Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6715

274 Dausqueius .
daß Daueat viele sehr gelehrte Gedickte , so wohl im schen unSÄ . ateimschen , als im Französischen , geschrieben . Außer diesem findet man in dem Leben Ronfards , daß Ronsard die Gesell - - schafc Johann Antons von 25avf , Ioachims dn Bellai , des ponms von Tvard , Stephans Jodelle , des Remigius Zelleau ,
Dorars und semer selbst , das Siebengestirn genennt : weil sie die ersten , und wegen ihre« Fleißes , sie vortrefflichsten gewesen , vnrch welche die französische Dichtkunst auf den Gipfel aller Ehre gestiegen . Diesem gemäß hatte Menage selbst in den Anmer - kungen über den Malherbe gesaget : daß Ronsard nach dem tNu - ff er de« Siebengestirns der griechischen Poeten , eines von zösischen Dichtern gemacht , die ) u seiner Seit gelebet - - - und vaß diese Poeten , Ronsard , Du Bellai , pontus von Tyard , Io - Velle , Velleau . Daif und Dorar gewesen . Und dieses ist * , was man aus der >86 S . seiner Noten , über Ayraults Leben findet : Dorat ist der erste von de» Poeten Oes Siebengestirns ; denn alle diejeni , gen , die von diesen Dichtern geredet , haben sie in dieser nung genennet , Daurar , Ronsard , Du Bella / , Belleau , Anron von'Savf , Ponms von Tyard und Jodelle . ' Ich will mich nicht des Zeugnisses Thuans bedienen , welcher im LVII B , saget : daß sard und Daurat Verse gemacht , die von den Frauleins der Königin» bey dem berühmten Balletts gesungen worden , damit man die polni - scheu Abgesandten im 157z Jahre beehret hat ; denn es ist bey dieser gebenheit sehr wohl möglich , daß die von den Damen gesungenen Ver - se lateinisch gewesen sind , und es hat Schriftsteller gegeben , die aus - drücklich gesaget : es habe Daurat lateinische Verse gemacht , wel - che bey dem Ballette auswendig hcrgcsagcc worven , das man im 1573 Jahre in derThuillerie vorgesteller hat , als der - Herzog von Anjou zum Ronige von Pohlen erkläret worden . Du Breill Antiqu . de Paris , p . j6y . Allein , ob es gleich sicher ist , daß Daurat in seiner Muttersprache Verse gemacht hat , so muß man doch bekennen , daß sein Verdienst von dieler Seite nicht so schön gewesen , als von Sei - ten der lateinischen Dichtkunst . Er hat auch hauprstchlich , als ein larei - nischer Dichter , in der Republik der Gelehrren ein Aussehen qemacht , ungeachtet der groben Schnitzex , die ihm nianchmal wider das Sylben - maaß entwischet sind . Barth giebt ihm diesen Stich im Vorbeigehen , auf der >65 ? S seiner Auslegung , über den Statins , und setzet eine Sa , che von ihm dazu , welche erzählet zu werden verdienet , nämlich daß er dieses Sinngedichte Ausons ( es ist da« 105 . )
Dum dubitat natura , marem faceretue puellam ,
Fa£hxs es , 0 pulcher , pene puella puer ,
dermaßen bewundert , daß er behauptet , es sey ein Geist Urheber da -
" ° ( « . ) ^an findet auf der 539 S . des Buches , welches betitelt ist :
Veneres Blyenburgicae , fnie Amoriim Hortus erc . Opera Daniaii Blyenburgii Bataui . Dordraci 1600 . in 8 , diese Verse eines Poeten , der Evangelifta genennet wird , welche eine Nachahmung der ausoni - schen sind :
vum dubitat , faeeretne Deam , faceretne Puellam
Iupiter , ecce Dea es fa & a , Puella fimul .
Sed Dea dum fieres , dubitat Venus , anneMinerna ,
Virgo , fores ; fubito es fa£ta Minerua , Venus , etc .
Diese Verse sind Ad Helenam Vendraminam Virginem Venetam richtet . Crir . Anm .
( O ) Seme poetische Ader , - , , wurde in den Zustand einer am Boden löclirichten Tonne versetzet . ] Wir wollen den Samniarthau anführen : Kultus nom« Uber in lucem exibat , quin tibi commendatricem Aurati Mufam pro Mercurio itineris duce et aufpice depofeeret . Nullus in tota Gallia paulo nobilior e viuis ex . cedebat , quin ab Aurati lugubribus Caraoenis , tanquani Praeficis , fo - leinnes funeri queftus et lacrymae fufficerentur : quo fiebat . vt in tan . ta limilium argumentorum mukitiidine beata illa quondam vberio - ris ingenii vena non arefeeret quidem , Ted fundo propior langui - dius negligentiusque flueret ac fe traheret . Sanimarth . Elog . Libr .
III . p . m . 55 . ; 6 . Ich habe in der Anmerkung ( B ) , des Artikels Afer , ( Dominus ) gesaget , daß die Poeten die Dienste des Apollo bev guter Zeit verlassen sollen . Ich setze dazu , daß , wenn sie die Wiederkehr ei - nes poetischen Anfalls empfanden , sie denselben für eine Versuchung nes bösen Geistes halten , und sich gegen die Göttinnen des Parnasses desjenigen Gedeihs bedienen sollten , dessen sich einer von ihren Mitbrü , dern gegen die Liebesgöttinn bedienet hat :
Parce , precor , precor ,
Non fum qualis eram bonae
Sub regno Cynarae . Define dulcium Mater faeua Cupidinum
Circa luftra decem fleftere mollibus Iam durum imperiis : abi
Quo blandae iuuemun te reuocant preces .
Horat . Od . I . Libr . IV , v . 2 .
Der Dienst der Mssen kömmt in vielen Dingen mit dem Dienste der Damen überein ; es ist besser , dieselben zu zeitig , als zu spät zu fliehen , und mit einem standhaften Entschlüsse , zu sagen :
Vixi puellis nuper idoneus ,
Et militaui non fine gloria :
Nunc arma , defun & umque bello Barbiton hic paries habebit .
Horat . Od . XXVI . Libr . III . v . 1 .
Man saget von gewissen Monarchen , daß sie allen ihren Bedienten b ? < sohlen , alle Tage zu ihnen zu sagen : gedenket an diese und diese Sa , che : erinnert euch , daß ihr sterblich fey£> ! Dieses eignet man dem Philippus von Makedonien zu . Gedenket an die Alhenienser , vom Darius , dem Sohne des Hystafpes . Herodot . Lib . V . c . CV . Wenn e< erlaubet ist , kleine Dinge mit großen zu vergleichen , so müßten die Poe - ten , wenn sie alt werden , jemanden auftragen , alle Morgen zu ihnen zu sagen : Erinnert euch des Alters , das ihr Haber . Horaz rühmet sich , er habe einen solchen Erinnerer gehabt :
Eli mihi purgatam crebro qui perfonet aurem :
Solue fenefeentem mature fanus equuni , ne Peccet ad extreinum ridendus et ilia ducat .
Horat . Epift . I . Libr . I . v . 7 .
Und hier ist dasjenige , was ichindenMenagianen auf der 384 S . findet „ DuPerier hat ehedem seine Freunde gebethen , die Liebe für ihn zu ha - „ ben , und ihn zu erinnern , wenn seine poetische Ader abnähme , und er „ nickt mehr im Stande wäre , mit Ehre» Verse zu machen : Es ist hohe „ Zeit , solches zu thun . „ Wenn Daurat mit solcher Behutsamkeit ver , fahren wäre , so hätte er seinen eigenen Ruhm nicht überlebet . Allein , nichts hat ihm mehr Nachtheil zugezogen , als daß er sich freywillig die Last aufgebürdet , auf alle Bücher , die gedruckt wurden , Verse zu ma - che» . U ? as für ein Glend , hat Balzac im XXV Briefe an denCha - pelain des IV B . auf der >94 S gesaget , wenn man gezwungen ist , alle neugedruckte Äücher zu loben : das heiße sich noch in ei , nem ärgern Zustande in Prosa befinden , «IsAuratus , Pocta regius gewesen ist , welcher dasjenige ans freyem Nvillen gerhan , was »ch , als ein Galeerensklave und Verurcheilter thue , Man hat ei - neii viel neuern französischen Dichter gesehen , Namens Pelletier , ( siehe la Guerre des Auteurs , p . in . 163 . ) welcher Sonnette ( Ulf zukünftige Bücher verfertiget hat . Man sehe , wie man ihn in der Fortsetzung des Parnafle reformc striegelt .
( P ) Er war ein guter Cririkverstandiger ; - - allein er hat nur etwas weniges von dieser Art ans Licht gegeben , j Mau sieht einige von feinen eritischen Anmerklingen über die Verse der Si , byllen , in der Ausgabe des Opsopäus . Er hatte diese Materie in sei - neu Lehrstunden sehr ausgearbeitet , wie uns ein Brief des Stuckius an Goldasten belehret . Es ist der XIII in der Sammlung von den fen des Goldast , die , 688 zu Frankfurt herausgekommen ist . Quam doleo , saget er , me Ioan . Aurati praeeeptoris mei viri ingeniofifli - mi , et in emendandis antiquis Poetis Graecis acutilEmi di & ata , et annotationes in illa carmina ante nniltos annos , ex eins ore calamo exceptas , cum aliis nonnullis meis libris Lutetiae amififie !
( QS ) Gr bar angefangen , sich aufs Faulenzen zu legend Sea - liger redet in der gegenwärtigen Zeit , er fängt an zu faulenzen 1 , . s , w . Siehe hierüber die Anmerkung ( E ) dieses Artikels .
( K ) Gr ist - , - über achtzig Jahr alt gestorben . ^ La Crvix du Maine hat dem Daurat zehn Jahre weniger , als die andern gegeben ; er hat seine Geburt ins 1517 Jahr gesetzt : er hätte also glau - ben müssen , daß Daurat im ? > Jahre gestorben wäre . Baillct , Ju - gem . für les Poetes , Tom . III . p . 403 . hat Recht , daß er sich zum Nachtheile der Urrheile de« Papyrius Masiö , des Präsidenten Tbuanus , nnS des Scavol« von Sr . Martha , welche alle den Daurar besonders gekannt , nicht allzusehr an diese Meynung hält : weil es unstreitig ist , daß sich La Croix du Maine bekriegt . Hier sind vier Verse vom Daurar , die einen unumstößlichen Beweis davon geben : sie sind auf den Tod des Leodegarius , a ( Queren , gemacht worden , wel - cher fünf und achtzig Jahre gelebet harre :
06fc>ginta annos quo natus quinque fupraque ,
Officio funftiis , plenus honoris obit .
At tili« Am atus pare poene aetate fuperftes ,
Hos elegos tuniulo donat habere tuo .
Menage , in den Anmerkungen über Ayraults Leben , 499 S . bedienet sich derselben zum Betveise , daß Daurat über achtzig Jahre gelebet hat : worinnen er ungleich besser gegründet ist , als wenn er im Anti - Baillet , Tom . I . p . 266 . den Baillet beschuldiget , gesaget zu haben , daß dieser Poet nur ein und siebenzig Jahre gelebet hätte . Denn es ist wahr , daß es Baillet als eine von der gemeinen Meynung unterschiedene Sache saget ; allein er bemerket zu gleicher Zeit , daß diese gemeine Meynung des La Croix du Maine seiner vorzuziehen ist . Ich werde noch ein an - der kleines Versehen des Menage bemerken . Er saget , daß alle Poeren derselben Zeit , auf DauratS Tod Verse gemacht , und unter andern , sein liebster Scküler Ronsard . In den Noten über Ayraults Leben . >8 ? S . Allein es ist gewiß , daß Ronsard etliche Jahre vor seinem Lehrmeister , den 27 des Christmonats , > ; 85 , gestorben ist , und er hätte nur einen Blick auf die Worte des PapyriuS Masso werfen dörfen . um zu erfah - ren , daß dieser Schüler dem Nachruhme Daurats nicht den geringsten poetischen Dienst erweisen können . O fi hodie difcipulus eins Petrus Ronfardns infignis Poeta viueret , quas ille naenias , auf quae epita - phia feriberet ? Ich habe lieber den , PapyriuS Masse , als demThua - nus . folgen wollen . Dieser letztere läßt den Daurat zu Ende des Win - termonatS , fast achtzig Jahre alt sterben .
Jen ; allem er P«1 iuu ; i giu yqu ; ucuen ; jemc auzuounrei , uno mit auzuvriri , c^rvensarrm
angefüllet . Man lobet ihn , daß er ein guter Prediger gewesen A . Robert Dauoqueiuo , sein Vater , der vierte Sohn vom 2tnron Dauoqueiuo , Amtmanne zu St . Omer , ist in Kriegsdiensten des Königes von Spanien , unter währendem Krieae geblieben , den der Herzog von Alenson in den Niederlanden erreget hatte Wir wollen von den Schriften'des Domberrn von Tournai reden ( A ) , und den Betrug eines Buchhändlers zu Paris nicht vergessen ( B ) .
< - ) Er

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