Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6517

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Damian .
tin Copronymus , der ihn gehaßt , hat ihn Manser geheißen , das istBa - starb . Ebend . ttoplotkeca , p . 5Z . Man könnte Mansur oder Mauser mit Mesue vermengt und sich eingebildet haben , daß Johann Mansur von Damascus eben der Johann Mesue gleichfalls von Damascus ist ; und daß , weil dieser letztere ein Arzt ist , der andere es nothwendiger weise auch seyn müsse . Allein man würde sich gleich von diesem Fehler befteyet haben , wenn man sich erinnert hätte , daß Johann Damaste - nus im VIII Jahrhunderte gelebet , Mesue aber nach dem , 140 Jahre . Wilhelm du Val , in Hiftoria Monogramnia S . S , Medicoram , apud Th . Raynaud , de nialis ac bonis Libris , p . izF . ist dem Irrthume des Bzovius gefolget , wie Bzovius darinnen einiqen andern Schrift - stellern gefolget ist . Man gebe auf dasjenige wohl Achtung , was Ges - ner saget ; denn nachdem er von einem Johann Damascenüs , einem Mönche und Priester , dem Urheber der vier Bücher vom wahren Glauben geredet , so führet er eine Stelle des Symphorian Champier an , welche enthält , daß dieser ein gelehrter Arzt gewesen : vir fuit in Medicinis dodhis , und daß er wegen seiner Wissenschast und Reinig - keit des Lebens zum Obersten eines Klosters in Constantinopel erwählet worden . Hierauf redet GeSner von einem Johann Damascenüs mit dem Zunamen Mansur , welcher , unter andern Werken , verschiedene Begleichungen über die heil . Schrift gemacht . Er widerleget diejeni - gen , welche diesem Johann Damascenüs für den Mesue nehmen , oder glauben , daß diese zwo Personen zu einer Zeit gelebet haben ; er wider - leget sie , sage ich , durch einen chronologischen Grund : dieser ist , saget er , daß Mesue etliche Jahrhunderte jünger , als der andere ist , da er unter dem Friedrich Rothbarth , »6z gelebet hat . Er giebt die Titel von den Büchern des Johann Mesue , und saget : daß sie vor nicht allzulanger Zeit zu Basel , unter dem Namen des JanuS Damascenüs , ans der Presse gekommen . Endlich redet er von einem Johann Damascenüs , dem Urheber der Bücher von dem wahren Glauben und den chungen . Jedermann sieht , daß diese« die Schriftsteller erstaunlich ver - mengen und vervielfältigen heißt . Tiraqnel hat sich ein weniq verwi - ( feit ; denn er setzet , in Oper ? de Nöbilitate , apud Theopn . Ray . naud . Hoploth . p . 53 . einen Johann Damascenüs Mansur in das Ver -
zeichniß der edlen Aertzte . Das letzte Wort , Mansur , ist der Beweis seines Jrrchums ; weil es verhindert , daß man nicht sagen kann : er ha - be bloß von dem Johann Mesue reden wollen , dessen medicinische Werke zu Basel , unter dem Namen des Janus Damascenüs , gedruckt worden .
( F ) Er bat unter vcn Griechen angefangen , eine ttlaterie nach der fcbolaffifcbcn L . ehrarr abMhandeln . ) Arnauld beobach - tet , daß der heil . Johann von Damascus gleichsam der heil . Thomas der Griechen gewesen , und daß sie ihre Meynung mehr nach ihm , als nach einem einzigen andern Vater , gerichtet haben . Arnauld , Perpe' - tuite defendue , Tom . I . Livre IL chap . VI . p . 229 . brüßler be , in i2 . Es ist so gewiß , füqer er dazu , daß der heil . Johann von Damaste beständig vie Regel ihrer L . ehrc vom Nachtmahle gewesen , dasitLuchfmins die Lehre ver griechischen Rieche über dieses Gebeimniß , wider dieRenerev der paulicianer , len , nur eine berühmte Stelle des heil . Gregorius von Nystä , in siiner Catechcsis , und einenOtt des beil . Damascus anfuhrer , worinnen dieser Irrrhum der Stercoranisten formlich verwor - fen rvird . Claude giebt in der Antwort an den Arnauld ihm diesen Grundsatz zu : es ift gewiß , saget er , Rcponfe ä la Perpetuite due , Livr . II . chap . XIII . pag . m . 497 . daß man bis auf den Io - Hann Damascenüs zurück gehen muß , wenn man von der XXUy» nung der ncucrn Griechen wohl urtheilen will . Er erkläret ei - - «ige Seiren darauf , nämlich auf d>r u . f . die Meynung dieses Schriftstellers : sie kömmt in keinemStücke mit der Neformirten ihrer über - ein , und außer diesem laßt sie die wesentliche Verwandlung nicht zu . ES ist ein unbegreiflicher Mischmasch , und dieses wird das ewige Schicksal derer seyn , ivelche die Geheimnisse auf eine allzuumständliche Art aus - legen wollen . Das sicherste ist , sich an dieallerallgemeinsten Ausdrücke zuhalten . E« giebt Dinge , bey welchen die Erklärung zu nichts , als zur Vermehrung der Dunkelheiten dienet : die allergrößten Gottcsae - lehrten verdienen , daß man ihnen , in Ansehung der Hoheit gewisser Lehren , zurufe : ne futor vltra crcpidatn !
Damian , ( Pctcr ) Cardinalbisctws zu Ostia , hat im Xl Jahrhunderte gebsühet . Er war einBenedittiner gewesen , und man glaubet , daß er die Einsamkeit den Würden der Kirche beständig vorgewogen haben würde , wenn man ihn nicht gleichsam ge - zwungen hätte , dieselben anzunehmen . Er verdammte die Freyheir öffentlich , welche sich die Päbste nahmen , sich den Unter - nehinungen der Kaiser durch weltliche Waffen zu widersetzen ( A ) . Er hat die entsetzlichen iaster seiner Zeit in verschiedenen von seinen Werken heftig beschrieben . Man führet gemeiniglich dasjenige an , welches er Gomorrhacus betitelt hat . Die Neli - aionsstreiter reden viel davon ( B ) . Der Pabst , Alexander der II , hat es unterdrückt ; allein nichts destoweniger ist es erhal - ten worden Der Urheber der rechtmäßigen Vorurtheile wider das Pabstthum , würde Mühe haben , seinem Kunstrichter des - wegen zu antworten ( C ) . Es erhellet aus einem Briefe Peter Damians b , daß es Geistliche gegeben , welche gelehret , daß die Priester verehlichet seyn könnten . Man muß ihn wegen des großen Eifers loben , den er für die Wiederherstellung einer guten Zucht bezeiget hat , welche zum Schlagbaume wider die Unordnungen dienen können , worinnen sich die Mönche und Clerisey berumwälzen ; allein die Leichtgläubigkeit , mit welcher er viele Beyspiele , von Erscheinungen der Bischöfe , oder anderer nen zusammengetragen , die zur Höllenpein , oder zu den Mattern des Fegefeuers , verdammet worden c , verdienet keine Ent - - ' zjqung . Er hat eine große Ehrerbiethung gegen die Jungfrau Maria gehabt . Man findet sein Vaterland , die Zeit seines ' i seines Lebens , m dem Wörrerbuche des Moreri»
Kdes und etliche andere Umstände
d ) Siehe die Anmerkung ( C ) . 4 ) Es ist der XIII Br . des V B .
c ) Siehe das XIX und XX von seinen Werkchen .
( A ) Er verdammte die Frcvhcit , welche sich die pabste nah - men , sich durch weltliche Waffen den Unternehmungen der Rai , sir zu widersenen . ^ Seine Rede ist in diesem Stücke sehr reckrgläu - big , und er bestätige ! sie durch die Hebung der ersten Kirche . Coefte - teau , Reponfe au Myftere d'iniquite , p . 667 . „ Er behauptet , daß . die Aemter des Kaisers und des Pabstes unterschi^dei , sind , und daß ' hj , dasjenige nicht berühren sollen , was in das Amt der Pabst ? " läuft und die Pabste noch vielweniger dasjenige , was den Kaisern " aufgetragen ist , als mit Waffen umzugehen , Krieg zu führen , u . s . w . " «» - den also , saget er , wie der Sohn Gottes alle hindern , sie von ' . verweltlichen Gewalt überstiegen / nicht durch die Strenge „ der Rache , sondern durch die lebendige Majestät einer luv „ überwindlichen Geduld : also hat er gelchrer , die wurk der „ ¥t>clt vielmehr standhaft zu ertragen , als die Waffen zu er / „ greifen , diejenigen zu beleidigen , die uns beleidigen ; angesehen „ vornehmlich unter der königlichen wurde und dem priester - „ thume , ein solcher Unterschied der Beleidigungen ist , daß es „ dem Könige zukommt , die Waffen dieser Welr zu gebrauchen , „ dem Vberpriesier aber , sich mir dem Scbwcrdre des Geistes «t gürten , welches das Wort Gottes ist u . s . w . - - - - jlcfen wir : daß der heil . Gregorius dieses jemals gerhan oder " aeschrieben har ; er , Ver so viele Gewalrrbaren von den JLort - ' aobardcn erlitten hat i Und hat der heil . Ambrosius diewaf - " fen wider die Arrianer ergriffen , welche seine Rirche so grau - verstörten und marterten 1 Sinket man , daß ein einziger von ' . den heil . Pabsten die Waffen gerragen hattet Die geistlichen & aX , en müssen durch die Geseke der Gerechtigkeit , oder die " AiÄdrüche einer Versammlung von Bischöfen , entschieden , 'werden ; damit man nicht beföhlen darf , daß dasjenige , was «vor dem Richrerstuhle der Richter , oder , n emer lung der Prälaten geschehen soll , nicht zu unserer Schande , „ durch ein kriegerisches Gefechte vollendet werde . „ Was kann man vernünftigere sehen ? Und gleichwohl saget Baromus nicht ver - deckt , daß dich Lehre Peter Damians ein Znthum^und so gar ein Aus - schößling einer Lehre Julians des Abtrünnigen sey . w , r können und len ibn also nicht entschuldigen , saget er , Saß er nicht , n einen " «rrrbum gefallen wäre , den Sie Rirche verdammet har . X7ach 5em Terrullian , ist Julian der Abtrünnige für den eigenrl , , chen Urheber einesIrrthums erkannt worden , davon VerSei - niqe ein Senkreis gewesen . Ebendas . 669 S . Er führet den Baro - nius aufs 105 ) Zahr an . Hier sind die Worte dieses Cardinals : Lr . rare lapfus conuincitur Petrus , quem communi totius Ecclefiae Ca - tholicae confenfu conftat esse damnatum . Poft Tertullianum Iulia - nus Apoftata fuifle conuincitur , originarius fator erroris , ex quo ifte nofeitur propagatus . Das ist erbärmlich ; weil dieser abtrünnige Prinz nichts anders gerhan , als daß er die Christen zu den sten Grundsätzen zurückgerufen , die ihnen ihr Meister hinterlassen .
( B ) Tr bat eines von siinen Werken Gomorrhaeus betitelt . JDic Religionsstreiter reden viel davon . ^ „ Die Sodomiterey setzet „ durch diese Geseke des ehlosen Standes so festen Fuß bey der römi - „ scheu Clerisey , daß Peter Damian , der sich damals in seiner Einsiedle - - „ rey c . ufk>ielr , sich gezwungen gesehen , ein Buch davon zu machen , Go - „ mon - haeus betitelt , worinneli er alle Arten derselben aufdecket ; und „ es Leo dem IX mit der Beschwörung , Verordnungen dawider zu machen , „ zuzuschreiben . Und Baronins selbst bekennet es in diesen Worten : „ Dic Dornen und Disteln haben da« Feld des Hausvaters ein - „ genommen ; alles Fleisch hat seine Wege verkehret , es ist nicht » . allein eine Sündflutk zum Waschen , sondern ein Feuer vom „ - Himmel nothig , zubrennen , wie zu Gomorrha . , , Laron . VoL XI . a . 1049 . art . 10 . u , f . Petr . Damiani Libr . qui inferibitur Go - merrhaeus , cui praeßxa Epift . Leonis IX . „ Und daher hatte Leo „ einige Verordnungen gemacht , und einige Strafen gesetzt z allein „ man sah ihn gar bald in des Leo Ungnade : und da , seitdem „ Alexander der II auf den pabsilichen Stuhl gekommen ist , so hat „ er ihm sein Buch entzogen , unter dem Scheine , eö dem Abte von „ St . Salvaror zu geben , solches anders abzuschreiben , wozu ihm daöje - „ nige zuniVorwande gedienet , daß er allzu unzüchtig geschrieben ; gleich . . als wenn dergleichen Unflätliereyen ohne Gestank gerühret werden „ konnten . Hierüber hat sich dieser ehrliche Mann in einem von seinen „ Briefen , an die Cardinale Hildebrand und Stephan , bitterlich bekla - „ get , und nicht , ohne eine offenbare Ironie zu ihnen gesager : Ist „ bieß eine wahre Anzeige der priesterlichen Reinigkeit , oder viel - „ mehr ein Beweis der pabstlichen Reinigkeit . . . Du Pleflis My fte're . d'iniquite , p . 228 . Damit meine Leser versichert seyn können , daß diese Stelle keine Unrichtigkeiten enthalt , nämlich , was die Sachen be - trifft ; so will ich bier die Antwort des Coessereau in der Reponfe au Myftere d'iniquite' , pag . 6 . - 8 . hersetzen : wenn zu dieser Zeit die Rirchen . iesene an dem Aergernisse nicht Ursache gewesen wa , ren , welches Damian beweinet - - - so ^iger es der Pabst , Ä . eo der IX . sattsam in seinem Briefe , den er an ihn geschrieben , nachdem er sein Buel ? erhalten gehabt , welches cr öffentlich lo , bet . Die Geistlichen , saget er in diesem Briese vor dem Gomorrhätis , an den Damian , beym Baronins , aufs , 049 Jahr , von sehr nnfiäti - gem Leben , von welchem du mit erbärmlichm , aber sehr vernünftigen Worten geredet hast , gehören , ohne Zweifel , nickt zu dem Erbtheile des Herrn , von welchem sie sich durch diese üppigen Ausschweifungen nbson - dem . Ach . wenii doch ihr Unigang keusck ware , so würden sie nicht allein der Tempel , sondern das Heiliqtbum Gottes genmnet werden , wo dasjenige Lamm , dessen Weiße den Schnee übertrifft , und welches die Sünden der Welt tilget , geovfen wird , u sw . Du Pleins , p . 228 . lag . 34 . Dasjeniqebe« treffend , daßAlerander der II <2 . ist gebrauchet , das Buch perer Damians zu unterdrücken , wo diese Abscheulichkeiren ein rve , nig allzufrcy ausgedruckt worden , so wird es niemand , Oer nur die bürgerliche Shrbarkeit lieber , jemals für Höst halten : denn

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