Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6494

a5 2 Damascenus .
vorzunehmen , welches auch in der That daselbst geschah ( B ) . Und wie man leichtlich schließen konnte , daß der Dnick dieser Bibel m den österreichischen Staaten nicht erlaubet seyn würde , so schickte man den 10 April , 1583 , besagten Dalmarm und den Adam Bohoritsch ( C ) mit einer Empfehlung an den Chursürsten von Sachsen nach Wittenberg , wo sieden 28 May , 1583 / zu drucken angefangen ( D ) , und in 6 Monaten fertig geworden ; so , daß das ganze Werk den ersten Tag des 15^4 res vollendet war ( E ) . Dalmatin schrieb es den Ständen von Steyermark , Kärnthen und Krain zu , und kehrte darauf mit seinen Gehülfen und den Abdrücken in sein Vaterland zurück , nachdem er dem Chursürsten in Dresden , wegen des ertheilten Schuhes , gedanket hatte . Diese Übersetzung ist in Krain , unter den Geistlichen , welche Erlaubniß darzu haben , annoch im Gebrauche , damit man die Stellen der heil . Schrift , nach der krainischen Sprache wohl aussprechen kann , weil sich keine ande - re fklavonifche Dolmetschung findet ( F ) : Zumal da das Werk des Primus Trüber ( G ) gleichfalls von einem Lutheraner her - kömmt , und welches , wie man saget , nicht einmal zum gemeinen Besten herausgegeben worden . Dalmatin wurde hierauf in den Besitz des Pastorats zu St . Khaziam ( H ) durch Christophen , Baron von Auersperg , im 1585 Jahre , gesetzt . Und ob ihm gleich die Katholiken einen schimpflichen Namen beygeleget ( I ) , und ihn im 1598 Jahre vertrieben hatten : so behielt ihn dennoch der Baron vor Auersperg heimlich ( K ) in seinem Hause .
a ) Dieser Artikel ist mir von dem Herrn von Bresler mitgetheilet worden . 4 ) ValvasorS Ruhm des Herzogthums Krain , VI D .
Xl Cap . Num . 11 . 548 © .
( A ) tNit einem Buchdrucker von SLaybcxb . ' ] Dieser cker hat Johann ManliuS geheißen , und ist vom Primus Trüber , unge , fähr im 1561 Jahre , in dieses Land gebracht tvorden . Er ist der erste wesen , der zu Laybach eine Buchdruckerey angeleget , und die stlavonische Sprache mir lateinischen gittern zu drucken angefangen , welches besag - ter Primus Trüber erfunden lwtte ; anstatt , daß man zuvor mit glague - lirischen oder cyrillischen Buchstaben geschrieben . ValvasorS Ehre des Herzogthums Krain , 540 S .
( B ) Xvclclics auch daftlbft in der Thal geschaht Den - 4 Au - gust , de« 1581 JahreS , haben sich folgende Gottesgelehrte dieserwegen zu Laybach versammlet , welche in der hebräischen , griechischen , lateinischen und stlavonischen Sprache wohl erfahren , und jeder von seinem Lande abgeordnet gewesen , um die Uebersehung dieses Werks vorzunehmen , nämlich Jeremias Hamburger , Doctor der GotteSgelahrtheit . Pastor und Superintendent der lutherischen Kirchen von Gräz und mark ; Bernhard Steinert , Pastor zu Klagenfurt , in Kärnthen ; und George Dalmatin . der Uebersel - er , nebst Christoph Spindlern , Pastow und Superintendenten der Kirche zu Laybach , Adam Bohoritsch , Johann Schweiger und Felicia« Trüber , aus Krain . Ebendas . Z48 S .
( C ) Adam Sobocitfd ) . ] Wie man ihn in Deutschland zu schrei - ben pfleget , oder Bohonzh , nach der Rechtschreibuna seines Baterlan« des . Er ist aus Krain gebürtig , und evangelischer Rector zu Laybach gewesen . Unter währenden seinem Aufenthalte zu Wittenberg , hat er ein Buch herausgegeben , unter dem Titel : Ardticae Horulae fuc - cifiuae de Latino - Carniolana Litteratnra , ad Latinae Linguae logiam accommodata , vnde Mofchovitieae , Ruthenicae , Polonicae , Boeinicae , Lnfaticae Linguae cum Dalmatica et Croatica cognatio facile deprehenditiir . Wittenbergae , 1584 . Diese« Buch , welches zu einer Sprachlehre dienet , ist mit großem Fleiße gemacht worden , und hat eine Zwchrift , ad illurtriitm Styriae , Carinthiae , et Carniolae Procerum filios , vniuerli equeftris ordinis ingenuam iuuentutem . Wittemb . Cal . Ian . 1584 . Ebendas .
CD ) Au drucken . ] Man war mit Samuel Seelfisch , Buchhänd - lern zu Wittenberg , einig geworden , daß er 1500 Eremplare , und jedes Exemplar 180 Bogen , vom größten Papiere , mit schöner Schrift und Holzschnitten drucken follte . Dafür bezahlten ihm die Stände von Krain 20 Gulden für jeden Ballen von 100 Bogen . Die sten dieser Bibel haben sich ungefähr auf go & o Gulden belaufen . Hier , zu haben die Stände von Steyermark 1000 Gulden , die von Kärnthen yoo . lmd die evangelischen Stände von Krain 6100 Gulden gegeben . Ebendas
CEj Im 1584 Jahre . ) Unter dem Titel : Biblia tu je ufe luetu pismu , ftariga inu noviga Teftamenta Slovenski , tolmazhena Skuii Juria Dalmatina etc . das heißt : £>ibel , oder heil . Schritt , des alten und neuen Tcfkaments , in die sklavonisthe Sprache überseht , Vurck George Dalmatin . Gedruckt zu Wittenberg , im Churfürstenthume Sachsen , durch Johann Krafts Erben , 1584 . Ebendas .
CF ) Reine fklavonische Ueberstttung . Z Stephan Gerlach geben - ket zwar in seiner türkischen Reisebeschreibung , daß man im Bi achmo , nate , 1578 , zu Vedreno , einem Dorfe in Bulgarien , an den Grenzen von Thrgcien , die Bibel in fklavonifcher oder illyrifther Sprache , bey ei - nem Geistlichen des Orte« gefunden habe ; allein vermuthlich ist dieselbe weder mit lateiniicherSchrift gedruckt gewesen , noch mit der Mundart derjenigen übereingekommen , davon ich geredet habe .
CG ) Primus Trüber . ] Primus Trüber verdienet , daß man ein wenig weitlauftiger von ihm redet , anfänglich ist er Canonieus zu Lay - dach gewesen , und hat im >5z> Jahre die lutherische Lehre von den beyden Gestalten im Nachtmahle . und der Bewilligung der Priesterehcn , in der Hauptkirche dieser Stadt öffentlich zu predigen angefangen ; so . daß er Luthers Partey ergriffen , Krain verlassen , und ins Reich geflüchtet .
wo ihn die Stadl Kempten zu ihrem Pastor erwählet . Er hat daselbst >4 Jahre geprediget , und hat sich bey seiner Partey , durch seine Ueberse - tzung , sehr verdient gemacht . Denn er hat nicht allein > . die Evange - - lia , nach Luthers Uebersehung , 2 . nebst seinem CatechismuS , sondern auch z . daß ganze neue Testament . und 4 . die Psalmen Davids im >55Z Jahre in die krainische Sprache , mit lateinischen Buchstaben , übersetzet . Endlich ist er von den Ständen in Krain ins Land zurück gerufen wor - den . Er hat auch das augfpurgifche Glaubensbekenntniß und Luthers deutsche Predigten in seine Muttersprache übersetzet , davon der letzte Tractat zu Tübingen gedruckt worden . Herrmann FabriciuS Mose - mannus erzählet in seiner kurzen Historie der Welt , einige andere Um - stände von TruberS Übersetzung , wenn er auf diese Art redet : „ Jo - „ hann Ungnad , Baron von Sonnet in Croatien , Cer ist Statthalter „ des Kaisers in Steyermark , und General der drey Provinzen , Steyer» „ mark , Kärnthen und Krain gewesen , und den - 7 de« Christmonats , „ >564 , in einem Alter von 71 Jahren gestorben . ValvasorS Ehre de« „ Herzogthums Krain , XII B IX Cap . 52 S und XV B , XX Cap . „ 467 S Matthäus Desserus hat eine Historie der Familie von Un - „ gnad , und vornehmlich dieses Johann vonUngnad geschrieben , Leipzig , „ 1602 , in 4 . ) hat , zur Zeit des augspurgischen Glaubensbekenntnisses , „ die Bibel in die stlavonische Sprache zu Aurach , in dem Herzogthume „ Würtemberg , übersetzen lassen . Zu dieser Dolmetschung hat er drey „ gelehrte Sklavonier gebrauchet : der erste hat Primus Trüber , der „ andere Anton Dalmara , und der dritte Stephan Consul geheißen . „ Allein diese Bücher sind unter wegens angehalten worden , und sind noch „ zu Neustadt in Oesterreich in Toiinen verschlossen . Die Schrift ist ganz „ besonders , bey nahe , wie eine asiatische oder syrische Schrift , mit etwas „ großen und viereckigten Buchstaben . Man kann den Abdruck von „ dieser Bibtl , in dem Bücherschatze des Landgrafens von Hessen sehen . „ Es finden sich auch einige Exemplare davon in Sklavonien . „ 25i» hierher Fabricius . Diese Bibel ist ohne Zweifel mit cyrillischer Schrift gedruckt . Allein den Trüber betreffend , so ist er zum andern - male ans Krain vertrieben worden , und im > ; 86 Jahre gestorben , wie Martin Zeiler in seinen Briefen davon redet . In eben diesem Jahre hat er sich in einem Briefe an die Abgeordneten von Krain solcherge - stalt unterschrieben , daß seine Unterschrift sein ganzes Leben enthält : „ Primus Trüber , ehmaliger ordentlich berufener und bestätigter Dom - „ Herr zu Laybach . Pastor zu Lack , zu Tuffer , bey Rarfchac , und in dem „ Thale des Heil Bartholomäus , Caplan zu St . Maximilian von Cilly , „ sklavonischcr Prediger zu Triest , und , nach der ersten Verfolgung , Pre - „ diger zu Rothenburg an der Tauber , Pastor zu Kempten und zu Au - „ räch . dann Prediger der Stände von Krain und zu Rubi« in der „ Grafschaft Görgh , und nach der andern Verfolgung , Pastor zu Kau - „ fen , und gegenwärtig zu Derediugen bey Tübingen . „ ValvasorS Ehre des Herzogthums Krain , 348 S .
CH ) Von St . Äbajiam . ] Oder St . Catiani , bey Auersperg , in dem Kircheiisprengel des Patriarchen von Aquileja . Der Patriarch Gregonus hat Gebharden von Auersperg im 1 - 60 Jahre das Borstel - lnngsrecht , nebst allen Abhängigkeiten diese« Pastorats , ertheilet . daselbst , VIII B . 729 S .
CI ) Einen schimpflichen Namen gegeben . ) Sie haben ihn Iu , re Robila , das ist , George Stute genennet . Allein dieß ist aus Ver - sehen geschehen , weil man'einen andern lutherischen Prediger , Namens - Georae Terrschith , Iure Robila genennet , wegen einer Stute , die man ihm geschenkt hatte . Denn Iure bedeutet in krainischer Sprache George , und Robila , eine Stute . Hiervon ist es gekommen , daß verschiedene Evangelische unser , , Dalmatin , aus Unwissenheit Iure Ro , hila genennet haben . Ebend . 349 S
CK ) - Heimlich . ) Nämlich , in einer gewölbten Kammer , unter dem Pferdestalle vor dem Schlosse , weswegen man noch heutiges Tages die - fes heimliche Gewölbe das Loch des Predigers , Iure Robila , nen - net . Ebend . 349 und 729 S .
Damascenus , ( Johann ) einer von den berühmtesten Vätern des orientalischen Reichs , hat im VIII Jahrhunderte blühet ( A ) . Er war zu Damaskus gebohren , wo sein Vater , ob er gleich ein guter Christ gewesen ( B ) , die Bedienung eines Sraatsraths bey den Caiisen der Sarazenen gehabt . Er war ein sehr reicher und gutthatiger Mann , welcher sich ein sonder , liches Vergnügen daraus machte , die Gefangenen loszukaufen . Eines Tages kaufte er einen sehr geschickten Menschen , Na - mens Cosmus , los , den man auf dem Meere genommen hatte , und machte ihn zum Lehrmeister seines einzigen Sohnes . Das Kind nahm unter diesem vortrefflichen Lehrmeister sehr zu , so wohl was die Wissenschaften , als was den Neligionseifer betraf . Er wurde ein eifriger Vertheidiger der Bilder , und streuete Briese in dem Reiche aus , welche die Sache wider die Bestrebung des Kaisers wunderbar unterstützten , ich rede von dem Kaiser Leo Isaurikus , einem großen Feinde der Bilder . Man saget : daß dieser Prinz , welcher vor Begierde brannte , sich an dem Johann Damascenus zu rächen , der damals das Amt eines Staatsraths bey den Califen bekleidete , welches sein Vater besessen hatte , sich eines falschen Briefes ( C ) , mir so gutem Erfolge , bedienet , daß er Ursache ward , daß der Calife seinem Rathe die Faust abhauen ließ . Man saget auch , daß Johann Damascenus , da er sich der Fürbitte der Jungfrau Maria empfohlen , seine Hand wieder erhalten und seine Unschuld öffentlich ge , zeiget habe . Der resor - mirte Prediger , welcher auf dm Calvinismus des Maimbourg geantwortet , hat diese Erzählung als «ine alberne Fabel hoch - müthig verworfen ; und sich noch überdieß eines Beweises bedienet , welcher , eigentlich zu reden , eine Gotteslästerung ist ( D ) . Die Einbildung des BzoviuS ist kurzweilig : er hat den Damascenus in die Zahl der Aerzre gesetzet , die sich durch ihre Heiligkeit berühmt gemacht haben ( E ) . Man hat vielmehr Grund , zu sagen : daß er eS gewesen , der unter den Griechen eine Materie nach
der

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