Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6319

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Cotterus . Cousin . Crantor .
Cötteru^ , ( Christoph ) einer von den dreyenPropheten , deren Offenbarungen Commeniuö herausgegeben hat . Siehe Rotteruo .
Cousin , ( Gilbert ) lateinisch Cognatus , zu Nozeret , in der Franchecomte , im l5O5Iahre gebohren a , ist eine gelehrte Person gewesen , und hat es durch eine große Anzahl Schriften bezeuget , davon man das Verzeichniß in dem Auszüge der ges - nerifchen Bibliothek sieht . Er war des Erasmus Diener ( A ) , und er hat an ihn : einen Herrn gesunden , der seinen guten Eigenschaften Gerechtigkeit wiederfahren lassen . Erasmus hat viel Hochachtung gegen ihn gehabt , und ihn viel Dinge ge - lehrt ( B ) . Er hat «hm ein Canonicat zu Nozeret verschafft , und ihm sein HauS mit ziemlichen Vortheilen angebothen , da er seiner Pfründe , wegen der vielen Rechtshändel , überdrüßig wurde , die sie ihm verursachte . Eiche den XLVI , LI und LV Brief des XXVIi Buches des Erasmus . Cousin ist 1563 noch am Leben gewesen ( C ) . Er ist kein gelehrter Dieb , in Ansehung der vomThomasiuS angeführten Stelle gewesen b ; denn seine Noten über den Lucian , sind eher gedruckt worden , als die Aduerfaria des Pecer Pithöus , das Licht gesehen haben .
d ) Epit . Biblioth . Gesneri . b~ ) Thomafius de Plagio Litterario , n . jso . pag . 232 . wo er bekennet , daß er nicht wisse , welcher von diesen zween Schriftstellem dem andern vorgegangen fty .
( A ) war Oe - i Erasmus Dieners Hier ist es , was Erasmus an Ludwigen von Vers , Abt des St . Marien - Berges , geschrieben , der ein Anverwandter Cousins gewesen . Gilbert» , Cognatus mihi iam plusquam trienniura fidelem et commodum praeftitit fainulum , quem ego tamcu ob mores liberales non tarn pro famulo habui , quam pro conuiöore , et in ftudiorum laboribus socio . Proinde et tuae reuerendae amplitudini gratulor talein cogiiatum , et illi mul - to magis tarn amicum et benienum patronum . Ich habe dieses aus dem XLVI Briefe des XXVII Buches des Erasmus gezogen . Er ist den 11 des Christmonats 15zz geschrieben .
( B ) Erasmus - - - - - - bar ihn viel Dinge gelehrt . ]
Erasmus rechnet dieses unter die Nutzbarkeiten , die er aus seinen Dien - sten gezogen ; und er will ihn auch von der ansteckenden Gefahr der neuen Meynungen abgewendet haben . Spero autem fore , vt illum temporis apud nie pera & i non poeniteajt , nam praeter eruditioni»
frudhim , quem ex mea confuetudine coepit haud poenitendum - - poterat alibi nonnihil attrahere contagii a fedtarum atnatoribus , apud me vero etiam fi quid attraxifiet , purgari potuit . Erasm . Epift . XLVI . Lib . XXVII . Ich weis nicht , welches Cousins Meynungen bey Lebzeiten des Erasmus gewesen sind ; allein ich zweifle nicht , daß er nicht nach diesem , entweder ein Protestant ? , oder ein Gönner der Protestan - - ten gewesen ist . O )
( - - ) Wenn man seine Magien liest , so wird man stark veranlasset , solches zu glauben . Man sehe unter andern das Cavitel unter dem Ti - tel ° . Magis phantafticus , quam Papae mula . Crit . Anm .
( C ) i£c ist im > ; 6 ; Jahre noch am JLcben gewesen . ^ Dieses erhellet aus dem Vorberichte an den Leser , welchen Marcus HvppeniS vor die Ausgabe Lucians gesetzet hat , die im i ; 6z Jahre zu Basel her - ausgekommen ist . Cr giebt dem Gilbert Cousin darinnen viel Lob , des - sen Noten in diese Ausgabe eingeschaltet worden .
ein griechischer Philosoph und Poet ( A ) , war zu Solos in Cilicien gebohren . Er verließ sein Vaterland , wo er bewundert wurde , und gieng von da nach Athen , und wurde daselbst , nebst dem Polemon , des Xenokrates Schüler - ( B ) . Nachdem dieser dem X - nokrates , gegen das Ende der «6 Olympiaö h , in der Akademie gefolget war , so hatte er das Vergnü - gen , eben denselben Krantor unter der Zahl seiner Schüler zu sehen , der ehmalS sein Mitschüler gewesen war . Dieses ist ihm rühmlich gewesen ; denn dieser Schüler war gelehrt genug , die Weltweisheit zu lehren , und man war so überzeugt davon , daß , da er sich unter wahrender einer Krankheit in den Tempel des Aesculapius begab c , sich viele Personen , in der Einbildung , daß er daselbst eine schule anstellen wollte , dahin verfugten , und sich unter seine Zucht begeben wollten . Arcesilauö , sein Lieb - ling , gieng nicht in dieser Absicht dahin , sondern in der Hoffnung , eine gute Empfehlungsschritt an den Polemon von ihm zu erhalten . Er erhielt was er wünschte ; Krantvr war so wenig verdrießlich über diese Bitte , daß er selbst , so bald er genesen war , ein Zu - börer Polemons wurde d . Er wird für einen Pfeiler der platonischen Secte gehalten ( C ) , und er ist der erste gewesen , der Auslegungen über die Werke des Plato gemacht hat e . Wenn er die andern Dinge nicht deutlicher , als dasjenige erklaret hat , welches die Natur unsrer Seele betrifft f , so Hatte er so gut , als Plato , eines neuen Auslegers nöthig . Er hat ein Buch vom Tröste gemacht , welches verlohren gegangen , und welches man hoch geschähet hat ( D ) . Er ist nicht sehr alt gewesen & , da er an der Wassersucht gestorben » . Er hat sein Vermögen dem Ärcesilaus hinterlassen . Dieses Vermögen hat sich aus zwölf Ta - lente belaufen Es ist nicht wahr , wie einige versichern k , daß er nach dem Tode des Philosophen , Vrares , in der demie gelehret hat ; denn er ist vor dem Krates und Polemon gestorben l .
a ) Diogcn . Laert . Lib . IV . num . 24 . Anstatt polemon , liest man im Moreri philemon . b~ ) Diogen . Laert . in Xenocrate , Libr . IV . num . 14 . c ) Ebendaselbst . Ebendaselbst Num . 25 . e ) n ? <ür«« ri maraw ; ifry>>r« . Proclus , Libr . I . in Timaeum apud Menagium , Not . in Diog . Laert . Libr . IV . num . 27 . / ) Siehe seine Meynungen hierüber , in dem Tractate Plutarchs , rj ; l» Tt / taiu ^uxoyeiiaf , p . 1012 . u . f . g ) Diog . Laert . Lib . IV . n . 25 . 6 ) Ebendas Num . - 7 . Ebendas . Num . 2 ; . * 0 Foucher auf der 28 S . seiner Historie von der Philosophie der Akademiker . / ) D . Laert . Lib . IV . n . «7 .
( A ) örc war ein griechischer poete . ] Man merke , daß er seine Gedichte , nachdem er sie versiegelt , in den Tempel der Minerva zu SoliS geleget hat . Diogen . Laert . Lib . IV . n . - 7 . Man vergleiche dieses mit demjenigen , was ich vom HeraklituS in der Anmerkung ( E ) , des Artikels EuripiSes sagen werde .
( B ) ( Sc ist nebst dem polemon ein Schüler Oes Xenokrates gewesen . ] Carl Stephan , Lloyd und Hofmann , sagen mit Unrecht , daß er nebst dem Xenokrates und Polemon auch ein Schüler des Plato gewesen sey .
( C ) Er rvird für einen Pfeiler der platonischen Secte gehal« ten . ] Cicero blechet mir den Beweis davon in diesen Worten dar : Crantor illc , qui in noftra Academia , vel in primis fuit nobilis - Tufcul . Lib III . cap . VI . Er vergißt ihn fast niemals , wenn er vou den ersten Nachfolgern des Plato redet : Speufippus Piatonis fororis filius , et Xcnocratcs , qui Platonem audierat , et qui Xenocratem Po - Iehio et Crantor , nihil ab Ariftotele , qui vna adierat Platonem , ma - gnopere diflenfit . - - Arcefilas primum etc . Ebenderselbe , de Oratore Lib . III . cap . XVIII . Man merke im Vorbeygehen , daß diese Stelle des Cicero zur Widerlegung der dreyen Wörterbücher dienen kann die ich in der vorhergehenden Anmerkung getadelt habe . Sie ver - sickern daß Z - enokrateö und Polemon des Plato Schule mit neuen Lehrsätzen angefüllet hätten . Man findet diese ganze Stelle de« Cicero oben in dem Artikel Arcestlaus , nebst einigen andern , wvrzu das V B . de Einibus I Cap . z» fügen , welche dasjenige bekräftigen , was ich die - sem römischen Redner zueigne ; und wenn inan erkennen will , was man für Werks aus dem Krantor gemacht , so darf man nur diese zween Verse des Horaz , Epik . II . Lib . I . v . 3 . lesen :
Qui quid fit pulcfnm * , quid iuftum , quid vtile , quid non
Plenius ac melius Chryfippo et Crantore dicit .
Dieß saget man vom Homer .
* Hier sehe man ein Bevspiel der menschlichen Schwachheit , in dem Mangel der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses . Herr Bäole hatte gewiß den Horaz wohl gelesen , wußte auch die Regeln des Sylbenmaßes , und die Scansion eines Herameters so gut , als ein andrer : Gleichwohl hat er uns diesen Vers des Horaz nicht nur zuerst falsch geschrieben , sondern auch bey der andern Auflage des Wörterbuchs , die er selbst von Druckfehler» gesäubert , von 1702 . nicht in Ordnung gebracht . Auch die nachfolgenden Ausae - ber von Rotterdam ? Bafel und Amsterdam , haben diesen Fehler wider die Quantität und Scansion nicht bemerket ; ob sie gleich sonst
vielen Fleiß angewandt . Gleichwohl ist es ganz augenscheinlich , daß das Wort iuftum , sich in den Vers gar nicht schicket . Und es fällt einem jeden , der den Horaz nur halb gelesen hat , leichtlich ein , daß es heißen muß :
Qui , quid fit pulcrum , quid turpe , quid vtile , quid non ? etc .
Nun gehe man hin , und errege gelehrten Männern grammatika - lische Kriege , über solche kleine Versehen in Sylben und Wörtern . Wer mit Sachen beschäfftiget ist , kann solche Kleinigkeiten leicht vergessen . G .
( v ) Er hat ein Buch vom Tröste gemacht - - - das
man fchr hoch geschätzt hat . ] Unter diesem Titel ist es in dem I Buche XLVIIK & ip . der Tusculanen angeführt . Simile quiddain eft in Confolatione Crantoris . Dasjenige , was in dem Cicero darauf folget , ist ein Beweis , daß . Krantor den Locum communem , vom de dieses Lebens nicht vergessen hat : es ist auch keine Sache , die man in dergleichen Schriften mit Stillschweigen ubergehen kann ? kann man wider einen Vater urteilen , der den Tod seiner Kinder beweint ; kanu man , sage ich , Trostgrunde für ihn zusammen bringen , ohne daß man sich des Bösen erinnern sollte , dem das menschliche Leben ausgesekt ist , und welches unzählige Leute vermieden haben würden , wenn sie nicht lange gelebt hatten ? Hier ist die Antwort , die einem Vater in dem Orakel der Tobten gegeben worden . ( Pfychomanteum . )
Ignaris homines in vita mentibus errant Euthynous potitur fatonim munere laeto "
Sic fuit vtiltus finiri ipfique tibique :
Du beweinest den Tod eines Sohnes , und fragest nach ber Ursache eines so großen Unglückes : wisse , daß die Menschen unwissend sind ; Er ge - meßt einer angenehmen Wohlthat , welche ihm dasVerhängniß erwiesen hat . Sein und dein Nutzen haben es erfordert , daß er dieses Leben verlassen hat . Beym Cicero in Tufcul . I . cap . XLVIII . aus dem Kran - tor DiestHistorie findet sich weitläuftiger imPlutarch , vom Tröste , ans der 109 S . ohne daß Krantor angeführet wird . Dieß ist ein Stück aus Kranrors Bücke . Zch glaube , daß der Titel dieses Werkes ist : de Luftu ; denn also hat es Diogenes Lamms bemerket , - jck führe seine Worte an , weil sie ein auserlesenes Lob enthalten : ©<»« - fIi kütS h & xnet ß . € * lov to * ' ( • Diogen . Laert . Lib . IV .
num . 27 . Man berounöert vornehmlich seinen Tractar von dev Trauer . So muß cs l>eißen , und nicht wieMoteri saget , von derVe - rrübniß . Aus gleichem Grunde muß ich diese Stelle anführen : Le .

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