Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6524

Danae . Dandini .
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ohne Ironie , so ist dieses ein Zeitgnifi einet großen Reinigkeit , wenn man «ucd von lvorren beleidiget rvird , die einige Un - kcufchheit vorjkellcn , ob Siefi gleich nur geschieht , sie 5» chen . t Und der Pabst ist nicht der einzige Hervest» , der sich dar - an geärgert , sondern diese Freiheit misfällt durchgängig allen ehrlichen Leuten : denn dergleichen Unflarhereyen können nicht gerührt werden , daß sie nichts einen Übeln Gestank hinter sich lasten sollten . Gleichwohl wäre die Hifi des ? abstes loblich gewesen , die Strafbaren ? u züchtigen , und die ^ewegringsur - jachen dieser Abscheulichkeiten ; u unterdrücken : wie wir aber manchmal unsere Xverke unbedachtsam lieben , ( in Peter Dami - ons Briefe an die Cardinäle Stephan und Hildebrand , ) so bat perer Damian nickt erdulden können , daß man diese Frucht seine» Gei , stes unterdrückte , welche er , wie er säget , mit einer ungemeinen Arbeit zur XDdt gebracht ; und dieserwegen reder er parre / i ch davon . Jedoch nachdem er sich Sie Freyheit genommen wider den Pabst 5» reden , so bessert er sich zu Ende seines Briefes , er bekennet , daß eine stolze Einbildung bey seiner Sache ist , daß er über die Schnure gehauen , w»d daß der - Hochmuth seiner kippen eine Züchtigung verdiene .
( C ) - - - . Dieses Buch ist erhalten worden . Der Urhe - ber der rechtmäßigen Vorurrbeile wider das pabstthum wür - de Mühe haben , seinem Runstrichter deswegen zu antwortend Hier sind die Worte des Urhebers der Vorurtheile , I Band 319 Seite : Von dem Cardinale Baronius wissen wir , daß Peter Damian , zur selbigen Zeit Cardinal der römischen Rirche , ein Buch , Gomorrliaenz ben'telr , geschrieben , und an / Leo den XI gerichtet hat , in welchem Werke er die Sitten der Seit , und insonderheit der Clerisey beschreibt ; und man kann aus dem Titel errathen , was es : Sodom und Gomorrha kommen mit in die Be , fchreibung dieser Abscheulichkeiten . Baronius s ? ger , außer de - neu Sünden der Simonie , sind in dem Weinberge des Herrn Dornen und solche Disteln gewachsen , welche auf eine schändliche Art aus dem Gestanke des Fleisches , durch den Mist des Verderbnisses hervorsprossm . Denn alles Fleisch hat seinen Weg verderbet , so daß eine Sündfluch nicht zureichend zu feyn scheint , diese Unfläthereyen abzuwaschen . Diese ab - fcheuliche Sünden erfordern das Feuer von Gomorrha , welches das Land der fünf Städte verzehret hat . Dieserwegen hat sich auch Peter Da - mian , damaliger Einsiedler des Berges Avellan , in Umbrien , den gehaltendem neue 1 Pabste alle diese Dinge zu melden , indem er ein Buch geschrieben , welches er Gotnorrhacus betitelt hat , in welchem er , auf die ehrbarste Art , wie es möglich gewesen , die vier Gattungen der Fleischessünden vorgestellt , womit die Kirche bedecket ist ; mit der Bit - re , baß er diese schandbaren Menschen , mir dem Schwerdte desPinehas , durchstoßen , und der Kirche ihre Reinigkeit wiedergeben solle . Dieses Nebel hat schon hundert irnd fünfzig Jahre gedauert , nämlich vom Anfange des zehnten Jahrbunderrs , bis zur Mitten de» cilfren : wenn auch weiter nichts als dieses wäre , wäre denn dieses nicht ein mächnges Vorurrheil wider die lateinische Rir - che und das pabstrhum i XDavc es möglich , daß es Gott zu - gegeben hätte , daß die wahre Rirche , ohne daß sie aufhöret , die Braut Jesu Christi zu \eyn , ein Gomorrha und ein Sodom wird , in die abscheulichsten vier Lleischessünden gestürmt wor , den , und in dieser Sündfluth be^nabe zweihundert Jahre ge , blieben wäre i Dieser Prediger harte bereits in einem andern Buche gesaget : „ Wir wollen zum Beyspiele einen Peter Damian anführen , „ welcher im XI Jahrhunderte ein Buch , Gomorrkaeus betitelt , gemacht „ hat , worinncn er sich angelegen feyn läßt , die damalige Clerisey der - „ jenigen abscheulichen Sünde zu überführen , weswegen Sodoma ver - „ brannt worden . Das Buch ist verlohren gegangen : allein wir haben „ die Denkmaler davon , in den Jahrbüchern ihres großen Baronius , „ welcher aufs 104 . ) Jahr . Num . 10 saget , daß dieser Peter Damian in „ diesem Buche , Quadripertita vitia carnis , quibus Ecelefia obruere - „ tnr , vt dccuit quam potuit honefte infimialle , die vier Fleischessün , „ den , damit die Kirche gedrückt worden , auf daS ehrbaste , als er ge - „ könnt , vorgetragen habe . „ Jurieii , Apologie pour les Refonnat . Tom . I . ch . IX . p . 152 .
Wir wollen eine Beurtheilung sehen , welche so wohl den BaroniuS , als den Jurieu trifft : denn der Abt Richard giebt vor , daß Peter Damian von diesen Unordnungen nicht als von einem Uebel geredet , das die Kirche überschwemmet gehabt , sondern als von der Verderbniß einiger Privatpersonen . Dasjenige ist sehr wohl zu merken , daß dieser Abt , anstatt daß er auf den Jurieu losziehen sollte , ihn so gut , als er kann . entschuldiget . Jurieu , saget er , Examen des Prejugez de Mr . Jurieu , chap . XXVIII , pag . - zS . bekennet treuherzig , daß er dieses XPerk niemals gelesen - - * Man darf sich also nicht ver - wundern , daß er in dem Begriffe gefehlt , den er sich von einem wecke gemacht , das er niemals gesehen hat , und welches er für vsrlohren Hälr . LNan darf sich nichr verwundern , daß , da er nur nach dem Titel , und demienigen davon gcurtheilt , was xom»« überhaupt davon erzählet , wie er sich eingebildet hat , u . s w . Nach diesem zeiqet man ihm , > , daß dieses Buch keineswe - ges verlohren ist ; daß e» die Sitten der Zeit und der Cleri -
fey überhaupt nicht abgehandelt , und daß es sie lateinische Rir» che , als kein Sodom und Gomorrha vorstellet ; 5 dast es nach dem Zeugnisse desselben Peter Damians , zur damaliqen Zeit , verschiedene große Männer gegeben . Ich will die Beweise des dritten Punets nicht ansül , ren . ich will mich begnügen , diejenigen zum Theile abjuschreiben , welche die zween ersten anqehen . Dieß sind die Worte des Abts Richard , auf der 23^ und 240 S . „ Was das erste „ betrifft , so ist es so wenig wahr , daß dieses Buch verlohren wäre daß ich es „ unter meinen Buchern habe , und daß es mit den andern Werken die - , . fts Heiligen zu Anfange des ikigen Jahrhunderts gedruckt worden . „ Derjenige , der sich die Müh ? genommen hat , dieselben herauszugeben , „ hat sie auch dem Pabste , Pauluö dem V , zugeschrieben , der ihm ein „ Privilegium über diese Ausgabe im 1606 J - chre ertheilet hat . Wenn „ ^urieu bey Untersuchung der Wahrheit , des von ihm vorgebrachten „ BeweijeS , aufmerk'amcr gewesen wäre , und denselben in der Quelle „ nachgesehen ; und wenn er sich die Mühe genommen hätte , da« Buch . . zu suchen , woraus er gezogen ist : so würden ihm die Buchhändler zu „ Paris so viel Exemplarien geschafft haben , als er nur hätte haben wol . „ len . und sie würden ihm berichtet hnben , daß Peter Damians Gouior - „ rhacus nichts weniger als verlohren , sondern kaum vor zwanzig Iah - „ ren mit allen andern Werken dieses Cardinals , vielmehr von neuem „ gedruckt worden wäre . Zum andern , wenn Jurieu sorgfältiger sen wäre , die Wahrheit seines Vorgebens in der Quelle zu suchen : „ und wenn er das Buch gelesen hätte , welches Peter Damians Gornor - „ rhaeus betitelt hat ; so würde er gefunden haben , daß dieser Cardinal „ sich keineswegs angelegen senn lassen , die damalige Clerisey der abscheuli - „ gen Sunde zu überfi'bren , welche der Stadt Gomorrha das Feuer vom „ Himmel zugezogen hat ; und daß er darinnen weder die Sitten der „ Zeit , noch der Clerisey überhaupt beschreibt , und daß es endlich nichr „ wahr ist , daß er die lateinische Kirche als ein Gomorrha , und als ein „ Sodom vorstellet . Denn er würde darinnen gefunden haben , daß Pe - „ ter Damian in diesem Buche dem Pabste , Leo dcm IX , die Unreinig - „ keilen vorstellet , welche gewisse Geistliche» in seinen Quartieren began« „ gen haben , das heißt , um den Berg Apennin , wohin er sich begeben „ hatte , und wo er mit seinen Einsiedlern gelebt . Ein gewisses mu „ fettlidbes und abscheuliches Laster hat sich in unscrn ( Quartic« „ ren ausgebreitet , jaget cr zu diesem Pabste , indem er i' . m dasjenige „ zu erkennen giedc , was ihn zur Verfertigung dieser Schrift verbunden , „ in dessen ganzer Folge man nicht findet , daß cr diese Unordnung un» «dieses Verderbniß weiter ausdehnet . Kann man vernünftiger weise „ stgen , daß ein Laster , welches sich unter den Geistlichen , um den Berg „ Apennin eingeschlichen hac , das Laster der ganzen Zeit , und der ganze» „ Clerssey fei ) ' . ' Und kann nun mir einiger Gerechtigkeit die ganze lareini , „ sche Kirche einer Sünde beschuldigen , worein einige Geistliche einer be - „ sondern Landschaft gefallen sind ? Mit was für Walirheir . und mir „ was für Billigkeit hat also Jurieu sagen können , es habe sich Peter „ Damian angelegen seyn lassen , in seinem Gomorrhiamis , < dieß ist nicht der Titel , den Herr Jurieu bemerket hat ; wir haben in dieser An» merkung ( L ) ein Beyspiel seiner Nachläßigkeit , davon ich in derAn» merkung ( B ) , des Artikels Demetrius reden werde . ) „ . die dam«« „ lige Clerisey der allcrabscheulichsten unter allen Sunden zu überzeugen , „ darinnen die Sitten der Zeit und der Clerisey zu beschreiben . und die „ lateinische Kirche als ein Sodom und Gomorrha vorzustellen ; wenn „ er gewußt hätte , daß Perer Damian in diesem ganzen Buche dem . . Pabste weiter nichts , als die Unrein : gkeiten gewisser Geistlichen , von „ einer bejondern Landschaft , vorgeleget hätte ? Jurieu hat also nebst dem „ Baronius das Zeugniß dieses Buches , welches nichts von demjenigen „ saget , was er ihn sagen laßt , aus keiner andern Ilrsachevorgebracht , als , . weil er es niemals gelesen , und dieses Werk für verlohren gehalten hat . , . Hieraus wollen wir lernen , wie sehr ein Schriftsteller zu beklagen ist , dessen Buchervorrath nicht mit allen Arten von Bücbern versehen ist ; und wie sehr er zu tadeln ist , wenn er diesem ungeachtet kühne vorgiebt , daß diese und jene Bücher nicht mehr vorhanden sind . Wir wollen ler - neu , mit was für Behutsamkeit man von einem Werke reden muß , wenn man dasselbe nicht weiter , als aus dem Berichte andrer kennet Wer hätte geglaubet , daß Baronius ein Mann gewesen , der die Prvtestan - ten wegen des Begriffs von dem Gomorrhaeus Peter Damians hätte bekriegen sotten ! daß cr . sage ich , zum Nachtheile seiner Gemeinschaft bekriegen sollen ? Allein . wird man ftagen , ist dieses nun ein gender Beweis von dem Jrrthunie des Baronius . wenn man saaet daß der Abt Richard das Gegemheil behauptet ? Nein , diese« ist nur ein starkes Vornrtheil , und welches einem guten Beweise nahe kommt seir vem man gesehen , daß sich der Urheber der Vorurtheile nicht hat ange - legen seyn lassen , dasjenige zu behanpten , , vae cr vorgegeben hat Man urtheiler , daß er eine solche Beschimpfung nicht so leicht verdauet haben würde , wenn er vermögend gewesen wäre , seine Scbukschrift zu machen . Sieht man nicht bey allem diesem , daß der Abt Richard die Quelle an - zeigt ? Er bemerket eine Ausgabe von den Werken Peter Damians , die im >66 ; Jahre zu Paris gemächt worden . Wenn es jemand nicht glau - ben will , so darf cr nur die Schrift lesen , davon hier die Rede ist . Di» Pin redet kurz davon , und beobachtet , daß dieses das Vir von den chen Perer Damians , im III Bande seiner Werke ist . VuPin Biblioth . des Auteurs Ecclefiaft . du XI Siede , p . m . 94 .
AülM , eine Tochter der Leontium . Siehe die Anmerkung ( D ) , bey dem Artikel Leontium .
rovincial in Pohlen
T h' •£ Nmländischm gewesen . Clemens der VIII , schickte jm zu den Maromten auf demBera Libanon . Er ist sehr ! S ? rZ Ärli den 29 des Wintermonats 1654 gestorben . SKan hat^u^ariS m' 16x13ah« fdncAuslegung über die vrey T / . & rtf * leS toon der Seele , in Folio , gedruckt , und nach feinem Tode hat man seine Sittenlehre das Licht sehen , ? ÄT ÄßSftScÄ , melier im , 6 ? r Jahre , unter demTitel , Eth . ca Arn , hoc esi de Vitmibm et Vit ! » . zuCefene Iasicn . Dieß ist etn was die Bibliotheken der Jesuiten von , hm sagen V ? an wird sie nicht beschuldigen , daß
gedruckt worden . . daß sie allziis hr gesucht haben , ihn von den guten Seiten zu zeigen , wenn man dasjenige
sie ihrem Mitbruder qeschm . ch^ saqot , daß Dandini auo einer adelichenFanulie m Iralim gewestn , dat'on
noch heu^geoTage ? Graftn g , ebr . die diesen Nan^n fuhren , und inCestne wohnen ; daß er ein Mann gewesen , . . der

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