Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6688

Saurat .
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nen . • Diese Schwierigkeit verdienet allerdings eine Widerlegung , wo - kommenes Gnügen thun , die sich nicht so leicht abweisen lassen - so mu»
her kömmt es aber , daß sich unser Verfasser anstellet , als ob er dieselbe man die Schuld auf die natürliche Beschaffenheit der Sache schieben
gar nicht merkte ? Sein Stillschweigen wird die Leser , welche Verstand ha - z ) Vergißt der Verfasser , den allerstarksten Beweis wider diejenigen an'
Ken , nicht an der Einsicht verhindern , daß David , da er >m ein und zuführen , welche haben »vollen , daß David erstlich nach dem Zivevkainvfe
zivanzigsten Jahre «eines Alters wider den Goliath gestritten hat , ( die - mit dem Goliath nach - Hofe berufen worden , den bösen Geist von dein
jes seiner der Verfasser des Wörterbuchs voraus 24 ? S . ) bey nahe zwan - Saul zu vertreibe» Er führet nicht an , daß diese Leute die Oi dnuna
jig^ahre alt gewesen seyn müsse , als er das erstemal an Sauls Hof ge - zerreißen , nach weicher die Schrift die Begebenheit erMetz er fufiat
kommen ist . Und also ist die Ursache . welche unser Verfa „ er anführet , nicht an , daß der Kiiecht Sauls , welcher den David als einen starker ,
warum Saul den David am Tage des Gefechts mit dem Goliath nicht kriegerischen , beredten und schonen Mann lobte , nicht ein Wort von des'
gekannt , gar nichts nutze . Er zieht den Verfasser der biblischen Ge - ftn über den Goliath erhaltenem Siege erwähnt . Denn es ist unmöglich
schichte an . welcher zwischen dem ersten und andernmale , da Saul den zu begreifen , daß diejenigen , welche ihn „ ach gehaltenem Zweykampfe dem
David gesehen , acht Jahre sehet , und daher behauptet , daß David nur Könige hätten anloben wollen , so unverständig gewesen fem , und dem
fünfzehn Zahre alt gewesen , als er ihn das erstemal gesehen . Der Fürsten nicht ganz kurz gesaget haben sollten : «Eben ötcftc lunqe
Schluß besteht darinnen , daß ein junger Knabe innerhalb sieben Iah - Mann , der den Goliath erschlagen bat , spielet wobl auf Saiten -
ren seine Gesichtsbildung dergestalt verändert , daß diejenigen . welche spiel , eben derselbe wirv vir Kelsen .
ihn nach einer siebenjährigen Abwesenheit erstlich wieder zu Gesicht be - Die Furcht vor einer alljugroßen Weitläufigkeit verhindert mich ju
kommen , ihn gar leichtlich nicht wieder kennen . David ist unrer diesem untersuchen , ob der Verfasser in dem übrigen Theiie des Artikels eine
Umstände nicht begriffen ; darum muß man feine Zuflucht anders wohin mehrere Aufmerksamkeit beobachtet hat . Er hat den Fehler welchen
nehmen . Der Verfasser führet unterschiedene Ausflüchte an , welche sich ich bey dem Abte von Cboisi bemerket , vermieden , und die ^eibre beieick -
die Ausleger eingebildet haben . Wenn sie denjenigen nicht ein voll - net , darinnen David pieses oder jenes gethan hat .
Daurat " ( Johann ) Lateinisch Auratus , ein gelehrter Humanist ? und sehr guter Poet , war ein Limosiner ( \\ und aus einer alten Familie , deren Namen er abgeleget Häven soll ( ö ) , um dafür einen andern anzunehmen , welcher eine frucht - bare Quelle unendlicher Wortspiele ist ( C ) . Nachdem er sich nach der Hauptstadt deö Königreiches begeben * daselbst seine Studien zu vollenden , so hat er es daselbst so außerordentlich weit gebracht , und sici^dermGen durch sein Griechisch und die Gabe der Dichtkunst hervorgethan , daß er einer von den Professoren auf der hohen Schule zu Paris geworden . Man ließ ihn , im 1560 Jahre , dem Iohakin Stracellus in dem Amte eines Vorlesers und köniql . Professors in der griechischen che folgen c ] allein zuvor war er Aufseher über das Collegium von Coqueret gewesen % nachdem er als Lehrmeister Johann Antons von Baif , bey dem Requetenmeister Lazarus von Baif , seinem Vater , gestandet , hatte . Er hat fortgefahren , diesen jun - gen Schüler in dem Collegio von Coqueret zu unterweisen , und hat auch daselbst den berühmten Ronsard , sieben Jahre , zu seinem Untergebenen gehabt e . Eine von den billigsten und rühmlichsten Lobeserhebungen Daurats ist , daß aus seiner Schule eine große Anzahl geschickter Männer gekommen ist f . Er hat sehr gut unterwiesen , und seine etwas bäurische und unfreund - liche Mine ( I ) ) hat den Fortgang seiner Lehret , nicht gehemmet . Er verstattere jedermann den Zugang ; er brachte gen , lustige Einfalle vor , und gab auch zuweilen große Gastgebothe , indem er sich uberall von dem Geize sehr weit entfernt ge - zeigt ( E ) ; dieses , nebst dem unglücklichen Gestirne seiner Handthlerung , konnte wohl Ursache an der Armuth seyn , darein er sich versetzt fand ( F ) , und welche ihm einen Platz unter denen Gelehrten emgeraumet hat , die fast vor Hunger gestorben sind r . Unterdessen hatte ihn Carl der IX . mit dem Titel seines Poeten beehrt , und großen Gefallen gehabt , sich mit ihm zu unterhalten ( G ) . Es ist nicht unter seiner , sondern Heinrichs des II , Regierung geschehen h . da Daurat ein ^abr über Lehrmeister der königlichen Edelknaben gewesen ( Ii ) . Ich weis nicht , ob die Verdrießlichkeiten , die ihn genöthiget diesen Posten zu verlassen , ganz oder nur zum Theile von dem Muthwillen dieser jungen Leute hergekommen sind . In Ansehung der Zeit , darinnen er gelebt , müssen wir ihm den Geschmack verzeihen , den er an dem Buchstabenwechsel gehabt , davon er der erste Hersteller gewesen ' : Mai , giebt vor , daß er die Tablatur davon in dem Lykophron gefunden . Er hat sie dermaßen in den Schwang gebracht , daß sich jedermann darauf legen wollen . Er ist für einen großen Wahrsager in dieser Art gehalten worden , und viele vornehme Personen haben ihm ihre Namen gegeben , sie nach dieser Kunst zu versetzen . Er hat sich auch darauf geleget , die Centurien des Nostradamus zu erklären , und dieses nach einiger Vorgeben , mit solchem Fortgange ( l ) , daß er sein Dolmetscher oder Unterprophet tu seyn geschienen . Dieß sind nicht die schönsten Stellen seines Lebens ( - ) . Es ist noch besser , wenn wir sehen , daß er sich in seinen : hohen Alter wieder mit^einem Magdchen von neunzehn Iahren verheiratet ( K ) , und seine Ursachen deswegen hören werden , daß dieses eine poetische Freyheit wäre * ; und daß , wenn er von einem Schwerdt - streiche sterben sollte , er es für dienlicher hielte , daß solches mit einem blanken , als mir einem verrosteten Schwerdte ge - schaheDiese neue Ehe war fruchtbar , und machte ihn zum Vater eines Sohnes , welchem man ihn tausend poßierliche Liebkosungen erweisen sah * . Wenn Thuanuö und sein Ueberscher dieses betrachtet hatten , jv würden sie außer Zweifel ihre Ausdrücke zur Ehre dieser jungen Frauen besser erwogen haben ( L ) . Daurat hat aus seiner ersten Ehe , unter andern Km * dem , einen Sohn gehabt , dessen französische Verse man gedruckt hat« , und eine Tochter , welche einen Gelehrten , Namens Nicolas Goulu , geheiratet hat , welchem zum Besten er sein Prosessoramt der griechischen Sprache niedergelegt hat ( M ) . Er hat viel lateimsche , griechische und auch französische Verse gemacht ( N ) ; und es war endlich seine Sucht , daß er derselben viel machen wollte ; denn es wurde kein Buch gedruckt , und es starb keine Person von einigem Ansehen , daß Daurat nicht einige Verse auf diese Materie gemacht hätte ; gleich als wenn er der von der Obrigkeit bestellte Poet , und seine Muse eine gedun - gene Klagefrau gewesen wäre . Dieses verursachte , daß , wenn seine poetische Ader nicht bis auf die Hefen erschöpft war . sie dennoch in den Zustand einer am Boden durchlöcherten Tonne versetzet wurde ( 0 ) , woraus der Wein , welcher des besten Theiles feiner Geister beraubt ist , nur schwach fließt . Er ist ein so guter Kunstrichter gewesen , daß Scaliger keinen , als ihn und den Cujaz gekannt , die vermögend genug gewesen , die alten Schriftsteller wieder herzustellen^ ; allein er hat nur etwas weniges von dieser Art ans Licht gegeben ( P ) . Nach dem Scaliger hat er angefangen , sich aufo Faullenzen zu leqen ( 0 ) und die Zeit damit verderbet , daß er die ganze Vibel in , Homer gefuchet . Er ist zu Paris den 1 des Wintermonats 1588 , über achtzig Jahre alt , gestorben ( R ) . Die Sammlung , vie man von seinen Versen gemacht , ist ihm nickt rühmlich gewesen : die Buchhai , dler haben dabey mehr - auf ihren Eigennutz , als aus feinen guten Namen gesehen . Sie haben Gedichte eingeflickt , die er nicht gemacht hatte , und Werke , die er nicht für die seimgen erkennen wollen , ob er sie gleich verfertiget hatte ? .
«0 Man nennet ihn auch Aurat , von Anrät , Zdorat . J> ) Papyr . Maflb , Elogior . loh . Aurati , r ) Du Breul Antiq» de Paris , pag . m . 565 . d~ ) Dinet Vie de Ronfard . e ) Der Eintritt Nonsards in dieses Collegium fällt im ! ry45 Zal^r , mi\ Ronsard damals das zwanzigste Jahr zurück geleget hatte , / ) Dociiit diu fumma cum gloria et difeipulos habuit omnes ferc praettantiores Galliae viros , vicinarumque gentium leöifiimos . Papyr . Maflb , in Elog . loh . Aurati . Siehe auch Thuan . Libr . LXXXIX . Sammarth . Elog . Libr . III . pag . m . 55 . g~ ) Maturin Siinonius de Litteris pereuntibus , beym Barth über den Statins 447 S . b ) UmS 1554 Jahr . Siehe Thuan . Libr . XIII . zu Ende , - 78 S . bey mir . Siehe anch den Artikel Hottaint in der Anmerkuna ( N ) . 0 Papxr . Maflo , in Elog . loh . Aurati . Claudius Verderius , Cenfura Auäor . pag . 45 . Dinet Vie de Ronfard . k ) Sammarth , in eius Elog . / ) Papyr . Maflo , in Elog . loh . Aurati . Ich führe feine Worte in der Anmerkung ( G ) an . m ) Ebendaselbst . » ) Sie sieben in der Sammlung von den Versen de« Vaters , und wenn mai , dem Titel trauen darf , so sind sie von dem Urheber in seinem fünfzehnten Jahre gemackr worden . Menage , Remarq . für la Vie d'Ayrault , pag . 187 - Die Tochter ist auch gelehrt gewesen , wie wir unrer dem Worte Goulu ( Nicolas ) sagen werden . 0 ) Sammarth . in dessen Leben . La Cro» du Maine - Ol S . / > ) Scaligerana I . p . m . >8 . Siehe Guil . Can - terum in Lycophron . v . 308 . q ) Thuan . Hill . Libr . LXXXIX . zu Ende .
rffi memandi , welcher in Jber Landessprache Speisefrüb bedeutet , und
N^icr^Menaae . und verschiedene andere machen Limoges zu seinem dadurch etwas niedriges bemerket , ( »amiich die Gewohnheit die Mit -
Geburtsorte Man kann daran zweifeln , ob sie geaündet sind , wenn tagsmablzeit allzuzeitig zu halten , ) ihm nicht gefallen , und denselben in
man bedenket daß ihn Papnrius Masso in dessen Lobe an demUrsprun - den Namen Daurat verwandelt habe , welcher im Gaseoniscben eben
ae der Vienne aebohren werden laßt . Wenn er in der Hauptstadtvon das bedeutet , was dore ( vergoldet ) im Aranzüsischen bedeutet , und wel - Limosin aebohren wäre , so dünkt mich nicht , daß ihm seine Freunde , da chen ehmals einer von sunenVorfahren wegen feinet goldgelben Haare sie ftjn Leben beschreiben , ein Dorf zum Vaterlande sollten gegeben haben , geftihl t hatte . Andere geben vor . unser Poet habe desweaen diesen neuen
SS£«fBff^einmanenn«« - . Namen angenommen , weil sein Vaterland an dem kleinem Flusse Auranze
- . . , , nd aus einer alten Familie , veren Namen er gelegm . Coulon liiere , de France P . I . pag . Menage lebret
öbaclectet bat 1 Er ist au« der Familie der Dineniandi und der Vre - mich , daß AuratS Mutter aus der Faniilie von Äcrmondcr , gewesen ;
2RS U CroS du Se , pag . - o . . Man giebt in des in den Anmerkungen über Ayraults Leben , 49 ? S . Also muß man
Menaae Anmerkunaen über das Leben Amyraults , aus der >86 S im - den La Croix du Malne^'erbesßrn , und sein Sremonvais ausstreichen .
Ach ? SiKiTCL , . 5 ! S . vor , daß der Name Naude vergißt unser . , Daurat nicht , wenn er in der Vorrede 0 ? .
Niphi ,

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