Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6433

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Criton . Croi .
ftagt worden - ob ihm der Angeklagte in Frankreich , oder anders - wo errvas von der Frage gesaget hätte , ob es löblich wäre , ihre Majestät zu codten i geantwortet ? daß er sich dessen nicht erinnere : allein nachdem er nachgedacht , so hat er aus eigner Bewegung an den - Herrn Secmär , nämlich an den Franciscus rvalsing - ham , und alles mir seiner eignen - Hand , wegen dieser Sachen mit folgenden Formalien , geschrieben . Diele Worte folgen seinem Briefe auf der 42 Seite des ersten Bandes , von den Nachrichten der Lig»e .
Ich wollte wünschen , daß uns diese Acten belehret hatten , ob man diesen Brief dem Wilhelm Parri vorgelegt . Die Ordnung hat es er - fordert ; denn man hat sich auf eine in dem Tour gethane Erklärung nicht sicher verlassen können . Criton hätte sich wohl gehütet , an diesem Orte zu bekennen , daß er den Anschlag des Parri gebilliget hätte . Da - mit man also erfahren möchte , ob er die Wahrheit gesaget : so hätte man feinen Brief dem Missethäter zeigen , oder diesen wegen der gen beftaqen müssen , die sie wegen dieses Meuchelmords mit einander gehabt hätten . Wenn Parri es gestanden hatte , daß der Jesuit den Vorschlag , die Königinn zu ermorden , ausdrücklich gemisbilliget hätte : so würden wir einen ganz gewissen Beweis von der Rechtgläubigkeir des Criton , in diesem Stücke haben ; allein die Proceßacten biethen uns dießfalls keine andre Urkunde dar , als das Zeugniß . welches sich der ge - fangen ? Wilhelm Criton selbst geben wollen . Gleichwohl glaube ich , daß Wilhelm Parri über diesen Artikel hat antworten müssen , obgleich die Erzählung des Verfahrens keine Meldung davon thut , und daß also das Vorgeben des Herrn Larrey hiervon Grund hat ; denn hier ist eine Sache , welche Mcheome vorbringt : die Roniginn - - - hat den parri fragen lassen , ob er den Wilhelm Criton , den schortlandi ? schen Jesuiten , nickt kenne ; welcber mitja geantwortet , und daß dieses derselbe wäre , der ihm ehmals dieses Unternehmen wi - derrarben bätte , Sa er ibn 5» L . ion um Rath gefragt . DieRo - niginn ist über diese Aussage erschrocken , und bar , um genaue Erkundigung davon ju haben , ihrem Secrerär , Franciscus Vualsingan . befohlen , vom Criton zu erfahren , ob ihm parri in Frankreich , oder anderswo von seinem Vorhaben etwas ent - deckt hatte . Vualsingan hat sich dieserwegen so gleich zum Cri - ton begeben , und ihn über diese Sache befraget , u . s . w . Richeo - nie , Plainte Apologetique , pag 166 . Richeome setzet dasjenige dazu , was wir hier oben gesehen haben , und führet den ganzen Brief des Cri - ton , ans den Nachrichten von der Ligue an , worauf er auf diese Art fort fährt : „ Nachdem die . Königin» den Inhalt dieses Briefs gehört , „ so hat sie gesagt : wie geht es denn zu ? Man machet kund , daß mich „ die Jesuiten in England umbringen wollen , und dieser vertheibiget „ mich in Frankreich ? Und nach diesem hat sie befohlen , ihn frey zu lassen , „ und seinen Brief bekannt zu machen , nicht so wohl zum besten dessel - „ ben , als dem Volke wissend zu machen , daß die Jesuiten nicht lehrten , „ daß es erlaubet sey , sie zu tödten . „ Ebendas . i * 8 . 169 S Es ist bey diesen Worten der Königinn mehr Politik , als Aufrichtigkeit gewesen ; denn sie hat sehr wohl gewußt , daß die Unschuld des Crito die beyden suiten nicht losgesprochen , die nach des Parri Angeben , seinen schen Anschlag gebilliqet hatten . Der eine hat Benedieto Pallnio geheißen , den er zu Venedig lim Rath gefragt , der andre Hannibal von Codreto . Er hatte ihm zu Paris gebeichtet . Wir wollen also sagen , daß Richeo - nie aus dem Briefe des Criton , eine allzuweitlauftige Folgerung gezogen , wenn er gesaget , so weit ist es gefehlt , daß die unsrigen die Urheber dieses Meuchelmordes des parri gewesen , daß sie denselben viel , mehr nach Sem eignen Zeugnisse " unsrer Feinde , so viel als sie gekonnt , verhindert baden . Denn die - Historie und der Brief , ist der Sammlung der merkwürdigen Dinge , eingeschaltet worden , die sich unter der Ä . igue zugetragen , und welche von denen vorgegebenen Rcformirren , im 1 s 8 8 Jahre , ans L . icht gegeben worden . Ebendaselbst 169 Seite . Imgleichen Eudämon Johannes in der Schuhschrift Garnets , 154 Seite . Er hätte seiner Anmerkung mehr Gewichte gegeben , wenn er gesaget hätte , daß dieser Theil der Sammlung nur die französische Uebersehung einer , zu London gedruckten Relation ist .
( L ) Die Raper von Ostends nahmen ihn im 1585Jahre weg , als er wegen einer großen Unternehmung nach Schottland ; u - rück gieng . ] „ Er hatte die Vorsicht gebraucht , seine Papiere ins » . Meer zu werfen , nachdem er sie in viele kleine Stückchen zerrissen ; „ allein der Wind hat sie aufgehalten , und sie so gar ins Schiff zurück „ geworfen , ohne daß etwas davon verlohren oder verdorben ward : dieses „ hat sich Criton nicht enthalten können , für ein Wunderwerk zum De - „ sten der Elisabeth anzunehmen . Sie sind zusammen gelesen , und dem „ Baad überbracht worden , »velcher sie mir solcher Geschicklichkeit wieder „ zusammen gesetzet , daß man darinnen die vollständige Erzählung von „ der Unternehmung gesunden , davon der schottländische Jesuire den „ Mitschuldigen den Entwurf überbringen sollen . Man hat daraus „ erfahren , daß der Pabst , der König von Spanien , und die Guifm „ Volk auf die Beine gebracht , und Schiffe ausgerüstet , einen Einfall in „ England zu thun , und daß dieser Anschlag bald ausgeführer werden „ sollte . Nachdem man diese Schrift bekannt gemacht , so ist das ganze „ Königreich darüber in Bewegung gerathen . „ ve Larrey , Hiftoire d'Angleterre , Tom . II . pag . M . z86 . Siehe auch den Camden , auf der 364 S . bey mir , aufs >585 Jahr . Thuanus ist nicht wohl unter - richtet gewesen , wenn er gesaget , daß unter währender Zeit , als Parri gefangen gewesen , es Leute gegeben habe , welche kund gemacht haben , daß Criton , unter verdeckter Kleidung , nach England übergegangen wä - re , und dieses ist die Ursache gewesen , daß er fest genommen worden . Thiian . Lib . LXXIX . zu Ende .
( L ) Er hat Ursache gehabt , sich über die Jesuiten zu gen^ Der P . Johann Fourier , Rector derJesuiten zuAvignon , ( also redet man in der Sammlung der Artikel , welche dem allerchristlichsien Könige , durch den TheophiluS EugeniuS zur Verbesserung der Jesuiten in Frankreich vorgetragen , und 1614 in 8 gedruckt worden , auf der 64 und 6s S ) will den schottlandischen p . Crecon , diesen ehrwür , digen Greis , in seinem Collegio nicht aufnehmen , den die Roni - ginn Elisabeth in England , der Gefangenschaft erlassen , weil er den Ronigsmorder Paris , von Sem Meuchelmorde abgewen , der , den er wider ihre königliche Person geschlossen harre . Die - stn aufrichrigen Mönch , welcher von dem P . personius , dem Jesuiren , einem großen Aufwiegler in England reden können , daß er ihn nicht einen Rorrierer , und von seinem Ronige , dem inigen Ronige von Großbritannien , abtrünnig genenner hatte , weil er ihn gelaiierc , und seine Aurückbringung zur Rirche , zum großen Nachtbeile der zweyen Königreiche , England und Schottland verabsäumet hatte . Diesen Greis , welcher lange
Zeit in Spanien gearbeitet hat , die friedliche Bekehrung seines Prinzenzu vermitteln , und welcher ganz willig arm gestorben , wie er in dem Schooße seines Vaterlandes gewesen ist . Dieser
ehrliche Pater ist von dem Collegio zu Ävignon verstoßen wor« den : man befürchtet , daß er Almosen für die armen Schott - lander sammlen mochte , welche wegen des heiligen katholischen , apostolischen und romischen Glaubens , von ihren - Hausern ver» trieben worden . Der Pater Fourier kann diese armen Christen nicht an der Thüre des Collegii sehen , die wegen des Glaubens an den Bettelstab gebracht worden . Der P . Creton , der Vater dieser Verfolger und Bekenner unser« heiligen Glaubens , ist als eine allmschwere Ä . ß ( f , für den Geiz des p . Recrors Fou« rier , nach Carpenrras geschickt worden . Er ist unter öen - Han« den des p . Lucas , eines Italieners , Reccors zu Carpenrras , welcher beschlossen , ihm siin L . eben bitter zu machen , und ihn mir - Herzeleid zu speisen . Er stirbt unter der unvernünftigen Regierung des P . ILucas . Der P . Lucas , weil er sich von dem P . Criton wegen des Misvergnügens bestraft siehr , das er dem - Herrn Bischöfe Coponio , und denen von der Stadt verursacht , kann nicht eber ruhen , als bis er diesen offenherzigen und beherzten Greis außer seinem Collegio siebt . Die Verachtung und das hochtrabende Bezeigen des p . Lucas haben diesen ehrliche» Greis gezwungen , um den Aufenthalt in einem andren Collegio zu bitten . Die liebreichen Rectorcn haben sich entschuldiget . Raum hat er einen Rector gefunden , der ihn angenommen .
Criton , ( Jacob ) in Schottland im XVI Jahrhunderte gebohren . Ist einer von den außerordentlichsten Wunderwer - ken des Verstandes gewesen , den man jemals gesehen hat a . Moreri hat sehr weitläustig von ihm geredet .
a ) Siehe den Aldus Manurius , Pauls Sohn , in der Zuschrift seiner Noten über die Paradoxen des Cicero / Also hätte man ihn anführen sollen , und nicht wie Herr Moreri gethan hat . Aldus Manutius in Praefat . Cic . Diese Auslegung des Aldus Manutius , ist dem Jacob Criton im i ; 8> Jahre zugeschrieben worden .
( Johann von ) lateinisch Croius , ist einer von den gelehrtesten Predigern Frankreichs , imXVIl Jahrhunderte ae -
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allein seine
- . „ - . . . • , . - gezelget , daß er die sprachen , die Critik , die jüdifthe Ge . lehrsamkeit , die K'rchenalterthumer , und alles dasjenige unvergleichlich verslanden , was man unter dem Worte der Philologie , und der Polyinathie begreift . Er hat sich sehr angelegen seyn lasten , allgemein zu seyn , und er hat sich auch unternommen , den Balzac über seine Muttersprache zu critlsiren ( D ) . Da die Streitigkeiten von der allgemeinen Gnade in der qrößten JMfe waren , hat sich jede Partey bemuhet , ihn zu gewinnen . DieParricularisten waren die fleißigsten , und hatten ibn dermaßen wider die Allgemeinheit eingenommen , daß er mit den hitzigsten Drohungen auf den Nationalsynodum zu Alenson aiena b . Amyralt hat sich gerühmt , daß er ihn , nach einer Unterredung von etlichen Stunden , wieder zurechte gebracht . Die andern haben vorge - geben , es sey Croi , da er in der Folge erkannt , daß ihn Amyralt hierinnen hintergangen gehabt , sehr böse darüber gewesen c . Er ist den zi August 1659 gestorben .
ä ) Colomies , Gall . Orient , p . >84 - 0 Siehe die Vorrede zu dem 8pecimen Animaducriionum , des Herrn Amyralt . O Siehe And . Rivet . Ep . Apol . et Du Moulin , Praef . Iudic . de Amyr . Libro contra Spanh .
( A ) Er war der Sohn eines reformirten Predigers . ^ Er hat Franciscus von Croi geheißen . Colomies , Lall . Orient , pag . , 84 . nennet ihn Johann . Er hat sich , wie Colomies saget , durch etliche Bü , cher bekannt gemacht : Iohannis , feriptis quibusdam clari , filiiis . Ebendas . Ich kenne nur dasjenige , welches er betitelt hat : Lcs trois Conförmitez , favoir 1'Harmonie etConvenance de P Eelife Romaine avec le Paganisme , Judaisme , et les anciennes He'refies , 1605 in 8 . Ich habe sagen hören , daß er aus dem berühmten und alten Hause von Croi , aber von der linken Seite entsprossen gewesen . Derjenige , der mir
dieses saget , hat mir nicht wohl zu erklären gewußt , ob Franciscus von Croi ein Mönch gewesen , er saget nur , daß der reformirte Prediger zu Bezier , von einem Mönche komme , der die Glaubensverbesserunq ange» nommen gehabt , und der ein Bastard gewesen , oder von einem Bastar - de des Hauses von Croi abqestammer ist . Franciscus von Croi hat sich auf dem Titel seines Buches von den dreyen Conformitäten G . Arth , nannt , das heißt , ein Edelmann von ArtoiS : er ist reformirter Prediger zu Usez gewesen .
Man merke , daß mir ein sehr ehrlicher Mann au« diesem Lande zu
wissen

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