Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Condren . Conecte .
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( H ) Wn italienischer Schriftsteller , - - - ist nicht in diese Ausschweifung verfallen . ) Ich rede von dem Grafen Alexan - der Roncoveri . Er ist von Placenz . Er erzählet , daß Concini zu An - fange seiner Gnade sehr gute Eigenschaften habe blicken lassen : allein er setzet dazu , daß sie mir der Zeit von dem Bösen ersticket worden , daß man sie nicht mehr sehen , und sie weiter zu nichts dienen können . Aflc - rifcono le metnorie di quel tenipo , che ne' principii della fua po - tenza erahnomo di buona legge , di grata compania , di conface - vole humore , deflintereflato , ma profondarnente ambitiofo , e vio - lente ; difetti , che nel progrefl'o confondendofi con le priuie buone qualitä in ultimo le foffocarono di tal maniere , , che quelle non poterono aparire , e rneno giovargli . Alejf . Roncoveri Iftoria del Re^no di Luigi XIII . Libr . V . pag . - 05 . Wenn er nichts mehr an - gefuhret hatte , als die umständliche Beschreibung der Reichchümer die - ses Marschalls , so würde er schon genugsam zu erkennen gegeben haben , daß er ein boshafter Mensch gewesen ; er würde ihm einen satirischen Sreich versetzt haben . Ich nehme den Juvenal , Sat . I . v . 24 . und uo zum Zeugen :
Patricios omnes opibus , cum prouocet vnus ,
Qyo tondente grauis iuueni mihi barha fonabat ,
Cum pars Niliacae plebis , cum verna Canopi Crifpinus Tyrias humero reuocante lacerna» j Ventilet aeftiimm digitis fudantibus aurtim ,
Nec fuflerre queat maioris pondera gemmae :
Difficile eft fatiram non fcribere
Sacro nec cedat honori ,
Nuper in hanc vrbem pedibus qui venerat albis .
Oltro in miglione di Iire , che volc vano i fuoi ftabili in Francis ne haveva im' altro di contanti in caflä , feiento mila feudi fopra Faideau , quattrocento mila fra Roma , c Fiorenza , e non oftenta il fa cheggio della fua Cafe , mobili , gioie , areenti , e cariche per due miglioni fenza quella di Luogo tenente del Re nella Normandia , di primo Gentil huomo della Camera del Re , e d'Intendente della Ca - fa della Regina . Alefl . Roncoveri , Iftor . de Luigi XIII . p 199 200
CondtM , ( Carl von ) Generalprior der PP . des Oratorii im XVII Jahrhunderte . Siehe ven Moreri : ich will nur eine Sache beyfüaen , nämlich , daß man alles dasjenige von seinen Schriften gesammlet hat , was man auftreiben können und daß diese Sammlung zween Theile enthält , davon der letztere zu Brüssel , bey Franz Foppens , im 1659 Jahre in 12 , absonderlich wieder gedruckt worden . Es sind gottselige Briefe , welche vtelen innerlichen Menschen wohl gefallen können .
Eonecte , ( Thomas ) ein Mönch von dem Carmeliterorden , ein Bretannier von Geburt , ist im I4Z4 Jahre , als ein Keßer zu Rom verbrannt worden nachdem er bey den Völkern als der größte Prediger seiner Zeit herumgegangen . Als er sich itt seinem Lande Bewunderung genug »uaezogen , so verließ er das Kloster zu Rennes , und gieng von da nach Flandern . Er warb sich einen solchen Namen durch stine Predigten , daß man die Ehrenbezeigungen , die man ihm an allen Orten , wo er durch - reiste , erwies ( Aj1 , noch den Zulauf vom Volke , der sich in seinen Predigten fand , nicht genug auszudrucken weis ( Bj . Er digte mit großer Stärke wider die Laster der Clerise» , und wider den Pracht des Frauenvolks : vornehmlich schalt er auf ihren Kopfputz , der von einer so entsetzlichen Größe war ( C ) , daß die allerhöchsten Fontangen heutiges Tages , nur Zwerge gegen denselben sind . Er erhielt seinen Zweck weaen dieser Pracht : er vermochte die Damen , sich ehrbar zu kleiden ; allein dieß ge - schah nicht so wohl wegen der Stärke seiner Vernunstschlüsse , womit er die evangelischen Pflichten vorstellte ; als wegen der Be - schimpfungen , wozu er die Kinder ermahnte , sie denjenigen Frauenspersonen zu erweisen , die sich nicht bessern wollten ( D ) „
Daher ist es gekommen , daß sie , so bald er das Land verlafftn hatte , ihrei , Kopfputz wleder nahmen , und noch neue Stockwerke dazu setzten ( E ) , gleich als wenn sie sich wegen der verlohrnen Zelt schadlos halten wollten " , Er verbrannte die überstüßiaenKlei - der , Schürzen , Karten , Würfel , u . d . m . f und ließ sich von niemanden , als auf der Kanzel sehen . Dieß war klüglich ae . Handelt ; denn vielleicht würde er in Privatgesprächen sich ein wenig zu weit herunter gelassen haben , welches die hohe Meynuna vergeringert hätte , die man von ihm gefasset hatte . Nach einem sehr langen Aufenthalte in den Niederlanden , gieng er von da nach Italien , und verbesserte den Orden der Carmeliter zu Mantua d , wobey - er dennoch Widersprechungen fand ( F ) . Von Mantua gieng er nach Venedig , und brachte sich daselbst in Ansehen : denn die Abgesandten der Republik , beym EuaeniuS dem IV , denen er nack Rom folgte , priesen ihn bey diesem Pabste ungemein an , als einen Menschen von Heiligem Leben , und voller Eifer ; allein sie machten den Grundsatz wahr , Peffimum inimicorum genus laudantes ; ob sie gleich redlich dabey verfuhren . Der Pabst , da er erfuhr , daß dieser große Prediger der Verbesserung zu Rom war , gab Befehl , daß man ihm den Proceß machen sollte . Er wurde der allergefahrlichsten Ketzereyen schuldig befunden , die man m dieser Zeit nur lehren konnte : er fa» delte das liederliche Leben der Clerisey , und des römischen Hofes : er harte gesagt , daß viele Abfcheukchkeiten an diesem Hofe vor - giengen ; daß die Kirche einer Verbesserung nöthig hatte ; daß man sich vor den Bannstraleu des Pabstes nicht furchten dörfte , wenn man Gott dienece ; daß die Mönche Fleisch essen könnten , und daß die Ehe den Geistlichen erlaubet werden müßte , welche die Gabe der Enthaltung nicht hätten . Er hat die Strafe des Feuers , mit vieler Beständigkeit , und ohne Widerruf , ausgestan» den . Große Personen unter den Katholiken , haben mit vieler Freyheit gesaget , daß man ihn unrechtmäßiger weise hinrichten lassen . Baotista von Mantua « , welcher General der Carmeliter gewesen , hat einen wahren Märtyrer aus ihm gemacht / . Die Protestanten haben ihn nickt vergessen , wenn sie das Verzeichniß derer machen , welche zu verschiedenen Zeiten dle Verbesse . rung der Kirche gewünschet Häven .
Allem man muß bemerken , daß es Protestanten giebt , die nicht anders , als von einem wahrhaften Tattuffe , von ihm reden ( ( ? ) .
d ) Argentre , Hift . de Bretagne , Liv . X . chap . Xl . II . Andre , als Spondanuö , setzen diesen Tod ins 14zI Jahr . 6 ) Siehe die Anmerkung ( E ) , und die angeführte Stelle des Argentre . 0 Siehe die Anmerkung ( E ) zu Ende . ^ ) . Dae . - . 4 . Z - Jahr . 0 Seine
Worte sind aus dem Buche f ) Aus ebendemselben .
Zita beata genommen , sie sind vom Argentre in der Historie von Bretagne , X B . XLU Cap . angeführet .
CA " ) Man rveis die Ehrenbezeigungen nicht genugsam auszu - drucken , die man ihm an allen Orten , rvo cr durchreiste , er«>ies . Z Wenn man erfahren , daß er an einen Orr kommen sollen , so sind ihm der Avel und alle Stände entgegen gegangen , sie haben ihn mir entblößtem - Haupte , den Zügel seines Maulesels m verband haltend , bis in fein Quartier begleitet , und haben sichsehrgluck - lieb geschähet , trenn sie ihn beherbergen können . Argentre Hift . de Bretagne Liv . X . ch . 42 . Paradm wird uns noch mehr davon sa - gen . „ Der Bruder Thomas Coneete ist in so großein Rufe der Hei - „ ligkeir gewesen , daß ihm jedermann nach gelaufen , und daß man denselben „ nicht nur halb sehen wollen . Wenn er durch ein Land gegangen , hat „ er auf einem sehr kleinen Maulesel geritten : und viel andre Mönche „ von seinem Orden zur Begleitung gehabt , die als seine Schuler zu „ Fuße hinter ihm drein gegangen , nebst einer großen Anzahl andrer „ Weltlichen . Und wenn er aus den Städten und Flecken gezogen , so „ sind die Geistlichen , die Edlen und Bürger vor ihm hergegangen , iind „ haben ihm so viel Ehrerbiethung erwiesen , als sie einem Apostel Jesu „ Christi hätten erzeigen können : so daß er jederzeir , er mochte an einem „ Orte ankommen , wo er wollte , in Begleitung einer großen Menge „ Volkes gegangen , welche »hm weit entgegen gekommen ist , als wenn er „ vom Himmel herunter gestiegen wäre . Und wenn er in eine Stadt . . eingezogen , so hat ihn gemeiniglich der edelste und vornehmste von al - len mit dem Hügel in der Hand , und zu Fuße , nebst der ganzen Men , " ae' bis in seine bnung geführt , welche gemeiniqlich in dem besten . Saiise für ihn «weitet gewesen . Und seine Schüler sind nach die ,
radm . Annales de Bourgogne , Ln . au's 1488 7°° < - - t>te
^ tu' " tu - i» Ankauf des Volkes , der sich in seinen
predigten / inf . . . M ES habm sich gemeiniglich fünfzehn b - s sechzehn tausend Personen dabey befunden ; ( ParaM saget , daß sich beynahe
zwanzig tausend Personen dabey gefunden ; ) die Weiber sind auf einer Seite , und auf der andern Seite die Männer gestellt , und zwischen beiden ist ein Strick gewesen . Argentre Hift . de Bretagne , Liv . X ch XLII Er hat nicht in den Kirchen , ssndern auf den größten Pläben aevredi^ gel ; man hat daselbst ein großes Gerüste aufgerichtet , welches mit den reichsten Tapeten behangen gewesen , die man nur finden können - man hat auf diesem Gerüste einen Altar gebauet , man hat ihn auf b tigste ausgezieret , als es nur immer möglich gewesen . Bruder <' . ) omaS hat vor seiner Predigt die Messe gelesen . Paradm Annai . de gogne , pag . 700 . Argentre Hift . de Bretag . Liv . X ch . XLIII . saget , daß die Predigt vor der Messe hergegangen . Der ganze Platz ist mir schönen Tapeten bedeckt gewesen . Man ziehe den Bertrand von Argen - tre an angezogenem Orte zu Rache .
( C ) Vornehmlich schalt er auf ihren Ropfpay , der von einer entsetzlichen Große rvar . z „ Sie hatten zur selben Zeit einen Kopf , „ putz , der ein hoher reicher Schmuck war , den sie^yenmn nennten , die» „ ser war sehr erhaben , und das Frauenvolk in den Niederlanden stasnrke „ sich damit au« - - und in der That saget ^ohann Iuvenal von Ur - „ sino , ( der zur selben Zeit gelebet hat , ) daß ungeachtet des Krieges , und . des UngewitterS in Frankreich , ser redet von den Zeiten Carls des VI , )
„ einer Thüre hinein gehen wollen , unmöglich durch kommen können r „ dieses glaube ich , si - 'd die flandrischen HenninS gewesen , dann dieser „ Ueberfluß der Pracht , breitet sich in der ganzen Welt unter dm Frau - „ enöpersonen in einem Augenblicke aus . , , Argentre' Hift . de Brctae . Liv . X . ch . XLII . Man sehe die erfolgende Anmerkung , und beobachte im Vorbeygehen , wie viele Moden ihre Ebbe und Fluch haben . Siehe oben die Anmerkung ( ( ? ) des Artikels Andromacha . J' ? o haben wir die Hennins unter einem andern Namen wieder bekommen , ich will sagen , unter dem Namen der Fontangen . Ich habe den Tractat noch nicht ju sehen bekommen können , dm man 1694 in Paris von der Et z p^chf

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