Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6505

Damascenus .
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der scholastischen Lehrart abzuhandeln angefangen hat ( F ) . Dieses erhellet hauptsächlich in seinen vier Büchern , von dem ren Glaube ! ? Er bat den Hos deö sarazenischen Prinzen , nach dem Wunderwerke , davon ich geredet habe , verlassen , und sich in das Kloster von St SabaS zu Jerusalem verschlossen , wo »hm der Mönch , der zu seiner Aussl6 ) t erwählet worden , ein ewi - aes Stillschweigen aMeSat . Dieser Mönch war so strenge , daß er seinen Schüler , weil er das Berkoth zu reden , nicht beobachtet , aus seiner Zelle g - jagct , und ihm zur Buße ausgeleget , den Unflach des Klosters auszuraume^ allem , da er ihn be . reit sah , ihm zu gehorchen , so erließ er es chm und umarmte ihn . Johann Damascenus »st gegen dav Ende seines Lebens von
dem Patriarch« ~ " " "
Jahr gestorben .
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Der P . Laboe hat auch eine davon versprochen b
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Pa^tarchen zu Jerusalem mm Priester geweihet worden , und so gleichen se . n'Köster Kf aTmET 'X'« " r gestorben . Jacob von Bill , hat die Werke dieses Vaters im 1577 Jahre bX taten ® 5r < - u 111 , 16 75o Jahre wiederholet worden . ^ Es mangeln darinnen verschiedene Tractace , welche Leo Manul dem A ? bett m ? AchÄ weicher
aus eine neue Ausgabe des Johann Damascenus bedacht war
a ) Aus der Bibliotheque des Auteurs Ecdefiaftiques , des Du Pin , Tom . VI . p . 101 u . f . holländischer Aii^aab - A - » - . r , . Schrift , welche er im >65 - Jahre unter dem Titel herausgegeben : Confpeäuti nouae Editionis omnium St . Ioannis Damafceni^uerira in qiiatnor partes tributorura , wo er von den vorhergehenden Ausgaben redet . v
( A ) ( £c hat im VIII Jahrhunderte geblühet . ] AlphonsuS von Castro verdienet aus zwoen Ursachen getadelt zu werden . weil er in Libris aduerfus Haerefes apud Philippum Labbe , de Script . Ecclef .
Tom . I . pag . 557 . gesaget bat , daß man nach dem Tritheim unfern hann von DamascuS , unter die Negierung Theodosius des jünger» , um«
4 * 0 Jahr setzen müsse Es ist nicht wahr , daß Tritheim dieses gesager hat ; er hat den Siegebert abgeschrieben , welcher von den Streitigkeiten des Johann Damascenus , wider den Kaiser Leo geredet hat ; dieses be - trifft das 730 Jahr , In dem P . Labbe steht das 830 . Allein , wenn es wahr wäre , daß Tritheim dieser Meymnig gewesen , so würde Alphon - suS von Castro doch des Verdrusses lo« seyn ; er hatte ihn verbessern und sei - ne vorgebliche Unwissenheit lücht annehmen sollen . Wir wollen einen gleich - maßigen Zeitrechnungsfehler sehen .
( B ) Sein Vater ist ein guter Christ gervesen . 1 Johann , der Patriarch von Jerusalem , hat , nach eingezogenen Erkundigungen von der Familie des Johann Damascenus , gefunden , daß sein Vater und sei - ne Mutter Christen gewesen , und daß sie ihn in dem christlichen Glau - ben erzogen haben . Hieraus kann man die Unwahrheit schließen , daß sich dieser Kirchenvater ienials vom Judenrhume zum Christcnthume kehret hat : denn er hätte solches nicht rhun können , ohne daß er zuvor seiner Taufe und dem Evangelio abgesaget hatte . Nun sagen diejenigen , welche sein Leben beschrieben , nichts dergleichen , und es scheint , daß er jederzeit eine sehr große Ergebenheit gegen das Evangelium gehabt , so , wie dasselbe damals von den Andächtigen und Eiferern gelehret wor - den . Ich verstehe vornehmlich die von den Bildern eingenommenen Mönche . Wir wollen also dasjenige für zween Schnitzer rechnen , was ein gewisser Peter Gallissard , in Chronographia , apud Theophilum Raynaudum , Hoploth . Sefl . II . Serie I . cap . III . p . m . 53 . gesaget hat , daß im 470 Jakire Johann Damascenus das Judenthum abgeschworen und das Evangelium angenommen habe . Der 1 Schnitzer betrifft die vorgegebene Bekehrung : der 2 besteht in der Zeit ; denn , wenn dieser Mensch sich bekehret hätte , oder abgefallen wäre , so könnte es nicht im 470 Jahre geschehen seyn , angesehen derselbe im VIII Jahrhunderte ge - lebet hat .
( C ) ( Leo Isaurikus hat fieb eines falschen Briefes wider ihn bedienet . ] Es waren einige von den Briesen , die Johann Damasce - nus wider die Bilderfeinde geschrieben , dem Leo in die Hände gefallen , in welchen er Sie Buckstabenzügc , durch einen ©dnreiber , der in der Runst eine Schrift nackzumalen undzu verfälschen sehr ge - schickt war , so wohl ausstudieren lasten , dafi es unmöglich wesen , die wahre - Handschrift von der falschen 5» unrerschei - den . Maimbourg Hirt , des lconoclaftes , Liv . II . p . m . 116 . auf hat er einen Brief schreiben lassen , ( man findet denselben , der Län - ae nach , nebst des Leo seinem , in der Historie von Maimburgs Bilder - stürmern . Ebendas Er führet das von Johann , dem Patriarchen zu Jerusalem , aufgesetzte Leben Johann Damascenus an . ) worinnen er vorgiebt , daß ihn Johann Damascenus ermahnet , seine Kriegsvölker gegen Damascuö rücken zu lasten , und ihm . als Statthalter des Platzes , versprochen habe , alles auf eine solche Art einzurichten , daß die Eimieh - mung unfehlbar erfolgen müßte . Er hat diesen Brief dem Prinzen der Sarazenen überschickt , und sich einen große» Ruhm daraus gemacht , daß er sichder Untreue eines Verrärhers zu seinem Vortheile nicht bedienen wollen , sondern die Großmuth gehabt , dem Calisen die Verrärherev ei - nes seiner Unterthanen zu entdecken DerCalife . ohne daß er die sicherungen der Unschuld , welche Johann Damascenus tbat , anhören , noch ihm erlauben wollen , den Betrug des Leo zu entdecken , hat ihm stehendes Fußes die reckte - Hand abhauen lasten , mit welcker er einen so boshaften Brief geschrieben zu haben vorgab . und befohlen , Saß sie auf einem plane an einem Galgen der Stadt zur Sckau ausgestellt werden sollte . Ebendas II B . Seite .
Damascenus ließ , nach seiner Zurückkunft in feinem Hause , den Califen ersuchen , ihm seine - Orn , d wieder zu geben : man ließ sie ihm wieder ge - ben ; er warf sich vor einem Marienbild ? nieder , er hielt stine - Hand an die Stelle , wo sie natürlicher Weise stehen sollen , und fiehete die Jungfrau Maria an , ihre mächtige Fürbitte bey ihrem ne anzuwenden , damit er ihm dieselbe wieder in den Stand seyre , daß er die Sact^ nock ferner unterstüNen konnte , die et bist her gegen die Bilderstürmer so glücklich vertbcidiget hatte .
Ebendas . 123 S . " ' " er dem Gebeche ist er eingeschlafen , und hat im Traume die Jungfrau Maria zu sehen aeqlaubet , die chn versichert , daß sein Gebeth erhöret worden . Da er hierüber plönlich erwachet , so Hat er stine - Hand so vollkommen wieder berg< stellet den , daß er dieselbe so frey , wie zuvor , braucken können , jedoch mit einem kleinen Ringe , welcker um die Faust die Stelle des
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( D ) Ein reformirter Prediger - - - Hat sick eines ses bedienet , der , eigentlich zu reden , eine Gotteslästerung ist . ] Man thate Unrecht , wenn man sichs befremden ließe , daß die Prote . stanten , in Ansehung des von mir erzählten Wunderwerks , ungläubig sind : denn es ist sicher , daß auch eine große Anzahl Katholiken dasselbe nicht glauben ; und die Art , womit die Scribenren von der Bildersache ihre Historien zusammen getragen , ist weiter zu nichts geschickt , als auch diejenigen wahrhaftigen Dinge verdächtig zu machen , die ( Te erzählen Also hätte Jurieu nichts Ungebührliches gerhan , wenn er sich begnüget hätte , die abgehauene und wieder angewachsene Hand de« Johann mascenus , als ein Mönchsmährchen , zu verwerfen - Seme Betrachtung über die leichte Strafe ist sehr gut ; ritan begnüget sich nicht damit , nem Statthalter die Hand abzuhauen , welcher dem Feinde seine« Prin - zen , den Platz zu überliefern , verspricht . Allein . wenn dieser Prediger dazu setzet , daß , weil sich die Sarazenen , bey Erblickung eines solchen Wunderwerks , nicht bekehret , und die Stadt Damascus die mahometa - nische Lehre mcht abgeschworen , man schließen müsse : es sey dasjenige falsch , was man vom Johann Damascenus saget ; so wird er mir ben , ihm vorzuhalten , daß er eine Gottlosigkeit vorgiebt . Die Sara , zcnen sind zu derselben Zeit sehr harr gewesen , saget er Apologie pour les Reformar . Tom I . pag . so . dcnn ick bin versickert , wenn ein solckes wundcr in Meccka gesckähe , so würde diese Stadt unverzüglich christlick werden . Heißt dieses nicht den Ungläubi - gen die Waffen in die Hand geben , die Wunderwerke des MoleS und Jesu Christi zu widerlegen ? Die Aegyptier und Juden sind zu derselben Zeit sehr hart gewesen , konnte man sagen : wenn man dergleichen N ? undcr in Arhen und Rom gerhan hätte , so wür , den sie , ohne Anstand , >üdisck , und Sann christlich geworden seyn . ES ist ein wenig erstaunlich , daß sich ein Gottesgelehrter durch einen Grund verblenden laßt , welcher nicht weniger Starke wider die evangelischen Wahrheiten , als wider die MonchSfabeln hat : allein wenn man endlich an die Gewalt gedenket , welche die ersten Gedanken über Leute von großer Einbildungskraft nehmen , so wird man sich nicht ver - wundern , daß der reformirte Prediger , von rqelchem ich rede , so geschlos - sen , wie er gethan hat . Darüber nur muß man sich sehr verwundern , daß sich nicht mehr , als e» , einziger Mensch gefunden hat , welcker zu erkennen gegeben , daß er diese gefahrliche Lehre beobachtet ; es ist merk - würdig , daß sich niemand gestellt , als wenn cr wüßte , daß die Welt Nachricht davon bekommen hätte . Es ist noch merkwürdiger , daß Iu« rieu , welcher seine Rechtgläubigkeit leicht retten können , wenn er sich erkläret , daß et dieses vorgebracht , ohne daran zu denken , und die Folge - rungen davon einzusehen ; daß er aber , da er das Gift erkannt , seitdem er dieserwegen getadelt worden , diesen gefahrlichen Grundsatz misbillige . Es ist , sage ich , höchst merkwürdig , daß dieser Schriftsteller diesen kur , zen und leichten Weg verabsäumet hat , seine Unschuld zu zeigen , und daß er lieber der ganzen Welt , da er kein Wort davon saget , einen recht - mäßigen Verwand darbiethen wollen , ihn zu beschuldigen , daß er in selben Ueberzeugung beharre , nämlich daß , wenn man heutiges Tage« in Meccha eine abgehauene Hand wieder herstellte , diese Stadt unver , züglich christlich werden würde . <£s tann nichts Gottloser« gesaget werden ; dieß sind die Ausdrückungen desjenigen , welcher etliche °jrr - rhümer de« Jurieu angegeben hat : ( siehe das Büchelchen , Erklärung des Herrn Bayle , eine kleine Schrift betreffend , welche unter dem Titel erschienen ist : kurze Musterung von den Grundsätzen der Mo - ral u . f . w . > ; S . es ist iftyi gedruckt worden . ) denn dieß heißt fentlich vor Himmel und Xrde erklären , er sey überzeuget , daß alle Wunderwerke des Moses , Jesu Christi und seiner Apo - siel Fabeln , und folglick die Sckriften des alten und neuen staments ein Roman und eine Legende sind . Wer kann dieses ohne Absckeu hören 1 und würde man mir einem fächert Ver - nunftscklusse nicht das ganze Juden - und Christentum zu den werft» i XDenn das Wunderwerk des p . Maimbourg falsckist , weil sick die ganze Stadt Damascus nicke bekehr« hat : so folget , werden die Ungläubigen sagen , daß Moses ferne Wunder in Aegypten gethan , daß Jesus Christus nicht derglev cken im >üdijckcn Lande gethan , daß Petrus dem Lahmen , der ihn mitten in Jerusalem um ein Almosen gebetben , ma ? r gehend qemackt ; denn weder die Aegyptier , nock die Juden , sind da , durch bekehrer worden . Man merke , daß dieser laljnie alle Tage vor die Pforte des Tempels getragen worden , und daß ihn darauf das ganze Volk gehen gesehen , und für eben denselben erkannt hat . der lahm gewesen , ( Apostelgesch . III , 9 , >> ) und daß « von der Obrigkeit da -

>er dieselbe vom Arme abgesondert hatte . da - ^^»mcktsaaenkännte . dafi ein anderes der . 'ick freywillig alt ( EZm Dlflß aeftellet , die Strafe anstatt seiner erlmen
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rathcrcy des Kaisers , teoenda' . > - 4 . 12S fein Schluß , ein Ein - mascenus alle seine Würden wieder geben > allein s cy siedlet zu werden , war allzufest .
für'Äännt worden / ( IV , ' . 4 . ) und nichtö dekoweniger ist Jerusalem jüdisch geblieben . Das Wunderwerk des Johann Damascenus . wie man es erzählet , ist nicht herrlicher , als das an dem Lahmen gewesen , und überdieß liicht , wie dieses , mit einer nachdrucklichen Ermahnung begleitet worden .
( E ) R , ovius hat ihn unter die 5ahl der Aerzre gestlzer , die sick durck ihre - Heiligkeit berühmt gemacker . ^ BzoviuS versichert in dem kleinen Buche , welches er von heilig gewesenen Zlerzten geschrie - ben , daß Johann Damascenus unter diese Zahl geHörer Die Aehn - lichkeit , die zwischen Mansur und Mesue ist , scheint bev einigen die - ftS Versehen verursachet zu haben . Siehe Theoph . Raynaudum , de malis ac bonisLibris , Partit . I . Erotemate X . num . 214 . p . m 137 . Johann Damascenus hat Mansur geheißen , das ist ein Freygekaufter : Cr nstan Ii , rin

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