Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6369

Crespet . Crespin .
hat gefunden , daß seine Erklärungen über das Verhänguiß , die Welt und die bewegende ! , Kräfte de« Himmels böse gewesen , und daß er sie viel eifriger vertheidigcc hat , als er , als ein Christ , hätte thun sollen . rial is in Mufaeo Hift . pag . 174 .
( E ) Seine Eigenschaften sind einem Geschichtschreiber des Grafen von Ulefeld nicht bekannt gewesen . Z Dieser Historien - fthreiber heißt Rousseau de la Valette : seine historische Neuigkeit , Le
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Comte d'Ulfcia betitelt , ist im 1677 Jahre zu Paris gedruckt worden . Man findet darinnen , daß dieser Graf , da er wegen der Thorheiten sei - ner Jugend verdienet , daß ihn sein Vater weggejagt , den Cremomno ei - nen venetianischen Edelmann zu Padua angetroffen , sehr genaue Freund - schaft mit ihm gemacht , und in einem Jahre durch seinen Umgang so sehr zugenommen habe , daß er öfters bekannt , er habe da« meiste , was er wisse , von ihm erhalten .
Crespet ( Peter ) ein Mönch vom Cölestinerorden und Prior ihres Klosters zu Soissons , hat im XVI Jahrhunderte verschiedene Schriften herausgegeben ( A ) , welche gezeigt , daß er viel gelesen und starke Sammlungen so wohl aus den Kir - chenjcribenten als aus den weltlichen Schriftstellern zusammen getragen hat . Man sieht in dem Moreri , daß er zu Gens gcbohren gewesen und im 1595 Jahre gestorben ist . Man darf also weiter nichts dazu setzen , als daß er in einer Zeit gelebt , da die schonen Wissenschaften sehr verabsäumet worden sind .
« ) Er nennet sich auf dem Titel seiner Bücher Celeftin de Paris ; allein dieses kann nur bedeuten , daß er zu Paris ein Cölestiner geworden .
( A ) Er hat verschiedene Schriften herausgegeben . ^ Seiner , din de Plaifir et de Recre'ation fpirituelle , oder feiti Lustgarten ; ur geistlichen Gemürhsergclzung , ist zu Paris in zween Ocravbänden 1602 gedruckt worden . Dieß ist eine Ausgabe die er selbst übersehen und verbessert hat . Sie ist in fünf Theile abgetheilt , welche verschie - dene Discurse , so wohl von der Namr , dem Ursprünge , den Ve - schafienhciren , Wirkungen und der Abscheulichkeit der Sünden , denen man die Thüre verschließen , oder sie aus dcm Garten der Seele ausrotten soll ; als auch von der Natur , den unvergleich - lichen Wirkungen , der Würde und Vorrrcfflichkeir der den , welche man darinnen pflan5en und ihren glücklichen Wachs - thum befördern soll , enthalten . Er hat eine Aobsclirift von der Vorrrefflichkeir der Tugenden , der Reuschheit , der Jungfer schaft , und Oer Enthaltung dazu gefüget , ob er gleich diese schönen
genden m den sechs Buchern von der Enthaltung zureichend ab , gehandelt hat , welche er aus dem Lateinischen des - Herrn von Espense , in dem Vorberichte dieser sechs Bücher , und von neuem in seinem mystischen Granatapfel , I Abhand . 9 Abschnitt über , setzt hatte . Lrefpet Jardin de Plaifir et Recre'ation fpirit . zu Ende des II Band . 45' S . bey mir . Die Zuschrift des I Bandes von diesem Garten ist den 1 des Weinmonats i ; 86 , und die vom II Bande den 1 May i ; 87 unterschrieben . Er führet in diesem Buche etlichemal sein« Diseurse , über den Ursprung , die Vortresflichkeit und Unsterblichkeit der Seele an . Er hat auch Disturft von dem Hasse des Satans gemacht , welche vom Martin del Rio in seinen Difquifitionibus Magici« oft angezogen werden . Ueberdieß ist lateinisch von ihm herauöge - geben worden , Summa Eccleliafticae Difciplinae et totius Iuris Ca .
548 Jahre wegen der
CresplN ( Johann ) Lateinisch Crifpinus , ein berühmter Buchdrucker zu Genf , wohin er im 1548 Jahr Religion geflüchtet war aus dem Lande Artois b . Er legte sich mit vieler Fähigkeit und großem Fleiße auf das Drucken twicmcbcucr S5üdbct " ^ I f A\ ntih om#ä ? ! ! > * «• * • * •
• c , und namentlich , eines griechisch - lateinischen Wörterbuches ( A ) und eines Märtyrervetteichnisses der Protestanten d . Er ist im 1572 Jahre zu Genf an der Pest aestorben' . Eustachius Vignon , sein Schwiegersohn , ist fort - ' ' I i M>
jrett , diese Druckerey im Flore zu erhalten / .
lndreas Desselius erzahlet , daß Crespin , der Sohn eines Rechts»
gelehrten in Arras , fünf Jahre zu Löwen studiert und daselbst mit dein Franciscus Balduin eine sehr lange Freundschaft qe - habt , auch Noten über die Instituten und einen Tractat von den Abtrünnigen gemacht habe ( B ) u . d . m . £ . Er saget nichts von einem Werke , welches sehr oft gedruckt und vom Balduin ungemein verachtet worden ( C ) . Man findet etliche Sachen im Moreri , die icy nicht ~ -
diejenigen von der druckt ( ? ) .
a ) Melch . Adam in Vita Theod . Bezae pag . 205 . b~ ) Beza Refponf . ad Balduin , pag . 216 . Tom . II . Openim . c ) Ebendas . d ) Melch . Adam in Vita Theod . Bezae pag . 205 . Man merke , daß dieses Martyrerverzeichniß anfänglich lateinisch in 8 . im »556 Jahre , und dann 1560 in 4 . gedruckt worden , e ) Beza , Epift . LXIV . p . 278 . Tom . III . Operum . / ) Ebenderselbe in der Vorrede des II Ban - des seiner Werke , g ) Valerius Andreas Deflelius , Bibl . Belg , pag / 487 .
, und einige Fehler , die ich unten bemerken werde ( D ) . Ich werde auch st bemerken ( E ) . Conrad Badius hat einige Zeit für unfern Crespin ge -
( A ) Er legte sich * - - auf das Drucken - , * eines griechisch lateinischen Wörterbuches . ^ Dieß ist nicht im re geschehen , wie Valerius Andreas in der niederländischen Bibliothek auf der 488 S . und König in seiner Bibliothek auf der , - z S . versichern ; denn er ist im 1572 Jahre gestorben . Es giebt viele Bibliothekschreiber , die über diesen Stein straucheln : sie eignen die Ausgaben dem Manne ftlbst zu , die erstlich nach seinem Tode gemacht worden .
( B ) Er har , , , einen Tractar von den Abtrünnigen ge , macht . ] Dieß ist eine Erklärung über das dritte Gesetze des Codex de Apoftatis . Er hat sie zum Besten Calvins wider den Balduin gemacht : und es der Auslegung dieses letzter» über die Gesetze de famofis Libellis entgegen gesetzt . Balduin beklaget sich bitterlich darüber , und zieht ge - wältig wider diesen alten Freund los . mit welchem er studiert gehabt . Siehe seine zweyte Antwort an den Johann Calvin aus der 73 u . f . S . kölnischer Ausgabe von i ; 6s .
( C ) ) Er saget nichts von einem Werke , welches sehr oft gedruckt und vom Äalduin ungemein verachter worden . Z Crespin hat da - rinnen seinen Eifer wider daß Pabstthum und zur Unterweisung der Ne - formirten an den Tag geleget . Es ist ein Buch , welches betitelt ist , L' Eftat de l'Eelife avec le difcours des tems depnis les Apoftres iufque» au prefent . Ich habe es etlichemal angeführt . Die Ausgabe , welcher ich mich bediene , ist die von Bergen - op - Zoom 1 * 0 ; , in 4 . übersehen und vermehrt durch Johann Taffin , Predigern der französischen Kirche zu Fließingen . Hier ist das schimpfliche Urtheil , das Balduin von diesem Werke Crespins gefällt hat : Si qua vnquam fiut putida et infulfa far - rago vanitatis atque falfitatis , ( i qua impura fentina fabularum at - que forngwUt , illam profe & o efle altiflima voce profiteri cogimur . Refponßo pro Balduino ad Calu'tnum et Bezam , fol . 98 . Man Merke ,
daß Balduin damals als ein Feind des Verfassers geredet hat .
( v ) Man wird - - - einige Fehler im Moreri finden , die ich unren bemerken werde . ] I . Crespin ist nicht in der Absicht nach Genf gewichen , daselbst Bücher drucken zu lassen . Er ist wegen der Gewissensfreyheit dahin gewichen . Es ist wahr , daß er und Theo - dor Beza sogleich darauf gedacht , in Gesellschaft eine Buchdruckerey an - zulegen , ( Melchior Adam in Vita Bezae , pag . 205 . ) und daß Crespin , da Beza eine andere Bedienung gesunde» ! hatte , dieses Unternehmen al« lein ausgeführt hat . Allein dieses entschuldiget den Moreri nicht ; denn seine Worte stellen nichts weniger , als dasjenige vor , waS er den Lesern berichten will . Sie bedeuten ganz deutlich , daß Crespin nach Genf ge - qanqen , um daselbst Buchhändler zu suchen , welche Bücl>er drucken wollten die er entweder selbst gemacht oder zusammen gelesen hatte . II . ES ist nicht wahr , daß er bereits zuvor , ehe er nach Genf gegangen lii den ^efioöus Nomenclaturam adhonum , Inftitutiomim rialem hbr . IV . u . d . m . herausgegeben hat . III . Noch weniger , daß ihn zu Mens sie Armut ! ? aywungen , 5» dienen , um L . ebensun - daß Balduin dieses berichte Wenn wir die Quelle von den meisten dieser Fchler fln^^llm , so dürfenw r nur die Augen auf diese Worte des Valerius
dein in Galliis profeflione typographicae ac httcrariae exei «talionis
clarus : vftis annos multos amico Franc . Balduino , quoenm a pue . ris educatus fiierat . Crifpinum tarnen poftea omnis humanitath non minus quam iuris oblitum fuiße , ex quo faflus eft feruus Allubroxt feribit Bald , in Refponfione fua ad Ivan . Caluinum pag . 89 . Valer . Andreas , Bibl . Belg . pag . 487 . Dieses istS , was den Moreri verleitet hat , zu sagen , daß Crespin Bücher herausgegeben , ehe er nach Genf gangen , und daß er darauf ein Diener geworden . Er hat den Sinn von den Worten Balduins im geringsten nicht verstanden . Sie bedeu - ten , es habe Crespin alle Pflichten der Menschheit und Gerechtiqkeitver - gessen , seit dem er sich dem Joche Calvine unterworfen habe . Jch wun« dere mich , warum Moreri nicht geglaubt , daß Balduin habe sagen len : Crespin hätte nach seiner Empörung alles dasjenige vergessen , was er von der Rechtsgelehrsamkeit gewußt . ES wäre hierbey etwas Wun , derbares und nicht das erstemal aewesen , daß man ausgesprenger hätte , eS wäre die Veränderung der Religion Ursache gewesen , daß die Leute ihren Verstand , ihre Schreibart , ihre Wissenschaft u . d . m . verloh - ren hätten .
( E ) Ich werde die Fehler von der - Historie der Buchdrucker , kunst bemerken . ] Man sieht in der Hiltoire de 1' Imprimerie de« l« Caille auf der 148 S - I , daß Johann Crespin , nachdem er fünf Jahre zu Loven studiert , hierauf nach Frankreich gekommen , um dastlbst nebst dem Franciscus Balduin , seinem Herzensfreunde , unter Sem Gabriel Mudaus und andern Rechtslehrern die Rechte »11 erlernen . II . Daß er sich daselbst , in der Uebung der Buchdrucker , fünf ? sehr berühmt gemacht . III . Daß er daselbst ein neues griechische« Testament 1564 , den Homer und Theokrirus 1570 sehr richtig und ohne Druckfehler gedruckt . Zum IV , daß er genorhigr aewesen , der Re - ligion wegen nach Genf ? u flüchten , allwo er Crifpini Lexicon ver , fertiget , und in Folio und in 4 gedruckt habe . V . Daß Tasaubon einer von seinen Schriftskellern gewesen . Eine Lugen des Valerius Andreas hat hier etliche andere zur Welt gebracht . Er hat mitUnrechr gesagt , daß sich Crespin durch die Uebung der Buchdruckerkunst ni Frank - reich berühmt gemacht . Denn Crespin hat diese Handthieriing erstlich nach seinem Auszüge aus Frankreich angefangen . Allem man hat auf diesen bösen Grund des Valerius Andreas andere ^rrrhumer gebauel . Man setzet voraus , daß Crespin erstlich nach dem 1 * 70 Jahre nach Genf geflüchtet ; man will daß er vor dieser Zeit m Frankreich viele Büch« druckt , und daß sein Worterbuch erst nach dem 1570 Jahre heraus ge - kommen . Dieses fällt über den Haufen , so bald man diese Wahrheit fest - gesebt hat , daß er sich ungefähr »MS 1548 Jahr nach Genf beqeben , und daß sein Lexicon Graeco - Latinum vor dem 1 , 562 Jahre an« Licht ge - treten ist . Tu obutus te aliquando Lugduiii fniH'e Seba -
ftiani Gryphii mancipiurn , bono et honefto , id eft tili penitits difll - mili viro ( Crijpino ) vitio vertis , quod Lexicon Graeco - Latinum , quäle ante edkum fiut , maximo tum fumtu tum labore in publicum emiferit . Beza , Refponf . ad Francifc . Balduin , p . 216 . T . II . Operum . Auf solche Art redet Beza in der Widerlegung eine« Werkes , welche« Balduin im 1562 Jahre herausgegeben hätte . Die andern Fehler der Historie von der Buchdruckerkunst sind so beschaffen , daß Valerius dreas keinen Theil daran hat . Cr hat auf die allerdeutlichste Art von
der

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