Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6701

premeretur . Thuan . Libr . LXXXIX . p . i$j . Papyrius Masse erkennet , daß er keine Schätze hinterlassen , ob er gleich in seinen alten Tagen die Wohltharen des Königes , Carls des IX , genossen hatte . Exceflit e vita diues opibus , iis praefertim , qiias virtus parit , non quibus mar - taliuin genus auidum expleri neqiut . Papyr . Mafio , Elog . Tom . II . pag . 290 . Dieses widerleget unstreitig die Dürftigkeit , damit ihn die Scaligeranen belegen , ohne daß man uns den Staatsstreich entgegen sehen kann , dessen sich Carl der IX , gegen die Poeten bedienete . Brantome lehret uns in dem Leben Carls des IX , Saß dieser Prinz Sie Verse sehr geliebt , und diejenigen belohnet , die ihm dergleichen überreicht , nicht auf einmal , sondern nach und nach ; damit sie allezeit gezwungen seyn sollten , gut zu thun : Venn , sagteer , die Poeten gleichenden Pferden , die man zwar ernähren , aber nicht allzudick und ftrr machen muß ; denn nach diesem taugen sie nichts mehr . Dieser Einwurf wurde nichtig seyn , weil dieser Prinz , so sparsam er auch seinen Poeten beschenket haben mag , doch zum nigsten einen so filzigen Mann in den Stand gesetzt haben würde , daß er nicht arm wäre .
( G ) Carl der IX , - # < hat großen Gefallen gehabt , sich mit ihm zu unterreden . ^ Ich will die ganze Stelle des Papyrius Masso hersetzen : sie giebt Materie zu Beurrheilimgen an die Hand . Caroto IX , saget er im II Bande auf der 290 S . seiner Elogior . Regi Chriftianiflimo chariflimus atque acceptiflimus fuit ( Auratus ) . Is enim in decrcpita actate facetias hominis et argutias mirabatur , ho - jieftabatque praemiis poetae fui venerabilem feneftam . Meines Erachtens hat dieser Scribent groß Unrecht , unserm Poeten unter Carln dem IX , ein abgelebtes Alter zu geben : auf diese Art redet man von keinem Manne , der nur sechzig oder fünf und sechzig Jahre zahlet , der fast ohne die geringste Krankheit über achtzig Jahre gelebt , und wenig Jahre vor seinem Tode noch Kinder gezeuget hat . Nun kömmt dieses dem Daurat nach dem Papyrius Masso zu ; hier sind dessen Worte auf der - 89 S - an angezogenem Orte : Prope o & ogenarius aliquot iam pridein procreatis liberis , ainifläque priori coniuge adolefcentulam duxit , ex eaque Polycarpum , feniles delicias , filiolum incredibili gaudio fufcepit , blandiuscule cum eo colludcns , et inftar fimiae ma - nibus efferens - - . ( Ebendas . 290 0 . ) . deceffit profpera fere femper vfus valetudine - . . anno Domini i ? 88 - - - maior odhiagenario . Anderntheils ist es weltkundig , daß sich die Regierung Carls des IX , nicht weiter als von i ; 6> bis 1574 erstrecket . UebrigenS hat Lorenz» Crasso , welcher Ittoria de Poeci , pag . 265 . geglaubt , es fty König Heinrich der III gewesen , der dem Daurat den Titel eines - Hofpoeren , ertheilet hätte , nicht gewußt , daß diese Ehre von einer viel altern Zeit ist . Hier ist Papyrius Masso , welcher saget , daß Carl der IX , den Daurat als seinen Poeren gehalten hat .
( H ) Er ist ein Jahr über Lehrmeister der königlichen Edel - knaben gewesen . ] Thuanus drücket die Dauer dieser Bedienung nicht aus , er saget nur , daß er dieselbe geübet , ehe er Professor geworden : Primum pucris regiis erudiendis admotus , dein . . . in regio gymnafio diu ProfelTor : eine Stelle , wo der Uebersetzer einen Schni - her begangen hat ; denn er hat übersetzet : er wurde erstlich zur terweisung der Sohne des Roniges gebraucht : Siehe Teiflier , Elog . Tom . II . pag . 108 . allein Menage führet in den Noten über den Ayrault auf der 187 Seite , Daurars Verle an , welche beweisen , daß diese Bedienung nur ein Jahr gedauert hat , und daß sie ein hartes Kreuz gewesen ist :
Anika nam pafliis faftidia mille per annum ;
Hunc tandem in portum ventis ia & atus et vndis ,
Naufeam vt euomerem tanti maris , alter Vlyfies
Euafi .
Menage setzet dazu , daß Papyrius Masso , von diesem Lehrmeisteramte rede ; dieses ists , was ich in den Lobsprüchen des Papyrius Masso nicht gesunden habe .
( I ) Er bar sich auch darauf geleget , die Centurien des No - stradamus zu erklären , - - - mit gutem Fortganges Teißier in seiner Elog . Tom . II . pag . 110 . führet hierbey den PapynusMasso und Sammarrban an , welche nichts davon sagen : er hatte des La Croix du Maine Bibliothek auf der 550 und den Du Verdier Vau - Privas anführen sollen . Die Worte dieses letztern sind merkwürdig : Dorat , saget er , Proiopograph . Tom . II . pag . 2575 . vermengte sich milden Auslegungen der Traume : er machte viel XVerks au« den Cen - ruricn des Nsstradamus , welche gewisse Prophezevungen halten , denen er Auslegungen gegeben , die durch verschiedene Erfolge bestätiger worden , und gesaget hat , daß sie Michael NötreDame aufgeschrieben , wie sie ihm cm Engel m die der vorgesagel hatte , f In dem gedruckten steht , und sagte Michael , daß Notre Dame . Dieß ist ein augenscheinlicher Druckfehler . )
( « ) Dieß sind nicht die schönsten Stellen seines Gebens . ] Die Nachrichten von dem Staate Frankreichs zc . auf der Gegenseite des 278 Bl . im I Baude , nachdem von der Ermordung des AdmiralS von Chatillon , und der Art gereder worden , mit welcher der Pöbel den Körper dieses Herrn ausgepuhet hat , sagen : Johann Dorat , der Poet , hat lateinische Verse geschrieben , worinnen er seinen Spott über Viesen Admiral treibt , und ein jedes von den Gliedern dieses ; : rsirlmmelcen Rorpers nach allen Eigenschaften beschreibt . Ich zweifle , daß diese Stelle von dem Leben des Daurat schöner ist , als die andern , die man ihm vorgeworfen hat . Trit . Anmerk .
fX ) Er hat sich wieder verbeirachet < - - - mir einem Maqöchen von neunzehn Jahren . ] So muß man diese Worte Sammarrhans vndeuiginti annorum puella übersehen . Moreri , Teißier Elog . Tom . II . paß . >>0 . und Bullart Academ . des Scienc . Vol . II . pag . 360 welche diesem Magdchen zwey und zwanzig Jalire geben , wür - den ohne Zweifel viel Mühe haben , einen einzigen Schriftsteller , der zu dieser Zeit gelebt . deswegen zum Burgen anzugeben . der demjenigen überlegen wäre , den ich ihnen entgegen setze . Menage in den Noten über Ayraults Leben auf der >«7 S - giebt ihr nur achtzehn .
( L ) 5ur Ehre der jungen Frauen . ^ Jn der TW hat Thuanus qesaget , daß dasjenige , was Daurars Abscheu vor dem Tode ge - mindert , gewesen , weil ihn das Alter zu allen Verachtungen seines Amtes unvermögend gemacht . Also hat man d . ese [ arnmichen Worte , Ob fenimn inutilis eins opera eile coeplttet , Übersetzet . L & nJf ihn hierauf nicht außer Stande glauben , ein Kind zu zeugen . Wer sollte
II Band .
urar . 27 z
glauben , daß ein ehrlicher Greis , der die Kräfte verlohren , seinen Schü - lern einen Vers aus dem Homer zu erklären , die Stärke erhallen hätte , eine Ehe mit einem jungen Mägdchen zu vollziehen ? Also könnte man der Erzählung Thuanö keinen buchstäblichen Glauben beymessen , ohne auf einen heftigen Verdacht wider die junge Ehfrau unsere 'Poeten zu gerathen ; als wenn sie den Grundsatz ausgrübet hätte : daß es einer geschickten Frau niemals an Erben fehler , oder als wenn ihr Eh , mann viel Recht gehabt , den alten Spruch auf sich anzuwenden :
Ein Graubart fteyt gemeiniglich ,
So wohl für andre , als für sich .
Also hat Amiot diese griechischen Worte gedolmetschet , die von einem betagten Manne vorgebracht wordein i - ^s h eis« , «r«
yctroai . Duco vxorem , probe fcio , vicinis quoque . Plut . an feni fit gerenda Refpub . p . 789 . Im Grunde würde denjenigen nichts wider - sprechender zu seyn scheinen , welche den Professoren oder Predigern das jähr - liche Gehalt bezahlen , als wenn sie einen Mann sähen , dessen Frau schwan - ger wäre , der , um sich für einen Emeritus erklären zu lassen , anfüh - ren wollte , daß ihn das Alter ganz unvermögend machte , den Lehrstuhl zu besteigen .
Man nierke , daß es Leute giebt , ( Peter von S . Romuald Journal Chronol . et Hiftor . unter dem 6 des Weinmonats 396 S . bey mir , er setzet den Tod Ronsards auf diesen Tag >589 . ) welche sagen , daß er kurz zuvor , ehe er gestorben , wohl achtzig Jahre alt , eine junge Magv geheiralhet , - - - und mit Verselben , wie man täqet , keine Rmver gehabt , ( dieß ist falsch , siehe die Anmerkung G > ) «lg wie er mit einer sehr ehrbaren Dame in seiner ersten Ehe ge , zeuget hat . Hier ist also ein Mann in dasjenige Verzeichmß zusetzen , dessen Menage gedacht hat . Siehe die in dem Artikel Briseis äuge - führte Stelle .
( M ) Er hat eine Tochter an - - - XI . Goulu verheirg , ther , welchem zum Besten , er sein Professoramt der griechischen Sprache niedergeleger hat . ] Sammartyan saget ohne Bemerkung der Zeit , daß Daurat , da er zum Hofpoeten gemacht worden , sein Pro - fessoramt dem Goulu , seinem Schwiegersohne , abgetreten habe . Thuanus redet aus eine noch unbestimmtere Art von der Sache im LXXXIX B . zu Ende : daß Daurar , nach dem er lange Zeit das Amt eines Professors in dem königlichen Collegio verwaltet , und ein Emeritus geworden die Verrichtungen dieses Amts niedergeleget . und ein Jahraeld genossen habe , welches ihm bis an seinen Tod bezahlet worden . Allein du Breul bemerket uns die Zeit : denn er saget , Antiqu . de Paris , auf der 56s S . daß Nicolas Goulu milder Stelle Daurars durch einen konigli^ che» Befehl vom 8 ves Xvinrermonars > ; 6 ? versehen worden . Ueber alles dieses habe ich zwo Anmerkungen zu machen : die eine . daß Thuanus nicht hätte sagen sollen , es hätten das Alter und der bürger - liche Krieg , welcher alle junge Leute aus Paris verjaget , angefangen , Daurats Arbeit unnützlich zu machen , und daß man seinen Tod deswegen weniger bedauret . Dieses bedeutet , daß er annoch einige Dienste hatte leisten können , wenn er Schüler zu Paris gehabt , und daß er dieselben in der That so lange geleistet hätte , bis ihn die Schwachheiten des Al , ters zu Boden gedrückt . Er hätte also den Verrichtungen des Professor - amrs nicht feit dem 1567 Jahre abgesaget , welches dasjenige gewesen , da das Amt des Schwiegervaters dem Schwiegersöhne übertragen worden ; denn wenn er es zur selben Zeit niedergeleget hätte , so wären die zwo vom Thuanus angeführten Ursachen falsch , warum der Verlust dieses Professors weniger bedauert worden : es scheint also , daß sich dieser große Geschichtschreiber in Ansehung Daurats widersprochen hat . Er hat an einem Orte gesager , es hätte dieser Professor sein Amt vor dem Tode des Turnebus , nämlich vor dem 157 - Jahre , niedergeleget , und sich in die Vorstadt von S . Victor begeben , wo ihn Thuanus öfters besuchet . Iam Ioannes Auratus profeflioni renunciauerat , et in Sanuiflorianum fuburbium concefl'erat ; quo frequens itabat Thuanus , ex eiusque eolloquiis femper inftruftior redibat , de Budaeo , quem ille puer vi . derat , Germano Brixio , Iacobo Tufano fedulo eum percontatus . Thuan . de Vita fua . Libr . I . Meine andere Anmerkung ist , daß La Croix du Maine im 1584 Jahre saget , es habe Daurat noch alle Tage die orventlichen L . ebrskunden seiner profeßion in Paris tet ; so sebr habe er vem gemeinen Wesen Nutten zu schaffen und Schüler zu ziehen gesucht . Hier sind Leute , die sich entweder an der einen , oder an der andern Seire betrogen haben . Am scheinlichsten scheint es mir zu seyn , daß unser Mann , da er erhalten daß seine Profeßion seinem Schwiegersohne ertheilet worden , nach wie'vor , und wenigstens in seinem Hause , gelesen habe .
( N ) Er hat fiel Verse gemacht . ) Vermutlich heftet uns Du Verdier Bau - Privas eine Lugen auf . wenn er in seiner Bibliothek auf der 685 S . versichert , Vaß d , e Oden , Sinngedichte , Lobgesänge , und andere Gattungen der Poesien im Griechischen und - nischen , die vom Daurat gemacht worden , sich über fünfzig tausend Verse belauft» : allein man mag so einen starken Abzug davon machen , als mau will , so bleibt doch beständig , daß er eine sehr große Anzahl Ge - dichte in diesen zwoen Sprachen verfertiget hat , welchen man noch die - jenigen beyfügen muß , die er in französischer Sprache gemacht ; denn eben dieser Du Verdier bemerket , daß , ob er gleich der griechischen und lateinischen Dichtkunst gänzlich ergeben gewesen , er dennoch nicht terlassen habe , in unserer franzosischen Sprache zupoensiren , da - von nur etwas weniges gedruckt worven . Er giebt den Titel von zweyen französischen Gedichten ; Teißier giebt die Titel der lateinischen . Man ziehe das Unheil , welches Thuanus von der Sammlung der nischen Poesien gefällt , und Bailletö Urtheil über die Poeten Num 1337 . zu Rathe . Thuanus jaget , daß die Buchhändler viele Verse hinein« - setzet , die nicht vom Daurat wären ; sein Uebersetzer hat dieses beym Teißier ausgelassen . Uebrigens har Menage keinen Grund gehabt , im Anti Baillet , Tom . II . pag . 28 . zu sagen , vaß Daurat keine franz6 - sischcn Verse gemacht , und hierdurch zu behaupten , es habe Baillet kein Recht gehabt , zu versichern , daß die vom Ronsard erdichtete Ple - jade nur franzosische Poeten waren Wenn des Menage Vorgeben wäre , Saß , nämlich , Daurar , als das - Haupt dieses Sicbenge - stirns keine französischen Verse gemacht ; >0 würde Baillet von Rechtswegen , zu radeln gewesen seyn : min aber ist dieses Vorgeben falsch ; denn man findet außer demjenigen . was erstlich au« dem Du Verdier Vau - Privas angeführet worden , in dem la Croix du Maine , Mm vaß

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