Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6489

Dalmatin .
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der Ehrerbiethigkeit und Verehrung , die sie gegen ihn gehabt ; und wenn dieses nicht oefchieltt , so ist es vielmehr darum , weil man unfähige See - lcn findet , als weil die Sache nicht an sich selbst vermögend seyn sollte , dergleichen Wirkung hervorzubringen . Es ist gewiß , daß die Streitig - feiten , worein man sich mischet , wie hierMaresiuS thut , die Geschicklich - keil derer , die viel Ansehe» in den Versammlungen haben , ihre List , sage ich . in die Briefe und Urkunden einfließen zulassen , was sie nur wollen , sehr ärgerlich zu lesen sind .
Allein dieses ist noch nicht alles . Man wird in eben derselben bereitung sehen , daß Dalläus , da er die Benrtheilung seines Werkes ge - sehen , einen wütenden Zorn gegen den Maresius gefasset ; daß er über - all seine donnernden Drohungen ausgebreitet , uud daß er einen Bund nur dem CourcelleS , einem arminianischen Professor , gemacht , kraft deft sen sich dieser Professor verbündlich gemacht , den Maresius an einer Seite anzufallen ; immittelst Dalläus seinen Angriff von der andern Seite unternehmen wollen . Dallaeus inftar Tigrornnj , qni dicnntur in rabiem agi ad pulium tympanorum , ita eft'erbnit ad iftius Opu - fculi confpc6him , ac fi tres illac Exercitationes in tres Furias abiif - fent , quae verbere furdo ipfuin interdiu nodhique exagitarent ; natn illico coepit dira quaeque mihi minitari , et hinc inde ad amicos feriptitando , in nie vomere , qtiicquid ipfi fplendida fua bilis fugge - rebat , refponfionein eam minatus qua me pro merito depeäeret . . . primimi ex aftu politico padhis eft cum Curcellaeo , pu - blico hofte Ecclefiarum reformatarum , vt arma fua coniungerent , et me communi impetu adorirentur . Maref . Proleg . Epicrif . Theol . Ausgabe von , 658 in iz . Man schreibt diesen Zorn seiner Einbildung zu , die er gefasset , da er sich als Prediger in der Hauptstadt gesehen ; gleich als ob ein Pastor dieser Kirche die Vorrechte eines kleinen Pabst - thums genießen müßte . Iniquius fert libi contradici et pro celebri . täte Ecclefiae , cui feruit , iia t« ßueiteien rij» * «a fubindc Archiepifcopaturit vel Papaturit . Eben das . Man führet ihm ein Stück des Factum an , welches Herr von Fauquenberge , Prediger bey der Kirche zu Senlis , wider ihn herausgegeben hat ; ein Stück , das eine Sache enthalt , welche voll unerträglichen Hochmuths ist . Nolim Omnibus iis credcre , quae de ipfo publice feripfit vnu» ex fuis in ea - dem Prouincia fymmiftis , Fauquembergius ; aut illum eo feritatis proceffifle , vt cum fibi narraretur hunc pro concione liberius 110 - tafle quendam ex Ecclefiae fuae membris , qui dicebatur falfo modio vftis fuifle , ftatim eum inauditum damnauerit , nec folum cenfura dignum pronunciauerit , fed etiam in hanc tyrannicam vocem pro - ruperit , er muß von oben bis unten gestäupt werden ; quo atrocius et contumeliofius , vt norunt qtii Gallice norunt , £fic enim agitur demum cum viliflimis maneipiis ) nihil a Verbi Diuini Miniftro , de fuo fratre in eadem dignitate conftituto dici potefl Ebendas . Man versichert , daß sich viele von seinen Mitbrüdern über seinen Hochmuth beklaget , und man beschließt damit , daß die gemeiniglich vor Stolz när - risch werden , die in einem hohen Posten stehen , und von ihren Schmeich - lern herausgestrichen werden . In diesem Zustande können sie nicht er - dulden , daß man ihnen widerspricht . Vt dudum eil , quod Es ist gewiß , daß diese Dinge sehr vermögend sind , die Hochachtung zu vermindern , welche die Völker gegen den Dallaus gefaßt gehabt . In den meisten Provinzen hat man ihn nicht weiter gekannt , als durch eine große Anzahl Predigten , die mit einer vortrefflichen Sittenlehre und erbaulichen Gottesfurcht angefiillet sind , und durch Streirbucher , wo der Eifer für die Wahrheit , die Weisheit und das Urtheil nicht niger hervorleuchten , als die Lehre . Wenn die Völker eine Person nur von diesen schönen Seite kennen , so geben sie ihr alle ihre Ehrfurcht : weil sie sich von di . 'ser vorteilhaften Meyming einnehmen lassen , daß das Leben mit der Lehre »herein kommen werde . Man kann also leicht urtheileu , daß ein großer Abzug erfolqen muß , wenn man erfährt , daß derjenige , welcher andern so schöne Lehren von der Demurh , von der Vergebung der Beschimpfungen giebt , voller Hochmuth stecket und nicht leiden kann , daß man ihn widerleget , und einschlich gegen seine Deur - theiler lästert . Dieß ist ohne Zweifel ein großes Unglück für solche Per - sonen , als Dalläus ist , wenn sie sich in persönliche Streitigkeiten einlassen . Es scheint , daß ihr böser Geist sie daselbst mit seinen aiiergefährlichsten Fall' stricken erwarte . Sie erhitzen sich , und im Zorne geben sie ihre Fehler in ei - nem Monate zu erkennen , die sie zwanzig Jahre haben verbergen können . Das schlimmste ist , daß ihr Feind alles dasjenige aufdecket , was ihnen
Unehre bringt , und hundert Dinge bekannt machet , die unbekannt aeblie - ben wären . Man erinnere sich der Clausel , die ich in den Text dieses Artikels gerückt habe : sie mögen nun wahr oder falscb gewesen jhyn . ^ch entscheide hier nichts über die Sache : allein außer diesem sage ich nichts , was sich nicht in einem herausgegebenen Werke findet .
( M ) wäre ju wunfdxn gewesen , daß man juc selben Zeit die Streitigkeiten von der Allgemeinheit und Besonderheit so angesehen hatte , wie man heutiges Tages thut . ] Wir haben hen , daß sich der wallonische Syuodus wider das Buch des Dalläus un« gemein aufgelehnt hat . und daß er große Klagen darüber bey dem Snnodo in Jle de France eingebracht . Er hat auch so gar in dem Titel , SckutZ , schrift für die Synoden zu Alenson und Charemon , eine Materie zu einem großen Aergernisse gefunden . Wie ist es gekommen , daß der wallo - Nische Synodue , der im >686 Jahre für die aus Frankreich gekommenen Prediger ein Formular zur Unterschrift ausgesetzt , sich nicht darnach er - kündiget hat , ob man sich für die allgemeine oder besondere Gnade er - kläre ? Hatte sich denn diese Lehre nach dem Drucke von dem Buche des Dalläus verändert ? Diese Frage ist nicht sehr schwer . Man darf sich , dieselbe aufzulösen , nur erinnern , daß diejenigen , welche so wohl in Frankreich , als in Holland , an der Spitze der Parteyen gestanden hatten , schon längst gestorben waren . Wenn Peter du Moulin , >venn Andreas Rivetus , wem , Friedrich Spanheim , wenn Samuel Maresius , wenn Moses Amyralt im >686 Jahre noch in vollem Leben gewesen wären ; so hätten die Streitigkeiten von der allgemeinen Gnade für sehr wichtig können gehalten werden : allein da sie schon seit langer Zeit niemanden den Geist mitrheilen können , der sie angefeuert ; so waren die überge - laufenen Wasser in ihre Ufer zmück getreten , sie flössen stille und ruhig ; und man urtheilte von der Natur der Sachen damals besser . Wie vier le Sünden und Aergernisse würden nicht weniger in der Welt gewesen seyn , wenn diese Wasser niemals aus ihren Ufern getreten wären . Siehe die Anmerkung ( E ) b . v dem Artikel Amyralt .
( N ) Er hat viel Theil an 25al ; acs - Hocl - ackitung gehabt . ^ Es ist Conrart gewesen , der dem Dalläus diese Bekanntschast zu wege ge - bracht hat . Man hat vom 1639 Jahre von beyden Theilen geschriebene Briese . Man findet unter Balzac« auserlesenen Briefen eine Anttvort , die er dem Dalläus den , 4 des ChristmonatS 1 * 39 gegeben hat . Ts ist der XIII» des I B . im II Theile . Es wird des Dallaus in Balzacs Brie , fen an den Conrart sehr oft , uud fast allezeit mit ausgesuchten Lobes - erhebungen gedacht . Siehe den l Brief des IB . - 6 S . holländischer Ausgabe >659 , weiter den VIII Br . des II B . 107 S . ingleichen die 449 S . Siehe den X Br . des II B . wo man eine Predigt des Dal - läus bis in den Himmel erhebet . In dem XVI Br . des IV B . redet man von einem Besuche , den man von ihm erhalten hat , und man be» klaget sich auf eine höfliche Art , daß er nur zwo Stunden gedauert hat . Es ist daselbst ei« Lob dieses Predigers , welä ) es ihm viel Ehre bringt . Dalläus hat den Balzac im 165z Jahre bey der Reise , davon ich oben geredet habe , besuchr . In der Anmerkung ( E> Dieß erhellet aus der unterschriebenen Zeit im XVI Br . des IVB . Hier ist etwas , welches die Freundschaft des Dallaus und Eourarts zu erkennen giebt . „ Den „ Freyrag , der auf diese letzte Handlung gefolgt , „ ( das heißt , die Pre , digt , die er Donnerstags den 10 April 1670 gehalten . Sie ist mit dem Auszüge feines Lebens qedruckr worden . ) „ ist er nicht aus dem Haufe „ gekommen , als daß er in die Nachbarschaft zu dem vortrefflichen Conrart „ gegangen , der sein vertrauterFreund . ein wahrhaftiger Mann nach seinem „ Herzen war , dessen angenehmer Umgang eine von den vornehmsten „ Pergnüglichkeiten seine« Lebens gewesen , und dessen Zuneigung er sich „ mit allem Rechte rühmen kann ; indem niemals eine genauere und un - „ auflöslichere Verbindung gewesen , als diejenige , welche seit ihrerersten „ Bekanntschaft beständig unter ihnen gewesen ist . Es schien , als „ wenn er Abschied von diesem lieben Freunde nehmen wollen , und „ als wenn er einige Ahndung gehabt Härte , daß dieses ihr letztes „ Lebe wohl ! seyn möchte : so dauerte sein Besuch länger , als gewöhn» „ ( ich , und er gieng erstlich , nach einem Gespräche von zwo Stunden , „ weg , welches das angenehmste von der Welt gewesen . „ Abre'ge de la vie , p . 47 .
( 0 ) man kann die Unredlichkeit der Glaubensbekchrer , in Ansehung einer Stelle de» Dalläus , nickt genugsam bewundern , welcbe v , e Entziehung des Relckes betrifft . ' ! Sie haben gesager und tausendmal wiederholet , es habe Dalläus in seiner Schutzschrift der reformirten Kirchen erkannt , daß die Entziehung des Kelches von keiner , oder gar geringer Wichtigkeit sey : sie haben cs , sage ich , bey allen er - denklichen Gelegenheiren wiederholet , ob man gleich nicht unterlassen hat . ihnen zu antworten , daß Dalläus nicht von derEntziehum des Kelches , sondern nur von den Ursachen rede , welche die römische Kirche bewogen haben , denselben zu entziehen . Man sehe dm Brief , den er an den von Langle , reformirten Prediger zu Rouen geschrieben hat , welcher dies» Zweydeutigkeit in einer gedruckten Predigt sehr wohl entwickelt hatte . Dieser Brief ist den 1 März , i6 ; s , unterschrieben , und mir zween digten des Langle , über 1 Cor . X , 32 . gedruckt worden .
Dalmatitt , ( George ) ein lutherischer Prediger zu Laubech in Krain , im X VI Jahrhunderte , hat die ganze Bibel IN die sslavonische Sprache übersetzt , und diese Dolmetschung zu Wittenberg herausgegeben Diese Ausgabe ivar mwr langeju« vor erschienen , als die Zuschrift , die mich diese Sache lehret , unterschrieben worden , und dieß ist den - 8 Marz , lzzv geschehen . Calvisius b saget : daß diese Übersetzung der Bibel im 1584 Jahre gedruckt worden c , und daß
matin daran gearbeitet hat . Dieser hatte zu Tübingen in dem Collegio studieret , wo der Herzog von Wurtemvelg eine gewisse Anzahl Studierende unterhält .
a ) Philipp . Hailbrnnncnis , Epift . Oed . Cornrnent . in lerem . b ) Aufs Jahr 1584 . ' * > scheiden , welche Nack dem Bücherverzeichnisse von Oxfort , unter dem Worte Bibha 1581 Oftrobiae gemacht worden bcdic . Coramcnt . in lerem .
c ) Man muß sie also von derjenigen unter» " rnnfhon ä ) Hailbninn . Epift .
6 <7>almatiN ( George ) Meister der freyen Künste , ein lutherischer Prediger in Oberkram , ein geschickter , arbeite 5 . Mann . ( Et hat im k68 Jahre die deutsch ? Bibel des LutheruS in die stlavomsche oder kra , Nische
^^üb / rseket Und wie diese Sprache an verschiedenen Oettern , als in Steyermark , Karnchen und Kram aebrauchl . ch Sprache übersetzet , u , btefelbe Bibel in dieser Sprache gedruckt werden sollte . Man machte dieftrwegen die
ig , fo beschlossen 5 fl ) . 'Wein der Erzherzog , Carl von Oesterreich , verbolh , auf
Rechnungder Unkosten mit im 1580 Jahre , die gemeldete Bibel zu drucken . Jedoch die Landstande , welche sie
erhaltene Nachnchr , b^M^ . schickten dieserwegen den George Dalmatin nacl , Graß , um daselbst die Druckverbesserung ÄÄ® K - u nchmm . Allein <6nmr & e für kimlich ^fundm , di - U - b - chhung m i°yb . L
11 Vand .

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