Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6592

aÖ2
Dantes . Darms .
gebliebe» und hat sich daselbst auf die Dichtkunst und Mathematik gele - get . Er hat verschiedene Werke verfertiget und unter andern das Leben derer , welche in Zeichnung der Bildsäulen vortrefflich gewesen . Mo - numenta plura reliqyit , inter quae connumerantur Vitae Italico
idiomate coelatorum ftattiarum illuftrium . Oldoini , Atheiiaeum Au - guftum p . 329 . Er ist zu Penise , im 1576 Jahre , in einem Alter von 46 Jahren gestorben . Ebendaselbst .
Dantes , ( Johann Baptlsta ) gebürtig von Perusc , ist ein vortrefflicher Mathematikverstandiger gewesen . Eine von seinen allerscharfsinnigsten Erfindungen ist gewesen , daß er Flügel verfertiget , die so richtig mir der Schwere seines Körpers übereingekommen , daß er sich derselben zum Fliegen bedienet hat . Er hat vielmal über die Thrasimmer See den Versuch mit gemacht ( A ) , und mit einein solchen Fortgange , daß er dadurch dieKühnheit bekam , der ganzen Stadt Peruse dieses Schau - spiel vorzustellen . Die Zeit , die er zu diesem Geprange erwählet hatte , war die Hochzeit des Bartholomaus von Alviane , mit der Schwester Johann Pauls Ballioni . Als sich die Menge der Zuschauer auf dem großen Platze versammlet hatte , siehe da , so zeigte sich unser Dances , welcher von dem höchsten Orte der Stadt sich herunter ließ , ganz mit Federn bedeckt , und mit zween großen Flügeln mitten in der Luft . Er vollführte seinen Flug über den Markt , und setzte das Volk in Verwunderung . Zum Unglücke brach das Eisen , womit er den einen Flügel regierte : hierauf konnte er der Schwere seines Körpers nicht das Gegen - gewichte halten ; er fiel auf die Kirche unserer lieben Frauen , und zerbrach einen Schenkel . Dieser wurde von den Wundärzten wieder zurechte gebracht . Hierauf wurde er nach Venedig berufen , die Mathematik zu lehren . Er ist an einer Krankheit , vor dem 40 Jahre gestorben Es ist nicht nöthig , zu sagen , warum man ihm den Zunamen Dada'uö gegeben / Ich zweifle nicht , daß er ein Anverwandter der andern Dantes von Peruse gewesen , derer ich gedacht habe , und ich wundere " mich , daß Oldoini , von welchem ich diesen Artikel habe , nicht ein Wort , weder von der Familie , noch von der Zeil dieses Dadalus saget .
a ) Aus des Oldoini Athen . Auguft . p . 16z . , 6y . b ) Aus dem Umstände von der Hochzeit des Bartholomäus von Alviana kann man wissen , daß er gegen das Ende des XV Jahrhunderts geblühet har .
( A ) Er bat Flügel verfertiget , die so richtig mir Oer Schwe - glauben : unterdessen ist es eine Sache , die an verschiedenen Orten aus -
re seines Körpers übereingekommen , ö«f ? er sicti derselben zum geübet worden , wie man saget . Siehe das lebte Tagcbuck der Gelebr -
Fliegen bedienet hat . lLr har viclmal einen Versuch damit ge - ten , vom 1678 Jahre , machr . ^ Ich glaube , es werden viele von meinen Lesen , nichts davon
Darius , der erste dieses Namens , König von Persien , war ein Sohn des Hystaspes « . Er ist einer von den sieben Herren gewesen , welche dieTyranney der Malier abgeschafft , und er ist es gewesen , der den falschen Smerdiö getödtet dat MA ) Damit ich die Sachen nicht wiederholen darf , die man in dem Wörterbuche des Moreri findet , so will ich nur saaen - das ? die Grabschrift dieses Königes von Perjlen einen sehr merkwürdigen Umstand enthält ( B ) . Darius hat mehr Frauen gehabt als ihm Moreri giebt ( C ) . Dieser Schriftsteller Hat die Kriegszüge dieses Prinzen sehr übel gezahler ( D ) . '
<0 Er ist Statthalter in Persien gewesen , tteroä . Libr . III . cgp . LXX . b~ ) Herod . Libr . III . cap . LXXVIII .
( A ) Er ist derjenige gewesen , der den falschen Smerdis ge - - tödtet hat . ^ Ich begreife nichts von demjenigen , was uns Moreri sa - get , daß der Anschlag , welchen sieben große Herren gemachr , den Smer - dis vom Throne zu stoßen , durch den Cambyses glück'lich ausge - führet worden , der kurz darauf gestorben ist . Denn I , ist es nicht Smerdis gewesen , der die Krone unrechtmäßig besessen . Smerdis , des Cyrus Sohn , war auf Befehl des Cambyfes , seines Bruders , hinge - richtet worden . Der unrechtmäßige Besitzer ist ein Magus gewesen , der sich für den SmerdiS , des Cyrus Sohn , ausgeqeben . Zum II , ha - den eben dieselben Herren , welche den Anschlag gemacht , diesen rechtmäßi - gen Besitzer vom Throne zu stoßen . denselben auch ausgeführt . Er hätte also nicht allen Ruhm der Ausführung einem Cambyses ben sollen . Dieses ist dem Moreri umso viel weniger zu vergeben , da er nicht gesaqet hat , ob sein erdichteter Camb^es einer von diesen Herren gewesen ist . Zum III ist kein einziger CambyfeS . weder bey dem An , schlage , die Mager zu verjagen , noch bey der Ausführung dieser Unter - nehmung gewesen . Endlich ist IV , kein einziger von denen , die ihn aus - geführet , kurz darauf und eher gestorben , ehe man zur Wahl eines neuen Monarchen geschritten .
( B ) Die Grabschrift dieses Roniges von persien enthalt ei - nen sehr merkwürdigen Ums ? anS . ] DarinS rühmet sich in seiner Grabschrift : daß er ein großer Trinker gewesen , Titulo res digna fe -
Euicri . yjf oi>OK T«« . Athen .
Ibr . X . cap . IX . p . m . 434 - Ick , habe viel Xttern trinken , und diese iüf ? wohl tragen können . Man kann nicht leugnen , daß na - türlich zu reden . dieses nicht eine gute Eigenschaft seyn sollte , deren sich Darius rühmet ; denn kurz , es ist eine Starke , eine Kraft , eine Wir - kung eines dauerhaften Temperaments : allein da dieses , außer diesem , eine Eigenschaft ist . welche fast jederzeit eine sittliche Unordnung nach sich zieht ; so sehe ich nicht , daß man mis dem Vermögen , viel zu trinken , mehr , als aus dem Vermögen , viel zu essen , machen könnte . Allein es ist gewiß , daß man , ich weis nicht , was für einen großen Ab - scheu gegen die großen Fresser hat . Demosthenes hatte vollkommen Recht , da er zn denen , welche dem Könige von Makedonien , Philip - pus , das Lob gegeben , daß er viel trinken könnte , ( n * a ( * ; * « .
v»'r«r«v , ftremuttn profefto compotatorem . Plut . in Demofth . pae . «sz . ) diejZ ist keine koniglicbe Eigenschaft , sondern die «Ligen - schaft eines Schwämme» . Ebend . Wie aber eine jede Nation ihren Geschmack hat , so har der Persianer ihrer darinnen bestanden . daß sie diejenigen hochgeschätzt , welche den Wein vertragen können . Der jun - qe Cyrus bat sich diese Eigenschaft al« eine Sache zugeeignet , die ihn des Zepters würdiger , al« seinen ältesten Bruder gemacht . Siehe oben den Artikel Cyrus .
( C ) i ? r hat mehr Frauen gehabt , als ihm Moreri giebt . Z . . Nach Herodots Meynung har er zwo Frauen gehabt , die Atosse und „ Aristo» ? . . . Dieses ists , waS Moreri saget : allein wenn er sich die Mühe genommen hätte , den Herodot durchzublättern , so hätte er . außer diesen zwoen , noch dren bis vier Frauen des Darius gefunden . Die ste Äemahlinn dieses Prinzen ist des Gobryas Tochter gewesen , er hat sie vor seiner Besteigung des Thrones geheirathet , und drei . Söhne von ihr gehabt , davon der älteste Artabarzaiies von der Erbfolge zum De - sten des Terxe« autgeschlossen worden . welcher der älteste aus der an - dern Ehe gewesen . Wie die Mutter des Terxes eine Tochter von dem CyruS gewesen , und er nach der Regierung seines Vaters gebohren wor - den war : so hat man ihm denArrabazane« vorgezogen , dessen Mutter keine Prinzeßinn gewesen , und welcher vor angetretener Regierung des Darius gebohren worden . Diese« ist t« , was man in den ersten Capi - teln des VII B . Herodots findet ; und dieses sind schon zwo Frauen des Darius : die Tochter des Gobrya« , deren Namen ich nicht weis , und Atossa . die Tochter des Cyrus und Mutter de« Xerxe« . Diese Tochter de« Cyrus war bereiul seines Bruder« Cambyse« , und dann des Magus
Gemahlinn gewesen , welcher die Krone unter dem falschen Namen des Smerdis unrechtmäßiger weise besessen . Ilerodvt . Libr . III . cap . LXXXVIII . Sie hatte eine Schwester , die noch Jungfer war , Na - mens Arristona , welche Darius auch geheirathet . Ebendas Ueberdieß hat er die Prinzeßinn Parmys , die Tochter des Smerdis , des Sohnes des Cyrus , und die Phädima , die Tochter des OcaneS , eines von denen sieben Herren , welche den falschen Smerdis umgebracht , geheirathet . Ebendas . Diese Phädima hatte den Cambyse« gehabt , und ist ein Theil von der Erbschaft gewesen , welche der falsche Smerdis an sich gezogen ; denn er harre nicht vergessen , sich aller Frauen des Cambyse« zu beniäch - tigen . Diese hat auf den Rath ihres VarerS , da sie bey diesem Tyraii - nen geschlafen , entdeckt , daß er keine Ohren hatte , welch's den Betrug völlig zu erkennen gegeben . Herodot . Libr . III . cap . LXVIII . LXIX . Darius hat noch die Phratagune . die einzige Tochter und völlige Erbinn des Atarnas . welcher des Darius Bruder gewesen , zur Gemahlin» qe - nommen . Ebendas VIIB . CCXXIV Cap . Dieses find , nach richtiger Rechnung , sechs Frauen dieses Monarchen , derer Herodot gedenket Man giebt ihm eine siebente , welche Pantaple geheißen , und dem schen SmerdiS zugehöret hatte . Hieronymus in cap . XI Danielis , apud Chriftianuui Matthiae , in Theatro quatuor Monarch , p . m . 207 .
( D ) Moreri hat die Rrieg« ; üge sehr übel gezahler . ] Die Critik , die ich gegenwärtig zu machen habe , ist nicht darauf gegründet , daß man gesager hat : es'habe Darius fünf ansehnliche Rrieginü - - ge gethan ; sondern darauf , daß man nach diesem Vorbringen nur " dreye bemerket hat , den nach Samos , den nach Babylon , und den nach Sey - thi«n . Diejenigen , welche die zween andern entdecken nnd herausbrin - gen wollten , müßten dasjenige für den vierten rechnen , was nur ein Ast öder ein Schwanz von dem dritten ist , und diesen Schwanz mir dem Feldzuge nach Marathon verbinden . Hierauf müßten sie . statt des fünften , die Züchtigung der ausgestandenen Aegyprer nehmen . Auf die - se Art würde man durch Enachung desjenigen . was ein Mensch sagen wollen , und nachdem man ihn aus dem Chaos einer höchst verwirrten Erzählung geholfen , zu der versprochenen Zahl gelangen , ich will sagen , zu den fünf KrK'gszügen ; allein zu gleicher Zeit würde man auch viele Schnitzer entdecken . Dieß sind die Worte de« Moreri : Darius gieng ausScythien zurück , und hinterließ seinen Feldherrn Ma - gabv ; es mir 80 tausend Mann . Europa ; u erobern . Sie ( die - je« Wort kann sich auf nichts beziehen . was vorhergegangen ist , ) ist durch die Niederlage der Perser , in der Schlacht bey thon , merkwürdig - - - sein Rriegsheer , welches aus mehr , als fünf Kundert rausi nd Mann bestanden , ist von ) w6lf send Athcnienscrn geschlagen worden . Daß Megabyzes mit einer Abtheilung ( alio kann man ein Lager von achtzig tausend Mann , in Ab - ficht auf das ganze Kriegsheer des Darius nennen . ) von dem Heere des Dariu« in Europa zurückgelassen worden ; dieß ist nichts ander« , als ein Schwanz von dem Kriegszuge nach Seychien . Die Kriegsverrich - tungen des Megabyzeö und die Schlacht bey Marathon , auf einen einzigen Kriegszug bringen wollen , heißt die Sachen gräulich ver - wirren . Es sind ganze zwanzig Jahre , - wischen dem Kriegszuge nach Sevthien und der Schlacht ben Marathon . In diese schenzeit pfleget inan den vierten Kriegszug des Dariu« zu setzen , ( siehe Theatr . Chrift . Matth , p . aoy . ) das ist der jonische Krieg , ( Moreri det nicht davon , ) bey welchem die Athenienser dem Rebellen Aristago - ra« beygestanden , und ihm geholfen haben , die Stadt Sardes zu ver . brennen . Und dieß ist geschehen . sich wegen der Beschimpfung zu rä - chen , daß Darius ein furchtbares Krisgsheer nach Griechenland hat - re übergehen lassen , welches in der Ebene bey Marathon war qeschla - gen worden . Dieses zählet man für den fünften Kriegszua des Danus . Den Aufstand der Aegvpter betreffendes ist er unter wahrenden Zurrt * stungen zu ihrer Bestrafung gestorben , tterod . Libr . VII . cap . IV . Cr hat also kein Kriegsvolt gegen sie gebrauchet . * >u Morer , versichert .
Dassouci

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