Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Conon .
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roitg ver Sitten , dermaßen binters SLidyt geführt , daß man ihn überall für einen heiligen Mann gehalten . Z Lhsllanion , ttiftoi . res ine'morables des grands et merveilleux Jugemens de Dieu , chap . XII . pag . m . 119 . Er erzählet auf das Wort des Enguerrand von Mon - strellet , die Reisen dieses Predigers , u . s . w . Seine Vossen ; u spielen , saget er auf der 121 Seite , Hat man ihm auf den schönsten und an , standigsten Playen Gerüste aufgebauet , sie reichlich behangen , unv kostbar ausgesci , muckt , auf welchen er nach gelesener Messe sei - ne Predigt gehalten . Jn denselben hat er die Laster eines , eden , und sonderlich die Cleristy , wegen ihrer Rebsrveiber und - Hu - ren , gestraft . ( Paradin auf der 700 Seite , der burgundischen Jahr - bücher , bemerket ebendasselbe . ) Er hat seine Predigt , saget er , sehr lang und weilläuftig gemacht , indem er große Ausschweifungen wider die Laster aller Stände , auch so gar wider die Hurerey und Unflätigkeit der
Geistlichen eingeschaltet , welche Kebsweiber und Huren wider dm Eid , den sie geleistet , die Keuschheit zu bewahren , an ihrem Tische halten ) Hiermnen hat er sehr wohl gebändelt . Allein darinnen bar er zugleich den Mönch und die Raserey , unv eine gottlose schämtheit gezeigt , wenn er auch so gar die kleinen Rinder ge , reizet , den Frauen , wegen ihres Ropfpune» nachzuschreien , und ihnen bey gewissen Tagen , Vergebung versprochen , gleich als wenn er ein Gott gewesen wäre . Endlich erzahlet er , daß man ihn als einen Keher verurteilt und verbrannt habe , und denn saget er : „ durch diefts Mittel hat Gott , welcher sich aller Werkzeuge bedienet , «und alle Dinge zum Nutzen anzuwenden weis , die Hcucheley diese» » . Mönchen züchtigen und strafen wollen ; welcher unter dem Scheine ei - nes heiligen Mannes , ein Narr , ein Unverschämter und Ehrgeiziger ge - weftn . , , ChalIänion , Hift . memoirrabl . etc . p . 124 .
t , . 4 Couon , ein Mathematikverständiger und Sternseher , war von Samos " . Er hat ungefähr in der IZ0 Olymvias ge . b^uht . Er , st wr dem Archimedes , feinem Freunde gestorben , der ihn sehr hoch geschähet , chm seine Schriften mitgetheilt , wb Aufgaben zugeschickt hat ( A ) . Er hat Streitigkeiten m , t dem Mathemmikverstandigen , Nikoteles , gehabt , der wider ibn ae tit nf / jumVler Veradifutia beaeanet ist ^ fl\ schrieben , und ihm mit allzuvieler Verachtung begegnet ist h . Apolloniuö Pergauö bekennet es , ob' er gleich' erkannt 'dän ckö - non in Demonstrationen nicht glücklich gewesen / . . Er hat eine Art der Schnecke erfunden , die von des Dinostrates deiner un> terschieden lst : weil aber Archimedes die Eigenschaften derselben viel klärer ausgeleget hat , so ist der wahre Name desErfin . derö vergessen worden ; denn man hat sie nicht die Schnecke Conons , sondern die Schnecke des Archimedes genennt 4 Die astronomische Erkenntniß Conons betreffend , verweise ich in den Catullus ( B ) , welcher sie zu Anfange seines Gedichtes über die Haare der Berenice , der Schwester und Gemahlinn des Ptolomäus Everqetes , beschreibt . Man merke , daß Conoir so schmeichlerisch gewesen , vorzugeben , es waren die Haare dieser Königinn in ein Gestirn verwandelt worden . Man findet in der Bibliothek des Photius e die Auszuge eines Buchs , welches fünfzig Erzählungen der fabelhaften Zeiten enthalten hat . Der Urheber hat Conon geheißen , und dieses Werkdem Könige Archelaus Philopator zugeschrieben , woraus sich Voßius f ein
dieser Conon von denjenigen unterschieden werden , welcher nach des Josephus Berichte , der Juden gedacht hat & . In der That hätte sich josephus lacherlich gemacht , wenn er sich mit dem Zeugnisse , eines so neuern Geschichtschreibers hatte breit machen wollen . Das wahrscheinlichste , was man sagen kann , ist , I , daß Conon der Urheber eines Buches von der Stadt Heraklea , ches der Scholiast d . s Apollonius anführet von dem andern Conon , dem Verfasser einer Schrift von Italien , die vom Ser - vius angefuhret worden nicht unterschieden ist . II , Daß der Conon des Photius , oder der Conon Josephs , nicht von jenem
unterschieden sind .
- ) Apollonias Pergaeus , in Epiftola ad Attalum praefixa Libro IV . Conieor . b ) Ebendaselbst , c ) Ebendaselbst , d ) ExVoffi®
mrtt - MnthAm rsn I T V mim c naar inO ^V»v * m VWlri rc^ . . t t ^ 1 _ * uu , , /
de Scient . Mathem . cap . LIV . num . j . pag . 327 . 328 ,
pag . m . 162 verf . 738 .
g ) lofeph . contra Apionem , Libr . I . pag .
0 CLXXXVI Cap , f ) Vpflius , de Hiftor . Graec . Libr . I . cap . vltitn . loji . b ) Apollon . Scholaft . in Libr . I . » ) Seruius in Aeneid , Libr . VII .
( A ) * £c ist vor dem Archimedes , seinem Freunde , gestorben , welcher ihn sehr hoch geschaht , t t und ihm Aufgaben zu - geschickt . ^ Wir finden die Beweise davon in den Schriften deö Ar - chimedeS . Oebemus Conone viuente ipfä eniittere in vulgus : hunc enim accepimus taüa potifllmum pofie deprehendere , et ipfis accom - modatam proferre demonftrationem . Archimed . Epift . ad Dofi - theum , praefixa Libro I . deSphaera et Cylindro . Dieses findet man in einem Briefe des Archimedes , zu Anfange eines von seinen Büchern . Folgendes findet man in einem andern Briese : Antea quidem mihi mandafti , fcriberem eorum problematmn demonftrationem , quae prius ipfe propofueram Cononi . Ebelidas . Archimed Epift . fixa Lib . II . Er saget an einem andern Orte : Quot in Geometria theoremata vifa primum impoflibilia , tempore perfeöionem capi - unt ? Conon quidem non fufficiens tempus fortitus in eorum disquifitione , vitam cum morte commutauit , et ea dubia reliquit : quamquam omnia inuenerat , vt et alia multa , quibus plurimum Geo - jnetriam adauxit . Scimus quippe in ilio fuifle non vulgarem Ma - thematicarum artium peritiam , laborisque fupra modum toleran - tiam . Ebendas . Epift . praefixa Libro de Spiralibus . Wir wollen noch eine andre Stelle anfuhren : Cum audiiflein , defundlum efle Co -
nonem , qui nobis reliquus erat in araicWa , tibique admodum fue - rat familiaris , puta in Geometria maxime verfatus ; virum quidem mortuum amare planxi , vt amiciffinium , et hominem in Mathema - ticis plane mirabilem . Atque tunc repente ftatui mittere ad te fic - uti antea ad Cononem folebam , geometricum theorema , quod mo quidem prius eft contcmplatus , etc . Ebendas . in Libro de Qua * drat . Paraboiae .
( B ) Seine astronomische Trkanntniß betreffend , verweise ich in den Camllus . ^ Hier ist der Ansang von seinem Gediehe :
Omnia qui magni difpexit lumina mundi ,
Qiii ftellarum ortus comperit , atque obituj ;
Flamineus vt rapidi Soli» nitor obfcuretur ,
Vt cedant certis fidera temporibus ,
Vt Triuiam furtim fub Latinia faxa rciegan» ,
Dukis amor gyro deuocet aerio :
Idem me ille Conon caelefti lumine vidit ,
E Bereniceo vertice cacfariem ,
Fulgentem clare .
Catullus , Epigr . LXVII . pag . m . 134 ,
C0N0N , Feldherr der Athenienser , in währendem peloponesischen Kriege , hatte sich durch seine trefflichen Tharen so berühmt gemacht , daß man ihm die Regierung über alle Inseln anvertraute ( A ) . Er commandirte die Seemacht das letzte ^ahr dieses Krieges ; allein er ist nicht bey dem Gefechte gegenwärtig gewesen , welches für die Athenienser so unglücklich abge . laufen ( B ) . Seine Abwesenheit hat viel zu dem entscheidenden Vorlheile beygetragen , welchen die Lacedamonier - unter der Anführung Lysanders , an dem Ziegenflusse , erhalten haben k . Conon , da er nach diesem Unglücke die Einnchmung seines terlandes erfuhr , flüchtete zu dem Pharnabazes , dem Statthalter von ^omen und Lydien ( C ) , und setzte sich in seinerZunei . aung so feste , daß er den Lacedämoniern schaden konnte . Diese brachen mit dem Könige von Persien , Artaxerxes , und fielen , unter der Anführung des Agesilaus , in sein Land . Es glückte ihnen , und sie würden vermuthlich alle Provinzen , diesseits des Taurus , überwältiget haben , wenn Conon , nack dessen Rache das persianische Kriegsheer geführet worden e , ihre Absichten nicht verhindert hätte ( V ) . Er brauchte keine Mühe , zu erkennen , daß der König von Persien von dem Tissaphemes verrathen wurde ; es war allzusichtbar : nichts destoweniger war der König , welcher dem Tissaphernes Verbindlichkeit Duldig war , der - maßen für ihn eingenommen , daß er ihn nicht für strafbar halten wollte . Dieses nöthigte den Conon , eine Reise an den per - fischen Hof zu thun . Er gab daselbst die Verratherey dieses Feldherrn dergestalt zu erkennen , daß er den König davon über - zeugte . Es wurde ihm aufgetragen , Kriegsschiffe wider die Lacedämonier ausrüsten zu lassen ; und durch dieses Mittel harre er eine Flotte unter seiner Anführung , welche " einen herrlichen Sieg über sie erhielt Er war hauptsachlich bedacht , sich der Ge - leaenheit zum Vortheile seines Vaterlandes zu bedienen ( E ) . Er richtete die Segel mit einem Tbeile der siegreichen Flotte nach Athen , er theilte den Einwohnern die Summen aus , die ihm Phamabaies bezahlet hatte , und gab Besch ! , das Pireum und die Mauren der Stadt , wieder aufzubauen . Wenn er weiter nichts als dieses gethan hätte , so wäre er mcht zu tadeln gewesen ; allein er vergaß sich so weit , daß Ionien und Aeolien den Persianern entrissen wurden , und wieder unter der Ächenienser Gewalt kommen sollten . Dieser Anschlag konnte nicht so heimlich geführt werden , daß die Persianer denstlben nicht gewahr geworden mären Hierauf that Teribazes , Statthalter zu Farves , dem Conon zu wissen^daß er große Geschaffte Mit ihm zu überlegen bätte weswegen er ihn an den König schicken wollte . Conon begab sich nach ( vardes , und wurde als ein Gefangener fest ge . nommen Einige sagen , daß man itzn zum Artaxerxes gefübret , und daß er , n diesem Lande umgekommen ; allein andre versi - chern daß er sich aus dem Gefangnisse gerettet , und zweifeln , ob folcyes Nicht Mit d^ Teribazes Einwilligung geschehen / .
' • hlfte also nickt versichern sollen , daß ihn Teribazes aus Neid gegen seinen Ruhm hinrichten lassen ; denn Xenophon beken - ne I daß ibn Teriba es nicht eher gefangen genommen , als bis er der Verbrechen gewiß gewesen , die ihm die Lacedämonier
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schuld gegeben ; II , do Namens Timotheus , erfahren hat h . Dieser Timotheus i
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