Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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der Welt gesagt , daß es zu Löwe» und nicht in Frankreich gewesen , wo Crespin die Borlesungen des Gabriel Mudäue und der andern Professo - ren gehört . Louaniuni mifiiis Gabrielem Mudaeum aliosaue Antecef - fores quinquennium totura ante aditam Galliam auaiuit . Valer . Andr . Belg . pag . 487 . Er saget nicht , daß Crespin mit dem Balduin nach Frankreich gegangen . Man erinnere sich wohl , daß Ca - saubon damals noch nicht vierzehn Jahre alt gewesen , als Johann Crespin gestorben ist . Hat er denn also einer von seinen Schriftstellern seyn kön - nen ? Dieß ist vermuthlich der Ursprung dieses Fehlers gewesen : Man hat den Theokritus nach Crespins Tode wieder gedruckt und CasaubonS Noten dazu gefügt , und die Vorrede Crespins beybehalten . Diese
Crispus . Critias .
ten sind unter dem Namen Ifaacus Hortiis Konus . Er hat sie auf Begehren des Eustachius Vignon gemacht , der den Theokritus wie - der gedruckt . Sie sind im Augustmonate 1584 unterschrieben . ses hatte einen überreden können , daß er diese neue Ausgabe heraus - gegeben hätte .
( F ) Conrad Bavius hat einige Zeit für unfern Crespin ge - öntcEt . ] Ich habe zu Ende eines kleinen Buches in 8 . diese Worte funden . 3u Genf , in der Druckers Johann Crespins , durch Conrad Radius , 1550 . Dieses kleine Buch ist ein Werk Calvins und betitelt , Traifte tres - excellent de la Vic Chreftienne . Vortrefflicher Tractac von dem christlichen - lieben .
( £rifptl6 ( Johann Baptista ) ein guter Gottesgelehrter und guter Poet , blühte im XVI Jahrhunderte , und war von GalÜpolis im Königreiche Neapolis . Das vomehmste von seinen Büchern ist dasjenige , das im 1594 Jahre zu Rom in Folio gedruckt worden , de Ethnicis Philofophis cautc legendis ( A ) . Man sehe die neapolitanische Bivliothek deS Toppi
<» ) Auf 5er 132 Seite .
( A ) Da« vornehmste von seinen Büchern ist dasjenige - - i - de Ethnicis Philofophis caute legendis . ] Hier ist dasjenige , was Pos - ftvin Appar . Sacr . Tom . II . pag . 117 . davon gesagt hat . Vir vere Philofopnus , qtii nimirum acri et quali Chriftianum decet , indicio , Philofophiam expendit , librum fät grandem de Philofophis caute legendis ita feripfit , vt quaecunque haerefes a Philofophis minus cautis manarunt , eae indicatae fint , ac folidis rationibus confiitatae , ex diuinis Scripturis et Patribus , ex Synodorum decretis , ex Scho - lafticis , quibus cautionibus praemuniti Philofophi fiue public ! Pro - fefiores inoflenfo pede currieuhim hoc decurrent , tantamque ancil - lam redta adducent ad arcem . Der P . MersennuS hat eine lange Stelle daraus in eines von seinen Büchern eingerückt ; ( zu Ende seiner obferuationum et Emendationum in Problemata Georgii Veneti in Genefim . ) Es ist die Stelle , wo Crispus die mystischen GotteSge - lehrten widerleget . Es ist dienlich , die Ursache zu wissen , warum der P . MersennuS also verfahren . Es ist darum geschehen , saget er , weil
dieser Schriftsteller , der sehr selten ist , diese Gattung von Gottesgelehr - ten ungemein schön widerleget hat . Quod attinet ad fecretiores illos Theologos , quos Venetus tan» importune et tarn frequenter incul - cat , bene mihi philofophatus videtur Ioannes Baptifta Crifpus , cu - ius , hic ideo integram fententiam libet attexere , praefertim cum au - tor ille rariflimus cfle'videatur , et elegantiflimo ftylo fecretiores illos Theologos configat . Marinus Merfennus in Problem . Veneti , pag . 428 .
Die andern Werke des Crispus sind zwo Reden über den Krieg wi - der die Türken , zu Rom im >594 Jahre , in 4 . gedruckt . De Medici laudibus , Oratio ad eines fuos Gallipolitanos , z» Rom 1591 in 4 . druckt . Das Leben Sannazars , zu Rom im isiiz Jahre gedruckt , und im >6zz Jahre zu Neapolis in 8 . wieder gedruckt . Der Grund - riß von der Stadt Gallipoli« dem Zlaminius Caraccioli den 1 Jeunec 159 * zugeschrieben . Aus des Toppi neapolitanischer Bibliothek ge - nommen .
Critias , ein Schuler des Sokrates , wendete die Vorlesungen dieses Philosophen so Übel an , daß er ein sehr böser Mensch geworden . Er hat dieses vornehmlich bewiesen , da die Stadt Athen , sein Vaterland , das vom Lysander dem Feld - Herrn der Lacedamonier überwalliget wurde , den dreyfiig Tyrannei , untertbänig geworden . Er ist einer von diesen dreyßigen gewesen , und der allerungerechteste unter allen " . Er war nicht allein Willens , die Stadt Athen in den elendesten Stand zu setzen , sondern auch ganz Attika zur Wüsteney zu machen ( A ) . Man giebt vor , daß seine Ungerechtigkeiten dem So - krateS in dem Gemüthe des Volkes Nachtheil zugezogen ( B ) , indem dessen Rachbegierde gegen den Schüler bis auf den Meister zurück gestiegen . Tenophon hat diejenigen widerleget , welche dem Sokrates die Unordnungen einiger von seinen Schüler»» fälschlich beygemessen haben ( C ) . Es ist gewiß , daß Critias den Sokrates nicht geliebt , und daß er ihm verbo - then , jemanden zu unterweisen h . Eines von denen Verbrechen , die ihn am meisten verhaßt gemacht , war , daß er der eifrigste Beförderer von dem Tode des Theramenes gewesen , und aus allen seinen Kräften gearbeitet hatte , daß diejenigen , welche durch die Partey der dreyßig Tyrannen aus Athen verbannet worden waren , keine einzige Freystatt in Griechenland fanden c ; denn man drohte denen Städten mit Kriege , die sie aufnahmen A . Man hatte so viele Leute verbannt , daß sie vermögend waren , eine Art von einem kleinen Kriegeheere auszumachen , welches den Schluß faßte , mit Gewalt in die Stadt zurück zugehen , und sie wieder in Freyheit zu setzen . Sie bemächtigten sich des Piräums , unter der Ansührung Thrasybuls , und ließen deswegen den Much nicht sinken c , da sie dasselbe zu verlassen gezwungen wurden : sie hielten zwo Schlachten mit großer Tapferkeit aus , und in der letztem erlegten sie den Critias , welcher sich beherzt vertheidigte / . Dieses ist das Ende dieses Mannes gewesen , der außer diesem wegen seines Adels ( D ) , wegen seiner Beredsamkeit ( E ) , und wegen seiner Verse ( F ) lobenswerth gewesen . Er ist von dem Plato mehr , als vom Proklus ( G ) , dem Ausleger des Plato gelobet worden . Man setzet ihn unter die Zahl derjenigen , welche wider das Daseyn Gottes disputirt haben ( H ) . Ich würde mich eben nicht sehr verwundern , daß diejenigen Schriftsteller , welche in Lesung der Alten nur mittelmäßig be - wandert sind , die Wahrheit dieser Sache nicht gewußt hatten ; allein das kömmt mir ein wenig seltsam vor , daß sie der ge - lehrte le Fcvre nicht gewußt hat ( I ) . Die Stelle , wo Sextus Empirikus davon redet , hat einem von unsern neuern Kunst - richtern viel zu schaffen gemacht s . Moreri hat wenig Einsicht bey diesem Artikel gehabt ( K ) , und Voßiuö hat ihm zu keinem allzuguten Wegweiser dienen können ( L ) .
a~ ) Kpix / ac nh yceg t & i Iv c * jyetf%ltt ttivrit» »rAfovixriwöc rt yg ) ßtuirraro ; iyhtro . Critias enim quum ad paueos per . nenifTet ciuitatis flatus , vniis ex illis faäus longe omnium auarillimiis ac violentiffimus fliit . Xenophon de Fadtis et Di & is Socratis Libr . I . pag . 41 ? . Siehe die Anmerkung ( A ) . b ) Ebendaselbst 4>7 Seite , c ) Xenophon , Libr . II . de Geftis Graecor . <0 Philoftratus in Vitis Sophiftarum , pag . 505 . e~ ) Xenophon de Geliis Graecor . Libr . IL f ) Cornel . Nepos in Thrafybido c . II . F ) Petit , ein Arzt zu Paris . Siehe die Anmerkung ( H ) .
( A ) Er war Xvillens - - * ga»5 Attika 5»r Nvuskeney ) U maxien . ^ Sein böse« Herz gegen sein Vaterland hat sich von der Zeit an zu erkennen gegeben , da er sich nach Thessalien begeben hatte , wo er nicht ausgehöret hat , Übels von den Atheiuensern zu reden . Er hat sie für . da«jenige Volk ausgeschriee» , welches unter allen Völkern auf dem ganzen Erdboden , die ällerbösesten Gebräuche hatte . Aia / 3«^«v i A'9i ) varint «e ii ? » a»5fwVwv inxrrfaovTtn . Athenienfes vero perftringens , quod prae caeteris errarent maxime . Philoftrat . in Vitis Sophiftarum , pag . ; os . Nach seiner Zurückkunst in Athen , hat er den Lacedämoniern daselbst tausend Dienste erwiesen ; er hat den sander gereizet , die Mauern zu schleifen , und mir ihnen heimliche An - schläqe gemacht , ganz Attika zu entvölkern und Wiesen daraus zu machen . Ith * Aa * «w« , irjuiläa Ii Tic Iffii , HKiygH 3i
iicc tu Ttlx>f> ö' ijteuvi a'3»»«i«y tä rfjal m t ? <
JE^aäoc atyjftiTo , toM / mv aaxmiKbv t'txuv h * xvra ; , ti ns r#v a * 3if - txlluv ( fft / ymra ie^ctiro , « / aoVifTi ti r«« Tfuuwiir * ixeft -
j3aa«ro , ßumvuarot ti itttnv rot ( aaxiscei^toif $v * ia«iiß«ve , wf fiif - Aoßoroi 1» a'ttiny uno^rnttm r ? { t«v a^funm ixwa>5t7ea ,
xxkw ( 4väfunuv lpt1 yt $alvstoh %vp * ävruv , wv It ) iurx / c ovohm .
Cum ille aperte Lacedaenioniis faueret , proderet fäcra , per Ly - landrum moenia deftrueret , quosque Athenienfes expulerat , quo - minus invlla Graeciae parte confifterent , prohiberet , Laconicum cdiccns bellum omnibus imminere , fi quis exulantem Athenienfem exciperet , truculentia et caedibus triginta tyrannos fuperaret , de - teftaDileque confilium cum Lacedaemonii» iniret , vt Attica peco - ruin nutrix efficeretur , virorum armentis fpoliata , his de caufis mihi omnium hominum pedimus fuifle videtur , qui ob fcelera fiie - runt famofi . Ebelidas . 5 ? 4 , S . Er ist Ursache an des Alcibiades Tode gewesen ; denn Lysander hatte sich gegen die Perser verbindlich gemacht , denselben aus dem Wege zu räumen , nachdem er vom Critias und dm andern Tyrannen zu Athen di» Nachricht erhalten , daß die
Ordnung , die er in der Stadt eingeführt hätte , bald umgekehrt werden würde , wenn man diesen Mann nicht hinrichten ließe . Critias caete - rique tyranni Athenienfium certos homines ad Lyfandrum in Afiam miferunt , qui eum certiorem facerent , nifi AIcibiadem fufttiliflet , nihil earum remm fore ratum , qnas ipfe Athenis conftitniflet . Qiia - re , fi fuas res geftas manere vellet , illum perfequeretur . Cornel . Nepos , in Alcibiade , cap . X . zu Anfange .
( B ) man giebt roc , vafi seine Ungerechtigkeiten dem tes in Sem Gemurhe Oes Volkes Nachcheil zugezogen . ^ Der Redner Aeschines zweifelt nicht daran , weil er , in einer von seinen Re° den , das Volk zu Athen also anredet : tV« ä ^
riv ffeQitfv xirixTthctTi Xti kfi - rlav i xovta , tfcfv tov sfiiuv xutoctot & vtw . Vos , Athenienfes , Socratem fapientem illum occidiftis , quod Critiam inftituifiet vnum XXX virorum , qui populum oppreflerunt . Aefchines , Orat . in Timar - chum , pag . m . 194 . B .
( C ) Xenophon hat diejenigen widerleget , welcke^dem Sokra - res die Nnordmingen einiger von seinen Schülern falsci ) lich bey * gemessen haben . ] Die Feinde dieses Philosophen haben il , m aus allem dem Uebel , das Critias und Alcibiades , zweene von seinen Schülern , den Athenienftrn verursachet , ein Verbrechen gemacht . Xrnophon zeiget , daß dieses sehr ungerecht gewesen . Er saget : daß sich diese zween Schüler aus keiner andern Urfache zum Sokrates begeben , als von ihm die Kunst ju lernen , vernünftig zu reden ; welche sie miebrauchen wollen , um ihrer unmäßigen Herrschsucht eine Genüge zu thun , die sie plagte . Xeno . phon de Faäis et Dicltis Socratis , Libr . I . p . m . 41s . Er giebt noch weiter vor : daß sie so wenig geneigt gewesen , den» Sokrates nachzuah» men , daß sie , wenn ihnen Gort die Wahl gelassen , entweder zu sterben , oder so zu leben , wie dieser Weltweiie gelebet hat , lieber die erste Partey ergriffen haben würden . Gl«>chwohl haben sie sich ehrbar betragen , si>
lange

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