Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6533

256 Dantes .
„ einen durchdringenden Verstand , eine gründliche BeurtheilungSkraft , und eine große Erfahrung gehabt ; - - - der außer „ der Schultheologie , die er vollkommen verstanden , die GotteSgelahrtheit der Vater , und vornehmlich die Moral besessen , davon «er ein vortreffliches Werk verfertiget - so daß der Pabst zu der Unterhandlung mit den Maroniten , keinen
tem Mann finden können ; daß lhm zwar die Wissenschaft der morgenlandischen Sprachen gefehlt , er aber diesen Mangel , „ vermittelst der Dolmetscher , deren er sich bedienet , leicht ersetzt hatte c . „ Ich übergehe die andern Lobsprüche , die er ihm giebt ( C ) . Man würde unrecht thun , wenn man diese Lobeserhebungen für verdächtig halten , und deswegen zur Ursache an - geben wollte , daß diejenigen , welche ein Buch übersetzen , oder Auslegungen darüber machen , sich außerordentlich zum Vorcheiie des Verfassers einnehmen lassen , und bestandige Beschützer^ ja wohl gar Lobredner ihrer Meynungen abgeben ; denn man kann nicht sreyer mit einem Schriftsteller umgehen , als der P . Simon mit dem P . Dandini umgeaangen ist ( D ) : er radelt ihn , er widerleget ihn in den Anmerkungen , die er der Übersetzung von der Reise nach dem Berge Libanon beigefügt , bey taufenderley Vorfällen sehr stark . Dieß ist ein Buch , das dem P . Sotuel unbekannt gewesen . Es ist zu Eesene , 1656 , unter dem Titel : de Miflione Apoftolica al Patriarca e Maroniti del Monte Libano , gedruckt morden . Es enthält die Reisebeschreibung dieses Jesuiten zu den Maroniten und nach Jerusalem . Der P . Dandini hat die Philosophie zu Penise d , im 1596 Jahre « , lehrt , als er vom Clemens dem VIII» zur Nuntiatur des Berges Libanon erwählet worden . ^ Er gieng den 14 des HeumonarS , 596 zu Venedig zu Schiffe , und kam im Monate August des folgenden Jahres nach Rom zurück . Er reifere von da kurz darauf weg , um das Amt eines Provincials in Pohlen zu verwalten . Die französische Übersetzung von seiner Reife , die der P . Simon gemachet hat , ist 1 , 675 iU Paris gedruckt , und 1685 im Haag wieder gedruckt worden . Die Reise nach Jerusalem findet sich nicht darinnen ( E ) .
a ) Man bekriegt sich in dem Leipziger Tagebuch vom >«8 ? auf der 284 Seite , wenn man saget , daß der Verfasser diese« Buch Z« ris herausgegeben hat . b ) Alegambe und Sotuel . c ) Simon , in der Vorrede zu der Reise nach dem Berge Libanon , welche er aus dem Italienischen dieses Jesuiten übersetzet hat . d ) Siehe die Relation . - ) Die holländische Ausgabe setzet übel 1599 .
( A ) CSc hat die Gottesgelabrcheit * u Padua gelebtet . ] Ich „ Bullen der Pabste gerichtet , welche gleichwohl den besten Theil seiner habe mir nicht aerrauet . zu sagen , daß er der erste Jesuit gewesen , der „ Verhaltungsbesehle ausgemacht ; weil er urlheilte , daß sie Hey denen diese Wisseisschaft in Padua gelehret hat : und gleichwohl wäre dieses „ Sachen , worauf es ankam , nicht unfehlbar seyn wurden . Alleine ? die beste Parte» , gewesen , die ein Uebersetzer hätte nehmen können , wenn „ hat den Patriarchen , und die vornehmsten Maroniten , mit vieler ( Äe - diejenigen , welche im Latein schreiben , sich ein so strenges Gesetze vor - „ düld angehört , welche sich über einige Jesuiten beklaget , die ihm iu schrieben , als unserer französischen Sprachlehrer ihres ist : allein die große „ eben derselben Bedienung vorgegangen gewesen ; und alle diese Vor - Freyheit . die man sich bcy dem Lateine gefallen läßt , die Zweydeutigkei - „ sichtigkeiten sind überzeugende Beweise seiner weisen Aufführung . Es ten nicht zu vermeiden , machet , daß ein Uebersetzer , der sich an den na - „ scheint auch , daß er kein ander Augenmerk gehabt , als den wahrhasten türlichsten und richtigsten Sinn hält , zuweilen von der Wahrheit ab - „ Glauben den Maroniten zu entdecken . Gleichwohl haben alle Schach weicht . Dem sey wie ihm wolle , hier sind die Worte des Alegambe , „ sinnigkeit seines Geistes , und alle Kräfte seiner Klugheit , nicht ver - in Biblioth . Script . Societ . lelu , auf der >8 - S . Hanc ( Pbilofäpbiam ) „ hindern können , daß er sich hintergehen lassen ; wie man in den An - «da , Ii profcfliis eft priirnis e Noftris Lutetiae Parifiorum ; Thcolo - „ Merklingen sehen wird , die ich meiner Übersetzung beygefüget habe . , ,
tiam vero Patau» . Der P . Sotuel hat nichts darinnen geändert .
Nein Leser mag dabey thun . was ihm beliebt ; es sey ihm erlaubet , die - ( v ) Man kann nicht freyer mit einem Schriftstellerumgehen ,
selben zu verstehen , als ob vor dem P . Dandini kein einziger Jesuit über als der p . Simon mir dem P . Danöini umgegangen ist . ] Die letz -
die GvtteSgelahrtheit zu Padua gelesen hatte . ten Werte der vorhergehenden Anführung geben es zu erkennen . Wir
( B ) Er ist sehr alt gestorben . ] Der P . Alegambe am angezo - wlÄen stm Urche . l hören , das er von der Schreibart dieses Jesuit«' ge - genen Orre . hat ihm achtzig Jahre gegeben . Obiic dcnu . m Forlimi ^ " er hat : Seine Schreibart , sagctn ebenda , elb , t , , st manchmal vÄvLcnariui die - 9 Nouembris anno falutis >634 . Der P . Sotuel so nachlaßig , und solchergesialt mit uberflußtgen U ? orten , luv hat nichts in diesen Worten geändert ; gleichwohl hätte er sie nicht in " unen 25eyrvortern und Vergroßernngen angefullet , daß ich dem Stande lassen sollen , darinnen er sie gefunden hat ; denn hier ist ^^ " ^'gen , seinen dasjenige , was er dem Texte seines Vorgängers beygefüget hat : ( loopta - ^ ? I ^ XEorte zu geben , ok ich gleich außer dicsem fast tu» in focietatem annoSurf , . 569 aetatis - 8 vo ? a quatuor folenfnia - »m m . t nunnivanit 8otueI äe 8criot 8ociet Iefii pae - ? i8 . hierauf zu sa - m . nrcrer oierlichteit ; u schreiben , bin ich öfters genotbiget ge^ gen . daß er den 29 des Wintermonars 1634 , >n einem Alter ven achtzig jö ? een oöct : öce ? Pmoöen' fiua emem ö0n st'nen 5« Jahren gestorben , das schicket sich nicht für einen Geschichtschreiber , der
einige Aufmerksamkeit hat . ( E ) Die Reise nach Jerusalem findet sich nicht darinnen . ]
( C ) Ick ubergebe die andern Äobfprfiche , die ihm der p . Die Ursache , welche der Uebersetzer davon giebt . ist , weil rvir bereits Simon giebt . ] „ Der P . Dandini , saget er in der Vorrede der über - eine große Anzahl von dergleichen Reisebeschreibungen hätten , „ setzten Reüe nach dem Berge Libanon , hat sich bemühet , alle Verur - so habe er es für erlaubt gehalten , mit dieser zurück zu bleiben , „ theile abzulegen , die er benjeniaen zueignet , die vor ihm auf dem Der - weil sie fast nichts enthielte , rvas nicht bereits von andern Rei« „ ge Libanon gewesen sind . Er hat sich nicht ausdrücklich nach den senden angemerket rvorden rvare .
einer von den ersten Poeten Italiens , war den 27 May " 1265 h zu Florenz gebohre» . Er war aus einem guten Hause ( A ) , und wurde mir großer Sorgfalt zu den schonen Wissenschaften erzogen - . Er hat unter andern Meistern den berühmten Brunetti gehabt d , welcher einer von den geschicktesten Mannern derselben Zeit gewesen . Er gab seine Nei - gung gar bald zu erkennen , welche die Natur gegen die Dichtkunst in ihn geleget hatte f ; und wie er verliebt wurde , so bald als es sein Alter zuließ ( B ) , so hat er in seiner Jugend viel Verse gemacht . Es waren verliebte Verse , denen er die ersten Früchte
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zu seiner Muttersprache wendete , weil er in der roskanischen Poesie vortrefflich geivesen s . Er würde noch glücklicher gewesen seyn , wenn er sich in nichts anders gemenget hatte ; denn da er Ehrgeiz gehabt , und auch zu den schönsten Bedienungen der Re - publik gelanget war . sc> wurde er von dem Verfalle der Partey zu Boden gedruckt , die er ergriffen hatte . Die Stadt Florenz , welche sich in zwo Parreyen getheilt hatte , davon die eine die Weissen , die andre die Schwarzen genennet wurde , fand sich in
nen so unruhigen Stand versetzt , daß der Pabst Bonifatius der Vill , im 1301 Jahre Carln von Valois dahin schickte h urn daselbst die Ruhe wieder herzustellen . Man fand kein besser Mittel die Stadt zu beruhigen , als die Partey der Weißen daraus
ddk . .
mit dem Schaden feines Vaterlandeözu rächen , und es bat nicht an ihm gelegen , daß dasselbe " nicht einem blutigen Krieaeaus^ gefetzt worden ( D ) . Allein seine Bestrebungen , daselbst wieder hergestellt zu seyn , sind unnützlich gewesen : er hat niemale wieder dahin kommen können ; er ist im Heumonate 1321 in seinem Elende gestorben . Er hatte die Kräfte , kurz vor seinem Ab - sterben , seine Grabschrift in lateinischen Versen aufzusetzen ( E ) . Wir wollen uns erinnern , daß er sich unter währender seiner Verbannung steißig auf das Studieren gelegt , und Bücher verfertiget , worinnen er^mehr Feuex und Starke einfließen lassen , als geschehen seyn würde , wenn er «ms ruhigem Zustandes genossen hatte ( 5 ) . Man glaubet , daß der Haß wider sein Va - rerland , seiner Feder und seinem Geiste neue Kraft geaeben . Es zweifeln einige ein wenig daran , wenn man versichert , daß er zu Paris studiert , als er sich verbannt gesehen * . Das wichtigste von seinen Werken ist das Gedichte , welches man die Co - mödie von der Hölle , den , Fegefeuer und dem Paradiese nennet . Es hat einigen Auslegern zum Terte gedienet ( G ) , und vew schiedenen Kunstrichtern eine Materie zum Kriege dargebothen ( H ) . Es enthält gewisse Dinge , welche den Freunden der Päbste nicht gefallen , und welche zu bedeuten scheinen , daß Rom der Sitz des Widerchrists ist 1 . Ein ander Buch des Dantes , hat dem römischen Hofe sehr missallen , und ihn zum Ketzer gemacht ( I ) . * Wir müssen nicht vergessen , daß dieser große Dichter , vornehme Gönner in seiner Widerwärtigkeit gestanden , daß er aber ihre Zuneigung nicht allezeit zu halten gewußt ( K ) ; denn ob er gleich ziemlich verschwiegen gewesen , so hat er doch seiner Zunge bey einigen Vorfallen allzu - viele Freyheit gegeben Er hat keine Kinder hinterlassen " . Man erzählet eine seltsame Sache von seiner Aufmerksamkeit beym Leftn ( L ) .
a ) Rcusncr . in Diario , pag . z , . » ) Volaterranus , Cornracntar . Vrbanor . Libr . XXI . pag . m . 770 . c ) Ebendaselbst , d ) Michael Pocciant . de Scriptor . Florentinis , pag . 33 . et44 . sixhx die Anmerkung ( l^ ) . e ) Volaterranus , Conrnientar . Libr . XXI . p . 771 . f ) pa . pyr . MaiTo , Elogior . Tom . II . pag . s« . g ) Ebendaselbst , h ) Der Bruder Philipvs d«6 schöne^ Königes von Frankreich . / ) 'In dem
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