Full text: C bis J (Theil 2)

asJötepSÄ 
AtllC ( Johann ) , Lateinisch vallaeuz ( A ) , reformtrter Prediger der Kirche zu Paris , ist einer der gelehrtesten Gottesae - lehrten des XVII Jahrhunderts , und derjenige von den protestantischen Religionsstreitern gewesen , den die Katho - liken am höchsten gehalten haben . Er ward den 6 Jenner 1594 zu Chatelleraut gebohren . Er fing erstlich lang , sam an , dao Latein zu studieren , weil ihn fein Vater zu Geschafften bestimmet hatte , in den Gedanken , ihm sein Amt zu hinterlassen " : allein er mußte der großen Neigung nachgeben , die ihn , die Natur gegen die Wissenschaften gegeben hatte , - - - fr daß man ihn im eilsten Jahre nach S . Maixcnr in poicou schote , um die ersten Anfangsgründe zu lernen K Er setzte seine Studien zu Poitiers , zu Chatelleraut und zu Saumur fort ; und nachdem er die schönen Wissenschaften in der letzten von diesen Städten beschlossen , so sing er in seinem , 6 Jahre die Vernunft - lehre an , und vollendete seil , philosophisches Studium zu Saumur unter dem berühmten Duncan . Er fing sein theoloaischeS Studium zu Saumur im 1612 ^ahre an , und kain im Weinmonate eben desselben Jahres zu dem berühmten Mornaus um zweene von seinen Enkeln zu unterweisen . Er hatte das Glücke , ihm zu gefallen , und er brachte es in den Unterredunaen die - ses gelehrten Mannes ungemein weit , welcher ihm öfters die Ehre erwies , mit ihm zu lesen , und ihm nichts von dem zu verbee - len , was er wußte . Nachdem Dallaus sieben Jahre in dem Hause eines jo vortrefflichen Meisters gewohnt hatte tbat er mit seinen zween Schülern die Reise nach Italien e . Er befand sich in einer außerordentlichen Bestürzung , als einer von die - sen beyden zu Mantua in eine Krankheit fiel : er mußte ihn mit allem Fleiße nach Padua bringen lassen , wo die Reformirten ein wenig mehr Freyheit hatten . Weil er bald darauf starb , so wurde Diel Geschicklichkeit und Ansehen erforderte den Nach - fMftUIUen ber ^c6crt'id ) fcc JU entgehen . und ifin rtflm ravmfwfrh ttt cv—r . ' - ' 
Hofmeister des Verstorben " 
Reise mir seinem andern ^ vMWVw . — * ^uwu / iuuv , v , c cmwtFianoe , ^oiiand und England , 
und käme» , zu Ende des 1621 Jahres nach Frankreich zurück . Dallaus hielt so wenig von der Nutzbarkeit der Reisen , daß er seine ganze Lebenszeit über die zwey Jahre bedauert hat , die er auf dieselben verwendet hatte ( C ) : und er würde sie noch mehr bedauert haben , wenn er nicht den Vortheil betrachtet hätte , den er dabey gehabt , in Venedig mit dem Fra - Paolo traulich bekannt zu werden ( D ) . Er wurde im 1623 Jahre zum Prediger angenommen , und verrichtete anfänglich sein Amt bey dein Mornaus d : allein dieses währte nicht lange ; denn dieser Mornäus wurde kurz darauf krank , und starb im Winter - desselben Jahres in den Armen seines neuen Pastors . Die Nachrichten von diesem großen Manne beschäffriaten den 
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w iwui wHiu / yiwiijiH . ; , yivpe» cicyr gegeven / . Wie lein Leben sehr lang und fast 
beständig von einer sehr guten Gesundheit begleitet gewesen , er auch überdieß mit keiner starten Familie beladen war ( F ) : so kann man leicht begreifen , daß ein so arbeitsamer Mann , als er ( G ) , und welcher die Geschicklichkeit der Feder in einem erha - benen Grade besaß , verschiedene Werke verfertiget hat . Mit Erlaubmß einiger Splitterrichter , so ist sein Versuch ein Mei - sterstuck gewesen ( « ) , und ich weis nicht , ob man denselben nicht für sein Hauptwerk halten kann . Ich rede von seinem Buche Emploi des Peres , welches im lözi Jahre gedruckt worden 5 . Dieß ist eine sehr starke Kette von Vernunftschlüssen , welche eine sittliche Demonstration wider diejenigen machen , welche wollen , daß man die Religionsstreitigkeiten durch das Ansehen der Kirchenvater entscheiden soll . Der Verfasser machte hiermit nicht den Anfang , weil er erkannt hatte , daß die Vater der ersten Jahrhunderte den Römischkatholischen Vorschub thaten ; sondern er hat in verschiedenen Werken gezeiget , daß er es für besser hielte , wenn man die Religionsi^reitigkeiten auf diesen Puncr einschränkte : Jede Lehre , die den ersten drep Jahrhunderten nicht gemäss ist , muß als eine menschliche Neuerung verworfen werden . Er würde dem Bischöfe Bossuet den Grund - satz von der Historie der Veränderungen nicht bestritten haben ^1 ) . r ~ '' 
Lehren der Vater genauer erkannt , als er . cm " * 
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Französisch gereuei y«nc , iuuu / « «m ^fwiiwn «niigange jiiscyreioen muß , den er in währendem feinem halte zu Paris mit dem berühmten Eonrart gehabt K Er ist bey der letzten Nationalversammlung Präsident gewesen , die in Frankreich gehalten »vorden . Es ist die zu Loudun im 1659 Jahre gewesen . Er hat den Vortheil gehabt , daß sein Geist nicht gealtert hat ; denn man sieht nicht weniger Feuer und Starke m seiner Gegenantwort gegen den P . Adamund in den zween Banden , de obierto cultus religiofik , als in seinen andern Werken . Er hat sich öffentlich für die allgemeine Gnade erklärt und wider einen Professor zu Leiden 1 Amyralts Widersacher , geschrieben . Er hat sein Buch betitelt , Schuysthnft der Synoden zu Alenson und Charenron m . Dieses Werk hat den Krieg unter den protestantischen Gottesgelehrten wieder angeflammet . Dalläus hat sich zu entschuldigen bemüht , indem er saget , daß seine Schrift ohne sein Wissen den Tag hen : allein gleichwohl hat er mit aller ersinnlichen Bitterkeit einem Professor zu Gröningen geantwortet , der wider ihn ge» schrieben . Dieser Professor " blieb die Gegenantwort nicht schuldig , und obgleich die Folgen dieses Zankes nicht lange ge - dauert ( K ) , so haben sie dennoch dasjenige hervorgebracht , welches bey dergleichen Fällen fast niemals auszubleiben pfleget , nämlich daß die Welt , ich weis nicht wie viel , kleine Abendtheuer erfahren , welche dem Nachruhme des Dalläus nachteilig 
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sind ( L ) . ES mögen gleichdieselben wahr ^er falsch seyn : denn es finden sich mehr als zu viel Leser , welche , bey foriC ? 
nicht genugsain bewundern , welche die Entziehung des Kelches betrifft ( 0 ) . 
a ) Er ist Einnehmer der Depositen zu PoitierS gewesen . Abrege de Ia Vie de Mr . DaiUe , pae 2 O Sie sind zu Anfange des - verbsts 1619 , von Saumur abgereist , d ) Auf dem Schlosse Foret an der Saivr» 
>st demDuranl gefolgt . / ) Aus dem AiiSzuge von dem Leben de« DallmiS . ivelches 1670 herauSgekemmen ^^^^^l^s^«^ Gewöhnet das folgende Jahr auf den T . tel ge , eht Siehe die Anmerkung^ ) . , ' ) SieheKnZr^^ ) VL . Ar ? K Adam ( Johann ) . Er war 7° Jahr alt , da « das erste herausgegeben . / ) FnedrichSp^heim « ) D , ^ welches >6 ; ; zu Amsterdam gedruckt worden . » ) Dieß ist Samuel Maresnis . 0 ) Siehe die Anmerkung ' »remiMS Wer ? , 
Anmerkung ( F ) . 
. . . . . . , , . . . 1 tmae ein Mensch Kirchen gesekr , welche den Chaumont genöchiget , eineSewft wauszu - ( k ) JDAtUc ss , latctmfcb Dallacus . J ^qeöen , auf wclcbe dieser Brief zur Antwortgedlenet . Wo hat denn 
«einen Namen nicht drucken Ml . so M es erlaubt , desselben . . Cl>aum . nc die Augen gehabt , wenn er die 
seinen . . . . . widerlegen unternimmt ? Ich habe bereits eine Anmerkung darüber 
gemacht , daß der P . Sotuel den Namen des Dallaus ubel latei , ni« , aeoeben Er bedienet sich des Wortes 2> . Allius . Siehe oben d . e Anmerkung ( I ) , u dem Artikel Adam ( Johann ) . Der gelehrte Grotius hat ihn nicht weniger , durch V«beu5 , ubel latemilch gegeben Lrot Epift . CCCL . Part . U . pag - 8J4 - Der Abt de la Rogue wurde 
nicht zu wissen : allein diese Unwissenheit kann man denen nicht verzei - hen , welche diesen Namen gedruckt gesehen haben ; uiid also kann man den Chaumont vieler Nachlaßigkeit beschuldigen , welcher bestandig in ei - nem SSerke . worinnen er auf einen Brief dieses Predigers antwortet , Sietir D' Aille geschrieben hat . Dieser Brief ist IM >6 , 4 Jahre druckt worden , und auf dem Titel steht der Name T>»ille . Der fasser hatte bereits diesen Namen auf die Schutzschrift der reformirten
	        
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