Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6334

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Cratippus .
Prolegom . ad Q . Ctirthim , cap . IV . Voßius , der einzige Schriftsteller , den Moreri zu Rache gezogen , redet nur von dein Briefe , dessen Strabo gedacht hat , fo daß man aufs höchste weiter nichts sagen kann , als daß Kraterus einen Brief von den Wunderdingen in Indien gemacht hat . Was mich anbetrifft , so kann ich mich nicht überreden , daß er nicht tergeschoben seyn sollte . Ich glaube auch , wenn er die atheniensischen Schlüsse gcsammlet hätte , daßPlntarch , und einige andre Schriftsteller , die ihn anführen , manchmal die Würde bemerket haben wurden , die er bey , Alexander» gehabt ; und daß , da sie dieselbe nicht bemerket haben , wir ihr Stillschweigen für einen Beweis , wider den Voßius , annehmen müssen .
( C ) t - pinevo hat hierbe^ kein ander - Ü . ichr gehabt , als rvaK ihm Voßius dargeborhen bar . ^ Dasjenige , was^Poßius vom Kraterus , dem Urtheilesammler , gesaget hat , kömmt diesem zu ; nämlich , daß ihn Plutarch zum Zeugen genomnien , daß Stephan vonByzanz das III und IX Buch seiner Urtheile angeführt , ( Citat tertium et nonum e Crateri libris , yfnj ( pte / iärm , de fcitis fiue decretis . Voffius de Hiftoric . Graec . p . 347 . ) und daß ihn Harpokration unter dem Worte Uvifuv , gleichfalls angezogen hat . Ebendaf . 462 S . Pinedo , welcher die Stellen , wo Stephan von Byzanz den Kraterus anführet , und eine Stelle beinsrket l ) at , wo die Anführung verfälschet ist , verweist uns in den Voßins , und bekennet treuherzig , daß er sich an denselben gehalten habe . Videlis Vofllum , de Hift . Graec . Lib . III . et Lib . IV . cap . IX - Ego enim nihil de co memoratu dignum habeo dicere . Pinedo in Stephan , p . 759 . Ich bin gewiß versichert , daß er sich nicht an ihn halten haben würde , wenn er die Anmerkungen des Maussae gewußt hätte . Dieser gelehrte Critikverständige beobachtet , daß dieAbschreiber , das Wort Rracerns , sehr öfters in Rarrerus verwandelt haben . Maufl'ac . in Harpocrat . Voce a'vJpwv . Zum Beyspiele giebt er im VIII B . X Cap . diese Worte des Pollur , Ktegrigoi xisevm r Kf«r£ ? « , ) anstatt k ? «t ons , ( unter dem Worte lesen . Es ist wahr , daß er auch
bet , Kratinus , der Comödienschreiber . habe vielleicht ein theatralisches Stück verfertiget , welches den Titel führet : Valesius
scheidet , daß man Rrglinns ausstreichen , lind Rrarcrus setzen müsse .
Vales I^ot . in Notas Mattfläci , p . 90 . Hier ist etwas , das der samkeit würdiger ist . Maussae beobachtet , daß Alexis einen Gesang wider den Kraterus verfertiget hat , eben so , saget er , wie Aristoteles der ) gleichen wider den HermiaS gemacht . Maufiäc . in Harpocrat . Voce tivuQiaio - / . Ich will mich bey den zween kleinenFehlern nichtaufhalren , die Heinrich BalesinS nicht getadelt hat : der eine , daß er Alexinns , und nicht Alexis hatte sagen sollen ; der andre , daß Aristoteles zur Ehre de : . HermiaS einen Lobgesang , und nicht wider den HermiaS gemacht . Wir wollen dieses den Seite sehen , und sagen , daß die Anmerkung MaussaeS ein Mittel darbbeut , die Zeit zu muthmaßen , in welcher Kraterus ge« lebet hat : eine Zeit , über welche Voßius zu muthmaßen sich nicht un - terstanden hat . Man mag die Worte des AthenauS , auf eine Art ans - legen , wie man will , so scheint es , daß man daraus schließen könne , es haben Kraterus und Alerinus zu gleicher Zeit gelebt : denn es ist fast keine Wahrscheinlichkeit , daß Alexinus entweder wider den Kraterus , oder zum Lobe des Kraterus einen Gesang hatte machen wollen , wenn er niemals Umgang mit ihm gehabt hatte , rn . äv ! >' / ? ' - <3 ) - « . '«
Tffo» tov Mtxtoovx ll fcriptuin carmen in Cratermn Micedonem , quod Alexinus Dialecti - cns compofuit - - - Canitur ille Delphis puero lyrani pnlfante . Athen Lib . XV . pag . 696 . Ich weis wohl , daß Alexinus , ein großer Disputator , ( er hatte den Zunamen DialeklienS , wie man in den Wer , ten des AthenauS gesehen , die ich so gleich angefnhret habe . Diogcn . Laert . Libr . II . in Huclide , nuin . 109 . ) und seiner Dialectieua , Lebendigen und Todren angegriffen Haben würde , wenn von der Philo - sophie die Frage gewesen wäre ; ( lonfius Lib . II . cap . II . saget , daß Alexinus wider den Aristoteles geschrieben , er führet den Hierokles lind HermippuS an Er betriegt sich , was den letzten betrifft . Hemüppus , säget er , Lib . I . de Ariftotelc apud Athenaeism , Lib . XV . cap . XV L Alexini in Ariftotelem petulantiain notat . Athenaus bringt dieses nicht vor : ) Allein Kraterus hat sich nicht in diesem Falle befunden . Wenn er nun zur Zeit des Alexinus gelebt hat , so kann man ihn um die >20 OlympiaS setzen ; denn Alexinus ist ein Schüler des EubulideS ge - wesen , der mir dem Aristoteles zu einer Zeit geleber hat . Man sehe das II B . des Diogenes LaertiuS im >< - 9 Abschnitte . Valesins auf der < . , <■> Seite . Not . in Notas Mauilac . störet hier das Gelag : er will , daß sich Maussae bekriege , indem er den KrateruS in der Stelle des Athenäus für den Urtheilssammler nimmt ; Kraterus , der Nachfolger Alexanders , ist es gewesen , saget er , wider welchen der Gesang gemacht worden . Er giebt keinen Grund an , er führet keinen Zeugen an . Man könnte vie - ierlei ) für und wider seine Meynung sagen ; allein dieß hieße ohne nung disputiren , jemals eine Gewißheit zu finden . Vielleicht nimmt ein Mensch , der Muße hat , diese Untersuchungen über sich . Ich schließe hier , wenn ich gesager habe , daß der Scholiast des AristvphaneS , nnsern Kraterus wenigstens zweymal bey Gelegenheit des Schlusses an - geführet hat , womit man wider den Gottesverleugner , DiagoraS , los - gedonnert hat . Siehe den Artikel Diagoras , mit dem Zunamen der Gottesleugner , zu Ende der Anmerkung ( D ) .
CMtippUv f ein peripatetischer Philosoph , hat viel Ruhm gehabt ( A ) . Er war von Mitylene , und lehrte die Welt - Weisheit . Er gicng solgends nach Athen % daselbst ein gleiches zu verrichten , und hat daselbst unter andern Schülern , Dcu Sohn des Cicero gehabt . Dieser große 'Redner schätzte ihn sehr hoch b , und erhielt vom Cäsar das römische Bürgerrecht für ihn , worauf er den Areopagus vermochte , einen Beschluß zu machen , den Cratippus zu bitten , daß er zu Athen , als eine Zierde der Stadt bleibenc , und der Jugend Vorlesungen halten sollte d . Man kann versichert seyn , daß er sie sehr gutgehalte» haben
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fölle dieses römischen Feldberrn ihn tingeschickt machten , ftch den Vernunftschlüssen zu Ullterwersen , die ihm angeführet werden konnten . Er wußte überdieß mit seinen Schülern freundlich umzugehen , und sie durch die Annehmlichkeit seiner Gespräche zu Lsaubcrii welche von derjenigen pedantischen Ernsthaftigkeit entfernt waren ( C ) , die so viele andre nicht ablegen können , und die der ^üaend Ekel erwecket . Er hat Bücher von der Weissagung gemacht , und ist darüber in eine Besch . oerlichkeic gefallen , die mmrfast niemals vermeidet , wenn man gewisse Lehren nur halb fahren läßt : man bewies ihm , daß die Gründe , die er zur Behauptung desjenigen anwendete , was er behielt , denMeynungen vortheilhaftig waren , die er nicht behalten harte ( D ) . Mo - renhat ohne den geringsten Grund gesagt , daß er im 706 Jahre Roms , zu Athen gelehret habe f .
a ) Siehe die Anmerkung ( A ) . i> ) Siehe dieselbe Anmerkung c ) d ; uetuSvra n } » Sicut ornamento % - rbis . Plutarch . in Cicerone , pag . S ; ? . A . Ebelidaselbst . 0 Plutarch . in Bnito , p . 994 . F . f ) Er ist nach der pharsalischen Schlacht noch Mitylene - 05 gewesen , ( und nicht wie Ionsius auf der , oz S . sager , im Jahre 706 . ) und niemand berichtet uns , daß er in dem folgenden Jahre von da weggegangen wäre .
tippus ist einer von denen gewesen , die ihn empfangen haben . Ipfe ad Cratippum philofophum , ( qui et ipfe Pompeii videndi caufa eo ac - cellerr . t , ) conuerfus , reprehendit , ac de pronidentia dinina pauca qnaedain cum eo difputauit : Cratippo , ne contradicendo moleftus , aut intempeftiiius eilet , fubterfugiente certatnen , et ad meliores ipes fufpiciendas deducente . Etenim Pompeio de pronidentia fui cafus caufatn quaerenti , refpondebat Cratippus : ita accidifle , quod vitioliis reipubl . ftatus monarchiam iam expofeeret ; vieiffimque quaerebat : at quomodo nos^quoueargumento certi fimus te melius , quam Caefarem , vfurum fortuna fuiflfc ? verum haec ( addebat ) quac in deorum funt pofita arbitrio , relinquamtis . Plut . in Pomp . Franks . Ausgabe von , 69 * Tom . II . pa2 . 430 . 431 . Kratippus hat hier einen Streich eines gelchickten Mannes gespielt . Wenn alle seine Wis - senschaft in einen , Schulwitze bestanden hatte , so würde er den Pompe - jus verfolget haben , bis er sich wieba eingeschifft gehabt , und das letzte Wort haben behalten wollen . Er würde seine gesammleten Satze bis auf die zehnte Gegenantwort getrieben , und sich eine Ehre daraus ge - macht haben , ihn in einer Dispuraricn viel vollkommener zu übenvin - den , als ihn Cäsar in einer ordentlichen Schlacht überwunden hatte . Er würde nicht begriffen haben , daß die llmsiande der Zeit solches nicht litten , und daß nian mit den Leidenschastev der Seele , so wie mit den Krankheiten des Leibes umgehen müßte . Das Purgieren und lässen , welche einem Kranken das Leben retten können , wenn man sie zu rechter Zeit gebrauchet , rauben ll , m dasselbe , wenn man sie zur Unzeit ge> brauchet . Wir wollen ebendasselbe von den Leidenschaften fagen : man muß seine Stunde wohl abpassen , >venn man >>e glücklich heile» Iwill . Es ist nichts überlästiger , als gewiss Tröster , welche mit aller Gewalt das Bekenntniß erpressen wollen , daß man sich unrechtmäßiger weise be -
trübe .
( A ) Er har viel Rubin gehabt . ^ Diese Worte des Cicero , de Vniuerfitatc , IM I Cap . bezeugen es . Cratippus Peripateticorum omnium , quos quidem ceo audicrim , meo iudicio , facile prineeps . Wir wollen bemerken , bey welcher Gelegenheit tum , ihm dieses Lob ge - gegeben har ; es ist geschehen , da er saget , daß er von Mitnlene nach EphesuS gegangen , um dem Cicero aufzuwarten , welcher im 702 Jahre Roms , nach Cilicien gieng , die Regierung zu übernehmen . Der Ein - gang des ersten Buches von den Pflichten des Cicero , ist ein ander Zeug - „ iß von des Cratippus Verdiensten . Quarnquam te , Marce fili , annum iam audientem Cratippum , idque Athenis , abundareoportet prae - ceptis inftitutisque Philofophiae , propter fummam et doäoris au - cloritatem , et vrbis ; quorum alter te feientia augere poteft , altera e . vemplis : tarnen etc . Cicero , de Officiis , Libr . I . init . cap . I . siehe auch das II Cap . des II B . desselben Werks . Man findet ein noch viel stärkeres Lob im III B . II Cap . auf der - 8z S . bei» mir . Quamquam a Cratippo - noftro , principe hui , >5 memoriae Philofophorum , haoe te aflidue audire atque aeeipere confido : tarnen condticere arbitror talibns aures tnas voeibus vudiqtie circumfonare - - . fufee - pifti onus praeterea graue et Athenaruin et Cratippi : ad quos cumtanquam ad mercaturam bonarum artium fis profeäus , inanem redire turpilfinnim cft , dedecorantem et vrbis auetoritatem et magiftr i .
( B ) Er dar nickit eigensinnig daraufbtlianoen , mit Sem Pom . - peius über Sie görrliclie Vorsehung , u disputiren . ^ PompejuS Hat sich nach der pharsalischen Schlacht , nach Mitnlene dringen lassen , um von da seilte Gemahlinn abzuholen . Plutarch . in Pompeio , p . 6 * 8 . Er Hat statt der ganzen Flotte , nicht mehr als ein einziges gelehntes Schiff gehabt . Die Einwohner kamen an das User gelaufen , und ba - t ! >en ihn , in ihre Stadt zu kommen . Er hat sich dafür bedanker .

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