Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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( onon .
man ihm das üble Leben seiner Mutter vorgeworfen ( G ) . Er hat einen Sohn , NamenS Conon , hinterlassen , welcher ver - dämmt wurde , ein Stück von den Stadtmauern wieder ausbauen zu lassen ( H ) . Man findet in Ansehung unsers Cononö , weder bey dem Justin , noch in dem Cornelius Nepos , eine allzugroße Nichtigkeit , man mag sie mit einander vergleichen ( l ) , oder man mag das Leben Cononö mit dem Leben des AgeUlauS vergleichen , welches vom Cornelius Nepos beschrieben wor - den ( X ) . Der Sprachlehrer Servius hat falschlich geglaubt , daß in diesen Motten Virgils ' , in medio tuo ligna Conon , von unserm Conon gehandelt würde . Beroald k , wenn er diesen Fehler tadelt , hat beobachtet , daß man nach dem lehrer Probus glauben müsse , es habe Virgil von dem samischen Conon reden wollen , welcher die Materie des vorhergehenden Artikels ist .
a ) Das 4 Jahr der YZ Olympias . t ) Apud Aegos flumen . Com . Nepos , in Conone , cap . I . 5 ) Hunc ( Agefilaum ) aduerfus Pharnabazus habitus eft itnperator ; re quidem vera exercitui praefuit Conori , eiusque omnia arbitrio gefta funt . Com . Nepos , in Conone , cap . II . d ) Das , Jahr der 96 Olympia« ? nach dem Diodor aus Sicilien . e ) Hos Conon apud Cnidum adortus , magno praelio fngat . Cornel . Nepos , in Conone , cap . IV . fj Aus dem Cornelius Nepos , in dem Leben Cononö g ) Xenophon . de Geftis Graecorum , Libr . IV . pag . m . z> ; , b ) Siehe sein Leben im Cornelius NepoS . / ) Eclog . III . verf . 40 . k ) Beroald . Animadu . in Seruium .
( A ) iT7«n hat ihm die Regierung über alle Inseln anoer - traut . ] Man glaubet , daß Cornelius NepoS hier einen kleinen Zeitrechnungsfehler begangen ; ( siehe Kirchmaiers Auslegung über den Conielius NepoS im Conon , 434 Seite bey mir ; ) denn die andern Gefchichtschreiber fangen nicht eher vom Conon zu reden an , als wenn sie sagen , daß er an des AlcibiadeS Stelle gesetzt worden : allein von dieser Zeit an bis zu Ende des Krieges , sagen sie nicht , daß er dieses Amt besessen hätte , wovon die Frage ist , und dieses ist kein Amt sen , welches die Athenienser zu vergeben im Stande waren : allenfalls würde derjenige , der damit bekleidet gewesen wäre , keine Eroberungen machen können , wie Conon gethan hat : In qua poteftate Pharas cepit coloniam Lacedaemoniorum . Cornel . Nepos , in Conone , cap . I . ES ist zur selbigen Zeit fchon viel gewesen , wenn sie sich nur vertheidi - gen können . Siehe Iuftin . Libr . V . cap . VI . Man glaubet also , daß der Geschichtschreiber die Zeiten voraus nimmt , und vermengt ; und daß Conon diese Gewalt über alle Inseln erstlich gehabt , nachdem er sie von dem Könige der 'Perser erhalten hat Wenn dieser Schriftsteller der - gleichen Schnitzer begangen hätte , so hätte er die Pflichten eines Histo - rienschreibers sehr schlecht erfüllet . Er würde einigermaßen zu entschul - digen seyn , wenn er eine Zeit für eine andre , in Ansehung einer Würde , genommen hätte , welche die Republik Athen zu vergeben gehabt : allein gtfefet die Beurtheilung wäre richtig , so hat er es viel schlimmer gemacht ; er hat sich so wohl , was die Zeit , als was diejenigen betrifft , betrogen , die dieses Amt zu vergeben haben ; er hat denAtheiüensern dasjenige zu - geeignet , was vom ArtaxerreS allein gethan worden ; und hat nicht un - terlässm , von demjenigen absonderlich zu reden , was Artarerxes gerhan hat : Hinc magnis niuneribus donatus ( Conon' ) ad mare eft mifliis , vt Cypriis et Phoenicibtts caeterisque maritirais ciuitatibus naues longas imperaret . Corn . Nepos , in Conone , cap . IV . Vielleicht wird man mir antworten , daß er nicht eigentlich bemerkt , von wem Conon dieses Amt erhalten , und daß also die Liebe von uns erfordere , voraus zu setzen , daß er von der Herrschaft reden wollen , die ArtaxerreS dem Co - non aufgetragen : allein es wäre nichts abgeschmackterS , und den hen der Historie mehr zuwider , als wenn man das Amt , womit der Kö - nig von Persien diesen erlauchten Athenienser beehret , auf eine solche Art in diese Stelle seken wollte , als man sie hier findet ; wir wollen also sagen , Cornelius Nepos habe sich verwirret . Tenophon bemerket ausdrücklich , daß Pharnabazes und Conon das Gebiethe vonPheraver - heert . Xenophon . Libr . IV . de Rebus geftis Graecor . pag m . 34 . Dieß ist einige Zeit nach der Niederlage der Laeedämonier , bey CuiduS , geschehen .
( B ) Er rvar bey Vem Gefechte nicht gegenwartig , rvelcbe» für die Athenienser so unglücklich gervesen . ^ Dieß ist ein neuer Fehler deS Gefchichtschreiber« . Alle Vcftr werden sich , vermöge dieser Worte einbilden , daß die Flotte der Athenienser in währender Zeit atv gegriffen worden , da Conon eine Reise getban gehabt , oder da er sich we - gen der Gesundheit in eine Stavt tragen lassen ; allein dieses ist es kei - nesweges ; die Abwesenheit CononS besteht darinnen , weil er voraus ge , sehen , daß der Feind einen vollkommenen Sieg erhalten würde , und nch bey guter Zeit mit nenn Schiffen gerettet hät . Xenophon . Libr . II . pag . 16s . Siehe den Plutarch im Lysander . Es ist wahr , daß Elches nicht ans Furcht geschehen , sondern weil er gesehen , daß die Soldaten wegen der Übeln Kriegszucht , in einem Stande waren , wo sie unmöglich Widerstand thiin konnten . Die Ausleger , welche sich bemühen . den Cornelius Nepos zu rechtfertigen , verdienen Mitleiden . Siehe Kirch - maiern , in Cornel . Nep . Conon . pag . 454 .
( C ) 16t fluchtete ; « dem pharnaba ; es , dem Statthalter von Ismen und £ ) 'öien . ] Wir haben hier noch einen Fehler des Ge - fchichtfchrcibcrS : er thut alles , was nöthig ist , seine Leser zu überreden , daß Conon , welcher keinen Ort der Sicherheit , sondern einen Ort ge - sucht , wo er seinem Vaterlande Dienste leisten könnte , gerades Weges an den Hof des Pharnabazes gegangen sey . Non quaefiuit , vbi ipfe tuto viueret , fed vnde praeiidio pofiet eile ciuibus fuis . C . Nepos , cap . II . Alles dieses ist betrieglich : weder die Sache , noch der Grund der Sache sind wahrhaftig : denn dieser Feldherr ist gerades Weges auf die Insel Cypern , zu dem Könige Evagoras , einem guten Freunde der Athenienser geflüchtet : er ist dahin geflüchter , sage ich , so wohl wegen seiner eignen Sicherheit , als wegen der Mittel zu Wiederherstellung der Sachen , mit diesem Prinzen einig zu werden . sie e & ayi ? z , ^5 - vo^l -
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quod putabat fe apud eum et faluti fuae reäiflime confulturum , et Rcipublicae erigendae adiutoreni quampriinum habitunim , Ifocrat . in Euagora , pag . m . 29s . Alle Geschichtschreiber reden von dieser Zu - flucht Conon« : < Iuftin Lib . V . cap . VI . Xenophon . Lib . II . Diodo - rus , Lib . XIII . Plutarch . in Lyfandr . pag . 438 . in Artaxerxe , p . 1021 . ) und e« sagen so gar einige Schriftsteller , daß er noch in Cypern gewe - sen , da Agesilaus Asien verheeret hak . Jsokrates versichert , daß Conon einige Zeit in Cypern , weiter an nichts , als an seine eigenen Angelegen - heilen aedacht hat . x ? oyov ; m * * •f ( i nj» räv ä«y itfrji -
ßfj . Ifocrat . Orat . ad Philipp , pag . in . 137 . Er ist nach dem Justin im VI B . I Cap . noch in Cypern gewesen , als man entdeckt gehabt , daß TissavherneS den König von Persien verrathen , und den Lacedämoniern erlaubt gehabt . Feindseligkeiten in Asien zu begehen . Wenn Cornelius
NepoS einm Fehler begangen hat , daß er nichts von diesem Ausenthal - te gesager , so begehr er einen andern , wenn er davon redcn will . Er hat in dem Leben des Cbabrias gesaget , es sev der ordentliche Fehler der Republiken , daß sie keine ausnehmende Verdienste leiden kenn# ten : Eft hoc commune vitium in magnis liberisque ciuitatibus , vt inuidia gloriae comes lit , et libenter de hisdetrahant , quos eminere videant altius . Dieserwcgen , saget er , haben sich viele große Männer von Athen fteywillig entsernct , und Conon lange Zeit aus der Insel Cy - per» gelebet . Dieses Beyspiel tauget nichts ; denn Conon hat sich nach einer so kläglichen Niederlage in diese Insel begeben , daß er sich ge - fürchtet : Crudelitatem Ciuium metuens , ad P . egem Cyprium conce - dit , luftin . Lib . V . cap . VI . oder geschämt , wieder nach Athen zukommen .
A'vtvx * * x ( h rf , - - - o'Uxh ph x«mg£vv3>> .
Cum nauali proelio - - - reale pugnatum eilet , redire domum erubuit . Ifocrat . Orat . ad Philipp , pag . 138 . Man fuge dazu , daß diese Stadt kurz darauf unter das Joch der Laeedämonier verfallen .
^D ) Die Lacedamonier würden die Provinzen diesseits des Tanrus erobert haben , rvenn Conon - - - ihren AnsthlZgen nicht Hinderlich gewesen un'tr . ] Ein Staatsstreich , davon sein Geschichtschreiber nickt redet , ist ihm hundertmal nützlicher gewesen , al< alle seine Kriegskunst : hier ist dieser Stwich . Er hat den König von Persien überreder , den Rednern in Griechenland gute Summen zu uberschicken , damit sie zum Kriege wider die Laeedämonier reizten . Also haben diese bestochenen Redner , ein jeder in seiner Stadt , die Völker der , maßen in Harnisch gebracht , daß ein furchtbarer Bund wider die Laee -
damcnier geschlossen worden . Polyaenus , Lib . L Stratagem . fub fin . Siehe auch den Plutarch im ArtaxerxeS 1021 S und Xenophon . Hift . Graec . Lib . III . pag . 2^4 . Ausgabe von , ? 8i . Und hierauf hat der zu - rückberufene Agesilaus , alle feine ErvberungSprojeete fahren lassen müs - sen , um an nichts , als an die Verteidigung der laeedämonischen ten zu gedenken . Es ist fiir diejenigen nichts besser , welche den Anfang oder d , e Dauer eines Krieges wünschen , als wenn sie die Zunge der Redner zu ihren Diensten haben . Man sieht auch , daß sie sich die Wohlgewogenheit dieser Leute sorgfältig zu erhalten suchen .
( E ) Er hat vornehmlich darauf gedacht , sich der Gelegenheit ; nm Vorrheilc seine« Vaterlandes zu bedienen . ] Justin und Cornelius NepoS haben sich gar zu starker Ausdrückungen bedienet , wenn sie von dem Zustande reden , davon Conon die Stadt Athen befreyet bat Justin fefret voraus , daß die Laeedämonier , als sie die berufene Schlacht bey CniduS verlohren , die Stadt Athen unter dem Joche der Dienstbarkeit , und eine Besatzung darinnen aehabt ; mit einem Worte , sie ist eine von ihren eroberten Ländern gewesen . Vi61i Lacedaemonii fugam capeflunt , praefidia hoftium Atnenis dedueuntur , populo re - ftituta dignitate conditio feruilis eripitur . Iuftin . Libr . VI . cap . III .
Dieß heißt nicht allein die Sache vergrößern , sondern auch eine große Lü - gen vorbringen : denn sechs oder sieben Jahre zuvor , da Conon die See , macht der Laeedämonier bey CniduS geschlagen , hatten die Athenienser ihre Freyheit wieder erlangt ; die Herrschaft der dreyßig Tyrannen war abgeschaffet worden , die allgemeine Vergebung war kund gemacht , der Staat des Volks war wieder hergestellt , u . s . w . Xenophon . Libr . II . zu Ende . Es ist Thrasnbulus gewesen , der diese große Veränderung im dritten Jahre der 94 Olympia« zuwege gebracht hatte : t nach dem Calvisius , ) nun ist die Schlacht bey CniduS , im andern Jahre der 96 Olympias gehalten worden . Ist es überdieß nicht gewiß , daß die Lace - dämonier das Jahr vor der Schlad ) ! bey CniduS , von demKriegShecre der Verbundenen , bey Haliartus geschlagen worden ? Waren die Athe - nienser nickt eines von denen Völkern , die sich wider die Laeedämonier verbunden hatten ? Hätten sie dieses thun können , wenn sie eine laeedä - monische Besatzung in ihrer Stadt gehabt ? Cornelius Nepos hat den Zeitrechnungsfehler Justins nicht begangen ; er bat sehr wohl gewußt , daß die Thebaner und die Athenienser vor der Schlacht bey Cnidus , den Krieg wider die von Lacedämon erklart gehabt . Pofteaquam domum a fuis ciuibus reuocatus eft ( Agefilaus ) quod Roeotii et Athenienfes Lacedaemonns bellum mdixerant , Conon nihilo fecius apud prae - feöos regis verfabatur . Nach diesen Worten erzählet dieser Geschicht - schreib« , daß Conon eine Reiie an den Hof von Pcrsien gethan , und die Vollmacht erhalten . Kriegsschiffe ausrüsten zu lassen , um das folgende Jahr das Meer zu halten . Mit dieser Flotte ist es geschehen , daß Co - non die Laeedämonier bey Cnivus geschlagen . Justin har alles ver - wirrt : er hat sich fälschlich eingebildet , daß die Thebaner , die Atbenien - ser und ihre Bundesgenossen , den Lacedämoniern erstlich den Krieg nach der Schlacht beo CniduS angekundiget haben . Iuftin . Lib . VI . cap . IV . Man muß sich nicht verwundern , daß die Worte dcS Cornelius NepoS weniger faljch , als Justins seine sind ; der Zeitrechnungsfehler dieses letztern . findet sich nicht in dem andern . Nichts destoweniger können wir sagen , daß sich Cornelius NepoS im Conon übel auSgedrücket hat : Hos Conon apud Cnidum adortus magno praelio fugat , multas ues capit , complures deprimit : qua vifloria non foluni Athenae , fed etiam cunöa Graecia , quae fub Lacedaemoniorum fuerat impe - Rio liberata eft ; denn man kann , eigentlich zu reden , nicht sagen , daß ein Volk , welches ein anders bekrieget , und welches Schlachten über das andre gewinnet , unter der Dienstbarkeit dieses andern sey . Die Athenienser haben sich vor der Schlacht bey CniduS , in diesem Umstände befunden . Als ein Redner könnte man so , wie Cornelius NepoS , reden :
denn

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