Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6649

Dati .
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„ Ich erinnere mich , daß er mir , weil ich nur die Geduld gehabt , eine „ von seinen Pindarischen Oden anzuhören , über drey Monate geborget „ hat , ohne daß er jemals einen Häller von mir gefordert hätte - - - Ebendaselbst 23 ; u . f . S . „ Da er von niemanden bezahlt worden , und „ seine Gläubiger bezahlet seyn wollen , so ist der arme Ragueneau , unter „ dem Verfalle seines Backofens , völlig zu Boden gedruckt worden .
„ Dieß ist für die Herren Poeten ein unglücklicher Tag gewesen , welche „ man bey anbrechender Dämmerung des Tages auf den Straßen an - „ traf , wie sie sich den Schnabel wetzten , nachdem sie noch bey ihm das „ letzte Frühstück eingenommen hatten ; als eine Bande heishungriger Ge - „ richtödiener , in Gegenwart des Apollo , dessen Bart noch von den „ wohlschmeckenden Pasteten glänzte , so viel Kühnheit hatten , seinen viel - „ geliebten Ragueneau anzupacken , und beym Kragen zu nehmen , und „ ihn ohne die geringste Ehrerbiethung , weder gegen seine Verse , noch „ gegen seine Müsen , in ein Gefängnis ; zn werfen ; woraus er , ( nach ei - „ ner jahrigen Gefangenschaft , ) wieder erlassen worden , um die Welt mit „ den schönen Werken zu bedenken , die er darinnen ( nach dem Muster „ des Theophilus , ) verfertiget hatte . Allein da er in Paris , weder einen „ einzigen Poeten , der ihn seinerseits wieder ernähren , oder nur einen „ von seinen Versen hören wollen , noch einen einzigen Pastetenbecker „ fand , der ihm auf eines von seinen Sonneten nur eine kleine kalte Pa - „ stete geborgt hätte : so verließ er unter Verfluchimg der Zeit , und der - „ selben Unwissenheit , diese Stadt selb fünft , mit Frau und Kin - „ dern , seinen kleinen Esel mitgezahlet , der ganz mit Sinngedichten be - „ laden war , um sein Glucke in Languedoc zu suchen . Hier traf er „ eine Bande Comödianten an , welche einen Menschen zu Vorstellung „ der Person eines Schweizers nöthig hatte : in dieselbe begab er sich nn - „ ter dem Titel eines Troßbuben von der Comödie , wobey er sich seiner „ Rolle , ob sie gleich niemals , als auf das höchste , in vier Versen bestund ,
„ so wohl entledigte ; daß er in weniger , als einem Jahre , so lange er dieses „ Sandwerk trieb , den Ruhm des allerschlechtesten Comödianten von der „ Welt erhielt . Nunmehr wußten die Comödianten nicht , was sie wei - „ ter mit ihm anfangen sollten , und wollten ihn zum Lichtputzer machen ;
„ allein er wollte diese Bedienung nicht annehmen , welche der Ehre und „ dem Titel eines Poeten zuwider lief . Nach der Hand hat er der Ge - „ walt seiner Widerwärtigkeiten nicht länger zu widerstehen vermocht ,
„ nnd ich habe ihn , bey einer andern Bande , die Lichter sehr geschickt „ putzen sehen . Dieß ist das Schicksal der Narren , wenn sie Poeten seyn „ wollen , und das Schicksal der Poeten , wenn sie Narren werden . , »
Ebendaselbst - 88 S .
( I ) SLottt * f t ift so geschwind gewesen , nachtheilige Zeitungen für den Assouci auszustreuen . ^ „ So bald ich in VerHast „ genommen war , - - überschrieben meine Feinde die Zeitungen von „ meinem Tode nach Paris , welche , da sie dem verstorbenen Loret nicht „ unangenehm war , ihm ohne Erwartung der Bekräftigung diejenigen „ schönen Verse eingeblasen hat , die er in großer Eil zu meinem Lobe ge - „ macht , und die man nachdem zu seiner Beschämung in seinen Zeitun - „ gen hat herum laufen sehen . Itzv ist dieser böse Poet abgereist , in je - . , ner Weit zu lügen , und ich befinde «nich noch in dieser , „ D'Afibuci ,
Tom . II . pag . 15 ; . Wir wollen noch diese andre Stelle dazu fügen :
Dieß sind eben Dieselben Narren , welche , da sie einem - gen ) um Xvi0crschalle dienen , mich so oft in ihren Zeitungen todt gemacht , und zu Lerrara und Venedig ersauft haben , ehe ich einen Fuß hinein gesetzt , die mich aus dem Meere und allen dessen Flüren heraus gezogen , um mich in Montpellier braten zu lasten , und welche mich endlich , nachdem sie mich von der L . eichenbaare auf den Scheiterhaufen gescner , ausge , weidet , gestoovt , und so klein , als pastetenfleisch , gehackt , wie ? der in den vorigen Stand gesenet haben , damit sie mich von neuem in Avignon fricafiiren können ; woraus ich endlich durch ihre Gnade unverletzt , und mir heiler - Haut . nommen , um auf meine übrige Lebenszeit in die Gefängnisse
Dilti , ( Carl ) Professor der schönen Wissenschaften zu Florenz , in seinem Vaterlande , ist so wohl durch seine Werke , als durch die Lobsprüche , sehr berühmt geworden , die ihm unzählige Schriftsteller gegeben haben ( A ) . Er war gegen alle gelehrte Reisende , welche durch die Stadt Florenz giengen , sehr hoflich und dienstfertig : verschieden ? unter denselben haben ihm ihre Dankbarkeit in Schriften bezeugt " . Er ist ein Mitglied der Akademie della Crnfca , gewesen , und hat sich darinnen den Namen Smarrito gegeben . Er hat eine italienische Lobrede auf Ludwig den XIV gemacht , und sie im 1669 Jahre zu Florenz herausgegeben b . Die französische Übersetzung , welche ein andrer gemacht hat , ist im folgenden Jahre zu Rom gedruckt den . Er hatte bereits , zum Lobe desselben Prinzen , einige italienische Gedichte herausgegeben c . Man kann daraus erkennen um welche Zeit er gelebt hat .
a ) Siehe l' Italia regnante de Mr . Leti , Part . III . pag . 369 . u . f . König verwehr uns auf die 170 S . dieses Werkes des Leti Dieß heißt zweene Fehler begehen : den Band gar nicht , und die Seite unrecht zu bemerken . * ) Leti Italia regnante , Part . III . p . } 67 . c ) daselbst 36 } . 367 * 0 .
des Reyergcrichts verwiesen zu seyn , aus welchen ich dennoch so ansehnlich und so unverletzt gekommen bin , als wie ich bey meiner Geburt gewesen ; ohne daß mir bey allen diesen Rei - sen , welche mich diese - Herren Narren rhun lassen , Sie Zeit nur ein einziges - Haar vom Ropfe genommen hätte . Ebendaselbst 23 u . f . S . Er hat sich an dem Loret gerächet , so gut als er gekonnt hat , und ihm einen Hauptbetrug schuld gegeben . Dieß sind seine Worte : „ Was hatte ich diesem schonen Reimschmiede des Fischmarkts gethan , „ daß er auf die Ehre meiner Musen so hochmüthig schimpfet , welche „ viel erleuchteter und ansehnlicher , als die seinigen , sind ? Ob ihn gleich „ seine Betrüge«« im Spielen gar wohl hatte entschuldigen können , „ nichtstaugende Verse zu machen ; habe ich ihn jemals einen Beutel - „ schneider und nichtswürdigen Polen genennet ? habe ich ihn nicht be - „ ständig Loret genennt ? hat er mir deiin nicht , da ich bey demweyland , „ Marschall vom Schombert , wider ihn gespielt , mit seinen falschen Kar - „ ten Geld genug abgeiiohlen , ohne daß er mir noch meine Ehre und mein „ Glück durch seine falschen Renne rauben darf ? Wie , hat ihn denn mein „ kurzweiliger Ovidius so verdrießlich machen können , daß er sich deswegen „ an meinen Versen zum Naehchdle meiner Sitten rächen müssen ? „ Gleichwohl hat sich dieser barbarische Reimschmied deswegen sattsam „ gerächet ; denn auf diesen Grund hat der närrische Pöbel , der noch bar - „ barischer ist , als er . nach diesem seine Lästerung aebauek , womit er mich „ durch die ganze Welt verfolget ; so wobl , als so viel ehrbare Leute , wel - „ che sein Endurtheil , daß ich durch die Wilden zn Montpellier , aufame - „ rikanische Art gedörret worden wäre , glauben würden , wenn meine „ Schriften , welche wenigstens so lange , als die seinigen , dauern werden , „ nicht das Gegentheil wahr machten . Ja , dieser Plattfuß hat sich „ wohl dadurch gerachet , weil er allen meinen Feinden die Waffen , und „ allen meinen Neidern den Verwand zur Lästerung dargebothen hat ; „ welche mein Glück verheert , und alle meine Hoffnungen zn Grunde „ gerichtet , die aus meinem besten Freunde meinen Verfolger gemacht , „ und mich endlich so vielen Gefahren , und tödtlichen Widerwärtigkei - „ ten , ausgesebet haben . Ach Gott . ' kann man dergleichen Mordtha« „ ten ohne Erzittern ansehen ? Und kann Frankreich ohne Schande der - » . gleichen Meuchelmörder erdulden ? „ D' Aflouci Avantures i' Italie , p . 87 . u . f . Meines Bedünkens hat man auch ausgesprengt , daß er im Bildnisse qehcnkt worden : denn er beklaqet sich , daß man ihn für ei - neu Menschen ausgegeben harre , dessen Äildniß dem - Hanfe zur Scheuche , und den Äoshaftigen zum Schrecken , gedienet ; allein er behauptet , daß dieses Dildnisi sonst nirgends , als bev den Buchhändlern des pallasts gesehen worden , daß man dasselbe noch vor allen seinen Berken glänzen sähe , und daß die aller - neubegierigsten Maler , dasselbe als ein Original suchten , das ihrer Topie Werth wäre . I ) 'Afibuci , Tom . II . pag . 2t . seiner Abentheuer . Ich glaube , nicht , daß sie dieses gethan , um ein schöne« > Gesichte zum malen zu l ) aben ; denn des Assouei seines ist nichts weni« ger als dergleichen gewesen . Ich habe in der Reisebejchreibunq der ren von Bachaumont und la Chapelle nickt gefunden , daß man ihn zum Tbersites unsrer Zeit machet . Ebendas 2 * 9 S . Er beklaget sich darüber auf der S - und fetzet dieser Beschimpfung die Verse ent - gegegen , die auf seinBildniß gemacht worden :
Kund nnd zu wissen sei , der Welt ,
Hier ist das Bild des D'Asiouei ,
Des Wunderwerks von unsrer Zeit .
Betrachtet es denn recht , und wenn Ihr nach den Zügen des Gesichts ,
Vermeidet , daß ein solcher Mann ,
Nichte schlechts geschrieben haben wird ;
So kauft geschwinde seine Schrift .
So wird man sehn , es fty also .
Chapelle .
( A ) Meymmg gewesen . Es ist ziemlich wahrscheinlich , daß Monccims die Sachen vermenget , wenn er saget : Carlo Dati hat mir seinen Brief zu drucken gegeben , zu beweisen , daß Torr , cell , die Roulette zuerst erfunden hat . I^onconyz , Voiages II . Part , p . 483 . aufs 1664 Jal , r . Das vornehmste Werk , darauf sich unser Dati gelegt , ist das della Pimira antica gewesen . Er hat einen Versuch oder ein Stück davon im 1A67 Jahre herausggeben . Ich werde es in der Anmer - kung ( I . ) , bey dem Artikel Zeuxis , «nfiihren . Das Lob , welches Chi , mmtelli diesem Scribenten gegeben hat , ist das einzige , welches ich un - ter vielen andern abschreiben will , die vom Leti anqcfiihret worden sind , k^ee secu , inter rariMrnos numerandus , qui Librum vtendum per - mifit clariffimus et amieiffimus D . Carolus Datus noftrae floj illiba - tus Vrbis , Suadaeque Etrufcae medulla , quam omni Jitterarum pa - ratu quotidie äuget , atque illtiftrat . Parum enim mereri putaf , qui per fe tarn egregie meretur , nifi ad bene merendum de Republica litteraria alios quoque omni ope , et confilio adiuuef . Nihil vt nus fuum habeat , quam quod in vfiim et gtoriam eruditionis im - pendi poflit ; pene lpfum fe fibi fubtrahens , nedum temporis , aut operae parcus . Chimentellius de Honore Bifellii , pag . 86 . beym Leti Italia regnante , Tom . III . p . 373 .
II Vand .
David

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