Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6298

2Z2 C0tys .
verschnitten hatte . Cersobleptes , der Sohn des Cotys , folgte seinem Vater im Königreiche ; er hat eine Schwester gehabt , die des Iphikrates Gemahlinn gewesen , ( E ) . Ich glaube , daß es dieser Cotyö ist , dessen Plutarch in seinen Apuphthegmaten gedenket ( r ) . Anderswo hat er von einem ( Zotye , einem Könige in Paphlagonien geredet , der einen Bund mit dem Agesi - laus gemacht , und bey dieser Gelegenheit ein schönes Magdchen geheirathct hat c . Titus Livius gedenket eines Cotpo , Koni - ges der Odrysen , welcher für den Perseus , König in Macedouien , getreulich wider die Römer gefoäMn hat d . Tacitus hat von etlichen Prinzen geredet , die den Namen Corps geführet , davon uns Moreri keine allzugute Nachricht , giebt ( G ) .
Ich erinnere diejenigen , welche die dritte Ausgabe dieses Wörterbuchs nicht haben , daß man in den beyden vorhergehenden die Anmerkungen ( A ) und ( B ) dieses Artikels verbessern muß . Ich habe die Beobachtung des gelehrten Maussac richtig gefunden .
a ) Harpöcration in Voce KoTt / j . f ) Demofthenes aduerf . Ariftocratem , p . 453 . A . c ) In Vita Agefilai , p . 601 , d ) Liuius , Libr . XLII . 0 Ich habe es dem Herr» Veißiere la Croze zu danken .
( A ) hat seine eigene Gemablinn voneinander gespaltet t f Athenäus erzählet Die Sache , nach des Dalecliamps Ueberstnung , nickt auf diese Art . ] Nachdem er im XII B . VIII Cap . sz> S . gesaget : daß Cotys der allerwollüstigste Prinz , der jemals in Thracien geherrschet , gewesen '0« ivinm r£v ßaai / Jm rfi» « t£
ytytvwtfaw , n & Mfx Kgo ( >iSunaäetat VM rgutpx ( ue / i^fs .
Omniurn Thraciae regmn quotquot vnquam fueriint deditiflimus voluptati ac deliciis , erstlich unglücklich zu werden , angefangen habe , nachdem er die Gottinn Minerva beleidiget gehabt : so erzählet er das - jenige , ' was ich sagen will . Cotys hat einsmals diese Göttinn Heirathen wollen : das Hochzeitfest wurde gegeben ; die Brautkammer war zurech - te gemacht ; es sehlre weiter nichts , als die Braut . Der betrunkene Cotys erwartete sie Mit Ungeduld , und gerieth in einen wüthenden Zorn , da er sie nicht kommen sah ; er schickte einen von seinen Trabanten an sie , um zu erfahren , ob sie sich nicht in die für sie zubereitete Kammer begeben hatte . Der Trabant ? brachte die Antwort zurück , daß er nie - mand gesehen , worüber dieser rasende Prinz in solche Wuth verfiel , daß er den Bochen niederstieß . Er schickte einen andern ab . der eben diesel - he Antwort zurück gebracht , und gleiches Trinkgeld erhalten . Der drit - te , den er dahin schickte , spiegelte sich an ihrem Unglücke , und hütete sich wohl , zu sagen , daß er niemanden gefunden harte : Cr versicherte , daß Minerva schon lange auf den König gewartet hätte . Allein sein Be - trug hat kein besser Schicksal , als jener Aufrichtigkeit gehabt : Cotys , welchen die Eifersucht überfiel , daß sich dieser dritte Äothe der Gele - genheit bedienet haben möchte , die ihm die Ungeduld der Braut darge - Kothen haben könnte , hat ihn angefallen , und von den Schaamgliedern angefangen , ihn in Stücken zu reißen , 'o H «r<5 ; 1tot» < ? i»ao -
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tü» alioluv & e$ & tJ . sva ( . Tum rex zelotypia percitus ne quid in vxo - rem fuam aufus ille füiflet , manibus fuis militem confcidit ac di - feerpiit a pudendis exorfus . Ebendaf . 532 S - Aus dem Theopompus . Dieß ist die Erzählung des Athenäus , wenn man seinem Dolmetscher folgen will ; allein man muß ihm nicht folgen ; er hat nicht Achtung darauf gegeben , daß die Worte : 'o Si ßxeiMäz ir6« »er« , den Ansang einer andern Erzählung machen und bedeuten , Rex ifte aliquando . Ich war ihm gefolget , und ich habe diesen Jrrthum auf die Erinnerung des Herrn Veyßiere la Croze ausgebessert .
( . B ) * - , der gelehrte Maustäc wohl beobachtet hat . ^ Er will , daß Theopompus im Athenäus ebendasselbe versichere , was Oar - pokration versichert , nämlich , daßCotysseine eigene Gemahlin» in Stü - cken zerrissen hat ; und er tadelt den Dalechamv , daß er den Athenaus so übersehet hat , als wenn dieses barbarische Verfahren dem dritten Bo - then , und nicht der Königinn selbst wiedersahren wäre . Eruditiflimu« Dalecampius longiflime errauit a veritate hiftoriae , cum haec Grae - ca verba Theopouipi . . . ita vertit . Siehe da« Griechische des Theopompus und die Dolmetschung Dalechamps , in der vor - hergehende» Anmerkung . ) - - - Imo e contrario midierem pro - priam difeerpfit : vt optime^ habet Harpocration , qi'od defignant euidentiflime illa verba Tijv a - ^uw«> : falfiflimum autem eft , etim confcidiile tertitmi militem . Fraudi fuit fine dubio eniditiffimo illi interpreti vox a öjaixov , cui non animaduertit cdniundhim efle ar - ticulum rvjv , et hoc in loco mulierem fignificare . Haec velirn dich in faiiorern rudioruin . Philippus Iacohus MauJJacus , Not . ad cration . p . 221 . leidnischer Ausgabe , von 168Z .
C ) Ein gervWr Python hat ihn ermordet , und sich nach Athen gererter , iro er herrlich belohnet worden . ] Ben gung dieses Streiches , har ihm sein Bruder Heraklides Beystand stet . Dcmoftlienes adu . Ariftocratem , p . m . 445 . C . Siehe die gende Anmerkung . Nach diesem Meuchelmorde , hat er nirgends cherheit gefunden : Ebendas . 446 S . C . Allein er hat geglaubet , daß Athen , wegen der langwierigen Kriege , die es mit dem Cotys geführet , eine sehr gute Freystatt senn würde . Er ist also dahinein geflüchtet , und hat um Ertheilung des Bürgerrechts angehalten . Er erhielt nicht nur dieses Vor - recht , ( Ebend . 445 S . L . ) sondern auch eine qoldene Krone ; und man hat ihn mit so vielen Lobsprüchen , in denen vor dem Volke gehaltenen Reden , über - häufet , daß er , als er Ursache zu bemerken gehabt , daß man ihn dem Neide äusserte , da man den Ruhm des von ihm begangenen Meuchelmordes , bis an den Himmel erhob , eine Erfindung gesucht , die wider ihn ent - standen« Eifersucht zu mildern . Plutarchus , de Ali laude , p . 542 . E . et de gerenda Republica p . 8>6 . E . Er hat sich dem Volke gezeiget und gesaget , daß er nichts von dem Ruhme dieser Tbat verlange , die er ans keiner andern Ursache verrichtet , als einer Gottheit , seinen Arm zu leihen , und daß man folglich dieser Gottheit alles Verdienst zueignen müsse . Diokles , in des Diogenes LaertinS IX B . Num . 65 , saget fälsch - lich : daß es der Philosoph Pyrrho gewesen , den man zur Belohnung des an dem Cotys begangenen Mordes , mit dem atheniensischen Bnr - gerrechte beehret habe . Der Krieg hatte die Herzen der Athenienser sehr verändert ; denn sie hatten «Hedem dem Cotys das Bürgerrecht und eine goldene Krone gegeben . Demofthenes adu . Ariftocratem , p . 44v B . Man giebt vor . daß er ihnen , um zu bezeugen , daß er sie eben so hoch schätze , als sie ihn , das Bürgerrecht in Thracien gegeben habe . Capax generofi fpiritus illud quoque didhim regis Cotys ; vt cniin ab Athenieniibiis ciuitatem fibi datam cognouit ; etego , inquit , illis meae gentis ins dabo . Aequauit Athenis Thraciam , ne vieifli - tudine talis beneficii imparem lc iudicando , humilius de origine fua fentire exiftimaretiu . Valerius Maxinius , Libr . III . cap . VII . zu Ende
( D ) ? t i pvthon und sein Bruder wurden ; u dieser Thar gereizt , den Tod ihres Vaters $1» rächen . Arilioreles belehret mich dieses . ^ Dieß geschieht im X Cap . des V B . seiner Politik . Man muß dämmen etwas verbessern : U yjj 'hcuxmISii ; 0i
Atiioi Kctw , - r« irarfi tifiugSvret . Iam Paro et Heracli -
dae Aenii Cotyn interemerunt , patris iniuriam vlcifcentes . Dieses liest man in meiner Ausgabe Aristotels , auf der 30s Seite . D . welches die Genfer von 1605 ist . Man muß uuim anstatt n«f«v setzen , und also übersehen : Iam Python et Heraclidez u . s . w . Wir müssen nicht vergessen , daß Plutarch beobachtet : es wären diese zweene Mörder des Cvtvs , des Plato Schüler gewesen . Plutarch . adu . Colotem . p . »z6 . Man sehe auch den PhilostracuS , im I Cap . des VIIB . vom Leben des ApolloniuS , wo er saget : daß sie von der Seete der Akademiker ge - wesen .
( E ) & ein Sohn , - - - hat eine Schwester gehabt , die de» Iphi^races Gemahlinn gewesen . ] Menestheus , der aus dieser Ehe ent^rsssen . hat eines Tages gesaget , daß er weit mehr aus seiner Mnrrer , als aus seinem Vater mache : weil seine Mutter alles ihr mög - lichstes gerhan , ihn zum Athenienser zu machen , da hingegen sein Vater alle seine Kräfte angewendet , ihn zum Thraeier zu machen . Menefthea filium reliquit ( Iphicrates ) ex Threfiä natum , Goti regis filia . Is cum interrogaretur , vtrum p / uris matrem patremue faceret ; matrem inquit . Id cum omnibus miruin videretur : at ille , merito , inquit , facio . Nam pater , quantum in fe fuit , Thracem me genuiti contra mater Atbenienfem . Cornel . Nepos in Iphicrate , zu Ende . Man fehe , wie groß der Ruhm der Athemenser gewesen : sie haben ihr Bürgerrecht dem Titel eines königlichen Schwiegersohns und Eickel« vorgezogen , und die Meuchelmörder eines gekrönten Hauptes öffentlich belohnet . Demofthenes berichtet uns , daß Iphikrates , der in seinem Vaterlande mit Ehre überhäuft gewesen , sich gleichwohl in eine See - schlacht , wider die Athenienser , für die Angelegenheiten seines Schmie - gervarers eingelassen hat . Er füget dazu : daß Cotys höchst nnerkennt - lich gegen diesen Dienst , sich nicht durch die geringste Gefälligkeit gegen das Volk , bemühet habe , des Iphikrates «ussöhnung zu erleichtern . Vielmehr hat er ihn verbinden wollen , die Athenienser noch mehr zu reizen , indem er ihn zu dem Angriffe ihrer andern Plätze gebrauchen wollen ; und weil er dieses nicht von ihm erhalten können , so hat er ihn des Befehls über feine Kriegsvölker beraubet , und ihn zu der un - glücklichen Nolhwendigkeic gebracht , einen abgelegenen Winkel desErd - bodens zu seinem Aufenthalte z» snche» ; denn da sich Iphikrates an dem Hofe des Cotys in Ungnade gesehen , so har er sich nicht getrauet , nach Athen seine Zuflucht zu nehmen : eS war noch nicht allzulange , daß er die Waffen wider sein Vaterland geführet hatte . Demofth . adu . Ari . ftoerat . p . 447 . Ich habe vergessen , zu beobachten , daß derPoete Ana - xandrides beym Athenäus , im IV B . III Cap . > ; > S . über das Fest kurzweilet . welches Cotys am Tage des Beylagers seiner Tochter mit dem Iphikrates gegeben hat .
( Fl Ich glaube , daß es dieser Cotrs iff , dessen plutarch in sei , nen Apophrhegmaren gedenket . ] Des Plutarchs Cotys ist ein zorni» ger Mann gewesen , der leine Bedienten , die einen Fehler begangen ha - den , grausam gezüchtiget har . Man hat ihm ein schönes Geschenke schickt : dieß har in sehr feinen Gefäßen von Erde bestanden , die mit verschiedenen Gemälden , nach der Kunst , geziert gewesen ; ergab dem Ueberbringer ein Trinkgeld ; allein er hat sie alle zerbrechen lassen , ( Plu - tarch , in Apophth . 174 S - ) weil er voraus gesehen , daß seine Bedienten eine so zerbrechliche Waare unfehlbar zerschmeißen würden ; und daß er in diesem Falle sich nicht würde enthalten können , sie gar zu schars zu be - strafen . Man ziehe hierbey zu Rathe , was Augustus in dem Hause deS VediuS Pollio . beym Seneea , de Ira , im III B . IV Cap . ; 8> S .
Shan hat . und den Rath , welchen Plutarch , de Ira cohibenda , 461
. E . den zornigen Leuten giebt , keine kostbare Gefäße zu haben . Die - fes sieht unserm Cotys ganz ähnlich . Moreri deutet es auf einen an - dern Cotns , der die parrey des Pompefus angenommen , saget er : die von ihm angeführten Stellen enthalten nichts dergleichen , und ich zweifle nicht , daß er sich nicht betriegt . Man wird in der folgenden Anmerkung feine andern Schnitzer sehen . Man beobachte wohl , wie ich nicht leugne , daß ein König von Thracien , Corv« , gewesen , der sei - nen Sohn , Namens Sasales , dem Pompejus mit 500 Pferden zuge - schicket har . Siehe den Cäsar , de Bello Ciuil . III B IV Cap . Siehe auch Lucans V B . st V .
( L ) Tacims bar von etlichen , , - Cotys geführt , der , davon uns - Herr Moreri keine allzugute Nachricht giebt . 1 I , Er saget , es habe Cotys , Roniq in Thracien , zur Zeit des Ne - ro , fein Romgreich mir seinem Oheime , Rbeskuporis getheiler . Er hätte sagen sollen , daß August , „ ach dem Tode des Rhömetalees , ( wie mich dünkt , so ist es der , von welchem Dio im LI V B . auf der 6 - 4 S . bey mir , aufs 743 Jahr , und im LV B . 6$t S - aufs 759 Jahr redet . Er ist . wenn ich mich nicht bekriege , der Bruder Rheskupvris , ( des Co - tys Sohn ) gewesen , der im 74 ? Jahre , nach dem Dio , auf der 6 - 4 S . ermordet worden . ) Königes von Thracien , dieses Königreich unter den Sohn , und den Bruder des Verstorbenen , gelheilet habe . Rheökupo - ris , welcher der Bruder gewesen , hat zu seinein Antheile , die am wenig , sten gebauten Oerter . gehabt , und die dem Feinde am nächster , gelegen . Cotys . welcher der Sohn gewesen , hat diejenigen Gegenden erhalten , die Griechenland zum Nachbar gehabt . Dieses ist es , was uns tus im LXIV Cap . des II B . seiner Jahrbücher berichtet . II Alsohat man groß Unrecht , den Taeitus im XI und Xll B . seiner Jahrbücher .
und

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