Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6309

Cotta .
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und im II B . seiner Historie anzuführen . Es ist wahr , man sieht in dem XI 2>uc . , e einen Lorys , Koniq von klein Armenien , dessen Moreri gedenket ; allein es wird nicht von diesem Cotys im XII B noch von einem einzigen Cotys , im II B der Historie geredet ; und folglich sind des Moreri Anführungen sehr fehlerhaft , weil man . außer dem von mir gleich angeführten . ihn annoch fragen kann : Warum habet ihr denn Nie - mand wegen de« Cows . angefnhret , welcher , wie ihr saget , sein R<5 - nigrcicl ? 'mit Vcm Rheskuporis gcchcilt hat 1 Der Cotys , im XII B . der Jahrbücher , ist der Bruder des Mirhridates , Königs vom Bosphorus gewesen . Dieser im XI Buche ist vermutlich der Sohn dieses Cotys , Königes von Thracien , gewesen , den sein Oheim Rhesku - poris , so grausam mishandelt hat : ich werde weiter unten davon reden . Was mich von dieser Sohnschaft überzeuget , ist . daß der Kaiser Caligu - la , da er dem Cotys klein Armenien , und ein Theil von Arabien ben . dem Rhömetalkes die Staaten desselben CotyS zugetheilet hat . Dio , Libr . LIX . aufs 79' Jahr , 745 S , bey mir . Dieser Rhömetalkes ist ohne Zweifel ebenderselbe gewesen , der nach der Verdammung des Rbeskuporis , des Cotys Mörders , vom TiberiuS einen Theil von Thracien erhalten hat , mittlerweile das andre Theil des CotyS Söhnen gegeben worden . Tacit . Annal . Lib . II . cap . LXVn . III , Der größte zer des Moreri ist eine Unterlassungssünde . Er hat eine Erzählung unter den Händen , die voller Sittenlehre ist , dazu ihm TacituS dieMa - terialien darbiethet : waruni hat er sich nicht dieselben zu Nutze ge - macht ? Wir wollen seiner Nachläßigkeit nicht nachahmen . Die zween Prinzen , unter ivelche Augustus Thracien getheilet , sind von sehr ver - schiedener GemüthSart gewesen - Cotys ist ein ehrlicher Mann , höflich , fteundlich . angenehm gewesen , Rheskuporis aber war ein wilder , grausa - mer herrschsüchtiger Geist , und der keinen neben sich leiden können . Ipfo -
rumqiie regiirn ingenia , illi mite et amoenum , huic atrox , auidumet focietatis iinpatiens erat . Ebend . im LXIV Cap . aufs 772 Jahr . Ta - citus hat durch diese Anmerkung seine Leser vorbereitet , die Veränderung ohne Erstaunen anzusehen , die er vorzustellen hatte . Es mußten sehr dumme Leser seyn , welche nach diesem nicht vermuthet hätten , den CotyS seiner Staaten beraubet zu sehen . Es würde fast ein Wunderwerk wesen seyn , wenn der Theil des ehrlichen Mannes , nicht der Raub des unehrliche» ! Mannes hätte werden sollen . Rheskuporis hatte sich bey Lebzeiten des Augustus , vor dessen Macht er sich gefürchtet , gestellt , als wenn er friedlich mit seinem Nachbar lebte . und seine unrechtmäßigen Streiche heimlich gespielt : allein sobald dieser Prinj gestorben war , hat er sie mit vollen Segeln spielen lassen . TiberiuS hat aus die er , langte Kundschaft davon , diese beyde Prinzen wissen lassen , daß eS sein Wille wäre , ihre Streitigkeiten ftiedlich zu endigen . Es hat weiter nichts gebraucht , den Cotys zu vermögen , die Waffen niederzulegen : und wie er die andern nach sich selbst beurtheilet . so hat er in eine Unterredung ge - williget , die ihm Rheskuporis vorgeschlagen , und hat zur Bezeugung sei - ner Auftichtigkeit versprochen , sich bey dem Feste einzufinden , welches Rheskuporis unter dem Verwände , die Freundschaft zu befestigen , ange - stellet . Er mochte die Rechte der Redlichkeit , und der Gastfreyheit vor - stellen , wie er gewollt , so sah er sich nach dem ihm gegebenen Wohlleben mit Ketten beleget . Rhcscuporis ficbi modeftia , poftulat , eundem in locum coiretur , poffe de controuerßis , colloquio trtnfigi . Nec diu du - bitatum de tempore , loco , dein conditionibus : cum alter facilitate , alter fraude cundta inter fe concederent , aeeiperentque . Rhefcupo - ris fanciendo , vt dictitabat , foederi , conuiuiutn adiieit ; tradkaque in muitam noöem laetitia , per epulas ac vinolentiatn incautum Co - tyn , et poftquam doluin intellexerat , facra regni , eiusdem familiae , Deos , et bufpitales menfas , obteltanteni , catenis onerat . Ebendaselbst LXV Cap . Rheskuporis schrieb , nachdem er sich ThracienS ganz be - mächtiger hatte , an den Kaiser , daß er sich ju dieser That genothiget gese - hen , um dem CotyS zuvorzukommen , der eine Verratherey wider ihn sponnen aehabt . Thracia omni potitus feripfit ad Tiberium , ftruclas fibi infidias , praeuentum infidiatorem . Ebendajelst . Dieses ist die gewohnliche Untreue , womit die allerungerechtesten Dösewichter ihre fchwarzen Schandthaten beschönigen . Die Antwort des TiberiuS hat ihn versichert , daß er kein MiStrauen haben dörfe , wenn er un - schuldig wäre , und daß er den Cotys nur in Freyheit setzen , und nach Rom kommen solle , seine Rechte auszuführen . Er hat aus einer viel feinern Ttaatskunst . als man denket , lieber wegen eines vollkommenen , «\t wegen eines halb vollbrachten Verbrechens , strafbar seyn wollen : er hat den Coiys umbringen und ausstreuen lassen , daß sich CotyS selbst entleibet hätte . Rhefaiporis inter metuin et iram , cunclatus maluit patrati quam ineepti facinoris reus efle : oecidi Cotyn iubet , mor - temque fponte fumtam ementitur . Ebendaselbst LXVl Cap . Allein die qottliche Gerechtigkeit hat nicht erlaubet , daß er eine . msechtmaßlge Besitzung lange Zeit genossen hatte . Er ist nicht verschlagen genug gt» wesen . die Fallstricke des Kaisers zu vermeiden : ( Paterculus im LXXIX Cap . des II B . hat sie unter die Staatsstreiche des TiberiuS gesetzt , die am besten ausgefuhret worden . ) Er hat nach Rom kommen müssen , und ist von dem Rathe , welcher auf die wider ihn erhobenen Klage der Witwe des Cotys , Recht ergehen lassen , seines Königreichs , und auch der Freyheit beraubet worden . Er ist nach Alexandrien geführt und hinqerichtct worden , entweder weil er sich zu entfliehen bemühet , oder
weil man ihn eines Verbrechens verdächtig gehalten . Sein Sohn Rhömetalkes , welcher keine» Theil an seinen Ungerechtigkeiten gehabt , hat solchen mich nicht an seiner Strafe gehabt . Thracien ist un - rer ihn und die Söhne des Coty« vertheilr worden , und man hat über diese , wegen ihrer Jugend , dem Trebellienus Rufu« die Vor - mundschaft aufgetragen , welcher Regente des Königreich« gewesen . Der IVte Fehler des Moreri ist . daß er den Cotns , den Vetter des Rheskuporis , von demjenigen unterscheidet , von welchem Ovidius redet ; denn man darf nicht zweifeln , daß derjenige , an welchen dieser Poete eine Elegie gerichtet hat , nicht eben derselbe fty , den TacituS lobet , und
welchem Augustus einen Theil von Thracien gegeben hat . Ovidius leget ihm große Lobeserhebungen bey , und bitter ihn um seinen Schuft Er berichtet ihm an einem Orte , daß der Ort seines Elendes in 6A barschaft seiner Staaten ist ,
Fama loquax veftras fi iam peruenit ad aures ,
Me tibi iinitimi parte iacere Soli .
Ouid . Epift . IX . Libr . II . de Ponto , v . 2 .
und an einem andern Orte , daß er in seinen Vestungen wohne :
Tu quoque fac profis intra tu» caftra iacenti .
Ebendaselbst v .
Dieß ist ein wenig dunkel . Wir erfahren aus diesem Briefe des Ovl - diils , daß Cotys studiert , und auch gute Verse gemacht hat :
Adde . quod ingenuas didieifle fideliter artes ,
Emollit mores , nec Unit efle feros .
Nec regum quisquam magis eft inftrudVus in illis ,
Mitibus aut ftudiis teinpora plura dedit .
Carmina teftantur , quae fi tna nomina demas ,
Threicium iuuenem compofuifle negem . '
Da« Alterthum seines Geschlechts ist so ansehnlich gewesen , daß ti 6t« auf den Eumolpus zurück gestiegen . Ebendaselbst v . 2 . und 19 . Nun ist Eumolpus derjenige gewesen , der die Arhenieser die Geheimnisse ihrer Religion gelehret . Plutarch . de Exilio , pag . 607 . B . V . Endlich kann man dasjeniqe verwerfen , wa« Moreri gesaget hat . Saß ( Eotys ein qe» wister König der ( Beten gewesen , ; u rvelckem Goidius ins »LlenS verwiest» rvorven . Es ist gewiß , daß das Königreich des Cotys Tbmcien , und nicht da« Land der Geten gewesen . Vielleicht hat Cotys in Tomos , dem Orte der Verbannung des Ovidius , Besatzung gehalten ; allein dieß heißt nicht König der Geten seyn ; und also scheint LivsiuS keinen Grund zu haben , wenn er saget : in huins regno vates ille exfulauit , quod feire volo iuuentutem . Lipf . in Tac . Annal . Lib . II . cap . LXIV . hat man wohl jemals einen Prinzen gebethen , wenn man in seinem Kö - nigreiche ist , daß er e« so veranstalten möchte , daß man in der Nachbar - schaft seiner Staaten , in Sicherheit leben könnte ? Gleichwohl ist die - fts der Beschluß von des Ovidius Bittschrift :
Hac ( natali humo ) quoniam careo , tua nunc vicinia praeftet , Inuifo pofllm tutus , vt efle loco .
Einige glauben , ( siehe den Ovidius , Variorum in 8 , Tom . III . p daß derjenige , an »wichen Ovidius geschrieben , de« Cotison , Kö , i'^s des Geten , Sohn gewesen , von welchem Sueton im August ^XIII Cap . folgendes saget : M . Antonius Icribic primum cum ( Augußum ) Antonio filio fuo defpondifle luliam : dein Cotifoni Ge . tarum Regi , quo tempore fibi quoque inuicem filiam regis in ina - trimomum petiiflet . Diese Worte enthalten zwey Dinge , die sich in keinem einzigen andern Scribenten finden . I . Daß Auqustuö seine Tochter Julia , mit dem Könige der Geten , Cotison , vermählen wollen . II . Daß er sich mit der Tochter dieses Cotison vermählen wollen : mit Erlaubniß eines großen Kunstrichters , ( CasaubonS über diese Worte Suetons . ) so ist dieses der Sinn der Worte Suttens ; welche mau nicht durch die beständige Ergebenheit Augusts , gegen seine Gemahlinn , die Livia , widerleget . Man muß wissen , daß es Marcus Antonius ist , der da redet , und daß er nicht alles so genau beobachtet , wenn es darauf angekommen , diesen Kaiser verhaßt zu machen . Das geringste Ge - rüchre , der geringste Verdacht , waren ihm schon genug , Artikel in seine Manifeste daraus zu machen . Allein ich komme wieder auf das vorige Zunicke , um d>e , en>qen zu widerlegen , welche sagen , daß Ovidius an ei . nen Sohn Cotisons geschrieben hat . Ich setze ihnen den Tac . tuS ent - gegen , welcher in des II B , LXIV Cap . seiner Jahrbücher förmlich ge - saget hat , daß CotyS , der König über ein Stück von Thracien . zur Zeit bers , diesen Theil des Königreichs , nach dem Tode des Rhömetalkes , seiiies Vaters , vom August erhalten habe . Also muß der Cotys , der zur Zeit der Verbannung deS Ovidiu« , in Thracien regieret hat , der Sohn diese« Rhömetalkes gewesen seyn . Tillemont in der Kaiserhisto - rie , I Th . at S . bey mir , hat sich betrogen ; wenn er sich einbildet , daß er nur der Vetter diese« Rhömetalkes qewesen ; und hier ist es , was ihn vermuthlich betrogen har . Er hat gesehen , daß im 75z Jahre Rom« , Rhömetalkes das Königreich Thracien , als Vormund der Sohne de« Cotys , seiner Neffm , regieret hat . rSio , LIV B . 6> - S . ) und daß 759
Bf £ ® ! ? ber' 6ie Feinde verjagt haben
Ebendas . LV B . 651 . 65 - S . Er hat also geglaubet . da« derieniae ffo - W , welchem Augustus nach dem Tode des Rhömetalkes . einen Theil von Thracien gegeben . einer von denen unmündigen Söhnen de - Cotys ge - we / m , über welche Rhömetalkes , im 738 Jahre , die Vormundschaft ae - habt . Er würde dieses nicht geglaubet haben , wenn er Acht gegeben hätte , daß das Zeugniß des TacituS , durch die Lobsprüche des Ovidiu« , merklich bestärket wird , die Ovidius der Tapferkeit des Vaters , von dem Cotys deyleget :
Non tibi Cafiändreus pater eft - - - Sed quam Marte ferox , et vinci nefeius artnis Tarn nunquam faöa pace cruoris amans .
Ouid . Epift . IX . Lib . IL de Ponto , v . 43 .
seit 738 bis ( siehe den
Diese Lobsprüche kommen dem Rhömetalkes zu , den man 759 , von Zeit zu Zeit auf dein Schauplatze erscheinen sieht ,
D>o im LIV B . 612 und 6 - 4 S . und im LV B . 6 ; , Seite , / und man müßte viel willkührliche Voraussetzungen machen , wenn man sie auf ei - nen CotyS einrichten wollte , der vor dem ? ? 8 Jahre gestorben ist , und seine Sohne sehr jung hinterlassen hat , welche« zu vermutden Anlak giebt , daß er nicht lange regierer hat . v *
■fl , rffafedian ) hat Scholien ad Mediolanenfium Statuta , und einen kleüttn^ractat von Rechtsg '« Mi . d - m MuriuS Scä^la anfängt , und mir dem And«° - ß Er h« auch
ten gemacht ,
Memo -
dZMta ,
gemacht " welches im l ; 72^Iahre zu Venedig in ottav gedrukt worden , und nichts als eine Plünderung anderer Schriftsteller ij^ ^ . Er erkennet es zu Anfange seines Werkes selbst , und dieses remlget chn von dem Verbrechen des gelehr .
ten Diebstahls . . . . . .
- ) Teiflier Catalog . n Catalogorum , ctc . pag . 5 - . > ) Mul« vcl potw» qiulto« colkgit Sn . fi» G * ntil . in Apolog . Apuleii ,
„ ff

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