kam , und wurde daselbst Professor des canonischen und dann des bür - aerlichen Rechtes . Er that ungefähr unw 1490 Jahr eine Reife nach Rom , und wurde vom ^niiocens dem VII l zum Auditor der Rota erkläret . Er widmete sich den , geistlichen Stande , allein , da er die ersten Orden erhalten hatte , jo konnte er , wegen seiner unehlichen Geburt , nicht weiter gehen . Einige Schriftsteller haben diese Hindermß unterdruckt , und lieber vorgeben len daß er aus Gefälligkeit gegen seinen Vater und seinen Bruder , und aus Verdrusse , daß er alle Tage sein Breviarium be - tken sollen Rom verlassen habe , und nach Siena zurückgekehret sey d . Er saH sich Daselbst dem Neide einiger andern Profes - soren ausaesekt welches ihn nach Pisa zu gehen nöthigte , wo er bald die kanonischen Rechte , bald das bürgerliche Gesetze lehrte ; jedoch nicht ohne viele Streitigkeiten ( F ) . Er wurde im 1502 Jahre nachPadua zum obersten Lehrstuhle des tes berufen Ludwig der Xll , der ihn als seinen Unterthan ansah , und ihn zum Profesior m Pavia machen wollte , forderte g welch , sich md»^Mch - m - m^°ß . n Ufr .
reichs mit Rom stürzten ihn in tausend II Vand .

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